Crotaphytus collaris im Terrarium halten
Einrichtungsbeispiele für Halsbandleguan

Wissenswertes zu Crotaphytus collaris (Halsbandleguan)
Herkunft
Bei Crotaphytus collaris (Halsbandleguan) handelt es sich um einen Leguan, der ursprünglich im Norden von Mexico bis in die mittleren Vereinigten Staaten von Amerika vorkommt. Es sind drei Unterarten bekannt.
Haltung
Der Halsbandleguan erreicht eine Kopf-Rumpflänge von ca. 10cm und eine Gesamtlänge von bis zu 35cm. Die Echsen sonnen sich gerne und können aufrecht auf ihren Hinterbeinen laufen. Sie leben in ihrer Heimat in lichten Wäldern (Hartlaub) und trockenen, felsigen Habitaten.
Crotaphytus collaris sind in der Natur ganzjährig aktiv. Man hält ein Pärchen oder ein Männchen mit mehreren Weibchen im Terrarium. Das Terrarium sollte sehr groß dimensioniert werden. Für ein Pärchen sollte es mindestens 130x60x60cm groß sein. Für eine Gruppe benötigt man Behälter mit mehr als 150x80cm Grundfläche.
Der Speiseplan des Halsbandleguans steht hauptsächlich tierische Kost, wie Heimchen, Heuschrecken, Schaben, manchmal Zophobas und anderes Lebendfutter und pflanzliche Kost Blüten, Blätter (Löwenzahn) oder Obst.
Kein Kopfsalat, Eisbergsalat oder ähnliches, da hier der Kalzium-Phosphor-Gehalt ungünstig ist. Und Kohl oder Spinat sollten aufgrund der Oxalsäure nur selten verfüttert werden.
Obst sollte auch nur sparsam verfüttert werden doch stellt es als sehr vitaminreich eine wichtige Ergänzung in der Ernährung des Halsbandleguans dar.
Zusätzliche Vitamin- und Mineralstoff-Zugaben werden empfohlen.
Die Temperatur im Terrarium sollte bei Halsbandleguanen tagsüber bei 28-35°C (lokal bis 45°C) und in der Nacht zwischen 18-22°C liegen. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei ca. 50-60% liegen und nachts sind Werte um 80% herzustellen. Im Sommer sollte die Luftfeuchtigkeit jedoch geringer sein und für die Tiere ist es förderlich, wenn man bis zu zweimal im Monat eine "Schlechtwetterphase" (ohne Fütterung) herstellt und Licht und Wärme abstellt. Eine Ecke sollte feucht gehalten werden.
Das Terrarium sollte mit zahlreichen Steinen, Klettermöglichkeiten, einer Bade-Möglichkeit, Ästen und Pflanzen, Korkröhren und Rinde eingerichtet werden, die auch viele Versteckmöglichkeiten bieten, um Crotaphytus collaris artgerecht halten zu können.
Für das Wohlbefinden der Terrariumtiere sind eine gute Beleuchtung und UV-Licht (30% UVA- und 10-12% UVB- Strahlung) notwendig, sowie ein Sonnenplatz. UV-Bestrahlung sind extrem wichtig und unbedingt notwendig! Für Weibchen ist eine geeigneter Eiablageplatz bzw. mehrere Möglichkeiten unbedingt herzustellen.
Im Terrarium kann einmal täglich mit Wasser gesprüht werden. Für die Flüssigkeitsaufnahme ist eine zusätzliche Wasserschale wichtig.
Winterruhe
Winterruhe in der Natur
Lebensraum und klimatische Voraussetzungen
Crotaphytus collaris stammt aus dem südwestlichen Nordamerika, vor allem aus:
- Texas
- New Mexico
- Arizona
- Oklahoma
- Teilen von Kansas und Missouri
Diese Regionen sind zwar oft heiß und trocken, haben aber deutlich ausgeprägte Jahreszeiten. Die Sommer sind extrem warm, doch im Herbst sinken die Temperaturen teils rapide. Nachts kann es im Winter sogar Frost geben, besonders in höheren Lagen oder felsigen Regionen.
Zeitpunkt der Winterruhe
In freier Wildbahn beginnt die Winterruhe meist:
- Ende Oktober bis November
- abhängig von Region, Höhenlage und Witterung
Das Ende der Ruhephase liegt in der Regel:
- März bis April
Die Tiere orientieren sich dabei nicht an einem Kalender, sondern an:
- sinkenden Tageslängen
- fallenden Temperaturen
- abnehmendem Insektenangebot
- Verhalten vor der Winterruhe
Bevor sich Crotaphytus collaris zurückzieht, passiert einiges:
- Die Tiere fressen sehr intensiv, um Fettreserven anzulegen
- Aktivitätsphasen werden kürzer
- Sonnenbäder finden häufiger statt, aber kürzer
- Revierverhalten und Fortpflanzungsaktivität nehmen ab
Sobald die Temperaturen dauerhaft sinken, verschwinden sie fast vollständig von der Oberfläche.
Überwinterungsplätze
In der Natur überwintern Halsbandleguane:
- in Felsspalten
- in selbstgegrabenen Erdlöchern
- unter großen Felsplatten
- teils mehrere Dezimeter tief
Diese Orte haben ein stabiles Mikroklima:
- kaum Temperaturschwankungen
- Schutz vor Frost
- relativ konstante Luftfeuchtigkeit
- Stoffwechsel während der Winterruhe
Während der Winterruhe:
- sinkt der Stoffwechsel massiv
- Herzschlag und Atmung verlangsamen sich stark
- Nahrungsaufnahme findet nicht statt
- Energie wird ausschließlich aus Fettreserven gewonnen
Die Tiere bewegen sich kaum, sind aber nicht „tot“ oder bewusstlos. Bei kurzfristigen Wärmephasen können sie kurz aktiv werden, ziehen sich aber schnell wieder zurück.
Winterruhe im Terrarium
Warum Winterruhe im Terrarium wichtig ist
Auch im Terrarium ist die Winterruhe dringend zu empfehlen, vor allem:
- für gesunde, langlebige Tiere
- für hormonelle Balance
- für Fortpflanzungsfähigkeit
- zur Vorbeugung von Dauerstress
Dauerhaft ohne Winterruhe gehaltene Crotaphytus collaris:
- altern schneller
- zeigen häufiger Stoffwechselprobleme
- sind oft anfälliger für Krankheiten
- verlieren mit der Zeit an Vitalität
Vorbereitung auf die Winterruhe
Die Vorbereitung beginnt etwa 4–6 Wochen vorher:
1. Fütterung reduzieren
- weniger Futtertiere
- kleinere Portionen
- kein fettreiches Futter mehr
2. Letzte Fütterung
- ca. 10–14 Tage vor Beginn
- danach vollständige Darmentleerung abwarten
3. Beleuchtung reduzieren
- Tageslichtdauer schrittweise von ca. 12–14 Std.
- auf etwa 8–9 Std.
4. Temperaturen senken
- Spottemperaturen langsam reduzieren
- keine abrupten Absenkungen
Durchführung der Winterruhe
Temperaturen
- Ideal: 8–12 °C
- Kurzzeitig auch bis 6 °C möglich
- Über 14 °C ist ungünstig → Stoffwechsel bleibt zu aktiv
Dauer
- Jungtiere: ca. 6–8 Wochen
- Adulte Tiere: 8–12 Wochen
- Zuchttiere oft sogar bis zu 14 Wochen
Unterbringung
Es gibt zwei gängige Methoden:
1. Im Terrarium
- stark abgesenkte Temperaturen
- Beleuchtung aus oder minimal
- mehrere Verstecke
- sehr ruhiger Standort
2. Separater Überwinterungsbehälter
- Kunststoffbox mit Luftlöchern
- grabfähiges Substrat (Sand-Lehm-Gemisch)
- kühler Keller, Garage oder Kühlschrank mit Temperaturkontrolle
Verhalten während der Winterruhe
Während der Winterruhe:
- bewegen sich die Tiere kaum
- liegen oft vollständig eingegraben
- trinken nicht aktiv
- verlieren leicht an Gewicht (normal!)
Wichtig:
- nicht stören
- nicht ausgraben
- nicht „kontrollieren“, ob sie noch leben
- Ein kurzer Blick alle paar Wochen reicht völlig.
Beendigung der Winterruhe
Die Winterruhe wird langsam beendet:
- Temperaturen schrittweise erhöhen
- Beleuchtungsdauer verlängern
- Erste Sonnenplätze wieder aktivieren
- Nach einigen Tagen frisches Wasser anbieten
- Erst füttern, wenn das Tier aktiv ist
Typisch nach der Winterruhe:
- starker Appetit
- hohe Aktivität
- bei adulten Tieren intensives Balz- und Revierverhalten
Häufige Fehler
- Zu kurze Winterruhe
- Zu warme Überwinterung
- Tiere mit vollem Darm einwintern
- Kranke oder geschwächte Tiere ohne Anpassung
- Ständiges Stören während der Ruhephase
Bezeichnungen
Den Namen hat der Halsbandleguan von seinem schwarz-weiß-schwarzen "Halsband".
Lebenserwartung
Ca. 10 Jahre
Nachzucht
Die Nachzucht ist nicht schwierig. Der Halsbandleguan legt mehrmals im Jahr Eier und vergräbt diese im Terrarium an einer leicht feuchten Stelle. Die Weibchen bekommen vor der Eiablage rote Flecken am Hals und an den Flanken. Auf genügend Kalzium- und Vitaminstoff-Gabe ist bei der Jungtieraufzucht unbedingt zu achten.
Haltungsbedingungen
Um Crotaphytus collaris (Halsbandleguan) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Terrarien hergestellt werden können.
- Temperaturen tagsüber: 28° bis 35°C (punktuell bis 45°C)
- Temperaturen nachts: 18-22°C
- Luftfeuchtigkeit: 50-60% tagsüber und nachts um 80%
- Mindest-Terrariengröße: ab 130x60x60cm für zwei Tiere
