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Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv
Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv - Foto 1

Invasive Wasserpflanzen sind Arten, die sich in neuen Gebieten stark ausbreiten und dabei heimische Ökosysteme erheblich beeinträchtigen können. Sie wachsen oft schneller als einheimische Pflanzen, verdrängen diese und verändern die natürlichen Lebensräume von Tieren und Mikroorganismen. Solche invasiven Arten können Gewässer überdecken, das Licht für Unterwasserpflanzen blockieren, den Sauerstoffgehalt reduzieren und so das gesamte ökologische Gleichgewicht stören.

Um solche Schäden zu verhindern, gibt es in der Europäischen Union eine Verordnung über invasive gebietsfremde Arten. Pflanzen, die auf dieser Liste stehen, dürfen nicht eingeführt, verkauft oder gezüchtet werden. Auch die absichtliche oder unabsichtliche Ausbringung in die Natur ist verboten. Das soll verhindern, dass sich diese Arten in der Umwelt etablieren und langfristige Schäden verursachen.

Warum sind nicht winterharte Pflanzen trotzdem problematisch?

Ein häufiges Gegenargument gegen die Einstufung dieser Pflanzen als invasiv lautet: „Sie überleben den Winter nicht und stellen deshalb keine dauerhafte Gefahr dar.“ Doch diese Sichtweise ist zu kurz gegriffen. Selbst wenn eine Aquariumpflanze in kalten Wintern abstirbt, kann sie in den wärmeren Monaten erhebliche Schäden anrichten. Zudem gibt es verschiedene Mechanismen, durch die nicht-winterharte Arten trotzdem langfristig überleben oder Jahr für Jahr erneut in Gewässer gelangen.

Kurzfristige Schäden und ökologische Lücken

Auch wenn eine nicht-winterharte Pflanze nur eine einzige Wachstumssaison überlebt, kann sie in dieser Zeit das Ökosystem stark beeinflussen. Invasive Arten wachsen oft schneller und dichter als heimische Pflanzen. Sie verdrängen die ursprüngliche Vegetation, indem sie Licht, Nährstoffe oder Platz wegnehmen.

Wenn die nicht-winterharte Pflanze im nächsten Jahr nicht mehr auftritt, mag das zunächst harmlos erscheinen. Doch die heimischen Pflanzen, die zuvor verdrängt wurden, können sich oft nicht sofort wieder ansiedeln. In der Zwischenzeit entsteht eine ökologische Lücke, die empfindliche Gewässer aus dem Gleichgewicht bringen kann: Viele einheimische Unterwasserpflanzen übernehmen eine reinigende Funktion, indem sie überschüssige Nährstoffe aufnehmen. Fehlen sie, kann das Wasser „kippen“ – also trübe werden, von Algen überwuchert oder sauerstoffarm, was Fischen und anderen Organismen schadet.

Überdauerungsstrategien: Samen, Rhizome und Rückzugsorte

Einige nicht-winterharte Wasserpflanzen haben Mechanismen entwickelt, um die kalte Jahreszeit zu überstehen: Dazu zählen die Bildung von Samen, die den Frost überdauern und im nächsten Frühjahr keimen, das Überwintern in Rhizomen oder Knollen. 

Ebenfalls problematisch: der Nähe von Kläranlagen oder Kraftwerksauslässen sind die Wassertemperaturen oft höher, sodass die Pflanzen dort überdauern können.

Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv
Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv - Foto 2

Wiederholte Neueinträge aus Aquarien und Gärten

Auch wenn eine nicht-winterharte Pflanze in freier Natur nicht überlebt, kann sie sich dennoch langfristig ausbreiten, wenn sie jedes Jahr neu in Gewässer gelangt. Viele invasive Wasserpflanzen stammen aus Aquarien oder Gartenteichen. Wenn Pflanzenreste oder überschüssige Exemplare unsachgemäß entsorgt werden, können sie sich in den Sommermonaten schnell verbreiten und Schäden verursachen.

Langfristige Auswirkungen nicht unterschätzen

Die Annahme, dass nicht-winterharte Wasserpflanzen harmlos sind, ist trügerisch. Sie können selbst in einer einzigen Saison massive ökologische Veränderungen bewirken, die über ihren eigenen Lebenszyklus hinaus nachwirken. Zudem haben einige Arten Überlebensmechanismen entwickelt oder werden jedes Jahr aufs Neue ausgesetzt. Um Schäden an Gewässern und einheimischen Ökosystemen zu verhindern, ist es entscheidend, solche Pflanzen nicht in die Natur zu entlassen – selbst wenn sie den Winter nicht überstehen.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

 

Autor*in: Tom

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Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Wasserpflanzen: Nicht winterhart und trotzdem invasiv (Artikel 6776)

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