Birupes simoroxigorum im Terrarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Blauglanz-Baumvogelspinne

Wissenswertes zu Birupes simoroxigorum (Blauglanz-Baumvogelspinne)
Birupes simoroxigorum, im deutschsprachigen Raum meist als Blauglanz-Baumvogelspinne bezeichnet, gehört zu den spektakulärsten und gleichzeitig noch relativ selten gepflegten Vogelspinnenarten in der Terraristik. Ihre intensive blau schimmernde Färbung, kombiniert mit einer ausgeprägten baumbewohnenden Lebensweise, macht sie für viele Halter besonders interessant. Gleichzeitig erfordert diese Art jedoch Erfahrung, ein gutes Verständnis für arboreale Vogelspinnen und eine sorgfältige Haltung.
Birupes simoroxigorum ist keine klassische Einsteigerart, sondern richtet sich eher an fortgeschrittene Terrarianer, die bereits Erfahrung mit asiatischen oder australischen Baumvogelspinnen gesammelt haben. Wer sich jedoch intensiv mit ihren Bedürfnissen beschäftigt, wird mit einem äußerst faszinierenden Tier belohnt, das sowohl optisch als auch verhaltensbiologisch einiges zu bieten hat.
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Die Art Birupes simoroxigorum stammt aus Australien und ist dort endemisch verbreitet. Genauer gesagt findet man sie in Teilen von Queensland, wo sie überwiegend in subtropischen bis tropischen Regionen vorkommt. Ihr natürlicher Lebensraum besteht aus lichten Wäldern, Buschland und Savannen mit vereinzelten Bäumen, die ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Anders als bodenbewohnende Vogelspinnen lebt diese Art fast ausschließlich arboreal, also auf Bäumen, in Spalten von Baumrinde oder in selbst angelegten Gespinströhren in Astgabeln.
Das Klima in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist geprägt von warmen Temperaturen, saisonalen Regenfällen und teilweise hoher Luftfeuchtigkeit. Diese Bedingungen sollte man bei der Haltung im Terrarium so gut wie möglich nachahmen. Tagsüber können die Temperaturen relativ hoch sein, während es nachts etwas abkühlt. Regenzeiten sorgen für eine zeitweise erhöhte Luftfeuchtigkeit, während es in Trockenphasen deutlich trockener sein kann.
Angaben zu Gattung und Familie
Birupes simoroxigorum gehört zur Gattung Birupes, die noch vergleichsweise jung ist und nur wenige bekannte Arten umfasst. Die Gattung Birupes zählt zur Familie der Theraphosidae, also den eigentlichen Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie gehört Birupes zu den australischen Vertretern, die sich in Verhalten und Giftigkeit deutlich von vielen amerikanischen Arten unterscheiden.
Die Familie Theraphosidae ist weltweit verbreitet und umfasst mehrere hundert Arten. Australische Vogelspinnen sind in der Terraristik weniger verbreitet als südamerikanische oder asiatische Arten, was unter anderem an strengeren Exportbestimmungen und der geringeren Verfügbarkeit liegt. Birupes simoroxigorum ist daher nach wie vor eine eher seltene Art, die meist aus Nachzuchten stammt.
Beschreibung der Art
Birupes simoroxigorum ist eine mittelgroße bis große Baumvogelspinne mit einer Körperlänge von etwa fünf bis sechs Zentimetern und einer Beinspannweite von bis zu 14 oder 15 Zentimetern. Ihr Körperbau ist typisch für arboreale Vogelspinnen: relativ schlank, mit langen, kräftigen Beinen, die ihr ein schnelles Klettern und sichere Bewegungen auf senkrechten Flächen ermöglichen.
Charakteristisch ist ihr ausgeprägtes Gespinstverhalten. Sie legt oft dichte Gespinströhren an, die als Rückzugsort dienen. Diese Röhren befinden sich meist in Korkröhren, Bambus, Astgabeln oder selbst geschaffenen Strukturen aus Rinde. Die Spinne verbringt einen Großteil ihrer Zeit versteckt und kommt meist in der Dämmerung oder nachts heraus, um Beute zu machen.
Das Verhalten kann als wachsam, schnell und bei Störung durchaus defensiv beschrieben werden. Birupes simoroxigorum ist nicht für ihre Gelassenheit bekannt und reagiert bei Bedrohung häufig mit Flucht oder Drohgebärden. Ein ruhiger und respektvoller Umgang ist daher besonders wichtig.
Aussehen und Färbung
Das wohl auffälligste Merkmal der Blauglanz-Baumvogelspinne ist ihre intensive blaue Färbung. Vor allem die Beine schimmern je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Blautönen, von tiefem Kobaltblau bis hin zu metallisch wirkendem Türkis. Dieser Blauglanz ist nicht pigmentbedingt, sondern strukturell bedingt, was bedeutet, dass er durch die Lichtbrechung an den feinen Härchen entsteht.
Der Carapax zeigt meist eine dunklere Grundfarbe, die von Grau bis Dunkelbraun reichen kann, während das Opisthosoma eher unauffällig gefärbt ist. Jungtiere besitzen oft noch eine weniger intensive Färbung, die sich mit jeder Häutung verstärkt. Erwachsene Weibchen zeigen in der Regel die kräftigste und gleichmäßigste Blaufärbung.
Männchen sind meist etwas schlanker gebaut, haben längere Beine im Verhältnis zum Körper und verlieren nach der Reifehäutung oft einen Teil der intensiven Färbung. Zudem lassen sich adulte Männchen anhand der Tibialapophysen und der Bulben an den Pedipalpen erkennen.
Haltungshinweise im Terrarium
Die Haltung von Birupes simoroxigorum stellt gewisse Anforderungen und ist nicht mit der Pflege bodenbewohnender Vogelspinnen vergleichbar. Ein Hochterrarium ist zwingend erforderlich, da die Art viel klettert und vertikale Strukturen benötigt. Für ein adultes Tier empfiehlt sich ein Terrarium mit den Maßen etwa 30 x 30 x 45 Zentimeter oder größer, wobei die Höhe besonders wichtig ist.
Als Einrichtung eignen sich Korkröhren, Rindenstücke, stabile Äste und künstliche oder echte Pflanzen, die zusätzliche Versteckmöglichkeiten bieten. Das Terrarientier sollte mehrere potenzielle Rückzugsorte haben, damit es sich sicher fühlt. Der Bodengrund spielt eine untergeordnete Rolle, sollte aber leicht feucht gehalten werden und aus einem lockeren Substrat bestehen, beispielsweise aus Kokoshumus oder einem Erde-Sand-Gemisch.
Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 24 und 28 Grad Celsius liegen, nachts kann sie auf etwa 20 bis 22 Grad absinken. Eine leichte Nachtabsenkung wird in der Regel gut vertragen. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Durchschnitt bei etwa 60 bis 70 Prozent liegen, darf aber zeitweise höher oder niedriger sein. Regelmäßiges, aber nicht übermäßiges Sprühen ist ausreichend. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Eine gute Belüftung ist besonders wichtig, da australische Arten empfindlich auf schlechte Luft reagieren können. Querlüftung hat sich hier bewährt. Ein Wassernapf sollte immer vorhanden sein, auch wenn arboreale Arten ihn nicht ständig nutzen.
Fütterung und Ernährung
Birupes simoroxigorum ist ein aktiver Jäger und nimmt gerne lebende Futtertiere an. Geeignet sind Heimchen, Grillen, Schaben und andere entsprechend große Insekten. Jungtiere sollten häufiger, aber in kleineren Portionen gefüttert werden, während adulte Tiere meist einmal pro Woche ausreichend versorgt sind.
Futtertiere sollten nicht zu groß sein, um Verletzungen zu vermeiden. Nicht gefressene Insekten sollten nach spätestens 24 Stunden entfernt werden, da sie die Spinne stressen oder sogar angreifen können, besonders während einer Häutung.
Giftigkeit und Verhalten gegenüber dem Menschen
Wie alle Vogelspinnen besitzt auch Birupes simoroxigorum Gift, das sie zur Lähmung ihrer Beute einsetzt. Im Vergleich zu vielen amerikanischen Arten ist das Gift australischer Vogelspinnen als deutlich stärker einzustufen. Ein Biss kann für den Menschen sehr schmerzhaft sein und mit lokalen Schwellungen, starken Schmerzen, Muskelkrämpfen und allgemeinem Unwohlsein einhergehen.
Lebensbedrohliche Verläufe sind extrem selten, dennoch sollte man diese Art niemals unterschätzen. Das Tier sollte nicht gehandhabt oder auf die Hand genommen werden. Arbeiten im Terrarium sollten vorsichtig und möglichst mit Hilfsmitteln durchgeführt werden. Birupes simoroxigorum verlässt sich bei Bedrohung eher auf Flucht oder Drohgebärden als auf Bombardieren mit Brennhaaren, da australische Arten diese kaum besitzen.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Birupes simoroxigorum gilt als anspruchsvoll, ist aber bei erfahrenen Haltern durchaus möglich. Voraussetzung sind gesunde, adulte Tiere und eine gute Vorbereitung. Das Männchen sollte nach der Reifehäutung zeitnah mit einem Weibchen verpaart werden, da seine Lebensdauer begrenzt ist.
Die Zusammenführung erfolgt idealerweise im Terrarium des Weibchens, nachdem dieses gut gefüttert wurde. Das Paarungsverhalten kann sehr schnell ablaufen, aber auch länger dauern. Nach erfolgreicher Paarung sollte das Männchen umgehend entfernt werden, um Kannibalismus zu vermeiden.
Das Weibchen legt nach einigen Wochen bis Monaten einen Eikokon an, der je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit mehrere Wochen bis Monate getragen wird. Die Anzahl der Jungtiere kann variieren, liegt aber häufig im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Die Aufzucht der Jungtiere erfordert Geduld, saubere Bedingungen und eine regelmäßige Fütterung mit sehr kleinen Futtertieren.
Mögliche Krankheiten und Probleme
Wie viele Vogelspinnen ist auch Birupes simoroxigorum relativ robust, wenn die Haltungsbedingungen stimmen. Die häufigsten Probleme entstehen durch Haltungsfehler. Zu hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit schlechter Belüftung kann zu Schimmelbildung und Atemproblemen führen. Zu trockene Bedingungen können Häutungsprobleme verursachen.
Parasiten wie Milben treten meist nur bei schlechter Hygiene oder durch kontaminierte Futtertiere auf. Regelmäßige Kontrolle und Sauberkeit im Terrarium sind daher essenziell. Verletzungen können durch Stürze entstehen, weshalb eine sichere Einrichtung ohne große Fallhöhen wichtig ist.
Alternative Bezeichnungen und Synonyme
Im Handel und in der Literatur wird Birupes simoroxigorum häufig als Blauglanz-Baumvogelspinne bezeichnet. Manchmal taucht sie auch unter der Bezeichnung Blue Birupes oder Australian Blue Tree Tarantula auf. Da die Gattung noch relativ neu ist, finden sich gelegentlich auch ältere oder falsche Zuordnungen, die jedoch zunehmend verschwinden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Birupes simoroxigorum für Anfänger geeignet?
Diese Art ist eher nicht für Anfänger zu empfehlen. Ihr schnelles, defensives Verhalten und die höheren Ansprüche an Haltung und Sicherheit erfordern Erfahrung.
Wie alt wird eine Blauglanz-Baumvogelspinne?
Weibchen können bei guter Pflege zehn bis fünfzehn Jahre alt werden, Männchen leben meist nur wenige Jahre und sterben oft kurz nach der Reifehäutung.
Ist die Art aggressiv?
Sie gilt nicht als aggressiv im eigentlichen Sinne, reagiert aber sehr schnell und defensiv auf Störungen. Respekt und Ruhe sind entscheidend.
Kann man mehrere Tiere zusammen halten?
Nein, Birupes simoroxigorum ist strikt einzelgängerisch. Eine Gruppenhaltung führt fast immer zu Kannibalismus.
Wie oft häutet sich die Art?
Jungtiere häuten sich relativ häufig, adulte Weibchen meist ein- bis zweimal pro Jahr. Vor einer Häutung zieht sich das Tier oft zurück und frisst nicht.
Fazit
Birupes simoroxigorum ist eine beeindruckende und optisch außergewöhnliche Vogelspinnenart, die vor allem durch ihren intensiven Blauglanz und ihre arboreale Lebensweise fasziniert. Sie ist kein typisches Anfängertier, sondern richtet sich an erfahrene Terrarianer, die bereit sind, sich intensiv mit ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Wer ihr ein gut strukturiertes Hochterrarium, passende Klimabedingungen und einen ruhigen Umgang bietet, wird mit einem spannenden Einblick in das Verhalten einer australischen Baumvogelspinne belohnt.
Die Blauglanz-Baumvogelspinne vereint Schönheit, Schnelligkeit und ein interessantes Verhalten und stellt damit eine echte Bereicherung für jede spezialisierte Terrariensammlung dar. Mit dem nötigen Respekt, Wissen und Engagement lässt sich Birupes simoroxigorum erfolgreich und langfristig pflegen.