Marmorierte Baumwanze: Halyomorpha halys im Garten
Einrichtungsbeispiele mit Halyomorpha halys

Wissenswertes zu Halyomorpha halys (Marmorierte Baumwanze)
Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) gehört zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera), zur Unterordnung der Wanzen (Heteroptera) und zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Wie andere Vertreter dieser Familie besitzt sie einen kräftigen, schildförmigen Körper und einen Stechrüssel, mit dem sie Pflanzenteile ansticht und Pflanzensäfte aufnimmt.
Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien. In Europa wurde sie erstmals Anfang der 2000er-Jahre nachgewiesen und breitet sich seitdem in zahlreichen Regionen aus. In Deutschland ist sie vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie an vielen Nutz- und Zierpflanzen Schäden verursachen kann. Außerdem sucht sie im Herbst häufig Gebäude als Winterquartier auf.
Herkunft und Lebensraum
Die Marmorierte Baumwanze stammt ursprünglich aus Ostasien, insbesondere aus Regionen Chinas, Japans und Koreas. Durch den internationalen Warenverkehr wurde sie in andere Teile der Welt verschleppt und hat sich inzwischen auch in Europa etabliert.
Sie ist sehr anpassungsfähig und besiedelt Gärten, Parks, landwirtschaftliche Flächen, Obstplantagen und städtische Grünanlagen. Ihre Nahrungspflanzen umfassen zahlreiche Laubgehölze, Obstbäume, Gemüsepflanzen und Zierpflanzen. Da die Tiere im Jahresverlauf zwischen verschiedenen Wirtspflanzen wechseln können, finden sie in abwechslungsreichen Siedlungslandschaften häufig günstige Lebensbedingungen.
Im Herbst suchen ausgewachsene Wanzen geschützte Überwinterungsplätze. Sie nutzen Ritzen und Spalten an Gebäuden, Rollladenkästen, Schuppen und andere trockene Verstecke. In warmen Jahren können sie dabei in größerer Zahl an Hausfassaden auftreten und in Wohnungen gelangen.
Aussehen
Die Marmorierte Baumwanze erreicht eine Körperlänge von etwa 12 bis 17 Millimetern. Ihr Körper ist breit, schildförmig und überwiegend braun bis graubraun gefärbt. Die Oberseite weist zahlreiche dunkle Punkte auf, wodurch die Tiere ein marmoriertes Erscheinungsbild erhalten.
Besonders charakteristisch sind die hellen Flecken am hinteren Bereich des Rückenschildes. Häufig ist dort eine Reihe aus vier bis fünf hellen Punkten erkennbar. Die Fühler und die seitlichen Ränder des Hinterleibs zeigen ein auffälliges schwarz-weißes Muster.
Die Marmorierte Baumwanze wird häufig mit der heimischen Grauen Gartenwanze verwechselt. Bei genauer Betrachtung lassen sich die Arten jedoch unterscheiden: Der transparente hintere Flügelbereich ist bei der Marmorierten Baumwanze eher längsgestreift, bei der Grauen Gartenwanze dagegen deutlich gepunktet. Außerdem fehlt der Marmorierten Baumwanze der längliche Dorn auf der Bauchseite, der für die Graue Gartenwanze charakteristisch ist.
Verhalten und Ernährung
Die Marmorierte Baumwanze ernährt sich von Pflanzensäften. Mit ihrem Saugrüssel sticht sie Blätter, Triebe, Früchte und andere Pflanzenteile an. Sie nutzt ein sehr breites Spektrum an Wirtspflanzen und kann im Garten sowohl an Obst und Gemüse als auch an Ziergehölzen auftreten.
Besonders problematisch ist die Art im Obst- und Gemüsebau. Durch die Saugtätigkeit können Früchte Verfärbungen, Verformungen oder andere Qualitätsmängel entwickeln. Die Stärke der Schäden hängt von Pflanzenart, Befallsdichte und Entwicklungsstadium der Früchte ab.
Die Tiere sind mobil und können im Verlauf des Jahres zwischen unterschiedlichen Pflanzen wechseln. Im Herbst verändert sich ihr Verhalten: Sie suchen geeignete Winterquartiere und sammeln sich an sonnenbeschienenen Gebäudefassaden. In Innenräumen richten sie normalerweise keine Gebäudeschäden an. Bei Bedrohung können sie jedoch ein unangenehm riechendes Abwehrsekret freisetzen.
Fortpflanzung
In Deutschland entwickelt die Marmorierte Baumwanze unter den üblichen klimatischen Bedingungen gewöhnlich eine Generation pro Jahr. In wärmeren Regionen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets können auch mehrere Generationen entstehen.
Die ausgewachsenen Tiere verlassen ihre Winterquartiere im Frühjahr, sobald die Temperaturen ausreichend steigen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier meist in Gruppen auf Blattunterseiten ab. Ein Gelege umfasst häufig etwa 28 Eier. Nach dem Schlupf durchlaufen die Jungtiere fünf Entwicklungsstadien, bevor sie ausgewachsen sind.
Im Laufe des Sommers entwickeln sich die neuen erwachsenen Tiere. Mit sinkenden Temperaturen und kürzer werdenden Tagen beginnt die Suche nach Winterquartieren. Die Art überwintert als ausgewachsenes Insekt in geschützten Verstecken, unter anderem in Gebäudespalten und Rollladenkästen.
Nutzen
Die Marmorierte Baumwanze ist Teil der Nahrungsnetze in ihren Lebensräumen und kann von verschiedenen natürlichen Feinden erbeutet werden. Ihre ökologische Rolle muss jedoch im Zusammenhang mit ihrer gebietsfremden Herkunft und ihren Auswirkungen auf Nutzpflanzen betrachtet werden.
Im Garten- und Erwerbsgartenbau gilt sie als potenzieller Schädling, da sie an zahlreichen Pflanzen Schäden verursachen kann. Für den Menschen ist sie dagegen normalerweise ungefährlich. Ihr Eindringen in Wohnungen ist vor allem ein hygienisch unbedenkliches, aber mitunter lästiges Phänomen.
Natürliche Feinde
Zu den natürlichen Feinden von Baumwanzen gehören räuberische Insekten sowie parasitoide Schlupfwespen, deren Larven sich in Wanzeneiern entwickeln können. Die Wirksamkeit dieser Gegenspieler ist je nach Art und Lebensraum unterschiedlich. Bei der Marmorierten Baumwanze wird insbesondere die Rolle spezialisierter Eiparasitoide untersucht.
Deutsche und alternative Bezeichnungen
Die gebräuchliche deutsche Bezeichnung lautet Marmorierte Baumwanze. Im englischsprachigen Raum ist die Art als Brown marmorated stink bug bekannt. Der wissenschaftliche Name Halyomorpha halys wird international verwendet.
Die Bezeichnung „marmoriert“ bezieht sich auf die gesprenkelte, braun-graue Färbung des Körpers. Der Begriff „Baumwanze“ verweist auf ihre Zugehörigkeit zur Familie der Baumwanzen, von denen viele an Gehölzen leben. Umgangssprachlich wird sie häufig als Stinkwanze bezeichnet, da sie bei Bedrohung ein auffällig riechendes Abwehrsekret abgeben kann.