Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Blog: Ein Biotop im Schrebergarten (6135)

Einrichtungsbeispiele.de - TopBlog!
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Ein Biotop im Schrebergarten

Ein Schrebergarten ist an sich schon ein Biotop, denn der dort befindliche Rasen, die Blumen- und Gemüsebeete, Obst- und Ziergehölze sind Lebensraum für verschiedene Tiere. Wer bienenfreundliche Pflanzen anbaut, kann in den Sommermonaten viele Bienen und andere nützliche Insekten beobachten. In diesem Beitrag geht es jedoch um den Gartenteich als Feuchtbiotop, der Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen sowie für die Gartenbewohner eine Oase der Entspannung ist. Er kann eine Bereicherung und ein kleines Schmuckstück im Schrebergarten sein. 

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Kleingarten und einem Schrebergarten?

Laut Definition ist ein Kleingarten ein als Garten genutztes, eingezäuntes Stück Land. Häufig befindet sich darauf ein Gartenhaus. Die Bezeichnung Schrebergarten geht auf den Orthopäden Moritz Schreber zurück, der 1847 zusammen mit dem Anatomen Carl Ernst Bock ein Konzept zur körperlichen Ertüchtigung entwickelte. Für dieses Konzept wurden Kleingärten genutzt, doch hatte die körperliche Ertüchtigung nichts mit Gartenarbeit genutzt. 

Die damaligen Schrebergärten wurden von Familien genutzt und dienten auch dazu, Kindern von Fabrikarbeitern eine Beschäftigung im Freien zu ermöglichen. Heute befinden sich Schrebergärten in allen Städten, häufig am Stadtrand. In den Kleingartenkolonien gelten Kleingartenverordnungen, die vorschreiben, was Besitzer von Schrebergärten bei der Nutzung beachten müssen. 

Schrebergärten werden von ihren Besitzern gepachtet und nicht gemietet. Der Vorteil der Pacht besteht darin, dass die Nutzer von Schrebergärten den Garten bewirtschaften und die Erträge behalten dürfen. Zumeist sind die Besitzer von Schrebergärten in Vereinen organisiert. 

Wie groß darf ein Teich im Kleingartenverein sein?

Wer einen Teich im Schrebergarten anlegen möchte, sollte zuvor die Erlaubnis des Kleingartenvereins einholen und einen Antrag beim Vereinsvorstand stellen. In den Kleingartenvereinen gelten unterschiedliche Regelungen. Ein Blick in die Kleingartenverordnung informiert häufig auch darüber, wie groß und wie tief der Teich im Schrebergarten sein darf.

Zumeist gilt für die Nutzung von Schrebergärten die Drittel-Regelung: 

  • ein Drittel der Fläche für den Obst- und Gemüseanbau
  • ein Drittel für Blumen und andere Zierpflanzen
  • ein Drittel für die Erholung

Abhängig vom Bundesland und den in der Kleingartenanlage geltenden Vorschriften darf die Wasserfläche von Gartenteichen nicht größer als 8 oder 10 Quadratmeter sein. Rund um die Wasserfläche lässt sich die Uferzone durch verschiedene Pflanzen, Steine und Dekorationen gestalten.

Tipp: Wer einen Gartenteich im Schrebergarten anlegen möchte, kann die Teichfläche optisch vergrößern, indem er zwei Teiche dicht nebeneinander anlegt und sie durch einen Steg verbindet. Dieser Steg führt nur vermeintlich über das Wasser und kann die für den Teich erforderliche Technik verdecken. 

Wie tief sollte ein Biotop sein?

Häufig schreibt die Kleingartenverordnung vor, wie tief ein Biotop im Schrebergarten sein darf. In vielen Kleingartenkolonien darf der Teich nicht tiefer als 1,10 Meter sein. Wer nur wenig Platz im Schrebergarten hat, kann einen Fertigteich in die Erde einlassen. Diese Fertigteiche sind zumeist nicht tiefer als 1,00 Meter. Deutlich vielfältiger sind die Gestaltungsmöglichkeiten bei Folienteichen.

Gartenteiche als Biotope sollten in drei Zonen eingeteilt werden: 

  • Tiefwasserzone, mindestens 50 Zentimeter tief
  • Flachwasserzone, 20 bis 50 Zentimeter tief
  • Uferzone, bis zu 20 Zentimeter tief

Wie groß die einzelnen Zonen sind, hängt von der Größe des Teichs ab. In die einzelnen Zonen wird ein Gefälle integriert, damit ein guter Übergang gewährleistet ist. 

Tipps zur Gestaltung des Biotops

Schrebergartenbesitzer können das Biotop mit oder ohne Fische gestalten. Befinden sich keine Fische im Gartenteich, siedeln sich häufig Molche ganz von allein an. Wer Fische einsetzen möchte, sollte sich genau informieren, welchen Platz die Fische benötigen. Die Zahl der Fische im Teich hängt von deren Art und der Größe des Teichs ab. Gut geeignet sind heimische Fische wie 

  • Rotaugen
  • Rotfedern
  • Moderlieschen
  • Elritzen
  • Bitterlinge
  • Goldorfen

Es ist möglich, mehrere Fischarten in den Teich einzusetzen, doch müssen Teichbesitzer darauf achten, dass sie gut miteinander harmonieren und sich nicht gegenseitig bekämpfen. Auch die Ansprüche der Fische an das Futter sind zu berücksichtigen. 

Nicht nur die Uferzone, sondern auch die Flachwasserzone muss bepflanzt werden. Am besten eignen sich Kübel mit dem geeigneten Pflanzsubstrat, denn so muss nicht der gesamte Teichboden mit Erde bedeckt werden. Die Kübel lassen sich auch bei der Teichpflege herausnehmen. Seerosen, aber auch andere Wasserpflanzen wie Tausendblatt, Wasserschwertlilie oder Sumpfvergissmeinnicht sind gut geeignet. Verschiedene Pflanzenarten tragen zu sauberem Wasser bei. An den Rand der Uferzone können auch verschiedene Kräuter gepflanzt werden. Der Teich kann an ein Kräuterbeet angrenzen. 

Reinigung des Gartenteichs

Algenbildung lässt sich in einem Biotop nicht vermeiden. In den Sommermonaten sollten Verunreinigungen von der Wasseroberfläche regelmäßig entfernt werden, um der Algenbildung entgegenzuwirken. Fadenalgen lassen sich mit einer Algenbürste oder einem Stock entfernen. Mindestens einmal im Jahr, im Frühjahr oder im Herbst, sollte der Teich gründlich gereinigt werden. Besser ist die Reinigung zweimal im Jahr. Ein Teichschlammsauger erleichtert die Arbeit.

Was kostet ein Schrebergarten?

Die Pacht für den Schrebergarten hängt von der jeweiligen Region ab und überschreitet 50 Cent pro Quadratmeter und Jahr oft nicht. Hinzu kommen Vereinsbeiträge sowie Kosten für Strom, Wasser, Versicherungen und Müllabfuhr hinzu. Jährlich können die Kosten bei 300 bis 600 Euro liegen.

Blogartikel 'Blog 6135: Ein Biotop im Schrebergarten' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 19.03.2024 um 18:25 Uhr von Tom

Autor*in: Tom

Userbild von Tom
Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Wiederansiedlung des Schlammpeitzgers in Bayern

Wiederansiedlung des Schlammpeitzgers in Bayern

Biotope

In Bayern wird derzeit eine der ungewöhnlichsten und zugleich bedrohtesten Fischarten unseres Landes gezielt wieder angesiedelt: der Europäische Schlammpeitzger (wissenschaftlich Misgurnus fossilis). Dieser kleine, im Schlamm lebende Fisch gerät zunehmend in Vergessenheit — und dabei spielt er eine wichtige Rolle in den Auen-, Tümpel- und Altgewässer-Ökosystemen

So wird der Garten zur Wellness-Oase

So wird der Garten zur Wellness-Oase

Allgemeine Tipps & Tricks

Die Vorstellung, den eigenen Garten in eine Wohlfühloase zu verwandeln, ist für viele Gartenliebhaber ein Traum. Ein privater Rückzugsort, der Entspannung, Ruhe und Inspiration bietet, ist ein wahrer Luxus. Doch wie gelingt es, aus einem herkömmlichen Garten einen Ort der Erholung zu machen? In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Garten mit

Blütenstände im Garten: Formen, Bedeutung und Gestaltungsideen

Blütenstände im Garten: Formen, Bedeutung und Gestaltungsideen

Pflanzen

Blüten gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen im Pflanzenreich. Sie locken nicht nur Bestäuber an, sondern prägen auch maßgeblich das Erscheinungsbild unseres Gartens. Während einzelne Blüten jedem bekannt sind, wird die Rolle und Vielfalt der Blütenstände oft unterschätzt. Der Begriff bezeichnet die Anordnung von Blüten an einer Pflanze

Trockenrasen - faszinierende Überlebenskünstler für naturnahe Gärten

Trockenrasen - faszinierende Überlebenskünstler für naturnahe Gärten

Allgemeine Tipps & Tricks

Trockenrasen gehören zu den spannendsten, aber auch am meisten unterschätzten Lebensräumen in der mitteleuropäischen Garten- und Kulturlandschaft. Wer beim Wort „Rasen“ an sattgrüne, kurz gemähte Flächen denkt, liegt hier komplett daneben. Trockenrasen sind das genaue Gegenteil von englischem Zierrasen: karg, sonnendurchflutet, nährstoffarm

Das Idyll Schrebergarten: Mit eigenem Gartenteich?

Das Idyll Schrebergarten: Mit eigenem Gartenteich?

Allgemeine Tipps & Tricks

Ein Schrebergarten, auch als Kleingarten, Laubenkolonie, Schreberanlage oder Schreberverein bezeichnet, ist ein kleines, meist gepachtetes Stück Land, das Menschen zur privaten Nutzung zur Verfügung steht, um darin Gartenbau zu betreiben oder sich zu erholen. Die Idee der Schrebergärten entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf die wachsende Urbanisierung

Regeln im Schrebergarten: Diese musst du nicht akzeptieren

Regeln im Schrebergarten: Diese musst du nicht akzeptieren

Allgemeine Tipps & Tricks

Der Traum vom eigenen Schrebergarten begeistert in Deutschland seit Generationen Menschen aller Altersgruppen. Ein Kleingarten bietet Erholung, Naturverbundenheit, Obst- und Gemüseanbau sowie einen Rückzugsort vom hektischen Alltag. Gerade in Städten sind Kleingartenanlagen besonders begehrt. Doch mit dem Garten kommen auch zahlreiche Regeln, Vorschriften