Blog: Die schlimmsten Fehler am winterlichen Gartenteich (7581)
Wenn sich eine geschlossene Eisdecke auf dem Gartenteich bildet, werden Teichbesitzer schnell nervös: Friert der Teich auch wirklich nicht durch? Funktioniert der Eisfreihalter? Wie geht es den Fischen und anderen Teichbewohnern gerade? Leider können gut gemeinte Maßnahmen in dieser Zeit meist mehr schaden als nützen. Was unbedingt vermieden werden sollte, haben wir hier zusammengefasst:
Mechanische Eingriffe in Eis und Wasser
Einer der häufigsten und zugleich schädlichsten Fehler überhaupt ist das Aufhacken oder Aufschlagen der Eisdecke. Die dabei entstehenden Druckwellen übertragen sich weit in den Teich hinein und erreichen auch den Bodenbereich, in dem Fische und andere Tiere ruhen. Selbst das Betreten der Eisfläche kann solche Erschütterungen verursachen.
Friert die Oberfläche des Teichs trotz Eisfreihalter einmal komplett zu, dann ist das in der Regel noch kein Grund zur Sorge. Anhaltende Kälteperioden sind selten geworden und meist regelt sich das Problem von alleine. Sollte es doch einmal notwendig werden einzugreifen, dann kann z.B. mit einem heißen Topf schnell ein Loch in der Eisdecke geschaffen werden.
Der Topf sollte dabei unbedingt mit Wasser gefüllt sein, sonst kühlt er zu schnell ab und bewirkt nichts, aber auf keinen Fall darf das heiße Wasser in den Teich gekippt werden. Der Eingriff darf nur an der Oberfläche passieren und sollte den weiteren Teich so wenig wie möglich beeinflussen.
Vollständiges Entfernen der Eisschichten
Schlimmer noch als das vollständige Zufrieren der Eisoberfläche ist der gut gemeinte Versuch gar kein Eis zuzulassen:
Die Eisdecke wirkt im Winter wie eine natürliche Isolierschicht. Sie verlangsamt den weiteren Wärmeverlust des Wassers und stabilisiert die Temperatur im darunterliegenden Teich. Wird diese Schutzschicht entfernt, ist das Wasser unmittelbar den kalten Lufttemperaturen ausgesetzt und kühlt deutlich schneller aus. Gerade bei anhaltendem Frost kann dies dazu führen, dass sich die Kälte tiefer in den Teich ausbreitet, als es mit intakter Eisdecke der Fall wäre.
Hinzu kommt, dass das Freilegen der Wasseroberfläche zu häufigen Temperaturwechseln führt. Tagsüber kann das Wasser oberflächlich leicht erwärmt werden, während es nachts erneut stark abkühlt. Diese Schwankungen wirken sich ungünstig auf überwinternde Tiere aus, deren Stoffwechsel auf möglichst konstante Bedingungen angewiesen ist. Statt Stabilität entsteht eine unruhige Übergangszone, die zusätzlichen Stress verursacht.
Störung der winterlichen Temperaturschichtung
Im Winter stellt sich im Teich eine stabile Temperaturschichtung ein. Das relativ warme Wasser sammelt sich am Boden, während das kältere Wasser oben liegt und gefriert. Diese Schichtung ist für überwinternde Tiere lebenswichtig.
Das Umwälzen des Wassers, etwa durch laufende Pumpen oder falsch platzierte Belüfter, kann diese Schichtung zerstören. Kaltes Oberflächenwasser gelangt in tiefere Zonen, während wärmeres Bodenwasser nach oben gezogen wird. Für Fische und andere Teichbewohner bedeutet dies zusätzlichen Stress und einen erhöhten Energieverbrauch.
Falscher Umgang mit Fischen im Winter
Sinkt die Wassertemperatur deutlich, reduzieren Fische ihren Stoffwechsel stark. Sie bewegen sich kaum noch und nehmen keine Nahrung mehr auf. Das Füttern in dieser Phase führt dazu, dass Futterreste unverdaut im Teich verbleiben und das Wasser belasten.
Auch das gezielte Aufscheuchen der Teichfische, etwa durch Stochern im Eisbereich oder starke Licht- und Geräuscheinwirkung, kostet unnötig Energie. Im Winter zählt für Fische vor allem Ruhe.
Unzureichende Vorbereitung und falsche Einschätzung der Teichstruktur
Viele Probleme, die im Winter sichtbar werden, haben ihre Ursache bereits in der Planung oder Pflege des Teiches. Zu geringe Tiefe, fehlende strukturreiche Zonen oder ungünstig platzierte Technik schränken die Überwinterungsmöglichkeiten stark ein.
Ein ausreichend tiefer Teich mit ruhigen Bodenbereichen bietet auch bei längeren Frostperioden stabile Bedingungen. Diese Faktoren lassen sich im Winter kaum noch korrigieren, weshalb eine realistische Einschätzung der Teichstruktur entscheidend ist.
Ruhe ist der beste Winterschutz
Der wichtigste Schutz für den winterlichen Teich ist Zurückhaltung. Eis, Kälte und Ruhe gehören zu natürlichen Prozessen, auf die Pflanzen und Tiere angepasst sind. Wer den Teich im Herbst gut vorbereitet, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass er den Winter gut übersteht und im Frühjahr wieder stabil ins neue Jahr startet.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de







