Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Blog: Artentafel - Aulonocara guentheri (3846)

Einrichtungsbeispiele.de - TopBlog!
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Artentafel - Aulonocara guentheri

Lebensraum

Aulonocara guentheri gehört zu den sandbewohnenden Aulonocaras und lebt bevorzugt in den von Schilf geränderten Biotopen grosser Buchten am Südende des Malawisees. Das Sandbiotop ist von verstreut herumliegenden Steinen durchzogen und wird durch Valisnerien- und Hornkrautstände charakterisiert.

Wassertiefe der Guentheri-Habitate

Die Habitate des A. guentheri liegen in einer Wassertiefe zwischen 4 und 10 Meter.

Ernährung

Die hier beschriebene Art zählt zu den carnivoren Cichliden. ??ber die aulonocara-typischen Sinnesgruben auf dem Kopf ortet A. guentheri Wirbellose und Krebstierchen im Sediment, welche dann durch einen zielgenauen Stoss in den Sand erbeutet werden. Oftmals stehen grosse Gruppen Aulonocaras minutenlang völlig bewegungslos einige Zentimeter über dem Sediment, um dann plötzlich blitzschnell mit der Schnauze im Sand einzutauchen ??? ein tolles Schauspiel!

Besonderheiten

Sämtliche Aulonocara-Arten sind in 4 Gruppen (Komplexe) unterteilt:

1. Sandbewohnende Gruppe

2. Chitande Gruppe

3. Jacobfreibergi Gruppe

4. Stuartgranti Gruppe

A. guentheri gehört in die sandbewohnende Gruppe.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.

Verhalten

Geschlechtsreife Männchen graben oftmals kleine Höhlen in den Sand unter Steine, oder bauen an Steine angelehnte Laichkrater, welche dann als ihre Brut-Reviere verteidigt werden. Paarungswillige Weibchen werden in die Reviere gelockt, wo dann direkt über dem sandigen Untergrund abgelaicht wird.

Weibchen und juvenile Männchen sind häufig in kleinen Gruppen bis zu 10 Tieren unterwegs. Sie stehen bewegungslos ca. 10 cm über dem Sediment ihres Biotopes und ???horchen??? nach Beute. Oftmals mischen sich solch kleine Gruppen auch unter Gruppen anderer sandbewohnender Arten und ziehen mit denen gemeinsam durch das Biotop. Dieses sich anderen Gruppen anschliessen ist ein wirkungsvoller Schutz gegen Räuber. Je grösser eine Gruppe Fische ist, desto schwieriger wird es für einen Räuber, sich auf ein einzelnes Beutetier zu konzentrieren. Wir sprechen hier also von reinen Zweck-Gemeinschaften.

Populationen

Aulonocara guentheri konnte bis anhin in 5 unterschiedlichen Populationen beobachtet werden. Vier davon im Südostarm des Sees, eine einzige an der Südwestküste in der Senga Bay:

>> Kadango

>> Makanjila Point

>> Monkey Bay

>> Thumbi East Island

>> Senga Bay

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer grossen Sandfläche an, welche durch einzelne grössere Felsbrocken unterbrochen wird. Der Bepflanzung eines Guentheri-Beckens ist nichts entgegenzusetzen. Aber es ist absolute Pflicht, viele offene Sandflächen zu belassen, welche von den Guentheri???s ständig nach fressbarem durchsucht werden.

A. guentheri kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimeter gewährleistet ist.. Ich empfehle, aufgrund des natürlichen Gruppenverhaltens, diese Art immer in grösseren Gruppen (mind. 3m/7w) zu pflegen. Natürlich ist auch einer Haremshaltung (1m/2-3w) nichts entgegen zu setzen.

Vergesellschaftung

Aulonocara guentheri ist ein ruhiger und eher durchsetzungsschwacher Cichlide, welcher nicht mit zu aggressiven Arten vergesellschaftet werden sollte. Optimal wäre die Vergesellschaftung mit Arten aus der Sandzone, aber auch solchen aus der auslaufenden ??bergangszone. Nachfolgend einige Beispiele:

>> Lethrinops-Arten

>> Placidochromis-Arten

>> Cyrtocara moorii

>> Nyassachromis-Arten

>> ruhige Copadichromis-Arten (z.Bsp. Azureus)

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von A. guentheri werden die Spektralfarben BLAU, GR??N, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist demenstprechend in den oberen Bereichen der Guentheri-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GR??N- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Guentheri-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant

>> Dennerle Trocal Color Plus

>> HAGEN Aqua GLO

>> HAGEN Power GLO

>> JBL ULTRA Solar Nature

Blogartikel 'Blog 3846: Artentafel - Aulonocara guentheri' aus der Kategorie: "Ichthyologie" zuletzt bearbeitet am 04.01.2011 um 19:24 Uhr von Der Schweizer

Autor*in: Der Schweizer

Userbild von Der Schweizer
Der Schweizer ist Moderator*in von EB und stellt 3 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Südamerika, Mittelamerika, Krankheiten, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Malawi-Buntbarsche - Farbenprächtige Cichliden für faszinierende Aquarienwelten

Malawi-Buntbarsche - Farbenprächtige Cichliden für faszinierende Aquarienwelten

Arten

Buntbarsche aus dem Malawisee gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Zierfischen in der Aquaristik. Ihre intensive Färbung, ihr interessantes Sozialverhalten und ihre enorme Artenvielfalt machen sie zu außergewöhnlichen Bewohnern für große und strukturierte Aquarien. Der ostafrikanische Malawisee zählt zu den artenreichsten Süßwassergewässern der Welt und beherbergt mehrere hundert endemische Buntbarscharten, die sich über Jahrtausende an unterschiedliche Lebensräume angepasst haben. Viele dieser Arten kommen ausschließlich in diesem einen See vor und faszinieren Aquarianer weltweit durch ihre Farben, Muster und Verhaltensweisen.

Die buntesten Zierfische für dein Aquarium

Die buntesten Zierfische für dein Aquarium

Arten

Es gibt verschiedene Süßwasserfischarten, die aufgrund ihrer lebhaften und bunten Färbung bekannt sind. Hier sind einige Beispiele für besonders bunte Süßwasserfische:

Malawi-Cichliden am besten im Harem halten

Malawi-Cichliden am besten im Harem halten

Allgemeine Tipps & Tricks

Malawi-Cichliden zählen zu den farbenprächtigsten und faszinierendsten Aquarienfischen, die es gibt. Ihre lebhaften Farben, ihr interessantes Verhalten und ihre Anpassungsfähigkeit machen sie zu beliebten Bewohnern in Süßwasseraquarien weltweit. Doch so schön diese Tiere auch sind – wer sich mit der Haltung von Malawi-Cichliden beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie gewisse Anforderungen an ihre Umgebung und Sozialstruktur stellen. Eine der zentralen Fragen, die sich Aquarianer bei der Einrichtung eines Malawibeckens stellen, lautet: Wie sollte man diese Fische am besten halten – im Paar, in Gruppen oder im Harem?

Häufigste Fehler bei der Haltung von Malawicichliden

Häufigste Fehler bei der Haltung von Malawicichliden

Arten

Malawicichliden gehören zu den faszinierendsten Fischen der Aquaristik. Ihre leuchtenden Farben, das ausgeprägte Sozialverhalten und die beeindruckende Vielfalt an Arten machen sie zu einem Highlight in vielen Aquarien. Gleichzeitig gelten sie als anspruchsvoll, vor allem für Einsteiger in der Cichlidenhaltung. Fehler bei der Haltung können nicht nur das Wohlbefinden der Fische beeinträchtigen, sondern auch zu Krankheiten, Verhaltensstörungen oder sogar zum Tod führen. Viele Halter unterschätzen die spezifischen Ansprüche dieser Fische, die sich über Jahrtausende im Malawisee entwickelt haben. Die Kombination aus richtigen Wasserwerten, artgerechter Einrichtung, ausgewogener Ernährung und einem ausgeklügelten sozialen Management ist entscheidend, um ein stabiles und gesundes Aquarium zu betreiben. In diesem Artikel werden die häufigsten Fehler bei der Haltung von Malawicichliden ausführlich beleuchtet, ihre Ursachen erklärt und konkrete Lösungen vorgeschlagen.

Aquarium Außer Konkurrenz - Der Malawisee

Aquarium Außer Konkurrenz - Der Malawisee

Vor Ort

Seit Tagen juckt es mich schon, ob ich dieses riesige Aquarium hier vorstelle. Habe mich nun entschlossen, es zu tun als Anregung für die Malawizüchter dieser Welt, sich über Einrichtung und Besatz einmal Gedanken zu machen. Und anderen einfach eine Freude mit ein paar Bildern vom See zu machen.

Mbuna und Utaka: Woher stammen die Bezeichnungen?

Mbuna und Utaka: Woher stammen die Bezeichnungen?

Arten

Der Malawisee ist ein faszinierendes Biotop, das für seine einzigartige Artenvielfalt an Buntbarschen (Cichliden) bekannt ist. Innerhalb dieser Gruppe gibt es zwei Hauptkategorien von Buntbarschen, die besonders bekannt sind: Mbuna und Utaka. Doch woher stammen diese Begriffe eigentlich? Warum werden die Fische so bezeichnet, und was unterscheidet sie voneinander? In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Herkunft und Bedeutung der Bezeichnungen Mbuna und Utaka und was sie über das Verhalten und die Lebensweise dieser Fischgruppen aussagen.