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Haltung und Zucht von Enigmatochromis lucanusi - Ein Erfahrungsbericht

Haltung und Zucht von Enigmatochromis lucanusi - Ein Erfahrungsbericht
Nahdem ich nun seit fast einem halben Jahr Enigmatochromis erfolgreich pflege, will ich nun von meinen Erfahrungen schreiben:

1. Haltung:

Zum Thema Einrichtung und Wasserwerten bei mir brauche ich hier nichts schreiben, bitte schaut auf das entsprechende Einrichtungsbeispiel.
Zum Thema Futter möchte ich hier jedoch auch einige Worte loswerden:
Nach meinen Beobachtungen ist es wichtig - wie bei den meisten anderen Zwergbuntbarschen auch - zurückhaltend zu füttern. Meine Tiere bekommen im Moment überwiegend Frostfutter verschiedener Sorten sowie die kleinen Mengen an passendem Lebendfutter, die sich jetzt im Gartenteich zeigen. Im Sommer wird der Lebendfutteranteil erhöht. Die Fische fressen auch Trockenfutter, doch haben meine nach etwa zwei Wochen Ernährung mit Trockenfutter einen recht dünnen Bauch bekommen, der sich bei der Fütterung von Lebendfutter nicht zeigte, selbst dann nicht, wenn die Fütterungsabstände größer waren.

Wichtig scheinen außerdem zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten zu sein, da sich selbst harmonierende Paare streiten (dazu später mehr). Steine und Wurzeln sollten so gelegt werden, dass sie selbst bei starken Grabeaktivitäten, die diese Fische an den Tag legen, nicht die Barsche unter sich begraben können, sollten sie einstürzen.




2. Zuchtvorbereitungen:

Direkt nach dem Einsetzen schien das Weibchen noch nicht laichbereit, sodass es von Männchen stark gejagt wurde. Daraufhin trennte ich die Tiere und fütterte besonders das Weibchen sehr gut. Nach zwei Wochen setzte ich die Tiere wieder zusammen - und sie waren ein Herz und eine Seele.
In den nächsten 3-4 Wochen wechselte ich wie immer wöchentlich 1/3 des Beckeninhaltes, wobei ich Regenwasser und Leitungswasser im Verhältnis 5:1 mischte.Es entstanden folgende Wasserwerte:

pH 6
Kh 1
Gh 3



Die Grabeaktivitäten nahmen deutlich zu, die Farben des Weibchens wurden kräftiger. Eine Balz konnte ich nach 5 Wochen beobachten, sie verläuft m.E. Pelvicachromistypisch, die Aktivität geht wie bei diesen vom Weibchen aus.
Schließlich wurde in einer halben Kokosnuss gelaicht. Dieses war (interessanterweise) der einzige Ort, an dem NICHT gegraben wurde. Bei weiteren Bruten, auch durch andere Paare, zeigte sich bei zwei Paaren eine hohe Bruthöhlentreue, die sich bei einem dritten Paar nicht bestätigte -also Zufall???
Engere Röhren wurden zur Eiablage nicht genutzt, wohl aber als Nachtquartier für die Jungfische. Bewährt haben sich bei mir klassische Hypancistrusröhren, die einseitig geschlossen sind. Sie wurden schräg nach unten verlaufend in den Bodengrund gesteckt. Gelaicht wurde jedoch immer in Halbkugelfürmigen Höhlen (Apistogramma-Höhlen, Kokosnüsse, oä,), sofern das Loch nicht zu gruß war. Ein Durchmesser von mehr als 2 cm hat sich nicht bewährt beziehungsweise wurde nicht angenommen!



3. Die Aufzucht:

Die Höhle war schwer einsehbar, sodass ich nichts mitverfolgen konnte Nach etwa 15 Tagen führten beide Tiere eine ziehmlich aktive Jungfischschar durch das Becken. Beide Tiere beteiligten sich etwa gleich stark an der Brutpflege. Abends sammelten beide gemeinsam alle Jungen ein und brachten sie unter einen Stein, wobeio immer derselbe gewählt wurde. Bei der Fütterung der Alttiere wechselten sich die Fische mit Aufpassen ab, sodass immer ein Tier fressen konnte.
Ein gezielten Füttern der Jungtiere war nicht möglich, da diese weggeführt wurden, sobald man mit dem Futterschlauch näher kam.

Ich konnte immer weider regelmäßige Streitereien ausmachen, die mehrere mindestensTage andauerten. . Trotz aller Streitereien wurden die Jungen nicht aus den Augen gelassen, ein Tier war immer bei ihnen. Die Situation entspannte sich aber immer nach einigen Tagen, sodass ich nichts unternahm. Näheres unter dem Sonderpunkt "Streitereien"

Nach einiger Zeit hatten Eltern und Junge verstanden, dass es aus dem Schlauch Futter gab. So kam es zu kiener Flucht mehr, die Fütterung konnte beginnen. Ihr stand jedoch im Wege, dass ich die Jungen nur selten fand (was aber mit meinem Becken und der Wasserfarbe zu tun hat)


Vor etwa 3 Wochen habe ich nun 15 Tiere herausgefangen, da das Wachstum höchst unbefreidigend war. Das Umsetzen in anderes Wasser verlief ohne Probleme, gierig wird jedes Futter angenommen, auch Flocken und feines Granulat zur Forellenaufzucht (was sehr fett ist). Hauptnahrungsmittel sind geschälte Artemia sowie geforene Cyclops.
In der folgenden Zeit wuchsen die Jungen trotz täglicher Wasserwechsel von 50-70% extrem schlecht weiter. Durch plötzlich auftretende Flossenfäule während eines Wochenendurlaubes verlor ich zwei Tiere, ansonsten gab es keine weiteren Ausfälle. Leider habe ich es versäumt, in regelmäßigen Abständen Bilder zu machen. um das Wachstum zu dokumentieren. Das schlechte Wachstum war auch bei 6 weiteren Bruten ein großes Problem und eine Lösung ist trotz einiger Experimentierfreude nicht gefunden.


4. Grenzen der Zucht

Ich besitze 3 unterschiedlich alte Paare (jeweils etwa ein halbes Jahr Abstand), sie sind zwischen 5,5 und 4,5 Jahre alt. Alle Paare haben im Laufe es dritten Lebensjahres das Brutgeschäft nahezu komplett eingestellt, abgesehen von zwei Bruten bei den beiden jüngsten Paaren (1x5 Jungtiere, 1x2 Jungtiere).
Zudem nahm ab dem dritten Jahr die Häufigkeit von Streitereien innerhalb der Paare drastisch ab. Natürlich gibt es weiterhin ab und zu mal Zickerei, aber die teilweise wochenlangen Agressionen gegenüber dem Partner fehlen vollständig. Scheinbar macht das Alter streitfaul...


5. Streitereien

Wie bei keiner anderen bisher von mir gepflegten Zwergbuntbarschart kam es zu dermaßen Streitereien wie bei Enigmatochromis lucanusi. Die Streiteren gingen sowohl vom Weibchen als auch vom Männchen aus und reichten von harmlosen Maulzerren bis hin zu Bissverletzungen besonders im Bereich der Flossen. Eines meiner Tiere besitzt zudem einseitig kein Auge mehr. Es wurde vom Partner herausgebissen. Vorwiegend kam es im zeitlichen Umfeld einer Brut zu erartigen Auseinandersetzungen, die auch von befreundeten Haltern beobachtet wurden. Neben der Heftig variierte auch die Dauer stark. Sie reichten von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen (maximal 6 Wochen). Während dieser Zeit wurde der Partner nicht im Ansatz in der Nähe gedultet.
Wie oben beschrieben scheint die Streitlustigkeit im Alter stark nachzulassen. Mein ältestes Paar hat jetzt ein komplettes Jahr nicht nennenswert Zoff gehabt und auch bei den anderen Paaren gingen Häufigkeit und Stärke deutlich zurück.


Fortsetzung folgt, nehme auch gerne Ergänzungen und andere Hinweise in dem Text auf!

Gruß.
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