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Verdunstung im Aquarium: Ausgleich mit einer automatischen Nachfüllanlage

Blog: Verdunstung im Aquarium: Ausgleich mit einer automatischen Nachfüllanlage (6999)

Warum ist eine automatische Nachfüllanlage im Aquarium sinnvoll?

In der Welt der Aquaristik spielt Wasser nicht nur als Lebensraum eine zentrale Rolle, sondern auch als empfindliches Gleichgewichtssystem. Temperatur, Wasserwerte und vor allem der Wasserstand müssen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine der größten Herausforderungen, insbesondere bei offenen Aquarien, ist die konstante Verdunstung des Wassers. Dieser Effekt tritt unabhängig von der Jahreszeit auf, wird jedoch in den Sommermonaten durch höhere Temperaturen verstärkt.

Wasser verdunstet, aber die im Wasser gelösten Mineralien bleiben zurück. Das hat zur Folge, dass sich bei ständigem Nachfüllen per Hand der Salzgehalt (im Meerwasseraquarium) oder die Wasserhärte (im Süßwasseraquarium) verändern kann, wenn man nicht sorgfältig nur mit Osmosewasser nachfüllt. Manuelles Nachfüllen ist zudem zeitaufwändig und fehleranfällig – besonders dann, wenn der Aquarianer im Urlaub ist oder schlicht mal vergisst, Wasser nachzufüllen.

Eine automatische Nachfüllanlage (auch ATO – "Auto Top Off" genannt) bietet eine komfortable, zuverlässige Lösung für dieses Problem. In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie eine automatische Nachfüllanlage funktioniert, welche Komponenten sie benötigt, welche Systeme es auf dem Markt gibt und wie du sie auch selbst bauen kannst. Außerdem gehen wir auf häufige Fragen ein und geben Tipps für eine sichere und nachhaltige Anwendung.

Funktionsweise einer automatischen Nachfüllanlage im Detail

Grundprinzip: Sensor, Steuerung, Nachfüllpumpe

Eine automatische Nachfüllanlage funktioniert grundsätzlich nach einem einfachen Prinzip: Sie erkennt den Wasserstand im Aquarium oder Technikbecken (Sumpfbecken), vergleicht ihn mit einem festgelegten Soll-Wert und füllt bei Bedarf verdunstetes Wasser automatisch nach. Dafür sind im Wesentlichen drei Hauptkomponenten notwendig:

Sensoren zur Wasserstandserkennung

Es gibt verschiedene Arten von Sensoren, die zur Messung des Wasserstandes eingesetzt werden können:

  • Optische Sensoren: Diese arbeiten mit Infrarotlicht und erkennen den Wasserstand durch Lichtbrechung. Sie sind wartungsarm und reagieren sehr genau, jedoch empfindlich gegenüber Algenbewuchs oder Blasenbildung.
  • Schwimmerschalter (mechanisch): Diese basieren auf einem kleinen Schwimmer, der bei sinkendem Wasserstand einen Schalter betätigt. Diese Variante ist günstig, aber mechanische Teile können mit der Zeit klemmen oder verschmutzen.
  • Drucksensoren oder leitfähige Sonden: Diese messen den Druck oder die Leitfähigkeit des Wassers auf einer bestimmten Höhe. Sie kommen meist in professionelleren Anlagen zum Einsatz.

Steuerungseinheit

Die Steuerung ist das Gehirn der Nachfüllanlage. Sie verarbeitet die Daten des Sensors und steuert die Nachfüllpumpe entsprechend. Moderne Steuergeräte verfügen oft über Sicherheitsfunktionen wie:

  • Zeitbegrenzung für die Nachfüllung
  • Alarme bei Fehlfunktionen
  • Zweifach-Absicherung durch redundante Sensoren

Nachfüllpumpe

Die Pumpe fördert das Nachfüllwasser aus einem separaten Reservoir ins Aquarium. Es handelt sich meist um eine kleine Schlauchpumpe oder eine Membranpumpe. Wichtig ist, dass die Pumpe regelmäßig gewartet wird und nicht zu viel Druck aufbaut – ein Überfüllen des Aquariums kann problematisch werden.

Wo wird das Nachfüllwasser aufbewahrt?

Das Nachfüllwasser stammt typischerweise aus einem separaten Wasserbehälter – einem sogenannten Nachfüllreservoir. Dieses sollte ausschließlich mit destilliertem oder Osmosewasser gefüllt werden, um die Wasserwerte nicht zu verändern. Für Meerwasseraquarien ist das besonders wichtig, um den Salzgehalt konstant zu halten. Der Vorratsbehälter kann ein einfacher Kanister, ein kleiner Tank oder sogar ein umfunktioniertes Aquarium sein.

Je nach Beckengröße und Verdunstungsrate muss dieser Behälter regelmäßig neu befüllt werden – bei einem offenen 300-Liter-Aquarium etwa kann das 5–10 Liter pro Woche ausmachen.

Sicherheit und Redundanz

Ein kritischer Punkt bei automatischen Nachfüllanlagen ist die Sicherheit. Ein defekter Sensor oder eine hängengebliebene Pumpe kann dazu führen, dass unkontrolliert Wasser nachgefüllt wird – im schlimmsten Fall überläuft das Aquarium oder der Salzgehalt wird verdünnt (im Meerwasserbereich).

Deshalb sind viele Systeme mit mehreren Sicherheitsfeatures ausgestattet:

  • Zwei Sensoren auf unterschiedlicher Höhe (Hauptsensor und Notfall-Sensor)
  • Zeitlimit-Funktion, die die Pumpe nach einer gewissen Laufzeit automatisch abschaltet
  • Alarmfunktion bei ungewöhnlich häufigem Nachfüllbedarf

Für besonders sicherheitsbewusste Aquarianer empfiehlt sich der Einsatz eines Aquariencomputers, der die Nachfüllanlage überwacht und mit weiteren Komponenten verknüpft ist (z. B. Temperaturregelung, Lichtsteuerung, Dosieranlagen).

Automatische Nachfüllanlage selber bauen – geht das?

Ja, und das ist für viele Hobby-Aquarianer eine spannende Option. Die wichtigsten Bauteile lassen sich im Fachhandel oder online bestellen:

  • Optischer oder mechanischer Sensor
  • Mini-Wasserpumpe mit Schlauch
  • Steuergerät oder Mikrocontroller (z. B. Arduino mit Relais)
  • Nachfüllbehälter
  • Eventuell Magnet- oder Saugnapfhalterung für die Sensoren

Mit etwas Bastelgeschick lässt sich ein sicheres und funktionales ATO-System selbst zusammenstellen. Allerdings ist bei DIY-Projekten besondere Vorsicht geboten – die Bauteile sollten wasserdicht, hitzebeständig und vor allem zuverlässig sein. Wer sich an den Selbstbau nicht herantraut, findet passende Nachfüllanlagen im Aquaristikfachhandel.

FAQs zur automatischen Nachfüllanlage für Aquarien

Wie oft muss ich den Nachfüllbehälter auffüllen?
Das hängt von der Beckengröße, der Temperatur und der Luftzirkulation ab. In der Regel verdunsten bei einem offenen Aquarium täglich 0,5 bis 1 Prozent des Volumens. Für ein 200-Liter-Becken also etwa 1–2 Liter am Tag.

Ist eine automatische Nachfüllanlage auch für kleine Aquarien sinnvoll?
Ja, besonders Nanoaquarien profitieren davon. Dort wirken sich Schwankungen im Wasserstand viel schneller negativ auf Wasserwerte aus. Ein konstantes Niveau schützt vor Stress bei Fischen und Garnelen.

Kann ich Leitungswasser verwenden?
Davon wird abgeraten, insbesondere bei empfindlichen Besatzarten oder Meerwasseraquarien. Osmosewasser ist die sicherste Wahl. Es enthält keine unerwünschten Stoffe wie Kalk, Chlor oder Schwermetalle.

Wie teuer ist eine automatische Nachfüllanlage?
Fertige Systeme kosten je nach Funktionsumfang zwischen 30 und 150 Euro. DIY-Varianten sind ab etwa 20 Euro realisierbar, können jedoch aufwendiger in der Wartung sein.

Was passiert bei einem Stromausfall?
Die meisten Systeme stellen dann einfach den Betrieb ein. Nachgefüllt wird erst wieder, wenn der Strom zurück ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann das System an eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) anschließen.

Gibt es Systeme mit WLAN oder App-Anbindung?
Ja, moderne Aquariensteuerungen wie GHL, Neptune Apex oder Inkbird bieten oft eine App-basierte Kontrolle auch über die Nachfüllanlage. So kann man von unterwegs eingreifen oder sich benachrichtigen lassen.

Automatische Nachfüllanlagen – kleine Technik, große Wirkung

Eine automatische Nachfüllanlage gehört heute fast schon zur Grundausstattung moderner Aquarien – egal ob Süß- oder Meerwasser. Sie sorgt nicht nur für gleichbleibende Wasserwerte, sondern spart dem Aquarianer Zeit, Stress und mögliche Fehlerquellen. Wer viel unterwegs ist oder sich einfach ein Plus an Komfort gönnen möchte, wird die Vorteile eines solchen Systems schnell zu schätzen wissen.

Ob man ein fertiges System kauft oder selbst eines baut, hängt vom eigenen Budget und handwerklichen Geschick ab. In beiden Fällen sollte man auf Qualität, Sicherheit und regelmäßige Wartung achten. Denn nur dann erfüllt die ATO-Anlage ihren Zweck zuverlässig – und das Aquarium bleibt ein gesunder Lebensraum für seine Bewohner.

Für alle, die langfristig Freude an ihrem Hobby haben wollen, ist die automatische Nachfüllanlage eine klare Empfehlung. Sie ist ein kleines Stück Technik mit großer Wirkung – und ein weiterer Schritt zu einem stabilen, erfolgreichen Aquarium.

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Blogartikel 'Blog 6999: Verdunstung im Aquarium: Ausgleich mit einer automatischen Nachfüllanlage' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 16.06.2025 um 13:52 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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