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Androctonus australis im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Afrikanischer Dickschwanzskorpion

Androctonus australis im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Afrikanischer Dickschwanzskorpion)
Androctonus australis (Afrikanischer Dickschwanzskorpion) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Quartl, Androctonus australis qtl1, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Androctonus australis (Afrikanischer Dickschwanzskorpion)

Der Afrikanische Dickschwanzskorpion, wissenschaftlich als Androctonus australis bekannt, gehört zu den faszinierendsten Vertretern der Skorpione und gilt aufgrund seiner beeindruckenden Erscheinung und seines anspruchsvollen Pflegebedarfs als eine besondere Herausforderung für erfahrene Terrarianer. Diese Art fasziniert durch ihre imposante Größe, ihr charakteristisches Verhalten und ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Lebensräume.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Androctonus australis stammt ursprünglich aus Nordafrika und ist in Ländern wie Tunesien, Algerien, Libyen, Ägypten und Marokko verbreitet. Die Art bevorzugt trockene, wüstenähnliche Regionen mit spärlicher Vegetation und extremen klimatischen Bedingungen. Der natürliche Lebensraum zeichnet sich durch heiße Temperaturen tagsüber und kühle Nächte aus. Sandige und felsige Böden dominieren das Landschaftsbild, und die Tiere nutzen Spalten, Steine und selbst gegrabene Höhlen als Schutz vor Fressfeinden und zur Regulation der Körpertemperatur.

Die Anpassungsfähigkeit von Androctonus australis an extreme Umgebungen macht die Art besonders interessant für Terrarianer. Sie ist ein nachtaktiver Jäger, der tagsüber Schutz sucht und nachts aktiv wird. Das Wissen über die natürlichen Lebensbedingungen ist für die Terrarienhaltung essenziell, um eine artgerechte Umgebung zu schaffen.

Gattung und Familie

Androctonus australis gehört zur Gattung Androctonus innerhalb der Familie Buthidae. Die Gattung Androctonus umfasst mehrere Arten, die durch ihre hohe Giftigkeit und ihre Anpassung an wüstenähnliche Habitate bekannt sind. Buthidae ist eine der größten Skorpionfamilien, die weltweit verbreitet ist und viele Arten mit medizinisch relevanten Giften enthält. Innerhalb dieser Familie ist Androctonus australis aufgrund seiner Größe und seines charakteristischen Erscheinungsbildes besonders markant.

Beschreibung der Art und Aussehen

Androctonus australis gehört zu den größeren Skorpionarten und erreicht Körperlängen zwischen 10 und 12 Zentimetern, wobei Weibchen oft etwas größer als Männchen sind. Typisch ist der kräftige, dicke Schwanz, der dem Tier seinen deutschen Namen „Dickschwanzskorpion“ verleiht. Die Färbung variiert von hellbraun bis dunkelbraun oder gelblich, wobei die Grundfarbe häufig von dunkleren Segmenten durchzogen ist.

Der Körper ist robust gebaut, die Scheren sind im Vergleich zum Körper eher klein, aber kräftig. Diese Scheren dienen primär der Beutefangkontrolle, während der Schwanz das tödliche Gift injiziert. Der Prosoma-Bereich ist flach und stark sklerotisiert, was Schutz vor Fressfeinden und mechanischen Einflüssen bietet. Besonders auffällig sind die dünnen Beine, die eine schnelle Fortbewegung über Sand und Steine ermöglichen. Jungtiere haben oft eine intensivere Färbung, die mit zunehmendem Alter verblasst.

Verhalten

Androctonus australis ist nachtaktiv und zeigt tagüber zurückgezogenes Verhalten. In der freien Natur versteckt es sich unter Steinen oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Bei Bedrohung wird der Schwanz sofort in Verteidigungsposition gebracht und das Tier ist bereit, sein starkes Gift einzusetzen. Trotz seiner Gefährlichkeit gilt Androctonus australis als relativ ruhiger Skorpion, der bei sachgerechter Haltung selten aggressiv gegenüber Pflegern reagiert.

Die Art ist territorial und sollte in Terrarien ausschließlich einzelgängig gehalten werden, da Revierkämpfe und aggressive Auseinandersetzungen häufig zu Verletzungen führen. Beobachtungen in Gefangenschaft zeigen, dass die Tiere gern graben, sich tagsüber in Höhlen zurückziehen und nachts aktiv auf Beutefang gehen.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Androctonus australis erfordert sorgfältige Vorbereitung und Erfahrung im Umgang mit giftigen Skorpionen. Das Terrarium sollte aus Glas oder Kunststoff bestehen, stabil verschließbar sein und eine ausreichende Größe von mindestens 60 x 30 Zentimeter pro Terrarientier bieten. Der Bodengrund sollte eine Mischung aus Sand und Lehm sein, die tief genug ist, um ausgiebiges Graben zu ermöglichen.

Dekorationen wie flache Steine oder künstliche Höhlen erleichtern das natürliche Rückzugsverhalten. Eine flache Wasserschale sollte angeboten werden, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Die Terrariengestaltung sollte die natürlichen Lebensbedingungen der Art widerspiegeln, um Stress und gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Temperatur im Terrarium sollte tagsüber zwischen 28 und 35 Grad Celsius liegen, nachts kann sie auf 20 bis 25 Grad abfallen. Heizmatten oder Strahler ermöglichen eine punktuelle Temperaturregulation. Die Luftfeuchtigkeit sollte moderat gehalten werden, typischerweise zwischen 25 und 40 Prozent, um Schimmelbildung zu vermeiden und das natürliche Wüstenklima zu simulieren. Ein Hygrometer ist empfehlenswert, um die Werte kontinuierlich zu überwachen.

Fütterung

Androctonus australis ernährt sich in der Natur von Insekten, Spinnen und kleinen Wirbeltieren. Im Terrarium werden vor allem Heimchen, Grillen, Schaben oder kleinere Heuschrecken angeboten. Die Futtertiere sollten in angemessener Größe gefüttert werden, um Verletzungen durch den Skorpion zu vermeiden. Fütterungshäufigkeit liegt bei Jungtieren bei zwei bis drei Mal pro Woche, während adulte Tiere einmal wöchentlich ausreichen.

Die Tiere jagen aktiv und nutzen sowohl ihre Scheren als auch den giftigen Stachel, um Beute zu überwältigen. Es ist ratsam, Futtertiere nur in ausreichender Menge und nicht dauerhaft im Terrarium zu belassen, um Stress oder Überfütterung zu vermeiden.

Giftigkeit

Das Gift von Androctonus australis gehört zu den stärksten Skorpiongiften der Welt und kann für Menschen lebensgefährlich sein. Stiche führen zu starken Schmerzen, Schwellungen, Übelkeit und im schlimmsten Fall zu Herz- und Kreislaufproblemen. Für gesunde Erwachsene sind medizinische Notfälle selten, dennoch ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Der Umgang mit diesen Tieren erfordert immer geeignete Schutzmaßnahmen wie Pinzetten oder spezielle Handschuhe.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Androctonus australis ist anspruchsvoll und sollte nur von erfahrenen Terrarianern durchgeführt werden. Die Tiere paaren sich typischerweise nach einem Balzritual, bei dem das Männchen das Weibchen mit den Scheren führt. Die Tragzeit beträgt mehrere Monate, und die Weibchen bringen lebende Jungtiere zur Welt, die sich zunächst auf dem Rücken der Mutter befinden.

Jungtiere sind besonders empfindlich gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen und Temperaturschocks. Sie müssen sorgfältig überwacht werden, bis sie selbständig fressen. Aufgrund der giftigen Natur der Art ist die Haltung mehrerer Tiere für Zuchtzwecke nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen zu empfehlen.

Mögliche Krankheiten

Androctonus australis kann, wie alle Skorpione, unter Pilz- oder Bakterieninfektionen leiden, die meist durch übermäßige Feuchtigkeit oder unzureichende Hygiene entstehen. Häufige Symptome sind Lethargie, Appetitlosigkeit oder eine veränderte Farbe der Haut. Häufig kommt es auch zu Häutungsproblemen, die auf falsche Luftfeuchtigkeit oder Mangelernährung zurückzuführen sind. Regelmäßige Kontrolle des Terrariums und eine saubere Haltung sind essenziell, um Krankheiten vorzubeugen.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem gebräuchlichen Namen „Afrikanischer Dickschwanzskorpion“ wird Androctonus australis manchmal auch als „Sahara-Dickschwanz“ oder „Großer Nordafrikanischer Skorpion“ bezeichnet. Diese alternativen Bezeichnungen finden vor allem in der Terraristik oder in populären Publikationen Verwendung, wobei die wissenschaftliche Bezeichnung universell und eindeutig ist.

Häufig gestellte Fragen

Terrarianer haben oft Fragen rund um Haltung, Pflege und Sicherheit. Die häufigsten Fragen betreffen die richtige Fütterung, geeignete Terrariengröße, Verträglichkeit mit anderen Arten und Maßnahmen bei einem Stich. Eine klare Empfehlung lautet immer: Einzelhaltung, sichere Terrarienverschlüsse, punktuelle Fütterung und sorgfältige Beobachtung der Tiere. Junge Tiere sind besonders empfindlich, während adulte Tiere weniger Pflegeaufwand benötigen, aber ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen.

Fazit

Androctonus australis ist ein faszinierender Skorpion für erfahrene Terrarianer, der durch seine imposante Erscheinung, sein charakteristisches Verhalten und seine Anpassungsfähigkeit an extreme Lebensräume besticht. Die Haltung erfordert detailliertes Wissen über Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Terrariengestaltung und Fütterung. Aufgrund der hohen Giftigkeit ist die Art ausschließlich für erfahrene Halter geeignet, die sichere Handhabung und artgerechte Pflege gewährleisten können. Für passionierte Skorpionliebhaber bietet Androctonus australis eine unvergleichliche Möglichkeit, ein Stück nordafrikanischer Wüstenlandschaft in die Terraristik zu bringen und die Faszination dieser außergewöhnlichen Tiere hautnah zu erleben.

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