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Artentafel - Nimbochromis livingstonii

Artentafel - Nimbochromis livingstonii

Lebensraum

Nimbochromis livingstonii lebt bevorzugt in den seichten und schlammigen Regionen des Flachwassers – in der Umgebung von Flussmündungen und Buchten. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass die Habitate des Livingstonii oft von grossen Valisnerienfeldern durchzogen sind. Während des Fortpflanzungs-Zyklus wird aber die Nähe der sedimentreichen Felszone in tieferen Regionen gesucht.

Wassertiefe der Livingstonii-Habitate

Hauptsächlich wird die hier beschriebene Art im seichten Wasser in Tiefen zwischen 2 und 15 Metern beobachtet. Die meisten Brutkolonien von N. livingstonii befinden sich aber in rund 30 Meter Tiefe am Rande der sedimentreichen Felsbiotope.

Ernährung

Der Livingstonii ist ein Fischfresser (carnivore) und wird zu den Lauerjägern gezählt. Die ledrig-weissen Flecken dieser Art wirken sehr anziehen auf andere Fische, was auch der Grund ist, dass viele Angler möglichst entsprechend gefärbte Köder benützen. Da sich aber trotz der reizenden Farbe kein junger Fisch so unvorsichtig dem Räuber nähern würde, hat Nimbochromis livingstonii eine ganz spezielle Jagdtechnik für sich entdeckt:

Der Räuber lässt sich seitlich auf das schlammige Sediment fallen und wühlt sich etwas darin ein. Auf diese Weise brechen die Konturen des Fisches und er wird nicht mehr als Gefahr wahrgenommen. Das Tier kann bis zu 3 Minuten völlig regungslos in dieser Position verharren, bevor es weiterzieht. Befinden sich kleine Fische in Reichweite des „totspielenden“ Jägers, werden diese durch einen heftigen seitlichen Stoss mit dem Kopf erbeutet.

Verhalten

Der Livingstonii ist, wie die meisten Räuber, eher ein Einzelgänger, welcher aber während der Laichzeit teilweise Brutkolonien im tieferen Wasser bildet (z.Bsp. am Makokola Reef). Adulte Livingstonii verteidigen riesige Nahrungsreviere entlang der Küsten, welche mehrere Dutzend Meter pro Individuum ausmachen können. Die Reviergrenzen werden durch kurzes heftiges Drohen angezeigt, bevor das revierhaltende Tier wieder in ins Zentrum seiner Jagdgründe zurückkehrt.

Im Gegensatz zu den allermeisten maternalen Maulbrütern findet bei N. livingstonii vor dem Ablaichen eine Art Paarbildung statt. Paarungswillige Männchen (dunkelblaue Brutfärbung) werden dann oft von einem oder gar mehrere Weibchen begleitet.

In tieferen Regionen (oftmals in ca. 30 Metern Tiefe) heben die Männchen flache Mulden am Rande der sedimentreichen Felszone aus, welche dann vom aktuell bevorzugten Weibchen sauber „geputzt“ werden. Dieses Verhalten erinnert eher an Substratbrüter, denn an unsere bekannten maulbrütenden Malawis.

Populationen

Nimbochromis livingstonii ist seeweit verbreitet und nicht sonderlich standortstreu. Die Hauptregionen konzentrieren sich aber eher in der südlichen Seehälfte. Es konnten sich entsprechend dem Bewegungsmuster keine unterschiedlichen Standort-Varianten entwickeln.

Hautpfangebiet für Export

>> Chizumulu Island

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium sollte ein möglichst geräumiges Becken mit sehr viel Schwimmraum zur Verfügung gestellt werden. Eigentlich wäre eine karge, von Sand bestimmte, Landschaft der Natur entsprechend. Da aber in Aquarien aus Platzmangel niemals Ausweichmöglichkeiten für unterlegene Tiere bestehen können, sollte ein solches Becken über verschiedene Stein- und Felsformationen mit Spalten und Höhlen verfügen, welche den unterlegenen Individuen Zufluchtsstätten darstellen können. Ganz wichtig ist auch, dass das Becken über verschiedene Sichtbarrieren verfügt. Ebenfalls würden Sichtschutz-Elemente im Sinne von Valisnerien-Wälder dem natürlichen Bild entsprechen.

Nimbochromis livingstonii kann in Becken ab 800 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 200 cm sichergestellt wird. Es ist sehr empfehlenswert, aufgrund der gehobenen innerartlichen Aggressivität dieser Art, die Tiere immer nur in grösseren Harems (1m/mind. 3-4w) zu pflegen. Ebenfalls sollte auf keinen Fall auf Beibesatz verzichtet werden. Die Vergesellschaftung mit anderen Arten führt dazu, dass die Aufmerksamkeit des dominanten Bockes etwas von den eigenen Weibchen abgelenkt wird.

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte grundsätzlich nur robusten grossen Arten, oder aber mit anderen Räubern werden. Werden zu kleine Arten dazu gesetzt, werden diese schnell als Futter enden.

Mögliche robuste Arten:

>> Fossochromis rostratus

>> Chilotilapia rhoadesii

>> Cyrtocara moorii

>> Taeniochromis holotaenia

Räuber:

>> Dimidiochromis compressiceps

>> Aristochromis chrstyi

>> Buccochromis Lepturus

>> Buccochromis Rhoadesii

>> Champsochromis Caeruleus

>> Exochochromis Anagenys

>> Tyrannochromis Macrostoma

>> Tyrannochromis Maculiceps

[i]WICHTIG: eine Vergesellschaftung mit anderen Nimbochromis-Arten birgt das Risiko von Kreuzungen und somit der Hybridisierung!

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von N. livingstonii werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dementsprechend in den oberen Bereichen der Livingstonii-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Livingstonii-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant

>> Dennerle Trocal Color Plus

>> HAGEN Aqua GLO

>> HAGEN Power GLO

>> JBL ULTRA Solar Nature

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