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Artentafel - Otopharnyx walteri

Artentafel - Otopharnyx walteri

Lebensraum

Otopharnyx walteri ist stark an das Felslitoral gebunden und besiedelt dort den sedimentreichen Teil des Felsbiotops. Vor allem die Männchen dieser Art leben sehr zurückgezogen und haben eine Vorliebe für grosse Höhlen, welche sie oftmals mit grossen Welsen teilen.

Wassertiefe der Walteri-Habitate

Die Habitate des Walteri liegen in einer Wassertiefe zwischen 10 und 20 Meter.

Ernährung

Das von Sediment bedeckte Substrat (Felsen) ist äusserst reich an Mikroorganismen und Abfällen (tierische Stoffwechselprodukte). O. walteri schlürft diese Produkte wie ein Staubsauger auf und prüft sie nach der Verwertbarkeit. Es wird davon ausgegangen, dass gerade die Restnährstoffe in den Ausscheidungsprodukten anderer Fische, wahrscheinlich von pflanzenfressenden Arten, eine wichtige Nahrungsergänzung dieser Art sind.

Zooplankton stellt aber die Hauptnahrung dar, wobei anzunehmen ist, dass auch Kleinstlebewesen (Wirbellose) mit zum Speiseplan von Otopharnyx walteri zu zählen sind. Aufgrund dieser Umstände ist die Art den omnivoren Cichliden zu zuordnen.

Besonderheiten

Oftmals werden Tiere im Handel als Otopharnyx walteri (Taiwan Reef) angepriesen. Hierbei muss es sich aber entweder um eine eingeschleppte Population, oder aber um eine sehr ähnliche Art handeln, welche wir an dieser Stelle einfach mal als Otopharnyx sp. „walteri taiwan reef“ bezeichnen wollen. Die natürlichen Lebensräume des O. walteri beschränken sich definitiv und ausschliesslich auf die beiden kleinen Inseln MALERI und NAKANTENGA im Südwesten des Sees.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren „Red List“ geführt, weshalb bislang noch keine Aussage über den Gefährdungs-Status gemacht werden kann.

Verhalten

Wie eingangs beschrieben hat auch diese Otopharnyx-Art eine Vorliebe für grosse Höhlen, welche oftmals gemeinsam mit einem Gross-Wels bewohnt werden. Sehr wahrscheinlich profitieren die Cichliden irgendwie von der Anwesenheit des Welses. Allerdings kann bis heute keine abschliessende Aussage über das „WIE“ gemacht werden.

Jungtiere und nichtbrütende Weibchen ziehen rastlos durch den Felsbiotop, immer auf der Suche nach Nahrung, während geschlechtsreife Böcke stark territorial und vor allem standorttreu werden. Sie verteidigen ihr Revier (ihre Höhle) aggressiv gegen Artgenossen. Brütende Weibchen ziehen sich tief bis in die hintersten Ecken von Höhlen zurück. Gegenüber anderen Arten verhält sich O. walteri äusserst friedlich und tut sich sogar etwas schwer, sich gegen aggressivere Cichliden durchzusetzen.

Populationen

Otopharnyx walteri kommt nur im Südwestarm des Malawi-Sees vor, wo er aber wiederum auf den Südteil von Maleri Island und das vorgelagerte Nakantenga Island beschränkt ist.

>> Maleri Island

>> Nakantenga Island

Die Art wird nur sehr selten exportiert und gilt unter Aquarianern als Rarität.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium sollte eine von Steinen und Felsplateaus dominierte Einrichtung sichergestellt werden. Im Gegensatz zur ausladenden Felsbarrieren (bei vielen Mbunas) ist für die Haltung von O. walteri aber eher darauf zu achten, dass der Untergrund durch viele verschieden grosse Steine bestimmt wird und einige möglichst geräumige Höhlen vorhanden sind. Die hier beschriebene Art benötigt viel Sand zwischen den Felsen, auf welchem fleissig nach fressbaren Abfallstoffen gesucht wird.. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass dieser Art auch viel freier Schwimmraum zur Verfügung gestellt wird.

O. walteri kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimeter gewährleistet ist.

In Haremshaltung ist die Pflege eines Bockes mit sicher 2 bis 3 Weibchen anzustreben. Gegebenenfalls können auch kleinere Gruppen dieser Art gehalten werden, sofern das Becken entsprechend gross ist und über entsprechende Anzahl Höhlen verfügt. In der Gruppenhaltung ist auch die Pflege von zwei Böcken nebeneinander kein Problem (Achtung: innerartlich aggressive Revierverteidigung während der Paarungszeit).

Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte grundsätzlich nur mit friedfertigen NonMbunas resp. Utakas. Entgegen den in freier Natur sympatrisch mit Mbunas lebenden Individuen, sollte eine solche Vergesellschaftung im Aquarium vermieden werden, da dem eher durchsetzungsschwachen Walteri die Ausweichmöglichkeiten nicht geboten werden können.:

>> Aulonocaras-Arten (Arten aus der sedimentreichen Fels- und Übergangszone)

>> Copadichromis-Arten

>> Protomelas-Arten

>> Scianochromis-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von O. walteri werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie stark reduzierten Orange-Anteilen. Durch das sich stark in Höhlen abspielende Leben, sollte nicht nur auf die Farbspektren geachtet, sondern die Lichtintensität auch stark reduziert werden.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Walteri-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> HAGEN Power GLO

>> HAGEN Marine GLO

>> JBL ULTRA Solar Nature

>> OSRAM 965 Biolux

>> SERA daylight brilliant

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