Blog: Die zweite Blüte - So bringen viele Pflanzen im Sommer noch einmal Farbe in den Garten (8104)
Die üppige Blütenfülle des Frühsommers ist vorbei, einige Pflanzen bilden bereits Samen und die ersten Blätter zeigen leichte Alterungserscheinungen. Genau jetzt lassen sich viele Pflanzen zu einer zweiten Blüte anregen. Viele Stauden können noch einmal neue Knospen bilden und bis in den Herbst hinein Farbe in den Garten bringen. Gleichzeitig profitieren zahlreiche Insekten von dem zusätzlichen Nahrungsangebot.
Warum eine zweite Blüte überhaupt möglich ist
Blüten und Samen kosten eine Pflanze viel Energie. Hat sie ihr Ziel – die Samenbildung – erreicht, investiert sie ihre Kraft zunehmend in die Entwicklung der Samen und weniger in neue Blüten.
Wer verblühte Blütenstände rechtzeitig entfernt, unterbricht diesen Prozess. Die Pflanze "erkennt", dass ihr Fortpflanzungsziel noch nicht vollständig erreicht wurde und bildet häufig neue Blütentriebe. Dieses sogenannte Ausputzen gehört zu den einfachsten Pflegemaßnahmen im Garten und kann einen erstaunlichen Effekt haben.
Nicht jede Pflanze reagiert darauf gleich stark. Manche entwickeln nur einzelne Nachblüten, andere präsentieren sich nahezu so üppig wie beim ersten Flor.
Der richtige Zeitpunkt
Je früher verblühte Blüten entfernt werden, desto größer sind die Chancen auf eine zweite Blüte. Ideal ist der Zeitpunkt, wenn die letzten Blüten welken, sich aber noch keine oder nur wenige Samenstände gebildet haben.
Wer mehrere Wochen wartet, verschenkt oft wertvolle Zeit. Dann investiert die Pflanze bereits einen großen Teil ihrer Energie in die Samenreife.
Diese Pflanzen danken einen Rückschnitt
Besonders zuverlässig reagieren unter anderem:
- Rittersporn
- Katzenminze
- Storchschnabel
- Frauenmantel
- Kokardenblume
- Mädchenauge
- Skabiosen
- Flockenblumen
- Glockenblumen
- Schafgarbe
Einige Stauden sind allerdings darauf ausgelegt, nur einmal im Jahr zu blühen. Dazu gehören beispielsweise Pfingstrosen oder Bart-Iris. Hier bringt ein Rückschnitt keine neue Blüte hervor.
Auch Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen sammeln nach der Blüte Kraft für das nächste Jahr. Ihre Blätter sollten deshalb erst entfernt werden, wenn sie vollständig vergilbt sind.
Radikaler Rückschnitt oder nur Verblühtes entfernen?
Das hängt von der jeweiligen Art ab. Pflanzen wie Katzenminze, Frauenmantel oder Storchschnabel vertragen einen kräftigen Rückschnitt um etwa ein Drittel bis zur Hälfte ihrer Höhe. Bereits nach wenigen Wochen treiben sie wieder frisch aus und wirken oft deutlich vitaler.
Bei Rosen, Glockenblumen oder Skabiosen genügt es meist, lediglich die verblühten Blütenstände oberhalb eines kräftigen Blattpaares abzuschneiden.
Die zweite Blüte braucht Unterstützung
Nach dem Rückschnitt beginnt für die Pflanze praktisch ein neuer Wachstumsabschnitt. Damit sie genügend Kraft entwickelt, helfen einige einfache Maßnahmen:
- bei Trockenheit durchdringend gießen
- eine dünne Schicht Kompost oder organischen Dünger ausbringen
- den Boden leicht lockern
- eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger im Boden
Übermäßiges Düngen ist allerdings nicht sinnvoll. Zu viel Stickstoff fördert zwar das Blattwachstum, geht aber oft zulasten der Blüten.
Auch Insekten profitieren
Während viele Blütenquellen im Laufe des Sommers verschwinden, wird das Angebot für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen zunehmend kleiner.
Eine zweite Blüte verlängert deshalb nicht nur die Gartensaison, sondern schafft auch zusätzliche Nahrung bis weit in den Herbst hinein. Gerade naturnahe Gärten gewinnen dadurch erheblich an ökologischem Wert.
FAQs – Die zweite Blüte
Welche Pflanzen blühen nach einem Rückschnitt ein zweites Mal?
Besonders gut eignen sich Katzenminze, Storchschnabel, Rittersporn, Mädchenauge, Skabiosen, Kokardenblume, Schafgarbe und viele Glockenblumen. Auch öfterblühende Rosen profitieren davon, wenn verwelkte Blüten regelmäßig entfernt werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt?
Sobald der erste Blütenflor weitgehend verblüht ist, die Pflanze aber noch keine oder nur wenige Samen gebildet hat. Je früher der Rückschnitt erfolgt, desto größer ist die Chance auf eine zweite Blüte.
Muss ich die gesamte Pflanze zurückschneiden?
Das hängt von der Pflanzenart ab. Manche Stauden wie Katzenminze oder Storchschnabel dürfen kräftig zurückgeschnitten werden. Bei Rosen oder Glockenblumen genügt es meist, nur die verblühten Blütenstände zu entfernen.
Warum blühen manche Pflanzen trotz Rückschnitt nicht erneut?
Nicht alle Pflanzen sind genetisch auf mehrere Blütenphasen im Jahr ausgelegt. Pfingstrosen, Bart-Iris oder viele Frühjahrsblüher blühen grundsätzlich nur einmal pro Saison. Hier fördert ein Rückschnitt zwar oft die Pflanzengesundheit, führt aber nicht zu einer zweiten Blüte.
Sollte nach dem Rückschnitt gedüngt werden?
Eine leichte Gabe Kompost oder organischer Dünger kann die Neubildung von Trieben unterstützen. Stark stickstoffhaltige Dünger sollten jedoch sparsam verwendet werden, da sie vor allem das Blattwachstum fördern.
Wie lange dauert es bis zur zweiten Blüte?
Je nach Pflanzenart und Witterung erscheinen neue Blüten meist nach vier bis acht Wochen. In warmen Sommern geht es oft etwas schneller.
Kann jeder Rückschnitt eine zweite Blüte auslösen?
Nein. Voraussetzung ist, dass die Pflanze grundsätzlich dazu in der Lage ist und noch genügend Zeit bis zum Herbst bleibt. Ein sehr später Rückschnitt lohnt sich häufig nicht mehr.
Fördert eine zweite Blüte auch Insekten?
Ja. Gerade im Spätsommer wird das Blütenangebot oft kleiner. Jede zusätzliche Blüte liefert Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen wertvolle Nahrung bis in den Herbst.
Kann ich eine zweite Blüte jedes Jahr erzielen?
Bei geeigneten Pflanzen und guter Pflege funktioniert das in den meisten Jahren zuverlässig. Entscheidend sind ein rechtzeitiger Rückschnitt, ausreichende Wasserversorgung und ein insgesamt gesunder Standort.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






