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Kartoffelkäfer im Garten erkennen, verstehen und wirksam eindämmen

Blog: Kartoffelkäfer im Garten erkennen, verstehen und wirksam eindämmen (8055)

Der Kartoffelkäfer gehört zu den bekanntesten Schädlingen im Nutzgarten. Kaum ein Insekt ist so eng mit dem Kartoffelanbau verbunden wie Leptinotarsa decemlineata, der durch seine auffällige gelb-schwarz gestreifte Zeichnung leicht zu erkennen ist. Für viele Gartenbesitzer ist sein Auftreten ein echter Schreckmoment, denn sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven können Kartoffelpflanzen innerhalb kurzer Zeit stark schädigen. Wer Kartoffeln im eigenen Garten anbaut, sollte den Kartoffelkäfer deshalb nicht erst dann beachten, wenn bereits ganze Blätter abgefressen sind.

Dabei ist Panik nicht nötig. Der Kartoffelkäfer ist kein unsichtbarer Feind, sondern ein gut erkennbarer Schädling mit einem typischen Lebenszyklus. Wer regelmäßig kontrolliert, die Entwicklungsstadien unterscheiden kann und früh handelt, bekommt den Befall meist gut in den Griff. Entscheidend ist eine Kombination aus Vorbeugung, genauer Beobachtung und konsequentem Eingreifen. Besonders im naturnahen Garten lohnt sich ein Vorgehen, das Pflanzen stärkt, Nützlinge fördert und chemische Maßnahmen möglichst vermeidet.

Herkunft und Einordnung des Kartoffelkäfers

Der Kartoffelkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen Leptinotarsa decemlineata und gehört zur Familie der Blattkäfer. Ursprünglich stammt er aus Nordamerika, wo er zunächst an wilden Nachtschattengewächsen lebte. Mit der Ausbreitung des Kartoffelanbaus fand der Käfer eine ideale neue Nahrungspflanze und konnte sich stark vermehren. Heute ist er in vielen Regionen Europas verbreitet und zählt auch in Deutschland zu den wichtigsten Schädlingen an Kartoffeln.

Sein Erfolg hängt eng mit seiner Anpassungsfähigkeit zusammen. Kartoffelpflanzen bieten ihm reichlich Nahrung, und in warmen Jahren kann sich der Käfer besonders gut entwickeln. Auch kleine Hausgärten bleiben nicht verschont, denn Kartoffelkäfer können fliegen und neue Bestände aktiv aufsuchen. Ein Befall bedeutet daher nicht automatisch, dass im Garten etwas falsch gemacht wurde. Er zeigt vielmehr, dass die Wirtspflanzen vorhanden sind und die Bedingungen für den Schädling passen.

Neben Kartoffeln können auch andere Nachtschattengewächse betroffen sein. Dazu zählen unter anderem Auberginen, Tomaten und gelegentlich Paprika. Kartoffeln bleiben jedoch die bevorzugte Kulturpflanze. Besonders gefährdet sind Bestände, die jedes Jahr am gleichen Platz wachsen oder in deren Nähe im Boden überwinternde Käfer leicht wieder Nahrung finden.

So sieht der Kartoffelkäfer aus

Der erwachsene Kartoffelkäfer ist etwa einen Zentimeter groß, oval gebaut und durch seine Zeichnung sehr auffällig. Auf den hellgelben bis gelblich cremefarbenen Flügeldecken verlaufen schwarze Längsstreifen. Der Halsschild ist gelblich bis orange und trägt dunkle Flecken. Durch dieses Muster lässt sich der Käfer meist gut von anderen Blattkäfern unterscheiden.

Die Larven sehen völlig anders aus als die erwachsenen Tiere. Sie sind weich, gewölbt und anfangs dunkelrot bis bräunlich, später eher orange bis rötlich gefärbt. An den Seiten tragen sie dunkle Punktreihen. Gerade die Larven verursachen den größten Schaden, weil sie sehr gefräßig sind und in kurzer Zeit große Blattflächen verzehren können.

Die Eier sind ebenfalls gut erkennbar, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Sie sitzen meist in kleinen Gruppen an der Unterseite der Blätter. Ihre Farbe ist gelblich bis orange, ihre Form länglich oval. Wer beim Kontrollgang die Blattunterseiten prüft, kann einen Befall oft stoppen, bevor die ersten Larven massenhaft schlüpfen.

Lebensweise und Entwicklungszyklus

Kartoffelkäfer überwintern als erwachsene Käfer im Boden. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen und Kartoffelpflanzen austreiben, werden sie aktiv. Sie verlassen ihre Überwinterungsplätze, suchen geeignete Nahrungspflanzen und beginnen zu fressen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier an die Blattunterseiten. Je nach Witterung können daraus schon nach wenigen Tagen Larven schlüpfen.

Die Larven durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien und fressen dabei intensiv an den Blättern. Nach einiger Zeit wandern sie in den Boden, wo sie sich verpuppen. Aus den Puppen schlüpfen neue Käfer, die erneut an den Pflanzen fressen und sich weiter vermehren können. In günstigen Jahren ist mehr als eine Generation möglich, was den Befallsdruck deutlich erhöht.

Warme und trockene Sommer begünstigen die Entwicklung. Auch milde Winter können dazu beitragen, dass viele Käfer überleben. In kühleren oder nassen Phasen verläuft die Entwicklung langsamer, der Schaden kann aber trotzdem erheblich sein. Für Gartenbesitzer bedeutet das: Eine einmalige Kontrolle reicht nicht aus. Kartoffelpflanzen sollten über die gesamte Saison hinweg beobachtet werden.

Schadbild an Kartoffelpflanzen

Der Schaden beginnt oft unscheinbar. Einzelne Blattränder sind angefressen, kleine Löcher erscheinen in den Blättern, oder ein paar Käfer sitzen auf den Trieben. Bleibt der Befall unentdeckt, nehmen die Fraßschäden schnell zu. Besonders Larven fressen sehr viel und können das Laub fast vollständig zerstören. In schweren Fällen bleiben nur noch Blattrippen und Stängel zurück.

Dieser sogenannte Kahlfraß schwächt die Pflanze massiv. Kartoffelpflanzen brauchen ihr Laub, um über die Photosynthese Energie zu bilden und Knollen zu entwickeln. Wird zu viel Blattmasse zerstört, bleiben die Knollen kleiner, der Ertrag sinkt und die Pflanze wird anfälliger für weitere Probleme. Besonders kritisch ist starker Fraß während der Hauptwachstumsphase, wenn die Knollenbildung aktiv läuft.

Ein leichter Befall führt nicht sofort zum Totalausfall. Gesunde Kartoffelpflanzen können kleinere Schäden ausgleichen. Problematisch wird es, wenn viele Larven gleichzeitig auftreten oder wenn Pflanzen ohnehin durch Trockenheit, Nährstoffmangel oder Krankheiten geschwächt sind. Deshalb ist frühes Handeln so wichtig: Je weniger Blattmasse verloren geht, desto besser erholt sich die Kultur.

Warum Kartoffelkäfer im Garten so hartnäckig sind

Kartoffelkäfer sind hartnäckig, weil sie mehrere Vorteile miteinander verbinden. Sie finden ihre Nahrungspflanzen zuverlässig, vermehren sich stark und können im Boden überwintern. Außerdem sind sie mobil und können aus benachbarten Gärten, Feldern oder wilden Beständen einwandern. Selbst ein sehr gepflegter Garten kann daher wiederholt betroffen sein.

Ein weiterer Grund ist die zeitversetzte Entwicklung. Während erwachsene Käfer bereits fressen, liegen möglicherweise schon Eier an den Blattunterseiten. Kurz darauf schlüpfen Larven, später kommen neue Käfer hinzu. Wer nur die sichtbaren erwachsenen Tiere entfernt, übersieht leicht die nächste Generation. Erfolgreiche Bekämpfung muss deshalb Eier, Larven und Käfer berücksichtigen.

Auch der Anbau am gleichen Standort erhöht das Risiko. Wenn Kartoffeln jedes Jahr im selben Beet stehen, finden überwinterte Käfer im Frühjahr schnell passende Nahrung. Eine gute Fruchtfolge ist deshalb eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen.

Vorbeugung: Den Befall von Anfang an erschweren

Vorbeugung beginnt bereits vor dem Pflanzen. Kartoffeln sollten nicht jedes Jahr am gleichen Standort wachsen. Eine Anbaupause von mehreren Jahren im selben Beet hilft, den Druck durch überwinternde Käfer zu verringern. Auch andere Nachtschattengewächse sollten in die Fruchtfolge einbezogen werden, da sie ebenfalls als Wirtspflanzen dienen können.

Ein kräftiger Pflanzenbestand ist widerstandsfähiger gegen Fraßschäden. Dazu gehören eine gute Bodenvorbereitung, ausreichende Versorgung mit organischer Substanz und gleichmäßige Wasserversorgung. Überdüngung sollte vermieden werden, denn sehr weiches, üppiges Blattgewebe kann Schädlinge begünstigen und Pflanzen zugleich anfälliger machen.

Mischkultur kann unterstützend wirken, auch wenn sie keinen sicheren Schutz bietet. Pflanzenvielfalt erschwert Schädlingen die Orientierung und fördert ein stabileres Gartenökosystem. Geeignet sind unter anderem Kräuter, Blühpflanzen und Begleitkulturen, die Nützlinge anziehen. Entscheidend bleibt jedoch die regelmäßige Kontrolle der Kartoffelpflanzen.

Sinnvolle vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Kartoffeln nicht dauerhaft am selben Standort anbauen
  • Beete nach der Ernte gründlich räumen
  • gesunde, kräftige Pflanzen fördern
  • Garten vielfältig bepflanzen
  • Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren
  • erste Käfer, Eier und Larven sofort entfernen

Kontrolle im Beet: Der wichtigste Schritt

Die wirksamste Maßnahme im Hausgarten ist die regelmäßige Sichtkontrolle. Sobald Kartoffeln kräftig austreiben, sollten die Pflanzen alle paar Tage überprüft werden. Bei warmem Wetter und bekannten Befallsproblemen ist eine noch engere Kontrolle sinnvoll. Besonders wichtig sind Blattunterseiten, junge Triebspitzen und die oberen Blattbereiche.

Erwachsene Käfer sind meist leicht zu entdecken. Eier sitzen in Gruppen auf der Blattunterseite und sollten sofort entfernt oder zerdrückt werden. Larven können abgesammelt werden, solange sie noch nicht in großer Zahl auftreten. Am besten kontrolliert man morgens oder am frühen Abend, wenn die Hitze nicht zu stark ist und die Tiere gut sichtbar auf den Pflanzen sitzen.

Das Absammeln ist zwar mühsam, aber im Garten sehr effektiv. Es verhindert, dass sich der Befall explosionsartig entwickelt. Wer früh beginnt, spart später viel Aufwand. Wichtig ist, die Tiere nicht einfach neben dem Beet fallen zu lassen. Sie sollten zuverlässig entfernt werden, damit sie nicht wieder auf die Pflanzen gelangen.

Natürliche und mechanische Bekämpfung

Im naturnahen Garten stehen mechanische und biologische Maßnahmen im Vordergrund. Das Absammeln von Käfern, Larven und Eigelegen ist die wichtigste Methode. Bei kleineren Kartoffelbeständen ist sie oft ausreichend, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Größere Larven können in einem Gefäß gesammelt und anschließend unschädlich gemacht werden.

Auch das Entfernen stark befallener einzelner Blätter kann sinnvoll sein, besonders wenn darauf viele Eier oder junge Larven sitzen. Dabei sollte jedoch nicht unnötig viel gesundes Laub entfernt werden, denn die Pflanze braucht ihre Blätter für die Knollenbildung. Ziel ist ein gezieltes Eingreifen, nicht ein radikaler Rückschnitt.

Kulturschutznetze können helfen, neue Käfer vom Bestand fernzuhalten. Sie müssen frühzeitig angebracht werden und gut schließen, damit keine Käfer darunter gelangen. Befinden sich bereits überwinterte Käfer im Boden des Beets, können Netze allerdings auch zur Falle werden, weil die Tiere dann unter dem Schutznetz direkt an den Kartoffeln bleiben. Deshalb funktionieren Netze am besten in Kombination mit Fruchtfolge und gründlicher Kontrolle.

Nützlinge und natürliche Gegenspieler

Kartoffelkäfer haben in unseren Gärten einige natürliche Gegenspieler, auch wenn diese einen starken Befall selten allein verhindern. Vögel, Laufkäfer, räuberische Wanzen, Spinnen und andere Insekten können Eier, Larven oder Käfer fressen. Ein strukturreicher Garten mit Hecken, Wildstauden, Totholzbereichen und Blühpflanzen bietet solchen Nützlingen Lebensraum.

Nützlingsförderung ist keine Sofortlösung, sondern eine langfristige Strategie. Sie stabilisiert das ökologische Gleichgewicht im Garten und kann Schädlingsdruck insgesamt senken. Je vielfältiger ein Garten ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Schädlinge völlig ungebremst auftreten.

Wichtig ist, breit wirkende Insektizide zu vermeiden, wenn Nützlinge gefördert werden sollen. Solche Mittel treffen nicht nur Schädlinge, sondern auch viele nützliche Insekten. Das kann langfristig sogar neue Probleme schaffen, weil natürliche Gegenspieler fehlen.

Hausmittel gegen Kartoffelkäfer

Viele Gartenbesitzer suchen nach Hausmitteln gegen Kartoffelkäfer. Manche Methoden können unterstützend wirken, andere sind eher enttäuschend oder schädigen die Pflanzen. Brühen oder Jauchen aus bestimmten Pflanzen werden gelegentlich eingesetzt, um Kartoffelpflanzen zu stärken oder Käfer abzuschrecken. Eine sichere Bekämpfung ersetzen sie aber nicht.

Pflanzenstärkungsmittel können sinnvoll sein, wenn sie die Kultur vital halten. Gegen vorhandene Larven hilft jedoch vor allem das direkte Entfernen. Auch das Bestäuben mit feinen mineralischen Stoffen wird manchmal genannt, ist aber mit Vorsicht zu betrachten, da es Blätter belasten und Nützlinge beeinträchtigen kann.

Nicht empfehlenswert sind aggressive Mischungen, stark konzentrierte Seifenlösungen oder ölhaltige Mittel, die die Blattoberfläche schädigen können. Kartoffelpflanzen reagieren auf solche Behandlungen je nach Wetterlage empfindlich. Bei Sonne können Blattverbrennungen entstehen, bei feuchtem Wetter steigt das Risiko für Pilzprobleme. Wer Hausmittel nutzt, sollte sie deshalb niemals als Ersatz für Kontrolle und Absammeln betrachten.

Chemische Bekämpfung im Hausgarten

Im privaten Garten sollte chemische Bekämpfung nur die letzte Option sein. Der Kartoffelkäfer ist bekannt dafür, gegen bestimmte Wirkstoffe widerstandsfähig werden zu können, wenn diese häufig eingesetzt werden. Außerdem können Insektizide Nützlinge, Bestäuber und andere Insekten beeinträchtigen. Für einen Garten, der langfristig gesund bleiben soll, ist ein vorsichtiger Umgang daher besonders wichtig.

Wenn Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, dürfen nur zugelassene Mittel verwendet werden, und die Anwendung muss exakt nach Vorgabe erfolgen. Besonders wichtig sind Wartezeiten, Dosierung, Anwendungszeitpunkt und Schutz von Nichtzielorganismen. Mittel sollten niemals während des Bienenflugs auf blühende Pflanzen gelangen. Auch Abdrift auf Nachbarbeete ist zu vermeiden.

Für die meisten Hausgärten gilt: Frühzeitiges Absammeln, Fruchtfolge und gesunde Pflanzenführung sind nachhaltiger als ein später chemischer Eingriff. Wer erst handelt, wenn die Pflanzen fast kahl gefressen sind, hat den besten Zeitpunkt bereits verpasst.

Kartoffelkäfer an Tomaten, Auberginen und anderen Pflanzen

Obwohl Kartoffeln bevorzugt werden, können Kartoffelkäfer auch andere Nachtschattengewächse befallen. Besonders Auberginen sind gefährdet, da ihr Laub ebenfalls attraktiv sein kann. Tomaten werden seltener stark geschädigt, sind aber nicht völlig ausgeschlossen. Paprika ist meist weniger betroffen, kann aber in ungünstigen Situationen ebenfalls Fraßspuren zeigen.

Wer Kartoffeln und Auberginen im selben Garten anbaut, sollte beide Kulturen kontrollieren. Es bringt wenig, Kartoffelpflanzen gründlich abzusammeln, wenn sich Larven an benachbarten Auberginen weiterentwickeln. Auch nach der Kartoffelernte lohnt ein Blick auf andere Nachtschattengewächse, da Käfer noch weiterfressen können.

Eine räumliche Trennung kann helfen, ist aber kein vollständiger Schutz. Kartoffelkäfer sind beweglich und können fliegen. Trotzdem reduziert eine kluge Gartenplanung das Risiko, dass sich ein Befall unbemerkt von einer Kultur zur nächsten ausbreitet.

Ernte, Nachsorge und Bodenpflege

Nach der Kartoffelernte sollte das Beet gründlich auf Pflanzenreste kontrolliert werden. Zurückgebliebene Kartoffelpflanzen oder Knollen können wieder austreiben und dem Käfer zusätzliche Nahrung bieten. Auch Durchwuchskartoffeln im Folgejahr sind problematisch, weil sie überwinternden Käfern früh als Futter dienen.

Eine gute Nachsorge bedeutet, befallenes Laub nicht achtlos im Beet liegen zu lassen. Stark befallene Pflanzenteile sollten so entsorgt werden, dass sich Käfer und Larven nicht weiterentwickeln können. Der Boden sollte gelockert und für die nächste Kultur vorbereitet werden. Eine passende Gründüngung kann helfen, die Bodenstruktur zu verbessern und den Standort für die folgende Saison zu stabilisieren.

Wichtig ist außerdem die Dokumentation im eigenen Gartenkalender. Wer notiert, wann und wo Kartoffelkäfer aufgetreten sind, kann im nächsten Jahr gezielter vorbeugen. Gerade bei wiederkehrenden Befallsproblemen ist diese Erfahrung wertvoll.

Häufige Fehler im Umgang mit Kartoffelkäfern

Ein häufiger Fehler ist zu spätes Handeln. Viele Gartenbesitzer bemerken den Befall erst, wenn zahlreiche Larven bereits große Blattflächen abgefressen haben. Dann ist die Bekämpfung deutlich aufwendiger. Regelmäßige Kontrolle ab dem Austrieb ist deshalb unverzichtbar.

Ein zweiter Fehler ist die ausschließliche Konzentration auf erwachsene Käfer. Wer Eier und junge Larven übersieht, entfernt nur einen Teil des Problems. Gerade die Eigelege an den Blattunterseiten entscheiden darüber, wie stark der Befall wenige Tage später wird.

Auch fehlende Fruchtfolge begünstigt wiederkehrende Probleme. Kartoffeln sollten nicht Jahr für Jahr im selben Beet wachsen. Selbst wenn der Platz im Garten begrenzt ist, lohnt eine möglichst weite Rotation. Ebenso ungünstig ist es, nach der Ernte Pflanzenreste und kleine Knollen im Boden zu belassen.

FAQs zum Kartoffelkäfer

Ist der Kartoffelkäfer für Menschen giftig?

Der Kartoffelkäfer ist für Menschen im normalen Gartenkontakt nicht gefährlich. Er sollte jedoch nicht gegessen werden, und nach dem Absammeln der Tiere ist gründliches Händewaschen sinnvoll. Da er an Nachtschattengewächsen frisst, kann er Stoffe aufnehmen, die ihn für viele Fressfeinde unattraktiv machen.

Wann tritt der Kartoffelkäfer im Garten auf?

Kartoffelkäfer werden meist im Frühjahr aktiv, sobald es warm genug ist und Kartoffelpflanzen austreiben. Die stärksten Schäden entstehen häufig im späten Frühjahr und Sommer, wenn Larven in größerer Zahl auftreten. In warmen Jahren kann sich der Befall über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Was hilft am besten gegen Kartoffelkäfer?

Im Hausgarten hilft am besten die Kombination aus regelmäßiger Kontrolle, Absammeln von Käfern und Larven sowie Entfernen der Eigelege. Ergänzend sind Fruchtfolge, gesunde Pflanzenführung und Nützlingsförderung wichtig. Je früher eingegriffen wird, desto geringer ist der Schaden.

Kann man Kartoffelkäfer vorbeugend verhindern?

Vollständig verhindern lässt sich ein Befall nicht immer, weil Käfer zufliegen können. Das Risiko lässt sich aber deutlich senken. Kartoffeln sollten nicht jedes Jahr am gleichen Platz stehen, Pflanzenreste sollten entfernt werden, und die Bestände sollten früh kontrolliert werden. Ein vielfältiger Garten unterstützt zusätzlich natürliche Gegenspieler.

Fressen Kartoffelkäfer nur Kartoffeln?

Kartoffeln sind die wichtigste Nahrungspflanze, aber nicht die einzige. Auch Auberginen und gelegentlich Tomaten oder andere Nachtschattengewächse können betroffen sein. Deshalb sollten in einem Nutzgarten nicht nur Kartoffeln kontrolliert werden.

Sind die Larven schlimmer als die Käfer?

Ja, meistens verursachen die Larven den größten Schaden. Sie treten oft in Gruppen auf und fressen sehr intensiv an den Blättern. Erwachsene Käfer schädigen die Pflanzen ebenfalls, aber die Massenentwicklung der Larven ist für den Ertrag meist kritischer.

Darf befallenes Kartoffellaub auf den Kompost?

Stark befallenes Laub sollte nicht sorglos auf den offenen Kompost gegeben werden, wenn noch Eier, Larven oder Käfer daran sitzen. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich Tiere weiterentwickeln oder wieder in den Garten gelangen. Sicherer ist eine Entsorgung, bei der der Schädling zuverlässig aus dem Gartenkreislauf entfernt wird.

Fazit: Früh erkennen, konsequent handeln und den Garten stärken

Der Kartoffelkäfer ist ein auffälliger, widerstandsfähiger und ernstzunehmender Schädling im Kartoffelanbau. Seine Stärke liegt in seiner guten Anpassung, seiner Vermehrungsfreude und seiner Fähigkeit, im Boden zu überwintern. Für Gartenbesitzer bedeutet das jedoch nicht, dass der Anbau von Kartoffeln riskant oder frustrierend sein muss. Wer den Käfer kennt, erkennt auch seine Schwachstellen.

Die wichtigste Maßnahme ist die frühe und regelmäßige Kontrolle. Eier an den Blattunterseiten, junge Larven und erwachsene Käfer sollten sofort entfernt werden. Besonders im Hausgarten ist das Absammeln eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode. Ergänzend helfen Fruchtfolge, gute Bodenpflege, kräftige Pflanzen und ein vielfältig gestalteter Garten mit Lebensraum für Nützlinge.

Ein einzelner Kartoffelkäfer ist noch kein Grund zur Sorge. Viele übersehene Eigelege können dagegen schnell zum Problem werden. Deshalb lohnt sich Aufmerksamkeit von Beginn an. Mit einem ruhigen, konsequenten und naturnahen Vorgehen lassen sich Kartoffelkäfer wirksam eindämmen, ohne das Gleichgewicht im Garten unnötig zu belasten. So bleiben Kartoffelpflanzen vital, die Ernte wird geschützt und der Nutzgarten bleibt ein gesunder, lebendiger Ort.

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Blogartikel 'Blog 8055: Kartoffelkäfer im Garten erkennen, verstehen und wirksam eindämmen' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 03.07.2026 um 12:07 Uhr von Tom

Tom

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