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Artentafel - Pseudotropheus demasoni

Artentafel - Pseudotropheus demasoni

Lebensraum

Pseudotropheus demasoni kommt lediglich etwas südlich des Ruhuhu Rivers an kleinen sedimentfreien Felsriffen vor. In diesen Riffen werden die obersten und stark wellenumspülten Regionen bevorzugt.

Wassertiefe der Demasoni-Habitate

Die Habitate des Demasoni liegen in Wassertiefen zwischen 0 und 4 Meter.

Ernährung

Der P. demasoni ist ein absoluter Nahrungsspezialist und ernährt sich ausschliesslich vom Aufwuchs (Algen) und den darin lebenden Kleinstlebewesen. Das Sezieren einiger Tiere hat ergeben, dass deren Därme über doppelte Fischlänge aufweisen, was somit auf einen sehr hohen Anteil pflanzlicher Nahrung schliessen lässt. Ähnlich wie auch bei den algenfressenden Labidochromis-Arten werden die Fressstellen visuell ausgewählt.

Wichtig: Pseudotropheus demasoni reagiert sehr empfinglich, wenn zu wenig ballastreiche oder gar tierische (proteinreiche) Kost gefüttert wird – es besteht das akute Risiko von Darmerkrankungen. Ein plötzliches Verenden aufgrund falscher Fütterung konnte vielfach beobachtet werden!

Besonderheiten

Bei der hier beschriebenen Art besteht absolut kein Geschlechtsdimorphismus: männliche und weibliche Tiere lassen sich optisch nicht voneinander unterscheiden. Lediglich der „Genitalpapillen-Grössenvergleich“ kann zur eindeutigen Geschlechtsbestimmung beigezogen werden.

Wichtig: der natürliche Lebensraum von P. demasoni ist stark bedroht, weshalb die Art von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als gefährdet eingestuft worden ist.

Verhalten

Der Demasoni wird in seinen Habitaten zwar durchaus häufig, fast immer aber einzeln oder in sehr losen Gruppen angetroffen. Die Art verteilt sich so sehr regelmässig über deren Biotop. Interessant ist auch, dass jedes adulte Tier ein Nahrungsrevier von rund 2 Meter Durchmesser verteidigt, welches normalerweise einen grossen Felsbrocken umfasst. Die enorme Grösse dieser Nahrungsreviere würde eigentlich auf eine generelle Nahrungsknappheit schliessen lassen, weshalb von einem heftigen Konkurrenzkampf auszugehen wäre. In der freien Natur konnten aber zwischen dicht beieinander stehenden Tieren keinerlei innerartliche Aggressionen beobachtet werden.

Wie fast alle Cichliden des Malawi-Sees gehört auch Pseudotropheus demasoni zu den maternalen Maulbrütern. Im Zentrum der männlichen Nahrungsreviere befinden sich deren Brutarenen. Meist handelt es sich um Mulden oder Nischen zwischen den Felsen.

Wichtig: Im Aquarium gilt die Art als äusserst durchsetzungsfähig und sehr aggressiv. Ich möchte dies mit dem in der Regel äusserst knappen Platzangebot in unseren Becken begründen – wer kann denn schon jedem Individuum ein Revier von 2 Meter Durchmesser anbieten?!

Populationen

Pseudotropheus demasoni kommt lediglich in einem kleinen Gebiet südlich der Mündung des Ruhuhu Rivers zwischen Ndumbi Point den Pombo Rocks vor.

>> Ndumbi Point

>> Pombo Rocks

Der Export von Pseudotropheus demasoni ist stark eingeschränkt worden (IUCN-Liste) – die meisten Tiere im Fachhandel sind dementsprechend Nachzuchten

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung einer sedimentfreien Felszone – steile Felsbarrieren mit vielen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere. Auch der Vordergrund sollte durch viele Sichtschutzbarrieren unterteilt werden. Ganz wichtig ist für diese Art, dass das Becken über eine sehr starke Wasserumwälzung (Strömung) verfügt - 7-10faches Becken-Nettovolumen pro Stunde wäre empfehlenswert.

Pseudotropheus demasoni kann in Becken ab 300 Litern (Artenbecken) oder ab mindestens 400 Liter (in Vergesellschaftung) gehalten werden. Als optimal wäre die Haltung grösserer Gruppen (mindestens 3m/9w besser noch 3m/15w) zu bezeichnen. Die Art kann aber auch in grossen Harems (mind. 1m/7w) gepflegt werden.

Vergesellschaftung

Durch den in gängigen Aquarien zwingend bestehenden Platzmangel werden starke Aggressionen geschürt. Jedes Individuum schaut das gesamte Becken als sein persönliches Nahrungsrevier an (Anspruch Revier-Durchmesser: ca. 2 Meter). Diese, in der freien Natur durch riesige Ausweichmöglichkeiten bedingten, nicht vorkommenden Aggressionen, können nur reduziert werden, wenn die Art in sehr grossen Harems oder grossen Gruppen gehalten wird. Reine Artenbecken wären sehr empfehlenswert! Soll die Art aber vergesellschaftet werden, empfehlen sich einige in kleinen Harems zu haltenden Jäger-Arten (welche sich aber fast ausschliesslich von dem Mbuna-Nachwuchs zu ernähren hätten). Ebenfalls wären einige robuste und ebenfalls durchsetzungsstarke Mbunas möglich, sofern das Becken über entsprechendes Volumen verfügt.

Jäger:

>> Sciaenochromis fryeri

Mbunas:

>> Pseudotropheus-Arten

>> Cynotilapia-Arten

>> Melanochromis-Arten

Wichtig: eine falsche Vergesellschaftung dieser Art kann ebenfalls zu plötzlichem Verenden einzelner Tiere führen!

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. demasoni werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird bereits bei ca. 5 Metern total absorbiert und ist somit in den Demasoni-Habitaten ebenfalls, wenn auch reduziert, noch existent.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU- und geringen ROT-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Demasoni-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle Trocal Color Plus

>> HAGEN Aqua GLO

>> HAGEN Power GLO

>> OSRAM 965 Biolux

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