Pomacentrus andamanensis im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Augenfleck-Riffbarsch

Wissenswertes zu Pomacentrus andamanensis (Augenfleck-Riffbarsch)
Herkunft und Verbreitungsgebiet
Der Augenfleck-Riffbarsch, wissenschaftlich bekannt als Pomacentrus andamanensis, gehört zur Familie der Pomacentridae, die allgemein als Riffbarsche oder Anemonenfische bekannt sind. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist diese Art vor allem im Bereich des Andamanischen Meeres verbreitet, das zwischen der Westküste Thailands, Myanmar und den Andamaneninseln liegt. Darüber hinaus erstreckt sich das Verbreitungsgebiet in den tropischen Regionen des Indo-Pazifiks, wobei die Art bevorzugt in geschützten Lagunen, Korallenriffen und felsigen Küstenbereichen anzutreffen ist. Diese Gewässer zeichnen sich durch eine stabile Wassertemperatur zwischen 24 und 28 Grad Celsius sowie mäßige Strömungen aus, die den Riffbarschen eine sichere Umgebung bieten, in der sie Nahrung finden und sich vor Fressfeinden verstecken können.
Gattung und Familie
Pomacentrus andamanensis gehört zur Gattung Pomacentrus, die eine Vielzahl kleiner bis mittelgroßer Riffbarsche umfasst. Die Gattung zeichnet sich durch farbenfrohe Erscheinungen und charakteristische Augenflecke oder Markierungen aus, die sowohl der Tarnung als auch der Kommunikation innerhalb der Art dienen. Innerhalb der Familie der Pomacentridae bilden diese Fische eine der artenreichsten Gruppen, die weltweit in tropischen Meeren vorkommen. Typisch für die Familie ist ein stabiler, leicht hochrückiger Körperbau, kombiniert mit einer oft kontrastreichen Färbung, die das Überleben in den komplexen Strukturen von Korallenriffen unterstützt.
Aussehen und Merkmale
Der Augenfleck-Riffbarsch erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 7 bis 10 Zentimetern, wobei Weibchen tendenziell etwas kleiner bleiben als Männchen. Das auffälligste Merkmal ist der schwarze Augenfleck, der sich am hinteren Teil der Rückenflosse oder nahe der Schwanzwurzel befindet und die Aufmerksamkeit potenzieller Fressfeinde von den echten Augen ablenken soll. Die Grundfarbe des Körpers variiert von blassgrau bis hellblau, während einzelne Exemplare einen dezenten gelblichen Schimmer aufweisen können. Die Flossen sind oft transparent bis leicht gefärbt, wobei die Rückenflosse und die Afterflosse durch einen leichten weißen Rand akzentuiert werden. Der Körper selbst ist kompakt und leicht oval, mit einer stabilen Rückenlinie, die den Fisch in schnell strömenden Wasserbereichen wendig macht.
Die Augen sind groß und leicht hervortretend, was das räumliche Sehen in komplexen Korallenstrukturen erleichtert. Der typische Augenfleck dient nicht nur der Täuschung von Fressfeinden, sondern auch der Kommunikation innerhalb der Art, insbesondere bei Revierkämpfen oder Balzritualen.
Verhalten und Sozialstruktur
Pomacentrus andamanensis ist ein territorialer Meeresfisch, der sein Revier innerhalb eines Korallenbereichs aggressiv verteidigt. Besonders Männchen zeigen während der Balzzeit und bei der Brutpflege ein ausgeprägtes Revierverhalten. Trotz der Aggressivität gegenüber Artgenossen oder ähnlichen Fischarten können sie relativ friedlich mit anderen nicht-konkurrierenden Arten vergesellschaftet werden, solange genügend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.
Die Art ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages damit, nach Plankton, Algen und kleinen wirbellosen Tieren zu suchen. Typisch ist auch ein ausgeprägtes Schwimmverhalten in der Nähe von Korallen und Felsstrukturen, wobei der Fisch sowohl vertikal als auch horizontal agil agiert. Pomacentrus andamanensis kommuniziert teilweise über subtile Farbveränderungen und Flossenausstellungen, um Revierkonflikte zu vermeiden oder die Paarung zu initiieren.
Haltungsempfehlungen
Die Haltung von Pomacentrus andamanensis in Aquarien erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung und Sorgfalt, da die Art empfindlich gegenüber Schwankungen in Wasserqualität und Temperatur ist. Optimal ist ein Aquarium mit mindestens 300 Litern, um ausreichenden Platz für Revierbildung und Schwimmverhalten zu bieten. Die Einrichtung sollte aus viel Korallen- oder Felsstruktur bestehen, um den natürlichen Lebensraum nachzubilden. Verstecke und Höhlen sind besonders wichtig, da sie Stress reduzieren und die Aggressivität innerhalb des Beckens regulieren.
Wasserparameter
- Temperatur: 24–28°C
- pH-Wert: 8,0–8,4
- Salzgehalt: 1,020–1,025 SG
- Karbonathärte: 8–12 dKH
Regelmäßige Wasserwechsel von 10–20 % wöchentlich sind essenziell, um die Wasserqualität stabil zu halten. Pomacentrus andamanensis reagiert sehr empfindlich auf Ammoniak, Nitrit und Nitrat, weshalb eine hochwertige Filterung und die Verwendung von biologischen Filtermedien empfohlen wird.
Futter und Ernährung
Die Ernährung sollte abwechslungsreich sein und sowohl tierisches als auch pflanzliches Futter enthalten. Geeignet sind gefrorene oder frische Artemia, Mysis, kleine Krillstücke, Insektenlarven sowie hochwertiges Trockenfutter in Form von Flocken oder Granulat. Regelmäßige, mehrmalige Fütterungen pro Tag tragen dazu bei, dass die Fische gesund bleiben und ihre Farbenpracht erhalten.
Vergesellschaftung
In der Vergesellschaftung zeigt Pomacentrus andamanensis klare Präferenzen. Es empfiehlt sich, nicht zu viele Artgenossen im selben Aquarium zu halten, da sonst ständige Aggressionen auftreten können. Besonders territorial werden Männchen während der Brutpflege. Als Mitbewohner eignen sich ruhige Riffbewohner wie kleinere Lippfische, Kardinalbarsche oder Schnecken und Garnelen. Große, aggressive Raubfische sollten vermieden werden, da der Augenfleck-Riffbarsch ansonsten schnell unter Stress leidet.
Giftigkeit
Pomacentrus andamanensis ist ungiftig und stellt weder für andere Fische noch für den Menschen ein Risiko dar. Der Fisch hat keine Stacheln oder Giftdrüsen und kann problemlos in einem öffentlichen oder privaten Aquarium gehalten werden. Allerdings sollte Stress durch falsche Haltung oder schlechte Wasserbedingungen vermieden werden, da dies die Immunabwehr schwächt und den Fisch anfälliger für Krankheiten macht.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Pomacentrus andamanensis im Aquarium gilt als herausfordernd, ist aber möglich. Die Art zeigt dabei typische Brutpflegeverhalten:
- Paarbildung: Männchen suchen ein geeignetes Territorium und bereiten den Untergrund vor.
- Eiablage: Die Weibchen legen ihre Eier auf einen festen Untergrund, meist eine flache Korallenoberfläche oder einen Stein.
- Brutpflege: Das Männchen bewacht die Eier und sorgt durch Flossenschlagen dafür, dass die Eier ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
Die Larven schlüpfen nach etwa 3–5 Tagen, sind zunächst planktonisch und benötigen sehr feines Futter wie Infusorien oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. In dieser Phase ist eine sorgfältige Überwachung der Wasserparameter entscheidend, da die Larven extrem empfindlich auf Veränderungen reagieren. Nach etwa 3–4 Wochen entwickeln sich die Jungfische zu schwimmfähigen kleinen Riffbarschen und können langsam an das normale Aquariumfutter herangeführt werden.
Mögliche Krankheiten
Wie viele Riffbewohner ist Pomacentrus andamanensis anfällig für Wasserkrebs (Ichthyophthirius multifiliis), Velvet-Krankheit (Oodinium) und bakterielle Infektionen. Symptome sind unter anderem:
- Weißliche Punkte oder Schleimhautveränderungen
- Lethargie oder verminderte Fresslust
- Flossenverletzungen oder ungewöhnliche Schwimmbewegungen
Die Vorbeugung erfolgt vor allem durch eine stabile Wasserqualität, ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und eine ausgewogene Ernährung. Bei ersten Anzeichen von Krankheiten sollten sofortige Maßnahmen wie Quarantäne, gezielte medikamentöse Behandlung und Anpassung der Wasserparameter erfolgen.
Alternative Bezeichnungen
Pomacentrus andamanensis wird häufig auch als Augenfleck-Riffbarsch, Andaman-Riffbarsch oder in englischen Fachtexten als Andaman Damselfish bezeichnet. Die verschiedenen Namen beziehen sich auf die charakteristischen Flecken und das geographische Verbreitungsgebiet der Art.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie groß wird Pomacentrus andamanensis?
Die Art erreicht eine Länge von 7–10 cm, wobei Weibchen etwas kleiner bleiben.
Ist der Augenfleck-Riffbarsch für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Die Art ist relativ robust, benötigt aber stabile Wasserwerte und ausreichend Platz für Revierbildung. Anfänger sollten eher erfahrene Aquarianer um Rat fragen.
Kann man mehrere Männchen im gleichen Becken halten?
Es ist möglich, solange genügend Rückzugsorte vorhanden sind. In zu kleinen Becken können Männchen aggressiv werden und ständige Kämpfe führen.
Welche Temperatur ist optimal?
24–28°C, mit stabilen Werten und geringer Schwankung.
Frisst der Fisch auch Algen?
Ja, er ergänzt seine Ernährung durch kleine Mengen Algen, ernährt sich aber hauptsächlich von Plankton und Kleintieren.
Wie lange leben die Fische im Aquarium?
Bei optimaler Pflege können sie 5–7 Jahre alt werden.
Fazit
Pomacentrus andamanensis ist ein faszinierender, farblich dezent-schöner Riffbarsch, der durch seinen charakteristischen Augenfleck und sein lebhaftes Verhalten beeindruckt. Die Art ist ideal für Aquarianer, die ein kleines, lebendiges Riffökosystem pflegen möchten und Erfahrung mit territorialen Fischen haben. Obwohl sie als nicht besonders anspruchsvoll gilt, erfordert die Haltung dennoch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit bei Wasserparametern, Vergesellschaftung und Ernährung. Die Zucht ist möglich, stellt jedoch hohe Anforderungen an die Pflege der Larven. Insgesamt bereichert Pomacentrus andamanensis jedes tropische Meerwasseraquarium durch seine aktive Lebensweise und sein spannendes Sozialverhalten.
Haltungsbedingungen
Um Pomacentrus andamanensis (Augenfleck-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 28°C
- pH-Wert: 8.0 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 300 Liter