Dyscophus guineti im Terrarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Südlicher Tomatenfrosch

Wissenswertes zu Dyscophus guineti (Südlicher Tomatenfrosch)
Der Südliche Tomatenfrosch, wissenschaftlich bekannt als Dyscophus guineti, gehört zu den auffälligsten und zugleich beliebtesten Froscharten in der Terraristik. Seine intensive rot-orange Färbung, sein ruhiges Wesen und seine vergleichsweise einfache Haltung machen ihn sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Terrarianer interessant. Trotz seiner Popularität wird diese Art jedoch häufig unterschätzt, vor allem was ihre natürlichen Bedürfnisse, ihr Verhalten und ihre gesundheitlichen Ansprüche angeht.
Herkunft und Verbreitung
Dyscophus guineti stammt aus dem Osten von Madagaskar, einer Insel, die weltweit für ihre außergewöhnlich hohe Biodiversität und ihren hohen Endemismus bekannt ist. Der Südliche Tomatenfrosch ist dort vor allem in den tiefer gelegenen Küstenregionen sowie im angrenzenden Tiefland zu finden. Sein Verbreitungsgebiet ist deutlich kleiner als das seines bekannteren Verwandten, des Gewöhnlichen Tomatenfrosches, was ihn in der Natur etwas seltener macht.
Die Lebensräume, die Dyscophus guineti besiedelt, sind stark vom jahreszeitlichen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit geprägt. Diese klimatischen Bedingungen haben das Verhalten und die Lebensweise der Art entscheidend beeinflusst und spielen auch in der Terrarienhaltung eine zentrale Rolle.
Natürlicher Lebensraum
In der Natur lebt der Südliche Tomatenfrosch in feuchten Tieflandgebieten, Sumpfregionen, Überschwemmungsflächen, Reisfeldern sowie in der Nähe von langsam fließenden Gewässern und temporären Tümpeln. Besonders wichtig sind weiche, grabfähige Böden aus Lehm, Sand und organischem Material, in die sich die Tiere tagsüber eingraben können.
Während der Regenzeit füllen sich Senken und Mulden mit Wasser, was den Fröschen ideale Bedingungen für Nahrungssuche und Fortpflanzung bietet. In der Trockenzeit ziehen sich die Tiere tiefer in den Boden zurück und reduzieren ihre Aktivität deutlich. Diese Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen erklärt, warum Dyscophus guineti ein ausgesprochen bodenbewohnender und grabender Frosch ist.
Gattung und Familie
Der Südliche Tomatenfrosch gehört zur Gattung Dyscophus innerhalb der Familie der Engmaulfrösche. Diese Familie ist durch kompakte Körperformen, relativ kleine Mäuler und eine überwiegend bodenbewohnende Lebensweise gekennzeichnet. Innerhalb der Gattung Dyscophus gibt es nur wenige Arten, die alle endemisch auf Madagaskar vorkommen.
Typisch für diese Gattung sind die leuchtenden Warnfarben, die in der Natur Fressfeinde abschrecken sollen. Gleichzeitig besitzen diese Frösche Hautsekrete, die potenzielle Angreifer irritieren oder kurzfristig lähmen können.
Beschreibung der Art
Dyscophus guineti ist ein mittelgroßer bis großer Frosch mit einem gedrungenen, fast kugelförmigen Körperbau. Weibchen sind deutlich größer und massiger als Männchen, was in der Terraristik regelmäßig zu Verwechslungen beim Geschlechterbestimmen führt. Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Großteil des Tages eingegraben im Bodengrund.
Im Vergleich zu anderen Fröschen wirkt der Südliche Tomatenfrosch eher träge. Diese scheinbare Gemächlichkeit ist jedoch eine energiesparende Anpassung an ein Leben mit zeitweise begrenztem Nahrungsangebot.
Aussehen und Färbung
Das auffälligste Merkmal von Dyscophus guineti ist zweifellos seine Färbung. Weibchen zeigen meist intensive rot-orange bis tomatenrote Farbtöne, während Männchen deutlich blasser sind und eher orange-braun oder gelblich erscheinen. Die Bauchseite ist hell, meist cremefarben bis weißlich.
Die Haut ist glatt bis leicht warzig und wirkt leicht glänzend. Entlang der Körperseiten können dunklere Linien oder Schattierungen auftreten, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Augen sind relativ klein, aber auffällig, mit dunkler Pupille und goldbrauner Iris.
Verhalten und Charakter
Der Südliche Tomatenfrosch ist ein ausgesprochen ruhiger Bewohner des Terrariums. Er zeigt kein ausgeprägtes Fluchtverhalten, sondern verlässt sich eher auf seine Tarnung im Bodengrund und auf seine Warnfärbung. Bei Bedrohung kann er seinen Körper aufblasen, um größer zu wirken.
Innerartlich sind diese Frösche weitgehend friedlich, solange ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Dennoch sollte man auf eine passende Gruppenzusammenstellung achten, da sehr große Weibchen kleinere Artgenossen dominieren können.
Haltung im Terrarium
Die Haltung von Dyscophus guineti gilt als vergleichsweise unkompliziert, sofern man sich an einige grundlegende Prinzipien hält. Entscheidend ist ein artgerecht eingerichtetes Bodenterrarium, das den grabenden Lebensstil der Tiere berücksichtigt.
Ein einzelnes adultes Terrarientier kann bereits in einem Terrarium mit Grundfläche 100 × 50 cm gehalten werden. Für ein Paar oder eine kleine Gruppe sollte die Fläche entsprechend größer sein. Die Höhe spielt eine untergeordnete Rolle, da die Art nicht klettert.
Bodengrund und Einrichtung
Der Bodengrund sollte mindestens 10 bis 15 cm hoch sein und aus einem grabfähigen, leicht feuchten Substrat bestehen. Bewährt haben sich Mischungen aus Kokoshumus, ungedüngter Erde, Sand und Laub. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie schnell zu Hautproblemen führt.
Als Einrichtung genügen wenige, stabile Verstecke wie Rindenstücke, Korkröhren oder flache Wurzeln. Zusätzlich sollte eine flache Wasserschale vorhanden sein, die regelmäßig gereinigt wird. Pflanzen sind optional, können aber zur Stabilisierung des Mikroklimas beitragen.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die optimalen Temperaturen für Dyscophus guineti liegen tagsüber zwischen 22 und 26 Grad Celsius. Nachts darf die Temperatur leicht absinken. Eine dauerhafte Überhitzung sollte unbedingt vermieden werden, da sie schnell zu Stress und Gesundheitsproblemen führt.
Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber moderat sein und nachts ansteigen. Regelmäßiges, aber nicht übermäßiges Sprühen reicht in der Regel aus. Wichtig ist ein gewisser Wechsel zwischen feuchteren und trockeneren Phasen, um die natürlichen Bedingungen nachzuahmen.
Beleuchtung und Tagesrhythmus
Eine spezielle UV-Beleuchtung ist für den Südlichen Tomatenfrosch nicht zwingend notwendig, kann aber in moderater Form eingesetzt werden, um einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu unterstützen. Wichtig ist vor allem eine klare Struktur aus Licht- und Dunkelphasen, angepasst an einen tropischen Tagesverlauf.
Fütterung und Ernährung
Dyscophus guineti ist ein opportunistischer Insektenfresser. In der Terrarienhaltung werden vor allem Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken und gelegentlich Regenwürmer gefressen. Die Beutetiere sollten stets gut genährt und mit Mineralstoffen ergänzt sein.
Adulte Tiere benötigen in der Regel zwei bis drei Fütterungen pro Woche. Jungtiere werden häufiger gefüttert. Überfütterung ist ein häufiges Problem, da Tomatenfrösche sehr schnell an Gewicht zulegen können.
Giftigkeit und Hautsekrete
Der Südliche Tomatenfrosch besitzt Hautdrüsen, die ein milchiges Sekret absondern können. Dieses Sekret ist nicht lebensgefährlich, kann aber Schleimhäute reizen und bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Nach dem Kontakt mit dem Tier sollten die Hände immer gründlich gewaschen werden.
Für andere Tiere im Haushalt, insbesondere Hunde und Katzen, kann das Sekret problematisch sein, weshalb direkter Kontakt vermieden werden sollte.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Dyscophus guineti ist möglich, erfordert jedoch Erfahrung und eine gezielte Simulation der Regenzeit. Dazu gehören erhöhte Luftfeuchtigkeit, häufiges Sprühen und eine leichte Absenkung der Temperaturen vor der eigentlichen Fortpflanzungsphase.
Die Paarung erfolgt im Wasser. Die Weibchen legen mehrere hundert Eier ab, aus denen sich innerhalb weniger Tage Kaulquappen entwickeln. Die Aufzucht der Kaulquappen erfordert sauberes Wasser, passende Temperaturen und eine ausgewogene Ernährung.
Mögliche Krankheiten
Wie viele Amphibien ist auch Dyscophus guineti anfällig für Hautinfektionen, Pilzerkrankungen und Parasiten. Häufige Ursachen sind ungeeignete Haltungsbedingungen, zu hohe Feuchtigkeit oder mangelnde Hygiene.
Typische Warnzeichen sind Appetitlosigkeit, ungewöhnliche Hautverfärbungen, lethargisches Verhalten oder auffällige Gewichtsveränderungen. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte immer ein auf Amphibien spezialisierter Tierarzt aufgesucht werden.
Alternative Bezeichnungen
Im deutschsprachigen Raum ist Dyscophus guineti vor allem als Südlicher Tomatenfrosch bekannt. Gelegentlich wird er auch als Guinet-Tomatenfrosch bezeichnet. Im internationalen Handel taucht er manchmal unter englischen Trivialnamen auf, die jedoch nicht einheitlich verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Südliche Tomatenfrosch für Anfänger geeignet?
Grundsätzlich ja, sofern man sich vorab mit seinen Bedürfnissen beschäftigt und bereit ist, die Haltungsbedingungen konsequent einzuhalten.
Kann man mehrere Tiere zusammen halten?
Ja, eine Gruppenhaltung ist möglich, solange ausreichend Platz vorhanden ist und die Tiere ähnlich groß sind.
Wie alt wird Dyscophus guineti?
Bei guter Pflege können diese Frösche im Terrarium zehn Jahre und älter werden.
Ist der Tomatenfrosch aktiv?
Er ist eher ruhig und zeigt seine Aktivität vor allem in der Dämmerung und nachts.
Fazit
Dyscophus guineti ist ein faszinierender Terrarienbewohner, der durch sein außergewöhnliches Aussehen und sein ruhiges Wesen besticht. Wer bereit ist, sich mit den natürlichen Lebensbedingungen dieser Art auseinanderzusetzen und diese im Terrarium möglichst authentisch umzusetzen, wird mit einem langlebigen, robusten und beeindruckenden Frosch belohnt. Gerade für Terrarianer, die einen bodenbewohnenden Amphibienvertreter mit klaren Ansprüchen suchen, ist der Südliche Tomatenfrosch eine ausgezeichnete Wahl.