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Blog: Wie erklärt man die wichtigsten chemischen Zusammenhänge in einem Aquarium leicht verständlich? (5417)

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Lesezeit: ca. 7 Minuten
Wie erklärt man die wichtigsten chemischen Zusammenhänge in einem Aquarium leicht verständlich?

Letztens habe ich mir Gedanken dazu gemacht, wie man die wichtigsten chemischen Prozesse in einem Aquarium am besten und möglichst einfach erklären könnte. Mit der Länge des Artikels habe ich mir dann doch etwas schwergetan, denn die wichtigsten Abläufe sollte man kennen um darauf richtig reagieren zu können und dies funktioniert leider nicht in Kürze??? Allerdings wird es auch nicht zu lange werden!

Unser Aquarium und die Chemie ??? gerne vergleiche ich ein Aquarium mit dem Funktionieren unseres Planeten??? Wo beginnt man aber beim Aquarium am besten? Beginnen wir vielleicht ganz am Anfang, wenn man ein neues Becken einrichtet. Ich mag gebrauchte Becken oft am liebsten, da dort schon gewisse Strukturen vorhanden sind. Obwohl ein Aquarium vielleicht schon länger trockenstand ??? es scheint etwas in den Becken zu geben, das beim sogenannten Einfahren eines Aquariums behilflich ist. Dabei putze ich ein bereits gebrauchtes Aquarium nicht und überlasse dies der Natur.

Dies soll auch gleich vorweg als Tipp fungieren ??? man sollte mehr der Natur überlassen und selbst nur in Notfällen eingreifen. Um dies jedoch bewerkstelligen zu können, ist die Kenntnis bestimmte Abläufe im Aquarium unerlässlich.

Die chemischen Abläufe in einem Aquarium ??? möglichst einfach erklärt

Starten wir hier bei A wie Ammonium und Ammoniak. Diese beiden Werte werden leicht übersehen und sind doch so wichtig!

Ammonium ist in einem Aquarium immer vorhanden und stammt von Futterresten, toten Fischen und Pflanzen und anderem. In einem gut funktionierenden Aquarium wird das Ammonium von den Filter- und Bodengrund-Bakterien in Nitrit umgebaut und abgebaut.

Eines sollte man jedoch immer im Auge behalten. Achtung! Steigt der pH-Wert in einem Aquarium an, wandelt sich das leicht giftige Ammonium in das hochgiftige Ammoniak um und dies ist lebensbedrohlich für die Tiere! Wenn in einem Aquarium z.B. viele Fische leben, die viel gefüttert werden, wo dann wenig Wasserwechsel durchgeführt wird und dann noch der pH-Wert in den basischen Bereich (über pH 7) steigen sollte, könnte dies den Tod der gesamten Beckenbewohner bedeuten. Leider wird diese Begebenheit oft au??er Acht gelassen.

Nun zum Nitrit, welches ebenfalls hochgiftig ist. Es wird durch die sogenannten nitrifizierenden Bakterien zum viel ungiftigeren Nitrat abgebaut. Nitrat können die Fische relativ gut vertragen, auch die Pflanzen entziehen dem Wasser eine bestimmte Menge an Nitrat, es wird jedoch durch den Wasserwechsel im Rahmen gehalten und sollte nicht überhandnehmen.

Speziell in einem neu eingerichteten Aquarium muss man darauf achten, dass sich die nitrifizierenden Bakterien, die längere Zeit benötigen, als andere angesiedelt haben. Vorher dürfen keine Fische eingesetzt werden! Dies sollte sich in zwei Wochen eingestellt haben, manchmal hilft es, wenn man alle zwei Tage etwas Futter in das noch unbewohnte Becken gibt???

Oft "unsichtbarer", als andere Werte und doch mit relativ schweren Folgen können Faulgase im Bodengrund eines Aquariums immer wieder mal vorkommen. Dabei handelt es sich meist um Schwefelwasserstoff, der dadurch entsteht, dass der Bodengrund Zuwenig durchlüftet wird. Oft geschieht es auch, dass der Bodengrund aus Sand zu dicht schlie??t und sich gute Bakterien nicht ansiedeln können, dann hat man wirklich ein Problem. Besonderes Augenmerk muss man deshalb zu Beginn auf den Bodengrund legen. Sehr hilfreich können hier Turmdeckelschnecken sein, die man ins Aquarium einbringt. Sie durchwühlen den Bodengrund und durchlüften ihn, ähnlich, wie das Regenwürmer machen.

Weitere Abfallprodukte in einem Aquarium sind Phosphate und Gelbstoffe (=Huminsäuren). Letztere sind dafür verantwortlich, dass sich das Aquarienwasser gelb färbt. Sie sind eigentlich nicht schädlich und werden durch den Wasserwechsel immer wieder entfernt. Bei Phosphaten sieht es ein wenig anders aus. Zwar benötigen die Pflanzen Phosphat, um wachsen zu können doch bei einem Zuviel an Phosphat wachsen die Algen besser.

Einen Artikel zu Wassertests findet man übrigens hier:

https://www.einrichtungsbeispiele.de/artikel/wassertest-fuer-aquarium-und-teich_aid5285.html

Weiter zum pH-Wert??? Dieser Wert wird von der Karbonathärte beeinflusst, die wohl eine der wichtigsten, wenn nicht den wichtigsten Wert darstellt, da die Karbonathärte den pH-Wert beeinflusst. Sie puffert den pH-Wert und ist für dessen Stabilität verantwortlich.

Es gibt Tiere, die in relativ basischem Wasser von pH-Wert 8-9 vorkommen, wie z.B. die Fische aus dem Tanganjika- und Malawisee und dann gibt es Tiere, die in saurem Wasser (pH-Wert von 5-6) leben, wie viele Salmler und Buntbarsche aus Südamerika. Der pH-Wert von 7 ist der neutrale Wert. Viele Tiere, die in der Aquaristik gehalten werden kommen mit pH-Werten von 6, 5 bis 7, 5 gut zurecht.

Im Tanganjikasee ist die Karbonathärte sehr hoch und sollte auch im Aquarium höher gehalten werden, da dies den pH-Wert ins basische hebt. Ein Wert von 12 oder mehr ist hier angebracht. In anderen Aquarien, die einen neutralen pH-Wert benötigen, sollte die Karbonathärte nicht unter 5 fallen, da ansonsten der pH-Wert nicht mehr stabil ist. Hier wäre eine Karbonathärte von 5 bis maximal 11 angebracht.

Die Gesamthärte setzt sich aus allen gelösten Salzen von Kalzium und Magnesium zusammen. Sie wurde früher und wird auch heute noch in Grad dGH angegeben oder als GH-Wert bezeichnet. Eigentlich ist mmol/l gebräuchlicher, was Millimol pro Liter bedeutet.

Den Leitwert misst man mit einem Leitwert-Messgerät und kann so die Wasserqualität kontrollieren, da stark belastetes (organische Abfallprodukte) oder hartes Wasser eine hohe Leitfähigkeit hat. Hat man z.B. in einem Aquarium noch keinen Wasserwechsel durchgeführt und der Leitwert steigt, dann sollte man den Wasserwechsel so schnell als möglich durchführen. Der Leitwert gibt übrigens an, wie gut das jeweilige Wasser elektrischen Strom leitet. Der Wert wird in Mikrosiemens/cm angegeben.

Auswirkungen von Licht und Dunkelheit... In einem Aquarium benötigt man eine Beleuchtung. Am besten durchgehend 10-12 Stunden. Bestimmte Stoffe und Mikroorganismen aber auch Pflanzen arbeiten anders, wenn sie ohne Beleuchtung sind. Nachts benötigen Pflanzen Sauerstoff, während sie tagsüber durch die Photosynthese Sauerstoff erzeugen ??? grob gesehen. Auch viele Bakterien benötigen Sauerstoff, um ihre Arbeiten zu verrichten. Ich habe speziell mit Leuchtmitteln, die UVA- und UVB-Strahlung abgeben gro??artige Erfahrungen machen können.

Leuchtmittel mit UVA- und UVB-Strahlung

Sehr interessant sind die Auswirkungen von UV-Beleuchtung, wie man sie in der Reptilien-Haltung einsetzt. Ich habe gro??artige Erfolge bei Tropheus mit einer einfachen T8 Röhre, die 30%UVA- und 5%UVB-Strahlung abgibt machen können. Die Röhre, die sonst in Terrarien mit Regenwaldbewohnern Verwendung findet brachte ich einfach im Leuchtkasten des 150cm langen ???Juwel Vision 450??? Aquarium an. Eine zweite Lampe war eine herkömmliche Aquarien-Röhre.

Die Fische waren einerseits sehr aktiv, andererseits nicht mehr so ???aggressiv??? und gegenüber der Anfälligkeit bezüglich der oft gefürchteten ???Tropheus-Krankheit??? den Darmflagellaten schienen die Fische stabil zu sein. Ich konnte sie einfach in andere Becken übersiedeln, ohne dass man besonders vorsichtig sein musste.

Ich vermute mal, dass Leuchtmittel mit UVA- und UVB-Strahlung wohl bei den meisten anderen Aquarienfischen ebenfalls sehr positive Auswirkungen erzielen könnte.

Welche Auswirkungen die UVA- und UVB-Strahlung auf andere chemische Vorgänge im Aquarium haben, kann ich nicht belegen, jedoch schlussfolgere ich eine sehr gute!

Alles in allem gilt jedoch, wie oben schon erwähnt - man sollte so wenig als nötig in die Chemie eines Beckens eingreifen. Vieles regelt sich von alleine - speziell beim Einlaufen eines Beckens benötigt es viel an Geduld!

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

Blogartikel 'Blog 5417: Wie erklärt man die wichtigsten chemischen Zusammenhänge in einem Aquarium leicht verständlich?' aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 28.05.2020 um 16:57 Uhr von Helga Kury

Autor*in: Helga Kury

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Helga Kury ist Mitglied von EB und stellt 17 Beispiele vor.

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