Der Rosenkäfer - ein auffälliger Bewohner unserer Gärten
Wenn im Frühjahr und Sommer ein metallisch grün glänzender Käfer durch den Garten summt und in Blütenkelche eintaucht, handelt es sich meist um den Gemeinen Rosenkäfer. Sein schimmernder Panzer macht ihn unverwechselbar, doch nicht selten wird er vorschnell als Schädling eingeordnet, obwohl seine tatsächliche Bedeutung eine ganz andere ist.
Mehr als nur ein Blütenbesucher
Der erwachsene Rosenkäfer ernährt sich vor allem von Pollen, Nektar und weichen Blütenteilen. Dabei ist er tagsüber aktiv und besonders an sonnigen Tagen gut zu beobachten. Seine Art zu fliegen ist ungewöhnlich: Die Flügeldecken bleiben geschlossen, während die eigentlichen Flügel seitlich hervorgeklappt werden. Dieses Detail fällt vor allem dann auf, wenn der Käfer scheinbar schwerfällig, aber erstaunlich zielgerichtet von Blüte zu Blüte fliegt.
Beim Blütenbesuch entstehen zwar gelegentlich kleine Fraßspuren, diese bleiben jedoch unbedeutend. Gleichzeitig trägt der Rosenkäfer durch den Kontakt mit Staubgefäßen zur Bestäubung bei und übernimmt damit eine Funktion, die oft nur Bienen und Schmetterlingen zugeschrieben wird.
Ein Leben im Verborgenen
Ein Großteil des Lebenszyklus des Rosenkäfers entzieht sich dem Blick. Nach der Eiablage entwickeln sich die Larven über mehrere Jahre hinweg im Boden. Dort ernähren sie sich ausschließlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Anders als die Engerlinge mancher anderer Käferarten schädigen sie keine lebenden Pflanzen oder Wurzeln. Im Gegenteil: Durch ihre Tätigkeit tragen sie zur Zersetzung organischer Substanz und zur Bildung von Humus bei.
Diese lange Entwicklungszeit macht den Rosenkäfer sensibel gegenüber Veränderungen in seiner Umwelt. Intensiv gepflegte Gärten ohne Laub, Totholz oder Kompost bieten kaum noch geeignete Entwicklungsräume. Wo solche Strukturen fehlen, verschwinden oft auch die Käfer, selbst wenn das Blütenangebot groß ist.
Nützlich und geschützt
Der Rosenkäfer richtet keine nennenswerten Schäden an Rosen oder anderen Zierpflanzen an, eine Bekämpfung ist daher nicht notwendig. Aus ökologischer Sicht ist sie sogar kontraproduktiv, da sowohl die erwachsenen Tiere als auch ihre Larven wichtige Aufgaben im Naturhaushalt übernehmen. Aus diesem Grund steht der Rosenkäfer in Deutschland unter besonderem Schutz. Das Töten der Tiere oder das Zerstören ihrer Entwicklungsstätten ist gesetzlich untersagt.
Wenn ein Rosenkäfer einmal als störend empfunden wird, etwa weil er wiederholt in der Nähe eines Sitzplatzes umherfliegt, lässt sich das in der Regel auf einfache und tierfreundliche Weise lösen. Da die Tiere weder stechen noch aggressiv sind, geht es nicht um Abwehr, sondern darum, sie sanft auf Abstand zu halten: Rosenkäfer reagieren empfindlich auf stärkere Luftbewegungen, sodass schon leichtes Wedeln mit der Hand oder ein sanfter Luftzug genügt, damit sie weiterfliegen. Häufig werden sie durch süße Düfte angezogen, weshalb offene Getränke, Obst oder Kuchen auf dem Tisch ihre Aufmerksamkeit wecken können. Werden Speisen abgedeckt, verliert der Sitzplatz meist schnell an Reiz.
Auch intensive, für den Käfer untypische Gerüche wirken abschreckend. Dazu zählen unter anderem Kaffee, Essig oder Zitrusdüfte. Bereits eine kleine Schale mit Kaffeepulver oder einige Zitronenschalen in der Nähe können ausreichen, ohne dem Tier zu schaden. Kräuter wie Lavendel oder Thymian werden ebenfalls eher gemieden. Befinden sich in unmittelbarer Nähe blühende Pflanzen, lässt sich der Rosenkäfer manchmal gezielt umlenken, indem solche Blüten etwas weiter vom Sitzplatz entfernt platziert werden.
Auf chemische Mittel oder Insektensprays sollte verzichtet werden, da sie unnötig sind und einem geschützten Insekt schaden würden. In den meisten Fällen bleibt der Rosenkäfer ohnehin nur kurz, fliegt weiter und erweist sich eher als vorübergehender Besucher denn als tatsächliche Belästigung.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





