Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Wenn der Obstbaum nicht aufgeben will - was nach dem Fällen mit dem Boden und den Wurzeln passiert

Lesezeit: ca. 6 Minuten
Wenn der Obstbaum nicht aufgeben will - was nach dem Fällen mit dem Boden und den Wurzeln passiert
Wenn der Obstbaum nicht aufgeben will - was nach dem Fällen mit dem Boden und den Wurzeln passiert - Foto 1

Der alte Obstbaum ist gefällt, der Stamm liegt bereits auf dem Boden und eigentlich sollte damit Schluss sein. Doch wenige Wochen später zeigt sich plötzlich wieder frisches Grün. Neben dem ehemaligen Stamm treiben kleine Zweige aus dem Boden, manchmal sogar mehrere Meter entfernt. Wer sie abschneidet, stellt fest: Die Triebe kommen fleißig wieder.

Der Baum ist zwar oberirdisch verschwunden – unter der Erde ist seine Geschichte aber noch nicht beendet.

Denn ein Obstbaum kann ein beträchtliches Wurzelsystem besitzen. Solange darin noch lebende Gewebe und Reservestoffe vorhanden sind, können daraus neue Triebe entstehen. Besonders häufig passiert das bei Obstbäumen, die auf stark austreibenden Unterlagen veredelt wurden, aber auch manche Arten und Sorten neigen grundsätzlich zu kräftigem Wurzelaustrieb.

Wer die Fläche anschließend dauerhaft frei haben möchte, muss deshalb nicht nur den Stamm entfernen. Auch die Wurzeln spielen eine entscheidende Rolle.

Warum kommt der Baum plötzlich wieder?

Ein gefällter Baum ist biologisch nicht tot. Beim Fällen werden Stamm und Krone entfernt, das Wurzelsystem bleibt jedoch zunächst im Boden. Die Austriebe können dann direkt aus dem verbliebenen Stammfuß kommen, sie können aber auch aus stärkeren Wurzeln entstehen und deshalb ein gutes Stück vom ursprünglichen Standort entfernt auftauchen.

Gerade bei veredelten Obstbäumen lohnt sich außerdem ein genauer Blick darauf, wo der Austrieb entsteht. Treibt er unterhalb der ehemaligen Veredelungsstelle beziehungsweise aus dem Wurzelbereich aus, handelt es sich um einen Austrieb der Unterlage und nicht um die gewünschte Edelsorte.

Nur abschneiden reicht meistens nicht

Die naheliegendste Reaktion lautet: Gartenschere holen und weg damit oder mit dem Rasenmäher drüberfahren. Kurzfristig funktioniert das natürlich. Langfristig ist es bei kräftigem Wurzelaustrieb jedoch keine besonders gute Lösung.

Denn mit jedem neuen Austrieb versucht das verbliebene Wurzelsystem, wieder Blätter zu bilden. Werden diese Blätter immer wieder entfernt, kann die Pflanze zwar irgendwann ihre Reserven erschöpfen. Das kann jedoch mehrere Jahre dauern.

Wer die Fläche schnell und dauerhaft von den Austrieben befreien möchte, sollte deshalb möglichst die Ursache beseitigen: die verbliebenen Wurzeln beziehungsweise den Wurzelstock.

Der Wurzelstock muss heraus

Die zuverlässigste mechanische Methode ist, den verbliebenen Wurzelstock möglichst vollständig zu entfernen. Bei einem kleinen Obstbaum kann das mit Spaten, Grabegabel und gegebenenfalls einer Säge gelingen. Zunächst wird die Erde rund um den alten Stammfuß vorsichtig entfernt. Größere Wurzeln werden freigelegt und durchtrennt. Anschließend kann der verbliebene Wurzelstock aus dem Boden gelöst werden.

Bei größeren und älteren Bäumen kann das allerdings zu einer erheblichen Arbeit werden. Ein alter Obstbaum kann weit verzweigte und kräftige Wurzeln besitzen, die sich nicht einfach ausgraben lassen. Hier kann eine professionelle Wurzelstockfräse sinnvoller sein.

Dabei wird der verbliebene Stock mitsamt einem Teil der oberflächennahen Wurzeln mechanisch zerkleinert. Das entstandene Holzmaterial muss anschließend aus dem Pflanzbereich entfernt werden, wenn dort wieder eine neue Pflanze wachsen soll.

Und was ist mit den Wurzeln, die weiter entfernt liegen?

Genau hier liegt ein häufiger Grund dafür, dass trotz entferntem Stamm weiterhin Triebe auftauchen. Nicht alle Wurzeln befinden sich direkt unter dem Stamm. Je nach Baum können sie weit in die Umgebung reichen. Wenn daraus noch lebende Austriebe entstehen, muss der betreffende Wurzelabschnitt ebenfalls ausgegraben und entfernt werden.

Dabei muss allerdings nicht jeder einzelne Wurzelrest im gesamten Garten obsessiv gesucht werden. Kleinere, im Boden verbleibende Wurzelstücke verrotten mit der Zeit. Entscheidend sind die kräftigen, noch lebenden Wurzeln, aus denen tatsächlich neue Triebe entstehen.

Tauchen später an einer bestimmten Stelle erneut Triebe auf, lässt sich dadurch ziemlich gut erkennen, wo sich noch ein austreibungsfähiger Wurzelbereich befindet.

Was man besser nicht tun sollte

Es kursieren zahlreiche Methoden, mit denen ein alter Baum angeblich besonders schnell zum endgültigen Verschwinden gebracht werden kann. Nichts davon ist sinnvoll und schädigt im schlimmsten Fall das Bodenleben oder andere Pflanzen. Giftige und aggressive Stoffe haben in einem gesunden Gartenboden nichts zu suchen.

Auch das Ausbrennen eines Baumstumpfes ist keine geeignete Methode für den normalen Hausgarten. Neben Brandgefahr kann dabei der umliegende Boden geschädigt werden.

Von chemischen Mitteln zur Wurzelabtötung sollte im Garten ebenfalls abgesehen werden. Eine mechanische Entfernung ist zwar anstrengender, aber wesentlich kontrollierter.

Häufige Fragen:

Warum treibt ein gefällter Obstbaum immer wieder aus?
Weil das Wurzelsystem nach dem Fällen zunächst weiterlebt. In den Wurzeln gespeicherte Reservestoffe können noch längere Zeit neue Triebe hervorbringen.

Muss der komplette Wurzelballen ausgegraben werden?
Nein. Bei einem älteren Obstbaum ist das oft auch kaum möglich. Wichtig ist vor allem, den Wurzelstock und die kräftigen, noch austreibungsfähigen Wurzeln möglichst weitgehend zu entfernen.

Was mache ich, wenn die neuen Triebe mehrere Meter vom alten Stamm entfernt auftauchen?
Dann kann sich darunter eine noch lebende Seitenwurzel befinden. Der Trieb kann Hinweise darauf geben, wo diese Wurzel verläuft. Der entsprechende Wurzelbereich sollte freigelegt und entfernt werden.

Reicht es, die neuen Triebe immer wieder abzuschneiden?
Das kann langfristig funktionieren, weil die Wurzel ihre Reserven nicht unbegrenzt aufrechterhalten kann. Es kann allerdings mehrere Jahre dauern. Für eine schnelle und zuverlässige Entfernung ist das Ausgraben des Wurzelstocks beziehungsweise eine Wurzelstockfräsung effektiver.

Sollte man die Wurzeln im Boden einfach verrotten lassen?
Kleinere Wurzelreste können problemlos im Boden verbleiben und werden von Bodenorganismen zersetzt. Größere, noch austreibende Wurzeln sollten dagegen entfernt werden, wenn keine neuen Triebe erwünscht sind.

Kann man einen Baumstumpf einfach stehen lassen?
Ja, wenn die Fläche nicht anderweitig genutzt werden soll und gelegentliche Austriebe nicht stören. Der Stumpf wird mit der Zeit von Pilzen und anderen Organismen zersetzt. Wer dort jedoch ein Beet, einen neuen Obstbaum oder eine andere Pflanzung anlegen möchte, sollte ihn besser entfernen oder fräsen lassen.

Was ist eine Wurzelstockfräse?
Eine Wurzelstockfräse ist ein motorisiertes Gerät, das einen verbliebenen Baumstumpf und einen Teil der oberflächennahen Wurzeln mechanisch zerkleinert. Bei großen Obstbäumen kann das deutlich einfacher sein als das vollständige Ausgraben.

Kann nach einem alten Obstbaum sofort wieder ein neuer gepflanzt werden?
Nicht ohne Weiteres an derselben Stelle. Neben verbliebenen Wurzeln kann auch die sogenannte Bodenmüdigkeit beziehungsweise Nachbauproblematik eine Rolle spielen. Soll wieder ein Obstbaum gepflanzt werden, empfiehlt sich deshalb ein Standortwechsel oder ein großzügiger Bodenaustausch.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Autor*in: Tom

Userbild von Tom
Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Wenn der Obstbaum nicht aufgeben will - was nach dem Fällen mit dem Boden und den Wurzeln passiert (Artikel 8340)

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Ist der Boden für einen Gartenteich geeignet?

Ist der Boden für einen Gartenteich geeignet?

Allgemeine Tipps & Tricks

Ein Gartenteich kann eine wunderbare Ergänzung zu deinem Außenbereich sein, sei es für die Entspannung, die Ästhetik oder sogar als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der richtige Boden ist dabei von entscheidender Bedeutung, da er die Wasserqualität und das Gedeihen von Teichpflanzen und -lebewesen beeinflusst. Lass uns also einen Blick auf die verschiedenen Bodentypen werfen, die für deinen Gartenteich geeignet sind.

Brauner, vertrockneter Rasen - Lässt er sich noch retten?

Brauner, vertrockneter Rasen - Lässt er sich noch retten?

Allgemeine Tipps & Tricks

Erst verliert der Rasen an Frische, dann wirkt er stumpf, und irgendwann kippt das satte Grün in ein strohiges Gelb. Bei anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen gelingt es auch bei gründlicher Bewässerung oft nicht den Rasen grün zu halten, erst recht nicht, wenn um Wasser zu sparen auf das Gießen verzichtet werden muss.

Superfood aus dem eigenen Garten

Superfood aus dem eigenen Garten

Pflanzen

Der Wunsch nach gesunder Ernährung, regionalen Lebensmitteln und nachhaltigem Gärtnern wächst seit Jahren kontinuierlich. Immer mehr Menschen entdecken dabei die Vorteile von sogenanntem Superfood aus dem eigenen Garten. Während exotische Produkte wie Chiasamen, Goji-Beeren oder Açai oft um die halbe Welt transportiert werden, lassen sich zahlreiche heimische Alternativen problemlos im eigenen Garten anbauen. Viele dieser Pflanzen überzeugen durch einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Gleichzeitig bieten sie den Vorteil kurzer Wege, voller Frische und kontrollierter Anbaumethoden.

Den Zaunkönig im Winter füttern - So hilfst du dem kleinen Energiebündel sicher durch die kalte Jahreszeit

Den Zaunkönig im Winter füttern - So hilfst du dem kleinen Energiebündel sicher durch die kalte Jahreszeit

Allgemeine Tipps & Tricks

Der Zaunkönig gehört zu den kleinsten heimischen Vögeln, ist aber gleichzeitig einer der auffälligsten. Mit seinem aufgestellten Schwanz, dem kugelrunden Körper und dem erstaunlich lauten Gesang wirkt er fast größer, als er tatsächlich ist. Gerade im Winter fällt er vielen Gartenbesitzern besonders auf – nicht nur, weil er sich oft in Bodennähe oder dichten Hecken aufhält, sondern auch, weil er dann besonders stark auf Unterstützung angewiesen ist. Während viele andere Vogelarten im Winter auf Körnerfutter ausweichen können, steht der Zaunkönig vor einer echten Herausforderung: Er ist ein reiner Insektenfresser.

Die Uferzone im Teich: Bedeutung, Gestaltung und Pflege

Die Uferzone im Teich: Bedeutung, Gestaltung und Pflege

Allgemeine Tipps & Tricks

Ein Gartenteich besteht im Wesentlichen aus vier verschiedenen Zonen: Der Tiefwasserzone, der Flachwasserzone, der Sumpfzone und der Uferzone. Letztere bildet dabei den Übergang von Wasser zu Land und spielt nicht nur eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Teichs, sondern schafft auch Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Hier erfahren Sie, wie Sie die Uferzone optimal anlegen und pflegen können, um einen natürlichen und nachhaltigen Lebensraum zu gestalten.

Begriffe erklärt: Was ist der Erziehungsschnitt?

Begriffe erklärt: Was ist der Erziehungsschnitt?

Pflanzen

Ein gepflegter Garten ist für viele Menschen ein Ort der Entspannung, der Freude und des persönlichen Ausdrucks. Damit Bäume, Sträucher und andere Gehölze im Garten jedoch gesund und formschön wachsen, sind verschiedene gärtnerische Maßnahmen notwendig. Eine dieser Maßnahmen ist der sogenannte Erziehungsschnitt. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Warum ist ein Erziehungsschnitt so wichtig für die Entwicklung von Pflanzen? Wie und wann wird er durchgeführt? In diesem ausführlichen Artikel erfährst du alles, was du über den Erziehungsschnitt wissen musst – fundiert, praxisnah und suchmaschinenoptimiert aufbereitet für Gartenfreunde, Hobbygärtner und alle, die sich mit der Pflanzenpflege im eigenen Grün beschäftigen.