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Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen?

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen?
Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen? - Foto 1

Der trockene Sommer macht sich am Gartenteich deutlich bemerkbar. Nach und nach werden Bereiche sichtbar, die sonst unter Wasser liegen: Das Ufer tritt hervor, die Blätter der Wasserpflanzen liegen plötzlich auf dem schnell trocknenden Schlamm und Wasserpflanzen, die bisher vollständig unter Wasser standen, ragen auf einmal deutlich über die Oberfläche hinaus. Überstehen die Pflanzen diese Zeit ohne Probleme?

Die Antwort hängt vor allem davon ab, um welche Pflanze es sich handelt. Wasserpflanzen sind keineswegs alle gleich stark an dauerhaft überflutete Bedingungen angepasst. Manche sind auf eine bestimmte Wassertiefe angewiesen und geraten bereits bei einer relativ kleinen Veränderung unter Stress, andere können einen sinkenden Wasserstand erstaunlich gut verkraften und passen ihre Wuchsform sogar daran an.

Flexible Sumpfpflanzen

Besonders faszinierend ist das bei Pflanzen, die natürlicherweise in wechselnden Wasserständen vorkommen. Viele Sumpf- und Flachwasserpflanzen sind daran angepasst, dass ihre Umgebung zeitweise überschwemmt und anschließend wieder trockener wird. Ihre Wurzeln oder Rhizome bleiben im feuchten Boden, während die oberirdischen Pflanzenteile sich an die veränderten Bedingungen anpassen. Sinkt der Wasserstand, können solche Pflanzen plötzlich ganz anders aussehen als zuvor. Blätter, die unter Wasser weich und beweglich waren, werden durch kräftigere Luftblätter ersetzt oder die Pflanze entwickelt eine kompaktere Wuchsform.

Bei manchen Arten ist dieser Wechsel sogar ein ganz normaler Teil ihres Lebensraums. In natürlichen Teichen, Tümpeln und Überschwemmungsflächen schwankt der Wasserstand im Laufe des Jahres erheblich. Pflanzen, die dort vorkommen, müssen deshalb mit Hochwasser ebenso zurechtkommen wie mit zeitweilig trockenfallenden Bereichen. 

Sonderfall Unterwasserpflanzen

Anders sieht es bei Pflanzen aus, die dauerhaft unter Wasser leben. Untergetauchte Wasserpflanzen sind besonders stark an ihre Umgebung angepasst. Ihre Blätter besitzen andere Eigenschaften als die Blätter von Pflanzen, die über der Wasseroberfläche wachsen. Wird der Wasserstand deutlich geringer und ragen die Blätter dabei aus dem Wasser, werden diese in der Sonne oft welk und braun. 

Auch Schwimmblattpflanzen reagieren auf sinkendes Wasser. Eine Seerose beispielsweise besitzt Rhizome im Boden und bildet ihre Blätter so aus, dass sie die Wasseroberfläche erreichen. Sinkt der Wasserspiegel, verändern sich die Bedingungen für die Pflanze, neue Blätter oder auch Blüten werden nicht mehr gebildet. 

Bei einer geringfügigen Absenkung oder für kurze Zeit kann die Pflanze dies häufig problemlos ausgleichen, vertrocknete Blätter können entfernt werden und die Pflanze erholt sich, wenn der Wasserstand wieder steigt. Wird das Wasser jedoch so niedrig, dass die Pflanze komplett trocken fällt, übersteht sie dies in der Regel nicht. Einfaches Gießen ist hier nicht ausreichend. 

Besonders empfindlich ist hier natürlich der Übergangsbereich zwischen Wasser und Land. Eine Pflanze, die bisher in 20 oder 30 Zentimetern Wassertiefe stand, kann nach einer längeren Trockenperiode plötzlich fast vollständig an Land stehen. 

Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen?
Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen? - Foto 2

Die Wassertemperatur, ein unterschätzter Faktor

Nicht nur die Austrocknung, sondern auch die Wassertemperatur ist bei sinkendem Wasserstand ein wichtiger Faktor. Je kleiner die verbleibende Wassermenge ist, desto schneller kann sie sich bei Sonneneinstrahlung erwärmen. Für die Pflanzen bedeutet das eine zusätzliche Belastung.

Was ist zu tun?

Meist ist es nicht sinnvoll, bei sinkenden Wasserstand sofort den Gartenschlauch anzuschließen und Wasser nachzufüllen. Ein gewisser jahreszeitlicher Rückgang ist bei vielen Teichen vollkommen normal und kann sogar ökologische Vorteile haben. Flache Bereiche, die zeitweise trockenfallen, bieten anderen Pflanzen und Tieren Lebensmöglichkeiten und können Teil eines natürlichen Jahresrhythmus sein.

Problematisch wird ein sinkender Wasserstand vor allem dann, wenn er ungewöhnlich stark ausfällt oder sehr lange Zeit anhält. Und natürlich, wenn Fische oder andere Teichbewohner dadurch in Bedrängnis geraten. 

Für die Pflanzen ist eine leichte Veränderung des Wasserstandes in der Regel keine Gefahr. Bereits bei der Pflanzung sollte aber bedacht werden, welche Pflanzen an welcher Stelle des Teiches wachsen und ob sie dort evtl. austrocknen könnten. Unterwasserpflanzen sind also in den tieferen Bereichen, oft eher in der Mitte des Teiches, gut aufgehoben. 

FAQs

Ist ein sinkender Wasserstand für Teichpflanzen grundsätzlich gefährlich?

Nein. Viele Teich- und Sumpfpflanzen sind an natürliche Schwankungen des Wasserstandes angepasst. Problematisch wird es vor allem bei starken oder sehr schnellen Veränderungen.

Welche Pflanzen kommen mit sinkendem Wasserstand besonders gut zurecht?

Vor allem viele Sumpf- und Flachwasserpflanzen sind an wechselnde Wasserstände angepasst. Sie können häufig auch dann weiterwachsen, wenn ihr Standort zeitweise trockenfällt.

Kann eine Seerose einen sinkenden Wasserstand ausgleichen?

Bei einer moderaten Absenkung kann eine gut etablierte Seerose häufig weiterwachsen. Wird ihr Rhizom jedoch dauerhaft trocken oder liegen die Blätter auf dem Boden auf, kann sie geschädigt werden.

Sollte man bei niedrigem Wasserstand sofort Wasser nachfüllen?

Nicht unbedingt. Zunächst sollte geprüft werden, ob der Rückgang für die Jahreszeit normal ist. Bei ungewöhnlich starkem oder schnellem Wasserverlust sollte außerdem nach einer möglichen anderen Ursache gesucht werden.

Wie viel Wasser kann ein Teich durch Verdunstung verlieren?

Das hängt stark von Wetter, Teichgröße, Wassertiefe, Wind, Sonneneinstrahlung und der Gestaltung des Teiches ab. Flache und stark besonnte Teiche können deutlich mehr Wasser verlieren als tiefe, geschützte Gewässer.

Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen?
Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen? - Foto 3

Warum reagieren manche Teichpflanzen auf sinkendes Wasser mit anderen Blättern?

Viele Pflanzen können unterschiedliche Blattformen entwickeln, je nachdem, ob ihre Blätter unter Wasser, an der Wasseroberfläche oder über dem Wasser wachsen. Das ermöglicht ihnen eine bessere Anpassung an wechselnde Bedingungen.

Kann ein sinkender Wasserstand auch Vorteile haben?

Ja. Zeitweise trockenfallende Bereiche schaffen zusätzliche Lebensräume und können die Artenvielfalt eines naturnahen Teiches erhöhen. Entscheidend ist, dass der Wasserstand nicht so stark sinkt, dass dauerhaft wasserabhängige Pflanzen und Tiere geschädigt werden.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Autor*in: Tom

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Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Sinkender Wasserstand: Ein Problem für die Teichpflanzen? (Artikel 8158)

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