Phengaris nausithous im Garten
Einrichtungsbeispiele mit Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Wissenswertes zu Phengaris nausithous (Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling)
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling Phengaris nausithous gehört zur Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) und zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Innerhalb der Gattung Phengaris nimmt die Art eine besondere Stellung ein, da ihr Lebenszyklus eng an bestimmte Pflanzen- und Ameisenarten gebunden ist.
Herkunft und Lebensraum
Die Art ist in Mittel- und Osteuropa verbreitet, mit einem Schwerpunkt in gemäßigten Klimazonen. Ihr Lebensraum sind feuchte bis wechselfeuchte Wiesen, insbesondere Pfeifengraswiesen, in denen der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) vorkommt. Zusätzlich ist das Vorhandensein bestimmter Knotenameisen der Gattung Myrmica erforderlich, da diese für die Entwicklung der Raupen eine zentrale Rolle spielen. Geeignete Lebensräume sind daher stark spezialisiert und empfindlich gegenüber Veränderungen.
Aussehen
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling erreicht eine Flügelspannweite von etwa 30 bis 34 Millimetern. Die Oberseite der Flügel ist bei den Männchen dunkel blaugrau gefärbt, bei den Weibchen überwiegend dunkelbraun mit nur schwachem Blauschimmer. Die Unterseite ist hellgrau bis bräunlich und zeigt eine feine Punktzeichnung. Im Vergleich zum Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling wirkt Phengaris nausithous insgesamt dunkler und weniger kontrastreich.
Verhalten und Ernährung
Die Falter zeigen eine eher kurze Flugzeit, die meist von Juni bis August reicht. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar verschiedener Blütenpflanzen, häufig auch vom Wiesenknopf selbst. Die Raupen sind zunächst pflanzenfressend und leben in den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs. Nach einer bestimmten Entwicklungsphase lassen sie sich zu Boden fallen und werden von Knotenameisen in deren Nester getragen, wo sie räuberisch von Ameisenbrut leben.
Fortpflanzung
Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an die Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfs ab. Nach dem Schlupf fressen die Raupen mehrere Wochen im Inneren der Blütenstände. Anschließend beginnt die für die Art typische Phase der sozialen Parasitierung, bei der die Raupen von Myrmica-Ameisen adoptiert werden. Die Verpuppung erfolgt im Ameisennest, aus dem der fertige Falter im folgenden Jahr schlüpft.
Nutzen
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling besitzt vor allem eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Aufgrund seiner komplexen Lebensweise gilt er als Indikatorart für intakte, extensiv genutzte Feuchtwiesen. Sein Vorkommen weist auf funktionierende ökologische Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Insekten und Ameisen hin.
Natürliche Feinde
Zu den natürlichen Feinden zählen Vögel, Spinnen und räuberische Insekten. Während der Entwicklung im Ameisennest sind die Raupen relativ gut geschützt, können jedoch durch Konkurrenz innerhalb des Nestes oder durch das Erkennen als Fremdorganismus gefährdet sein.
Schutzstatus
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gilt in Deutschland als stark gefährdet und ist europaweit nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie besonders geschützt. Hauptgefährdungsursachen sind die Entwässerung von Feuchtwiesen, intensive landwirtschaftliche Nutzung sowie der Verlust des Großen Wiesenknopfs und geeigneter Ameisenpopulationen.
Deutsche und alternative Bezeichnungen
Der Name „Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling“ beschreibt sowohl die dunklere Färbung im Vergleich zu ähnlichen Arten als auch die enge Bindung an den Wiesenknopf und Ameisen.