Blog: Warum der Gartenteich im Spätwinter unbedingt in Ruhe gelassen werden sollte (7733)
Ein paar milde Tage haben uns zuletzt eingeladen ein wenig durch den winterlichen Garten zu spazieren und schon mal eine Bestandsaufnahme vorzunehmen: Überstehen die Lieblingspflanzen den Winter? Und wie geht es gerade den Pflanzen und Tieren im Tech?
Abgestorbene Pflanzenteile und Laub am Boden wecken dabei den Wunsch schon einmal ein wenig „aufzuräumen“, vielleicht sind auch langsame oder gar reglose Tiere zu sehen und verleiten dazu nun „rettend“ einzugreifen. Doch genau jetzt sind solche Maßnahmen besonders problematisch. Wer das empfindliche Gleichgewicht im Teich jetzt stört, kann langfristig sogar Schäden verursachen
Warum Aufräumen jetzt mehr schadet als nützt
Störungen des Teichbodens setzen Schadstoffe frei
Am Grund des Teiches sammeln sich im Laufe des Jahres organische Ablagerungen. Diese werden unter Sauerstoffmangel langsam zersetzt, wobei Gase entstehen. Solange der Boden ungestört bleibt, ist das meist unproblematisch. Wird jedoch jetzt aufgeräumt oder abgesaugt, können diese Stoffe schlagartig ins Wasser gelangen und die Wasserqualität stark verschlechtern.
Laub und Pflanzenreste erfüllen eine wichtige Schutzfunktion
Blätter, abgestorbene Pflanzenteile und stehen gebliebene Pflanzenstängel bieten zahlreichen Insekten ein Winterquartier. Libellenlarven, Wasserwanzen, Käfer und andere Kleintiere ziehen sich in den Schlamm, unter Laubschichten oder in hohle Pflanzenstängel zurück, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wird dieses Material zu früh entfernt, verlieren viele dieser Tiere ihren geschützten Rückzugsraum, was ihre Überlebenschancen deutlich verringert und sich später auch auf das ökologische Gleichgewicht im Teich auswirken kann.
Rückschnitt schwächt Pflanzen nachhaltig
Viele Wasserpflanzen ziehen sich im Winter in unterirdische Pflanzenteile oder in Rhizome zurück. Die oberirdischen Stängel mögen unansehnlich wirken, sind aber oft noch mit dem Wurzelsystem verbunden. Ein Rückschnitt in dieser Phase entzieht der Pflanze Reserven, die sie für den Austrieb im Frühjahr benötigt. Zudem dienen hohle Pflanzenstängel als Gasaustauschkanäle, über die Faulgase entweichen können. Werden sie entfernt, kann sich Sauerstoffmangel im Wasser verstärken.
Bewegungslose Tiere befinden sich meist in Winterruhe
Fische, Molche, Frösche und viele wirbellose Teichbewohner reduzieren im Winter ihren Stoffwechsel drastisch. Sie bewegen sich kaum und verharren oft am Teichgrund oder im Schlamm. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und kein Anzeichen für Tod. Werden Tiere in dieser Phase aufgescheucht oder umgesetzt, kann der plötzliche Energieverbrauch lebensbedrohlich sein.
Der richtige Zeitpunkt für Pflegearbeiten
Geduld ist die wichtigste Maßnahme für einen gesunden Gartenteich. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft steigen und sich das Leben im Teich deutlich regt, sind Pflegeschritte sinnvoll. Dann beginnen Pflanzen neu auszutreiben, Tiere werden aktiver und das ökologische Gleichgewicht ist stabil genug, um Eingriffe zu verkraften.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de







