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Boaedon capensis im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Südafrikanische Hausschlange

Lesezeit: ca. 7 Minuten
Boaedon capensis im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Südafrikanische Hausschlange)
Boaedon capensis (Südafrikanische Hausschlange) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Paul venter, Boaedon capensis00, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Boaedon capensis (Südafrikanische Hausschlange)

Die Boaedon capensis, im deutschsprachigen Raum besser bekannt als Südafrikanische Hausschlange, zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schlangenarten in der privaten Terraristik. Sie vereint zahlreiche Eigenschaften, die sie sowohl für ambitionierte Einsteiger als auch für erfahrene Halter interessant machen: ein ruhiges Temperament, vergleichsweise einfache Haltungsbedingungen, robuste Gesundheit und eine faszinierende Variabilität in Zeichnung und Farbe. Trotz ihrer Popularität wird diese Art häufig unterschätzt oder mit anderen afrikanischen Nattern verwechselt. Ein genauer Blick lohnt sich also.

Herkunft und geografische Verbreitung

Die Boaedon capensis stammt aus dem südlichen Afrika und ist dort weit verbreitet. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile von Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik sowie angrenzende Regionen weiterer Länder. In diesen Gebieten gilt sie nicht als selten und kommt sowohl in ländlichen als auch in stadtnahen Zonen vor.

Der deutsche Trivialname „Hausschlange“ leitet sich aus ihrer Neigung ab, menschliche Siedlungen aufzusuchen. Dort findet sie ideale Bedingungen: Verstecke in Gebäuden, gleichmäßige Temperaturen und ein reiches Nahrungsangebot in Form von Nagetieren. In vielen Regionen wird sie daher als nützlicher Mitbewohner angesehen, da sie aktiv zur Schädlingskontrolle beiträgt.

Natürlicher Lebensraum

Der Lebensraum der Südafrikanischen Hausschlange ist äußerst vielseitig. Sie bewohnt Savannen, Buschland, Grassteppen, lichte Wälder, felsige Regionen und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Auch an den Rändern von Städten und Dörfern ist sie regelmäßig anzutreffen.

Typisch für ihren Lebensraum sind:

  • Warme bis heiße Temperaturen mit deutlichen Tag-Nacht-Schwankungen
  • Saisonale Niederschläge mit Trocken- und Regenzeiten
  • Viele natürliche Versteckmöglichkeiten wie Steinhaufen, Termitenhügel, hohle Baumstämme oder Gebäude

Die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Umweltbedingungen erklärt, warum Boaedon capensis im Terrarium vergleichsweise unkompliziert zu halten ist. Sie benötigt keine extremen Spezialbedingungen, sondern profitiert von einer naturnahen, aber flexiblen Gestaltung.

Gattung und Familie

Boaedon capensis gehört zur Gattung Boaedon, einer Gruppe afrikanischer Nattern, die früher häufig der Gattung Lamprophis zugeordnet wurden. Moderne taxonomische Einordnungen trennen diese Gruppen jedoch klar.

Die Familie Lamprophiidae umfasst zahlreiche afrikanische Schlangenarten, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  • überwiegend ungiftig oder nur mit schwach wirksamem Gift ausgestattet
  • meist schlanke bis kräftige Körperformen
  • hohe ökologische Anpassungsfähigkeit
  • überwiegend nachtaktive Lebensweise

Innerhalb dieser Familie nimmt Boaedon capensis eine besondere Stellung ein, da sie sich besonders gut an menschliche Nähe angepasst hat.

Beschreibung der Art

Die Südafrikanische Hausschlange ist eine mittelgroße, kräftig gebaute Natter. Erwachsene Tiere erreichen in der Regel eine Gesamtlänge von 100 bis 140 Zentimetern, wobei einzelne Exemplare auch etwas größer werden können. Weibchen sind meist kräftiger und länger als Männchen.

Der Körperbau ist muskulös, aber nicht plump. Der Kopf ist nur leicht vom Hals abgesetzt, was ihr ein eher unauffälliges Erscheinungsbild verleiht. Die Augen sind mittelgroß mit runder Pupille, was typisch für überwiegend nachtaktive Schlangen ist.

Aussehen und Farbvarianten

Das Erscheinungsbild von Boaedon capensis ist äußerst variabel. In der Natur dominieren folgende Grundfärbungen:

  • Brauntöne von hellbeige bis dunkel schokoladenbraun
  • Graubraune oder olivfarbene Nuancen
  • Schwarze oder sehr dunkle Exemplare in bestimmten Regionen

Die Bauchseite ist meist heller, cremefarben bis gelblich, oft ohne starke Zeichnung. Jungtiere zeigen häufig eine kontrastreichere Zeichnung mit dunklen Flecken oder Bändern, die im Laufe des Wachstums verblassen.

In der Terraristik haben sich durch selektive Zucht verschiedene Farbformen etabliert, darunter besonders dunkle, fast schwarze Linien oder Tiere mit rötlichem Grundton. Dennoch bleibt die Art optisch eher dezent und setzt weniger auf auffällige Muster als viele andere Schlangenarten.

Verhalten und Charakter

Boaedon capensis gilt als ausgesprochen ruhige und ausgeglichene Schlange. Wildfänge können anfangs defensiv reagieren, gewöhnen sich jedoch bei ruhiger Behandlung schnell an die menschliche Nähe. Nach erfolgreicher Eingewöhnung zeigen die meisten Tiere ein sehr gelassenes Verhalten.

Typische Verhaltensmerkmale sind:

  • überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv
  • tagsüber ruhend in Verstecken
  • neugierig, aber nicht hektisch
  • geringe Beißneigung bei stressarmer Haltung

Beim Handling bleibt die Schlange meist ruhig, bewegt sich langsam und zeigt kaum Abwehrverhalten. Dadurch eignet sie sich gut für Halter, die gelegentlich Kontakt mit ihrem Terrarientier haben möchten, ohne ständig mit aggressiven Reaktionen rechnen zu müssen.

Haltung im Terrarium

Die Terrarienhaltung der Südafrikanischen Hausschlange ist vergleichsweise einfach, sollte aber dennoch sorgfältig geplant werden. Ein strukturreiches Terrarium ist entscheidend für das Wohlbefinden.

Terrariengröße

Für ein adultes Tier empfiehlt sich ein Terrarium mit folgenden Mindestmaßen:

  • Länge: 120 cm
  • Tiefe: 60 cm
  • Höhe: 50 bis 60 cm

Größer ist immer besser, insbesondere für aktive oder sehr große Exemplare.

Einrichtung

Eine naturnahe Einrichtung umfasst:

  • mehrere enge Verstecke auf warmer und kühler Seite
  • Korkröhren, Steinaufbauten oder Holzstrukturen
  • grabfähiges Substrat wie Erde-Sand-Gemische oder Rindenmulch
  • eine ausreichend große Wasserschale

Die Schlange sollte jederzeit die Möglichkeit haben, sich vollständig zurückzuziehen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Ein stabiles Temperaturgefälle ist essenziell für die Thermoregulation.

Empfohlene Temperaturen:

  • Tagestemperatur: 26 bis 30 Grad Celsius
  • Sonnenplatz: bis 32 Grad Celsius
  • Nachttemperatur: 20 bis 22 Grad Celsius

Die Luftfeuchtigkeit sollte moderat gehalten werden:

  • durchschnittlich 40 bis 60 Prozent
  • während der Häutung kurzfristig etwas höher

Zu hohe Dauerfeuchtigkeit kann zu Hautproblemen und Atemwegserkrankungen führen.

Fütterung

Boaedon capensis ist ein opportunistischer Jäger, der sich in der Natur hauptsächlich von kleinen Säugetieren ernährt. Im Terrarium ist die Fütterung unkompliziert.

Geeignete Futtertiere sind:

  • Mäuse
  • Ratten in passender Größe
  • gelegentlich Küken bei sehr großen Tieren

Jungtiere werden etwa alle fünf bis sieben Tage gefüttert, adulte Tiere alle zehn bis vierzehn Tage. Die Beute sollte stets dem Durchmesser der Schlange angepasst sein. Frostfutter wird in der Regel problemlos akzeptiert.

Giftigkeit und Gefährlichkeit

Die Südafrikanische Hausschlange ist für den Menschen ungiftig. Sie verfügt über kein medizinisch relevantes Gift und stellt keinerlei Gefahr dar. Bisse sind selten und erfolgen meist nur bei grober Provokation. Selbst dann bleiben die Verletzungen oberflächlich.

Diese Eigenschaft macht die Art besonders attraktiv für Halter, die Wert auf Sicherheit legen oder mit Kindern im Haushalt leben.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Boaedon capensis im Terrarium ist gut möglich und wird regelmäßig erfolgreich durchgeführt.

Nach einer leichten Winterruhe paaren sich die Tiere meist im Frühjahr. Das Weibchen legt nach erfolgreicher Befruchtung zwischen sechs und zwanzig Eier. Diese werden in feuchtem Substrat abgelegt.

Die Inkubation erfolgt bei etwa 27 bis 29 Grad Celsius und dauert rund 60 Tage. Jungtiere sind beim Schlupf bereits selbstständig und beginnen nach der ersten Häutung mit der Nahrungsaufnahme.

Mögliche Krankheiten

Bei artgerechter Haltung ist Boaedon capensis sehr robust. Dennoch können folgende Probleme auftreten:

  • Häutungsprobleme bei zu trockener Haltung
  • Atemwegsinfektionen bei zu hoher Feuchtigkeit oder Zugluft
  • Parasiten bei mangelhafter Hygiene
  • Futterverweigerung bei Stress oder falschen Temperaturen

Regelmäßige Kontrolle und saubere Haltungsbedingungen sind der beste Schutz vor Erkrankungen.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem deutschen Namen Südafrikanische Hausschlange ist die Art auch bekannt als:

  • Kap-Hausschlange
  • Brown House Snake
  • African House Snake

Diese Namen beziehen sich auf unterschiedliche Regionen oder Farbvarianten, meinen jedoch in der Regel dieselbe Art.

Häufig gestellte Fragen

Ist Boaedon capensis für Anfänger geeignet?

Ja, sie zählt zu den einsteigerfreundlichsten Schlangenarten überhaupt.

Wie alt wird eine Südafrikanische Hausschlange?

Bei guter Pflege sind 15 bis 20 Jahre keine Seltenheit.

Kann man mehrere Tiere zusammen halten?

Davon wird abgeraten, da die Art einzelgängerisch lebt.

Fazit

Die Boaedon capensis ist eine außergewöhnlich vielseitige und robuste Schlangenart, die sich hervorragend für die Terrarienhaltung eignet. Ihr ruhiges Wesen, die einfache Pflege und die fehlende Giftigkeit machen sie zu einer idealen Wahl für verantwortungsbewusste Terrarianer. Gleichzeitig bietet sie genug biologische und verhaltensbezogene Tiefe, um auch erfahrene Halter langfristig zu faszinieren.

Wer sich intensiv mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzt und ihr ein artgerechtes Umfeld bietet, wird mit einem langlebigen, gesunden und interessanten Pflegling belohnt, der eindrucksvoll zeigt, wie spannend afrikanische Schlangen sein können.

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