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Blogartikel 'Artentafel - Sciaenochromis fryeri' von Der Schweizer

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Moderatorenbereiche: Malawisee, Südamerika, Mittelamerika, Krankheiten, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de
    Sieger Beckenwettbewerb Juni 2010 Sieger Beckenwettbewerb Februar 2011 
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Ort / Land: 
Kloten / Schweiz
Aquarianer seit: 
1987


Artentafel - Sciaenochromis fryeri

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Lebensraum

Sciaenochromis fryeri ist seeweit verbreitet und wird überall dort angetroffen, wo die Biotope von Felsen, Geröll und somit auch durch Höhlen charakterisiert werden. Die Art lebt (sofern geboten) zurückgezogen in Höhlen und verlässt diese meist nur, um nach jungen Mbunas und Utakas zu jagen.


Wassertiefe der Fryeri-Habitate

Fryeris leben fast ausnahmslos in allen Wasserschichten – vom 5 Meter tiefen Flachwasser bis in Tiefen von über 30 Metern. Am dichtesten werden aber die Schichten zwischen 10 und 20 Metern besiedelt, da in diesen Bereichen die bei weitem grössten Vorkommen an Jungfischen und somit an Beutetieren zu finden sind.


Ernährung

Wir unterscheiden zwei Arten von Räubern im Malawisee: einerseits diejenigen, welche vorwiegend Wirbellose fressen und andererseits auch Fischfresser wie unsere S.. fryeri.
Vorzugsweise jagen die Fryeris zwischen den Felsen nach jungen Mbunas und erwiesenermassen auch jungen Utakas. Im Aquarium wird die Art aber zum anspruchslosen Allesfresser mit einer Vorliebe zu etwas proteinreicherer Nahrung.


Verhalten

Die fortpflanzungsfähigen Männchen besetzen Höhlen, welche sie ausserhalb des Paarungsaktes problemlos mit anderen Tieren teilen, währenddessen aber energisch gegen jede Art von Eindringlingen verteidigen. Sciaenochromis fryeri ist sehr standorttreu und gibt seine „persönliche“ Höhle nur wieder auf, wenn er entweder durch ein stärkeres Tier vertrieben wird, oder aber die Nahrungsquelle in unmittelbarer Umgebung versiegt.

Paarungswillige Böcke schaufeln grosse Mengen Sand aus ihren Höhlen und „putzen“ diese intensiv, bevor dann die aktuelle Favoritin hineingelockt wird. Das Paarungsritual und die eigentliche Begattung findet immer im Innern der Höhle statt (in der Aquaristik kann man das Liebespiel unserer Fryeris auch auf Steinplateaus beobachten, wenn keine geeigneten Höhlen angeboten werden).

Das Säubern von Fryeri-Höhlen und die damit verbundenen Sand-Verschiebungen resultieren in richtigen Sandhügeln vor den Höhlen, was ein wenig an laichkraterbauende Sandcichliden erinnert. Man könnte hier im eigentlichen Sinne von Höhlenkraternester sprechen.


Populationen

Wie weiter oben beschrieben ist S. fryeri seeweit verbreitet und kann nicht wirklich einzelnen Populationen zugewiesen werden. Auffällig ist aber, dass die gefangenen Tiere in der Nordhälfte des Sees eher gelb bestimmte, und diejenigen aus der Südhälfte eher rötliche Afterflossen besitzen. Im Süden weisen unsere Tiere eine markante weisse Stirnblässe auf, während diese im Norden weitgehend fehlt. Gerade in der Region um Maleri Island konnte eine besonders intensive Stirnblässe festgestellt werden.

Durch Zuchtauslese basierend auf Wildfangtieren aus Maleri Island entstand der heute in der Aquaristik weit verbreitete und sehr beliebte Sciaenochromis fryeri Iceberg.

Die meisten Tiefe für den Europa-Export stammen aus folgenden Gebieten:

>> Cape Maclear
>> Maleri Island
>> Mbenji Island
>> Likoma Island


Haltung im Aquarium

Die Haltung im Aquarium ist problemlos in von Felsbarrieren dominierten Mbuna-Becken, wie auch in lockeren Übergangszone-Becken möglich. Auch wenn sich unsere im Handel erhältlichen Nachzuchten auch ohne Höhlen absolut wohl fühlen, sollten solche immer angeboten werden, um eine naturnahe Pflege zu ermöglichen. Obwohl Fryeris sehr standorttreu sind, sollte es Ihnen nicht an freiem Schwimmraum für die Jagd fehlen.

S. fryeri kann in Becken ab 400 Litern, mindestens aber mit 150 cm Kantenlänge, gehalten werden. Ich empfehle, Sciaenochromis fryeri (eigentlich eher ein Einzelgänger wie fast alle Jäger) nicht in Gruppen, sondern in Harems (ab 1m/3w) zu halten. 1m/2w ist grundsätzlich auch möglich; da die Art jedoch sehr reproduktiv ist, könnten zwei Weibchen schnell an ihre Grenzen stossen. Hier ist eine gute Beobachtung der Tiere nötig und, gegebenenfalls eine Aufstockung auf 3 Weibchen in Betracht zu ziehen.
Die Haltung von zwei Fryeri-Böcken in einem einzigen Aquarium ist durchaus möglich, wobei die beiden Tiere dabei optimalerweise von klein auf miteinander gross gezogen werden sollten.


Vergesellschaftung

S. fryeri ist ein eher ruhiger Lauer-Räuber, welcher problemlos auch mit kleineren Arten vergesellschaftet werden kann, sofern diese nicht in sein Maul passen. Da die Art oft mitten in Mbuna-Gebieten lebt, wäre eine solche Vergesellschaftung eine wahrlich interessante Option.

Nachfolgend ein paar Vergesellschaftungs-Beispiele:

>> Aulonocaras-Arten
>> Lethrinops-Arten
>> Nyassaechromis-Arten
>> Protomelas-Arten
>> Copadichromis-Arten
>> diverse Mbunas*

* Mbunas: Soll der Fryeri mit limnivoren Mbunas vergesellschaftet werden, sollte dies erst dann geschehen, wenn sich die Mbuna-Gruppen eingelebt und bereits stark vermehrt haben. Auf diese Weise kann unser Fryeri seinen Proteinbedarf stillen, ohne dass eine für die Mbunas ungesunde proteinreiche Fütterung in Betracht gezogen werden müsste! Diese Art von Vergesellschaftung funktioniert aber auch nur, wenn es sich bei den Sciaenochromis fryeri um WF oder wildfangnahe Generationen handelt, welche den Jagdinstinkt noch nicht verloren haben.


Beckenbeleuchtung

Da Sciaenochromis fryeri in fast allen Tiefen vorkommt ist die Definition der Aquarien-Beleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig. Ich empfehle deshalb, sich beleuchtungstechnisch anhand der anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.

In den oben genannten Primär-Wasserschichten zwischen 10 und 20 Metern
werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert. GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern und ROT wird bereits total absorbiert.
Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau-, abgeschwächten Gelb- und marginalen Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Fryeri-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> HAGEN Power GLO
>> HAGEN Marine GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
>> SERA daylight brilliant
 
Artentafel - Sciaenochromis fryeri
 
Blogartikel 'Blog 3657: Artentafel - Sciaenochromis fryeri' aus der Kategorie: "Ichthyologie" zuletzt bearbeitet von Der Schweizer am 28.10.2010 um 14:19 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 30.10.2010 um 13:05 von ***ELLIS***
Hi,

also mein Fryeri ist ein absolut ruhiger Vertreter seiner Zunft! Und das seid nunmehr über einem Jahr und mit den verschiedensten Besatz-Zusammenstellungen...
Und er ist der einzige verliebene meines "Erstbesatzes"...:-)

Generell ist er sogar eher zurückhaltend und lässt sogar andere Arten mal in "seine" Höhle rein.
Er liebt es, sich von den Synodontis lucipinnis "putzen" zu lassen - siehe auch mein Video dazu ;-)

Nur in der Paarungszeit ist er dominant und für ganz kurze Zeit müssen alle anderen Fische "kuschen". Aber das dauert immer nur ein paar Stunden, dann ist wieder absoluter Friede angesagt!
Bei mir sind die Weibchen ab und zu mal "zickig" untereinander!

Ein absolut toller Fisch und sehr wirksam um "ungewollten Nachwuchs" zu vermeiden.


LG
Didi
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 16:19 von Malawi-Guru.de
@Marco

Lieben dank...ich denk mal auch in Silvans Namen sagen zu dürfen wir geben alles ;-))

@Silvan

Ich geh immer vom Optimum aus,wie gesagt !
aber wenn ich meine Jungs so betrachte empfinde ich einen Buntbarsch der solche Größen erzielen kann als "fragwürdig" bei 400 Litern,Standorttreu-richtig...aber meiner pirscht ausser in der Brurzeit nur im Becken hin und her !

Man sollte dies von Fall zu Fall betrachten,und das Gerüst einfach als Basis nehmen.

LG

Flo
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 15:37 von Marco O.
Hallo Ihr beiden,

dass, was Ihr hier bei EB macht, ist schon auf einem sehr hohem Niveau. Eine Artentafel von unseren Fischen hier vorzustellen, ist schon richtig genial.

Macht beide weiter so!
LG Marco
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 15:36 von Der Schweizer
Hi Flo

Grundsätzlich gebe ich Dir recht, wobei Dur hier von Optimalwerten sprichst.. Die meisten Aquarianer werden wohl 1 Bock pflegen und nicht wie Du 2 :-)
Da die Tiere sehr standorttreu sind und eben Lauerjäger, jagen und verfolgen sie nur auf Kurzdistanz. Aus dieser Sicht werden 400 Liter wohl genügen. Bei der Haltung von 2 Böcken würde ich sicher auch auf mehr Volumen gehen und auch empfehlen, Höhlen in den entgegengesetzten Beckenseiten zu positionieren.

lG Silvan
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 14:31 von Malawi-Guru.de
Stimmt aber dann solte man ernsthaft überlegen ob man diesen wunderschönen Jäger nicht mit einer mindest Größe von 450 Liter besser ab 500 Litern empfiehlt.

Wenn man 2 Böcke pflegt wie ich dies tue,würde ich keinem ein 400 liter Becken für 2 Böcke empfehlen.

Beispiel meine haben jetzt ca. gute 18 cm das sind echt dicke Brummer......ich muss sagen das ich zumindest der Meinung bin (jetzt) das hier 500 Liter angebracht sind,wenn mein Alpha in Paarungsstimmung ist nimmt er locker ca. 40-45 cm seiner linken Beckenhälfte in Anspruch.....

Ich sehe es mal so meine Beckengröße geht grad so aber weniger sollte es net sein.

Ist aber diesmal ein reiner Erfahrungswert,hinzu kommt er ist wahrlich ein guter Schwimmer,da sollten schon 150 cm angeboten werden !

LG

Flo
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 14:24 von Der Schweizer
Hi Flo

Ich habe Deinen Input oben noch eingebaut :-)
Allerdings ist das schon fast ein Pleonasmus, denn die Standard-Beckenmasse

150 x 50 x 50 = 375 Liter
160 x 60 x 60 = 450 Liter

zeigen eigentlich deutlich, dass ab 400 Litern mindestens ein Becken mit 150 x 6 x 60 zur Verfügung stehen sollte. 150 x 50 x 50 würde zwar die von Dir genannten 150 cm Kantenlänge erfüllen, liegt aber mit dem Volumen daneben :-)

Cubes, Oktagons etc. habe ich, da äusserst selten, nicht berücksichtigt....

lG Silvan
 
 
Geschrieben am 28.10.2010 um 13:00 von Malawi-Guru.de
Hi Silvan !

Naja auch wie bei den anderen Blog zu dieser Serie....Wahnsinn !

Einzig ich würde empfehlen mindestens 150 cm Kantenlänge bei dem Jäger !!!

LG

Flo
 
 


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