Metynnis: Silberdollars im Aquarium richtig halten
Einrichtungsbeispiele mit Scheibensalmler-Arten

Wissenswertes zu Metynnis (Scheibensalmler)
Die Gattung Metynnis gehört zu den auffälligsten und zugleich oft unterschätzten Fischgruppen der südamerikanischen Aquaristik. Viele Aquarianer kennen sie unter dem Sammelbegriff Silberdollar, weil ihr hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper im Licht silbrig glänzt und tatsächlich an eine Münze erinnert. Hinter diesem einfachen Namen steckt jedoch eine interessante Gruppe friedlicher, bewegungsfreudiger Salmler, die im Aquarium deutlich mehr Platz, Struktur und pflanzliche Nahrung benötigen, als ihr ruhiges Aussehen zunächst vermuten lässt.
Metynnis-Arten sind keine kleinen Schwarmfische für Standardbecken, sondern kräftige Gruppentiere für großzügige Aquarien mit viel freiem Schwimmraum. Wer ihre Ansprüche versteht, wird mit aktiven, harmonischen und eindrucksvollen Fischen belohnt, die besonders in größeren Südamerika-Aquarien eine starke optische Wirkung entfalten. Gleichzeitig verlangen sie eine angepasste Einrichtung, denn zarte Wasserpflanzen betrachten viele Silberdollars nicht als Dekoration, sondern als willkommene Nahrung.
Wichtigste Fakten zur Gattung Metynnis
| Merkmal | Kurzinfo |
|---|---|
| Deutscher Sammelname | Silberdollar |
| Wissenschaftlicher Name | Metynnis |
| Familie | Sägesalmler |
| Ordnung | Salmlerartige |
| Herkunft | Südamerika |
| Lebensraum | Flüsse, Überschwemmungsbereiche, ruhige Uferzonen |
| Größe | je nach Art meist etwa 12 bis 18 cm |
| Verhalten | friedlich, lebhaft, gruppenorientiert |
| Haltung | nur in Gruppen empfehlenswert |
| Ernährung | überwiegend pflanzlich, ergänzt durch tierische Kost |
| Aquarientyp | großes Südamerika- oder Gesellschaftsaquarium |
| Besonderheit | frisst häufig weiche Aquarienpflanzen |
| Schwierigkeit | mittel, vor allem wegen Platzbedarf und Fütterung |
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Metynnis-Arten stammen aus Südamerika und sind dort in verschiedenen Flusssystemen verbreitet. Sie leben vor allem in Gewässern, die ihnen viel Bewegungsraum, Deckung und ein reiches Nahrungsangebot bieten. Typisch sind Flüsse, Seitenarme, überschwemmte Waldbereiche und ruhigere Uferzonen, in denen Laub, Wurzeln, Äste und Wasserpflanzen eine wichtige Rolle spielen. Während der Regenzeiten verändern sich viele Lebensräume deutlich, weil große Flächen überflutet werden und neue Futterquellen entstehen.
Im natürlichen Umfeld ernähren sich Silberdollars nicht nur von einem einzigen Futtertyp. Sie nehmen pflanzliches Material, Früchte, Samen, Algenaufwuchs und gelegentlich kleine wirbellose Tiere auf. Diese flexible Ernährung erklärt, warum sie im Aquarium zwar robust wirken, aber langfristig eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Kost brauchen. Einseitiges Flockenfutter wird ihren Bedürfnissen nicht gerecht.
Der Lebensraum prägt auch ihr Verhalten. Metynnis sind keine Fische, die dauerhaft zwischen engen Wurzelspalten stehen. Sie nutzen offene Wasserbereiche, ziehen in Gruppen durchs Becken und reagieren aufmerksam auf Bewegungen in ihrer Umgebung. Gleichzeitig schätzen sie Rückzugsmöglichkeiten, gedämpftes Licht und eine Einrichtung, die Sicherheit vermittelt, ohne den Schwimmraum zu stark einzuschränken.
Gattung, Familie und Einordnung
Die Gattung Metynnis gehört zur Familie der Sägesalmler. Damit sind Silberdollars mit vielen anderen südamerikanischen Salmlern verwandt, unterscheiden sich aber deutlich von kleinen Neon- oder Schmucksalmlern. Ihr Körperbau ist hochrückig, scheibenförmig und seitlich zusammengedrückt. Diese Form ermöglicht schnelles Manövrieren in strukturreichen Gewässern und macht die Tiere im Aquarium besonders auffällig.
Häufig werden Metynnis mit Myleus oder Myloplus verwechselt, da auch diese Gattungen hochrückige, silbrig wirkende Salmler umfassen. Im Handel werden verschiedene Arten und Formen manchmal ungenau bezeichnet. Für Aquarianer ist deshalb wichtig, nicht nur nach dem Namen auf dem Verkaufsschild zu gehen, sondern auf Endgröße, Körperform, Färbung und Haltungsansprüche zu achten. Gerade Jungtiere sehen oft sehr ähnlich aus, entwickeln aber je nach Art unterschiedliche Größen und Zeichnungen.
Bekannte Vertreter im Aquarienhandel sind unter anderem Metynnis hypsauchen, Metynnis argenteus und verschiedene ähnlich aussehende Formen, die pauschal als Silberdollar angeboten werden. Für die praktische Haltung ist entscheidend, dass die Tiere gruppenorientiert, schwimmfreudig und pflanzenfressend sind. Wer diese drei Punkte berücksichtigt, ist bei der Planung bereits auf einem guten Weg.
Aussehen und typische Merkmale
Metynnis-Arten fallen vor allem durch ihren runden bis ovalen, stark abgeflachten Körper auf. Die silbrige Grundfarbe reflektiert das Licht intensiv, wodurch die Fische je nach Beleuchtung fast metallisch erscheinen. Manche Arten zeigen zusätzliche Punkte, dunkle Flecken, feine Zeichnungen oder farbliche Akzente an Flossen und Körper. Besonders zur Balz oder bei gut gepflegten Tieren können die Farben kräftiger wirken.
Die Körperhöhe ist im Verhältnis zur Länge auffallend groß. Dadurch wirken Silberdollars massiger, als die reine Zentimeterangabe vermuten lässt. Ein 15 cm langer Metynnis beansprucht optisch und räumlich mehr Platz als ein schlanker Fisch gleicher Länge. Die Flossen sind meist transparent bis leicht gefärbt, bei manchen Tieren mit dunkleren Rändern oder rötlichen Anteilen.
Die Geschlechter sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Bei einigen Arten besitzen männliche Tiere eine stärker ausgezogene oder anders geformte Afterflosse. Auch intensivere Farben können auftreten. Solche Unterschiede sind aber bei Jungtieren kaum zuverlässig zu erkennen. Im Aquarium zeigt sich die Geschlechtsreife oft eher durch Verhalten, Rangordnung und Balzaktivität als durch eindeutige äußere Merkmale.
Verhalten im Aquarium
Metynnis sind friedliche, aber lebhafte Gruppentiere. Sie sollten nicht einzeln oder paarweise gehalten werden, da sie sich in einer kleinen Gruppe deutlich sicherer fühlen. Einzeltiere werden oft scheu, nervös oder zeigen unnatürliches Verhalten. In einer passenden Gruppe verteilen sich innerartliche Spannungen besser, und die Fische wirken wesentlich entspannter.
Im Aquarium schwimmen Silberdollars häufig gemeinsam durch den mittleren und oberen Wasserbereich. Sie reagieren schnell auf Futter, Bewegungen vor dem Becken und Veränderungen in ihrer Umgebung. Plötzliche Hektik, grelles Licht oder zu wenig Deckung können sie schreckhaft machen. Eine stabile Einrichtung und ruhige Pflegeroutinen helfen, Stress zu vermeiden.
Gegenüber anderen Fischen sind Metynnis in der Regel friedlich. Sie fressen allerdings sehr kleine Mitbewohner unter Umständen nicht gezielt, können diese aber durch ihre Größe und Aktivität einschüchtern. Sehr ruhige, empfindliche oder futterlangsame Arten sind als Gesellschaft weniger ideal. Gut geeignet sind robuste südamerikanische Fische ähnlicher Größe, sofern das Aquarium groß genug ist.
Haltung und Beckengröße
Die Haltung von Metynnis beginnt mit der richtigen Aquariengröße. Für eine dauerhafte Pflege sollte ein großzügiges Becken gewählt werden, das ausreichend Schwimmraum bietet. Eine Gruppe von mindestens fünf bis sechs Tieren ist sinnvoll, besser sind größere Gruppen, wenn der Platz vorhanden ist. Kleine Aquarien führen schnell zu Stress, hektischem Verhalten und schlechter Entwicklung.
Die Einrichtung sollte aus einer Kombination von freiem Schwimmraum und seitlichen Rückzugsbereichen bestehen. Große Wurzeln, robuste Steinaufbauten und dunklere Hintergrundzonen geben Sicherheit. Gleichzeitig darf das Becken nicht zu dicht zugestellt werden. Silberdollars brauchen Platz, um in der Gruppe zu wenden und kurze schnelle Schwimmbewegungen auszuführen.
Bei der Bepflanzung ist Vorsicht nötig. Viele weiche Pflanzen werden angefressen oder vollständig abgeweidet. Wer ein klassisch dicht bepflanztes Aquarium plant, wird mit Metynnis meist enttäuscht. Besser geeignet sind robuste Pflanzen, harte Blätter, Schwimmpflanzen mit hoher Vermehrungsrate oder eine Gestaltung mit Wurzeln, Laub, Ästen und künstlichen Strukturen. Auch Pflanzen, die bewusst als Futter angeboten werden, können Teil des Haltungskonzepts sein.
Experten-Tipp: „Bei Metynnis sollte das Aquarium nicht wie ein Pflanzenbecken geplant werden, sondern wie ein großzügiger Schwimmraum mit sicheren Randzonen. Wer Pflanzen einsetzt, sollte von Anfang an damit rechnen, dass ein Teil davon als Nahrung endet.“
Wasserwerte und Technik
Metynnis gelten als vergleichsweise anpassungsfähig, solange die Wasserqualität stabil bleibt. Sie bevorzugen sauberes, gut gefiltertes Wasser und reagieren empfindlich auf dauerhaft schlechte Bedingungen. Regelmäßige Wasserwechsel, eine leistungsfähige Filterung und eine gute Sauerstoffversorgung sind wichtiger als das starre Festhalten an einem einzelnen Idealwert.
In vielen Aquarien kommen Silberdollars mit leicht saurem bis neutralem Wasser gut zurecht. Auch weiches bis mittelhartes Wasser ist geeignet. Wichtig ist, extreme Schwankungen zu vermeiden. Plötzliche Veränderungen bei Temperatur, pH-Wert oder Leitwert können Stress verursachen und das Immunsystem belasten.
Die Temperatur liegt für die meisten gepflegten Metynnis-Arten im tropischen Bereich. Eine gleichmäßige Wärme, kombiniert mit guter Filterleistung, unterstützt Stoffwechsel und Aktivität. Da die Tiere viel fressen und entsprechend Ausscheidungen produzieren, sollte die technische Ausstattung nicht zu knapp dimensioniert sein. Ein Außenfilter oder ein kräftiges Filtersystem ist in großen Becken meist sinnvoll.
Eine leichte bis mittlere Strömung wird gut angenommen, solange ruhige Zonen vorhanden bleiben. Das Licht darf gern etwas gedämpft wirken. Schwimmpflanzen, dunkler Bodengrund oder ein strukturierter Hintergrund können dazu beitragen, dass die Fische weniger schreckhaft sind.
Ernährung: Pflanzlich denken, abwechslungsreich füttern
Die Ernährung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Haltung von Metynnis. Silberdollars benötigen einen hohen Anteil pflanzlicher Nahrung. Werden sie zu eiweißreich und zu einseitig gefüttert, kann das langfristig zu Verdauungsproblemen, Verfettung und schlechter Kondition führen. Gleichzeitig sollten sie nicht ausschließlich mit Salatblättern abgespeist werden, denn auch Vielfalt ist entscheidend.
Gut geeignet sind pflanzliche Flocken, Spirulina-Futter, Granulate mit hohem Pflanzenanteil, überbrühter Spinat, Zucchini, Gurke, Erbsen ohne Schale, Löwenzahnblätter und andere geeignete Grünfuttergaben. Ergänzend können Frostfutter, kleinere Insektenlarven oder hochwertiges Mischfutter angeboten werden. Diese tierischen Bestandteile sollten aber nicht den Schwerpunkt bilden.
Sinnvoll ist eine Fütterung in mehreren kleineren Portionen. Metynnis fressen energisch und nehmen Futter schnell auf. Bei Gesellschaftsbecken muss darauf geachtet werden, dass auch bodenorientierte Fische genug erhalten. Sinkendes Futter für Welse oder andere Bodenbewohner sollte gezielt eingebracht werden, da Silberdollars auch im unteren Bereich neugierig nach Fressbarem suchen.
Folgende Futtersorten passen besonders gut:
- pflanzenbetonte Flocken und Granulate
- Spirulina- und Algenfutter
- überbrühtes Gemüse
- weiche Grünpflanzen als Ergänzung
- gelegentlich Frostfutter in kleinen Mengen
- Laub und natürliche Pflanzenbestandteile zur Beschäftigung
Experten-Tipp: „Ein fester Grünfuttertag pro Woche reicht bei Silberdollars nicht aus. Pflanzliche Kost sollte der normale Fütterungsschwerpunkt sein, während tierisches Futter eher als Ergänzung dient.“
Vergesellschaftung mit anderen Fischen
Metynnis lassen sich gut mit anderen friedlichen, nicht zu kleinen Arten vergesellschaften. Besonders passend sind südamerikanische Aquarien mit größeren Salmlern, friedlichen Buntbarschen, Welsen und ruhigen, aber robusten Begleitfischen. Wichtig ist, dass alle Arten ähnliche Temperaturansprüche haben und mit der Aktivität der Silberdollars zurechtkommen.
Sehr kleine Salmler, winzige Garnelen oder empfindliche Langflosser sind weniger geeignet. Nicht weil Metynnis ausgesprochen räuberisch wären, sondern weil Größe, Fressverhalten und Bewegungsdrang zu Problemen führen können. Auch stark revierbildende Cichliden können ungeeignet sein, wenn sie die schwimmfreudige Gruppe dauerhaft attackieren.
Gute Partner sind häufig größere Panzerwelse, Harnischwelse, friedliche Erdfresser, größere ruhige Salmler und robuste südamerikanische Cichliden. Entscheidend ist immer die Beckengröße. Ein einzelner geeigneter Beifisch wird in einem zu kleinen Aquarium trotzdem zum Problem, wenn Bewegungsraum und Rückzugsflächen fehlen.
Einrichtung ohne Frust: Pflanzen, Wurzeln und Struktur
Viele Probleme bei Metynnis entstehen durch falsche Erwartungen an die Einrichtung. Wer ein üppiges Aquascape mit feinfiedrigen Pflanzen, zarten Stängelpflanzen und empfindlichen Vordergrundpflanzen gestalten möchte, sollte auf Silberdollars besser verzichten. Die Tiere knabbern gern, testen neue Pflanzen und können innerhalb kurzer Zeit deutliche Fraßspuren hinterlassen.
Eine gute Alternative ist ein naturnahes Südamerika-Becken mit Wurzeln, Laub, gedämpftem Licht und widerstandsfähigen Pflanzen. Anubias, Javafarn und andere härtere Pflanzen werden manchmal besser verschont, sind aber nicht immer sicher. Auch hier hängt viel von Futterangebot, Gruppengröße und individuellem Verhalten ab.
Besonders harmonisch wirken Aquarien, die den silbrigen Körper der Tiere zur Geltung bringen. Dunkler Bodengrund, große Holzelemente und eine ruhige Hintergrundgestaltung lassen Metynnis sehr elegant erscheinen. Freie Schwimmzonen im Vordergrund oder in der Beckenmitte sorgen dafür, dass ihr Gruppenverhalten sichtbar bleibt.
Pflege, Beobachtung und typische Fehler
Metynnis sind nicht übermäßig empfindlich, aber sie verzeihen keine dauerhaft mangelhafte Pflege. Weil sie relativ groß werden, viel fressen und aktiv sind, steigt die Belastung des Wassers. Regelmäßige Wasserwechsel sind daher Pflicht. Auch der Filter sollte nicht erst gereinigt werden, wenn die Leistung deutlich nachlässt.
Wichtige Pflegeroutinen sind:
- wöchentliche Kontrolle der Wasserqualität
- regelmäßige Teilwasserwechsel
- abwechslungsreiche pflanzliche Fütterung
- Beobachtung von Flossen, Atmung und Körperform
- Kontrolle der Gruppendynamik
- Entfernen nicht gefressener Gemüsereste
Häufige Fehler sind zu kleine Gruppen, zu kleine Aquarien, falsche Bepflanzung und zu eiweißreiches Futter. Auch hektische Becken mit aggressiven Mitbewohnern führen schnell zu Stress. Ein weiterer Fehler ist die Unterschätzung der Endgröße. Junge Silberdollars wirken im Verkaufsbecken handlich, entwickeln sich bei guter Pflege aber zu kräftigen Fischen mit deutlichem Platzanspruch.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Metynnis im Aquarium ist möglich, aber nicht so alltäglich wie bei vielen kleineren Salmlern. Dafür braucht es gut konditionierte Tiere, passende Wasserbedingungen, Ruhe und ausreichend Platz. Die Fische sind Freilaicher. Sie betreiben keine ausgeprägte Brutpflege, weshalb Eier und Jungfische vor erwachsenen Tieren geschützt werden müssen.
Zur Zuchtvorbereitung werden die Tiere hochwertig und abwechslungsreich ernährt, wobei pflanzliche Kost weiterhin wichtig bleibt. Leicht weicheres, sauberes Wasser, eine stabile Temperatur und eine stressarme Umgebung können die Laichbereitschaft fördern. Bei balzaktiven Tieren zeigen sich intensivere Farben, lebhafteres Schwimmen und gelegentliches Treiben zwischen den Geschlechtern.
Da die Eier gefährdet sind, ist ein separates Zuchtbecken oder ein gezielter Laichschutz sinnvoll. Feine Strukturen, Laichgitter oder dichte künstliche Laichsubstrate können helfen. Nach dem Ablaichen sollten die Elterntiere entfernt werden. Die Jungfische benötigen sehr feines Anfangsfutter und später zunehmend größere Futterpartikel. Sauberes Wasser und häufige kleine Wasserwechsel sind in der Aufzucht entscheidend.
Für die meisten Halter steht allerdings nicht die gezielte Zucht, sondern die langfristige Pflege einer stabilen Gruppe im Vordergrund. Wer züchten möchte, sollte bereits bei der Anschaffung auf eine ausreichend große Gruppe achten, damit sich harmonische Paare oder Laichgruppen entwickeln können.
Krankheiten und Gesundheitsprobleme
Metynnis können grundsätzlich von denselben Problemen betroffen sein wie andere tropische Süßwasserfische. Häufig entstehen Krankheiten nicht zufällig, sondern durch Stress, schlechte Wasserqualität, falsche Ernährung oder ungeeignete Vergesellschaftung. Besonders wichtig sind deshalb Vorbeugung und genaue Beobachtung.
Typische Anzeichen für Probleme sind schnelle Atmung, geklemmte Flossen, Scheuern, Appetitlosigkeit, blasse Färbung, weiße Punkte, Verletzungen oder ungewöhnliches Absondern von der Gruppe. Da Silberdollars normalerweise aktiv und futterfreudig sind, fällt verändertes Verhalten meist schnell auf.
Häufige Risikofaktoren sind:
- zu hohe organische Belastung
- unregelmäßige Wasserwechsel
- zu kleine Gruppen
- dauerhafte Schreckhaftigkeit
- unausgewogene Ernährung
- Verletzungen durch hektisches Fluchtverhalten
- aggressive Beifische
Eine Quarantäne neuer Fische ist empfehlenswert, besonders wenn sie aus gemischten Verkaufsanlagen stammen. Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn Neuzugänge langsam eingewöhnt, zunächst beobachtet und erst dann in die bestehende Gruppe gesetzt werden. Bei akuten Krankheitsanzeichen sollte nicht wahllos behandelt werden. Zuerst müssen Wasserwerte, Besatz, Fütterung und sichtbare Symptome geprüft werden.
Für wen eignet sich die Gattung Metynnis?
Metynnis eignen sich für Aquarianer, die ein großes Aquarium besitzen und Freude an aktiven Gruppenfischen haben. Sie sind ideal für Halter, die ein südamerikanisch geprägtes Becken mit viel Schwimmraum, Wurzeln und kräftigen Fischen gestalten möchten. Weniger geeignet sind sie für kleine Aquarien, Pflanzenaquarien und Becken mit sehr zarten Mitbewohnern.
Besonders reizvoll ist die Gattung für Aquarianer, die ein natürlich wirkendes Bewegungsbild suchen. Eine gut eingewöhnte Gruppe Silberdollars bringt Leben ins Aquarium, ohne aggressiv zu wirken. Ihre silbrigen Körper reflektieren das Licht, und ihr synchrones Schwimmen macht sie zu einem echten Blickfang.
Wer bereit ist, die Einrichtung an ihre Bedürfnisse anzupassen, erhält robuste und interessante Pfleglinge. Wer dagegen ein filigranes Pflanzenlayout erhalten möchte, wird wahrscheinlich enttäuscht. Metynnis sind keine Fische für Kompromisse auf engem Raum, sondern für durchdachte Großaquarien.
Häufig gestellte Fragen zur Gattung Metynnis
Wie groß werden Metynnis?
Viele im Aquarium gepflegte Metynnis-Arten erreichen etwa 12 bis 18 cm. Einzelne Arten oder ähnliche Silberdollar-Verwandte können größer werden, weshalb die genaue Bestimmung und eine großzügige Planung wichtig sind.
Kann man Metynnis einzeln halten?
Metynnis sollten nicht einzeln gehalten werden. Sie sind Gruppentiere und zeigen erst in einer Gruppe ein natürliches, ruhigeres und sichereres Verhalten.
Fressen Metynnis Aquarienpflanzen?
Ja, viele Metynnis fressen oder beschädigen weiche Aquarienpflanzen. Besonders zarte Stängelpflanzen und feine Blätter sind gefährdet. Eine robuste oder pflanzenarme Einrichtung ist meist sinnvoller.
Sind Metynnis aggressiv?
Metynnis gelten als friedlich. Sie können durch ihre Größe und ihr lebhaftes Fressverhalten aber kleinere oder sehr ruhige Fische stressen. Aggressiv im klassischen Sinn sind sie normalerweise nicht.
Welches Futter ist für Metynnis geeignet?
Geeignet ist vor allem pflanzliche Nahrung wie Spirulina-Futter, pflanzenbetonte Flocken, Gemüse und Grünfutter. Tierische Kost kann gelegentlich ergänzt werden, sollte aber nicht den Hauptanteil bilden.
Passen Metynnis in ein Gesellschaftsaquarium?
Ja, wenn das Aquarium groß genug ist und die Mitbewohner robust, friedlich und nicht zu klein sind. Besonders gut passen größere südamerikanische Arten mit ähnlichen Ansprüchen.
Sind Metynnis für Anfänger geeignet?
Für komplette Anfänger sind sie nur bedingt geeignet, weil Platzbedarf, Gruppengröße und pflanzenbetonte Ernährung beachtet werden müssen. Für sorgfältige Einsteiger mit großem Aquarium können sie dennoch gut haltbar sein.
Warum wirken Metynnis manchmal schreckhaft?
Schreckhaftigkeit entsteht oft durch zu wenig Deckung, grelles Licht, kleine Gruppen, hektische Umgebung oder ungeeignete Beifische. Eine strukturierte Einrichtung und ruhige Pflege helfen deutlich.
Fazit
Die Gattung Metynnis bietet faszinierende Aquarienfische für Halter, die ein großes, lebendiges und naturnah gestaltetes Südamerika-Aquarium planen. Silberdollars sind friedlich, aktiv und optisch beeindruckend, stellen aber klare Anforderungen an Platz, Gruppengröße, Ernährung und Einrichtung. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass diese Fische keine Ergänzung für kleine oder empfindlich bepflanzte Aquarien sind. Sie brauchen Raum, Sicherheit und eine Fütterung, die ihren pflanzlichen Schwerpunkt ernst nimmt.
Wer Metynnis richtig pflegt, erlebt eine ausdrucksstarke Fischgruppe mit spannendem Sozialverhalten und starker Präsenz im Aquarium. Mit guter Wasserqualität, abwechslungsreichem Grünfutter, passenden Mitbewohnern und einer durchdachten Einrichtung entwickeln sich Silberdollars zu langlebigen, robusten und eindrucksvollen Pfleglingen. Für Aquarianer mit ausreichend Platz ist die Gattung Metynnis daher eine hervorragende Wahl, wenn ein friedlicher, bewegungsfreudiger und außergewöhnlich wirkender Salmler im Mittelpunkt stehen soll.







