Lasioglossum costulatum im Garten
Einrichtungsbeispiele mit Glockenblumen-Schmalbiene

Wissenswertes zu Lasioglossum costulatum (Glockenblumen-Schmalbiene)
Die Glockenblumen-Schmalbiene Lasioglossum costulatum gehört zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und zur Familie der Furchenbienen (Halictidae). Sie ist Teil der artenreichen Gattung Lasioglossum, die durch meist kleine, unscheinbare Wildbienen vertreten ist und in Mitteleuropa häufig vorkommt.
Herkunft und Lebensraum
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, mit einem Schwerpunkt in gemäßigten Klimazonen. Sie besiedelt offene, sonnige Lebensräume wie Wiesen, Magerrasen, Waldränder, Gärten und Parks. Entscheidend für ihr Vorkommen ist das Vorhandensein von Glockenblumen, da die Art eng an diese Pflanzen gebunden ist. Geeignete Nistplätze finden sich in offenen, eher trockenen Bodenstellen.
Aussehen
Die Glockenblumen-Schmalbiene ist eine kleine Wildbiene mit einer Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimetern. Der Körper ist überwiegend dunkel gefärbt, meist schwarz bis dunkelbraun, mit schwachem metallischem Glanz. Auffällig sind die feinen Punktierungen und Längsstrukturen auf dem Hinterleib, auf die sich auch der Artname bezieht. Weibchen sind in der Regel etwas größer als Männchen und besitzen eine deutlicher ausgeprägte Behaarung an den Sammelbeinen.
Verhalten und Ernährung
Die Art zeigt ein solitäres bis schwach sozial geprägtes Verhalten, wie es für viele Lasioglossum-Arten typisch ist. Die Ernährung ist stark spezialisiert. Pollen wird nahezu ausschließlich von Glockenblumen der Gattung Campanula gesammelt, während Nektar auch von anderen Blüten aufgenommen werden kann. Die Flugzeit reicht meist vom späten Frühjahr bis in den Sommer hinein, abhängig von Witterung und regionalem Blütenangebot.
Fortpflanzung
Die Weibchen legen ihre Nester im Boden an, häufig an besonnten, vegetationsarmen Stellen. Innerhalb des Nestes werden mehrere Brutzellen angelegt und mit einem Pollenvorrat versehen, auf den jeweils ein Ei abgelegt wird. Die Larven entwickeln sich selbstständig in den Zellen und überwintern meist als Vorpuppen, bevor sie im folgenden Jahr schlüpfen.
Nutzen
Die Glockenblumen-Schmalbiene ist ein wichtiger Bestäuber spezialisierter Pflanzenarten, insbesondere von Glockenblumen. Durch diese enge Bindung trägt sie wesentlich zur Fortpflanzung dieser Pflanzen bei und ist damit ein bedeutender Bestandteil artenreicher Wiesen- und Saumbiotope.
Natürliche Feinde
Zu den natürlichen Feinden zählen parasitische Wespen, Kuckucksbienen sowie Vögel und Spinnen. Auch Witterungseinflüsse können die Entwicklung der Brut stark beeinflussen, insbesondere in offenen Bodenstandorten.
Schutzstatus
Die Glockenblumen-Schmalbiene gilt in Deutschland regional als gefährdet oder selten. Der Rückgang blütenreicher Wiesen, das Verschwinden von Glockenblumen sowie die Versiegelung offener Bodenflächen wirken sich negativ auf die Bestände aus. Der Erhalt extensiv genutzter Flächen und ein vielfältiges Blütenangebot sind entscheidend für ihren Schutz.
Deutsche und alternative Bezeichnungen
Der deutsche Name „Glockenblumen-Schmalbiene“ weist auf die enge Bindung der Art an Glockenblumen als wichtigste Pollenquelle hin. Der Gattungsname Lasioglossum bedeutet sinngemäß „zottige Zunge“ und bezieht sich auf die Behaarung der Mundwerkzeuge. Der Artname costulatum lässt sich mit „fein gerippt“ übersetzen und beschreibt vermutlich die feine Oberflächenstruktur des Hinterleibs.