Wasserpest, Hornkraut und andere Unterwasserpflanzen - muss man im Herbst überhaupt eingreifen?
Unterwasserpflanzen wirken im Herbst oft ziemlich traurig: Die Triebe werden blasser, einzelne Pflanzenteile lösen sich und abgestorbene Reste sammeln sich zwischen den noch grünen Stängeln. Sollte man sie nun stark zurückschneiden, damit all dieses welke Material nicht im Teich verbleibt? Nicht grundsätzlich. Bei Unterwasserpflanzen hängt die richtige Herbstpflege stark von der jeweiligen Art und ihrem Überwinterungsverhalten ab. Ein pauschaler Rückschnitt kann unnötig sein, wenn die Pflanze ihre Winterstrategie bereits selbst eingeleitet hat.
Viele Wasserpflanzen überdauern die kalte Jahreszeit nicht vollständig als oberirdische Triebe. Stattdessen bilden sie widerstandsfähige Pflanzenteile, die den Winter im Wasser überstehen. Bei einigen Arten können sich außerdem spezielle Überwinterungsknospen bilden. Deshalb ist es nicht sinnvoll, im Herbst sämtliche Pflanzenmasse aus dem Teich zu entfernen, nur weil sie nicht mehr so kräftig wächst wie im Sommer.
Bei Wasserpest können einzelne Triebe weiterhin grün bleiben, während andere Teile absterben. Abgestorbene oder stark geschädigte Pflanzenteile können herausgenommen werden. Dabei sollte jedoch nicht der gesamte Bestand auf einmal entfernt werden. Ein Teil der gesunden Pflanze sollte im Gewässer verbleiben.
Hornkraut hat eine andere Wuchsweise als beispielsweise eine wurzelnde Wasserpest. Es kann frei im Wasser schweben und bildet dichte Bestände. Im Herbst kann es teilweise absinken und sich in tieferen Bereichen des Teiches sammeln. Das ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Pflanze entfernt werden muss. Je nach Art kann sie auf diese Weise überwintern.
Problematisch wird es dann, wenn große Mengen abgestorbener Pflanzenmasse im Teich verbleiben. Beim Zersetzen wird organisches Material abgebaut und gelangt schließlich in den Nährstoffkreislauf des Gewässers. Sinnvoll ist eine gezielte Entnahme abgestorbener, sich zersetzender Pflanzenreste. Auch die Menge der Pflanzen spielt eine Rolle. Ein stark zugewachsener Teich kann durchaus von einer Ausdünnung profitieren.
Besonders vorsichtig sollte man dabei mit dem Teichboden umgehen. Unterwasserpflanzen bieten vielen kleinen Wasserorganismen Lebensraum. Wer mit einem Kescher oder einer Harke großflächig durch die Unterwasserpflanzen fährt, kann nicht nur Pflanzen entfernen, sondern auch Tiere und ihre Rückzugsräume stören. Bei einem naturnahen Teich sollte deshalb möglichst schonend gearbeitet werden.
Gerade bei Teichpflanzen ist deshalb weniger oft mehr. Im Herbst sollte vor allem darauf geachtet werden, dass abgestorbenes Material nicht in großen Mengen im Teich verbleibt. Gesunde Pflanzenteile dürfen dagegen ihren Platz behalten und können je nach Art zur Überwinterung des Bestandes beitragen.
Häufige Fragen
Müssen Wasserpest und Hornkraut im Herbst zurückgeschnitten werden?
Nein. Ein genereller Rückschnitt ist nicht erforderlich. Abgestorbene oder stark zerfallende Pflanzenteile können gezielt entfernt werden.
Soll man im Herbst die Unterwasserpflanzen aus dem Teich holen?
Nein. Das wäre weder notwendig noch sinnvoll. Gesunde Pflanzen sollten weitgehend im Gewässer verbleiben.
Warum sollte man Unterwasserpflanzen nicht einfach komplett ausdünnen?
Sie sind Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts und konkurrieren mit Algen um Nährstoffe. Außerdem bieten sie Wasserorganismen Schutz und Lebensraum.
Was sollte man tatsächlich entfernen?
Vor allem größere Mengen abgestorbener und sich bereits zersetzender Pflanzenteile. Einzelne abgestorbene Blätter oder Triebe sind dagegen kein Grund für eine umfangreiche Reinigung.
Kann man Unterwasserpflanzen mit einer Harke aus dem Teich ziehen?
Das ist möglich, sollte aber möglichst schonend erfolgen. Ein großflächiges Durchharken kann Tiere und den Bodengrund stören. Besser ist eine gezielte Entnahme.
Was passiert mit dem herausgenommenen Pflanzenmaterial?
Es sollte zunächst am Teichrand abgelegt werden. Dort können Kleintiere, die sich zwischen den Pflanzen befinden, zurück ins Wasser gelangen. Erst anschließend sollte das Material kompostiert oder anderweitig entsorgt werden.
Sind abgestorbene Unterwasserpflanzen schlecht für die Wasserqualität?
Nicht automatisch. Problematisch wird vor allem eine größere Menge organischen Materials, die sich im Teich ansammelt und zersetzt. Deshalb ist eine maßvolle, gezielte Entnahme sinnvoller als eine vollständige Reinigung.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





