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Acanthoscurria geniculata im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Weissknie Vogelspinne

Lesezeit: ca. 8 Minuten
Acanthoscurria geniculata im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Weissknie Vogelspinne)
Acanthoscurria geniculata (Weissknie Vogelspinne)

Wissenswertes zu Acanthoscurria geniculata (Weissknie Vogelspinne)

Acanthoscurria geniculata, besser bekannt als Weißknie-Vogelspinne, gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Vogelspinnenarten in der Terraristik. Das liegt nicht nur an ihrem eindrucksvollen Erscheinungsbild mit den kontrastreichen weißen Kniebändern, sondern auch an ihrer robusten Natur und ihrem oft sehr aktiven Verhalten. Für Einsteiger ist sie bedingt geeignet, für erfahrene Halter fast schon ein Klassiker.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Acanthoscurria geniculata stammt aus Südamerika und ist dort vor allem in Brasilien verbreitet. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt im nördlichen und zentralen Brasilien, insbesondere im Amazonasgebiet und angrenzenden Regionen. Sie bewohnt tropische Regenwälder, aber auch Waldränder und leicht offenere Gebiete, solange der Boden ausreichend feucht und grabfähig ist. Der natürliche Lebensraum ist geprägt von hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und einer ausgeprägten Regenzeit.

In der Natur lebt diese Vogelspinne bodenbewohnend. Sie gräbt tiefe Wohnröhren oder nutzt vorhandene Verstecke wie Wurzellöcher, verlassene Tierbauten oder Spalten im Erdreich. Von dort aus lauert sie auf Beute. Die Umgebung ist meist stark durch Laub, Pflanzenreste und Humus geprägt, was auch für die Terrarienhaltung eine wichtige Rolle spielt.

Gattung und Familie

Die Art Acanthoscurria geniculata gehört zur Gattung Acanthoscurria. Diese Gattung umfasst mehrere südamerikanische Vogelspinnenarten, die sich meist durch eine kräftige Statur, schnelles Wachstum und ein oft defensives Verhalten auszeichnen. Viele Arten dieser Gattung zeigen auffällige Zeichnungen an den Beinen oder am Carapax.

Familiär ist Acanthoscurria geniculata den Theraphosidae zugeordnet. Die Familie der Theraphosidae ist die größte Familie innerhalb der Vogelspinnen und umfasst mehrere hundert Arten weltweit. Typisch für diese Familie sind kräftige Körper, dicht behaarte Beine, Brennhaare auf dem Hinterleib und eine überwiegend boden- oder baumbewohnende Lebensweise.

Beschreibung der Art

Die Weißknie-Vogelspinne ist eine große, massige Vogelspinne mit imposanter Erscheinung. Sie zählt zu den größeren bodenbewohnenden Arten und wirkt durch ihre kräftigen Beine und den breiten Körper sehr eindrucksvoll. Besonders auffällig ist ihr selbstbewusstes Auftreten. Viele Tiere sitzen offen im Terrarium, reagieren schnell auf Bewegungen und zeigen ein ausgeprägtes Fressverhalten.

Acanthoscurria geniculata ist bekannt dafür, sehr futtergierig zu sein. Kaum eine andere Vogelspinne stürzt sich so energisch auf Beutetiere. Dieses Verhalten macht sie für Beobachter besonders interessant, kann aber auch zu übermäßiger Fütterung verleiten, was vermieden werden sollte.

Aussehen und Größe

Das Aussehen ist eines der Hauptargumente für diese Art. Der Körper ist überwiegend schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Die markantesten Merkmale sind die leuchtend weißen bis cremefarbenen Kniebänder an den Beinen, die einen starken Kontrast zur dunklen Grundfarbe bilden. Diese weißen Bänder haben der Art auch ihren deutschen Namen eingebracht.

Der Carapax ist dunkel, oft mit leichtem bronzenem oder bräunlichem Schimmer. Das Opisthosoma ist dicht behaart und ebenfalls dunkel gefärbt. Jungtiere zeigen oft eine etwas andere Färbung, die mit zunehmendem Alter intensiver und kontrastreicher wird.

Die Beinspannweite eines ausgewachsenen Weibchens kann bis zu 20 Zentimeter erreichen, manchmal sogar etwas mehr. Männchen bleiben meist etwas kleiner und schlanker, mit längeren Beinen und insgesamt weniger massigem Körperbau. Weibchen werden deutlich älter und sind kräftiger gebaut.

Verhalten und Charakter

Acanthoscurria geniculata ist keine scheue Vogelspinne. Viele Tiere sitzen offen auf dem Substrat oder am Eingang ihrer Wohnröhre. Sie reagieren sehr schnell auf Erschütterungen und Beutetiere. Dieses aktive Verhalten macht sie zu einer spannenden Beobachtung im Terrarium.

Vom Charakter her gilt sie als defensiv. Das bedeutet, dass sie sich bei Störungen schnell bedroht fühlt. Typische Abwehrreaktionen sind das Anheben der Vorderbeine, das Abstreifen von Brennhaaren oder im Extremfall auch ein Abwehrbiss. Sie ist nicht aggressiv im Sinne von grundlos angriffslustig, aber definitiv nicht handzahm oder ruhig.

Brennhaare werden häufig eingesetzt. Diese feinen Härchen können bei Hautkontakt Juckreiz und Reizungen verursachen. Besonders bei Arbeiten im Terrarium ist daher Vorsicht geboten.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Acanthoscurria geniculata ist grundsätzlich unkompliziert, wenn einige wichtige Punkte beachtet werden. Sie eignet sich gut für Halter mit etwas Erfahrung, kann aber auch von motivierten Einsteigern gehalten werden, die sich gründlich informieren.

Terrariengröße

Für ein adultes Tier empfiehlt sich ein Terrarium mit mindestens 40 x 30 x 30 Zentimetern. Größer ist immer besser, da die Spinne viel Bodenfläche nutzt. Wichtig ist vor allem die Grundfläche, weniger die Höhe, da es sich um eine bodenbewohnende Art handelt.

Substrat

Das Substrat sollte grabfähig und feuchtigkeitsspeichernd sein. Bewährt haben sich Kokoshumus, ungedüngte Blumenerde oder spezielle Terrariensubstrate. Eine Substrathöhe von mindestens 10 bis 15 Zentimetern ist empfehlenswert, damit die Spinne graben kann. Viele Terrientiere legen sich tiefe Wohnröhren an.

Einrichtung

Zur Einrichtung gehören Versteckmöglichkeiten wie Korkröhren, halbierte Blumentöpfe oder Wurzeln. Diese sollten stabil stehen, um ein Einstürzen von Gängen zu vermeiden. Zusätzlich kann Laub auf dem Boden verteilt werden, um den natürlichen Lebensraum nachzuahmen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die optimale Temperatur liegt tagsüber zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Nachts kann sie leicht absinken, sollte aber nicht unter 20 Grad fallen. Eine zusätzliche Beheizung ist je nach Raumtemperatur sinnvoll.

Die Luftfeuchtigkeit sollte moderat bis leicht erhöht sein, etwa zwischen 70 und 80 Prozent. Wichtig ist dabei eine gute Balance, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Ein Teil des Substrats kann regelmäßig leicht befeuchtet werden, während andere Bereiche trockener bleiben.

Beleuchtung

Eine spezielle Beleuchtung ist nicht zwingend notwendig. Tageslicht oder eine einfache Terrarienbeleuchtung reicht aus. Die Spinne ist dämmerungs- und nachtaktiv und benötigt kein UV-Licht.

Fütterung

Acanthoscurria geniculata ist ein sehr guter Fresser. Geeignet sind Grillen, Heuschrecken, Schaben und andere Insekten in passender Größe. Adulte Tiere können auch größere Futtertiere erhalten. Jungtiere sollten häufiger, aber mit kleineren Beutetieren gefüttert werden.

Eine Überfütterung sollte vermieden werden, da diese Art sehr schnell wächst und bei zu reichhaltiger Ernährung zu Verfettung neigen kann. Ein ausgewogenes Fütterungsintervall ist wichtig.

Wasser

Ein flacher Wassernapf sollte immer vorhanden sein. Auch wenn Vogelspinnen selten beim Trinken beobachtet werden, nutzen sie diese Möglichkeit regelmäßig. Der Wassernapf sollte sauber gehalten und regelmäßig erneuert werden.

Giftigkeit und Gefährlichkeit

Das Gift von Acanthoscurria geniculata ist für gesunde Erwachsene in der Regel nicht gefährlich. Ein Biss kann schmerzhaft sein und lokale Symptome wie Schwellung, Rötung oder Schmerzen verursachen. Systemische Reaktionen sind sehr selten.

Wesentlich unangenehmer als das Gift sind die Brennhaare. Diese können starke Hautreizungen, Juckreiz und bei Kontakt mit Augen oder Atemwegen ernsthafte Beschwerden verursachen. Beim Hantieren im Terrarium ist daher Vorsicht geboten.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Acanthoscurria geniculata ist in der Terraristik bereits mehrfach gelungen. Voraussetzung ist ein geschlechtsreifes Paar. Männchen erreichen die Geschlechtsreife meist früher als Weibchen.

Vor der Verpaarung sollte das Weibchen gut gefüttert sein, um Kannibalismus zu vermeiden. Die Paarung erfolgt meist problemlos, kann aber dennoch riskant für das Männchen sein.

Nach erfolgreicher Paarung produziert das Weibchen nach einigen Wochen bis Monaten einen Kokon. Dieser kann mehrere hundert Jungtiere enthalten. Die Aufzucht der Jungtiere erfordert Erfahrung, Platz und Zeit, da sie regelmäßig gefüttert und voneinander getrennt werden müssen.

Mögliche Krankheiten und Probleme

Vogelspinnen sind generell robuste Tiere, dennoch können Haltungsfehler zu Problemen führen. Zu hohe Feuchtigkeit kann Schimmelbildung und Milbenbefall begünstigen. Zu trockene Bedingungen können Häutungsprobleme verursachen.

Ein häufiges Problem ist die sogenannte Häutungsstörung, bei der die Spinne alte Hautreste nicht vollständig abstreifen kann. Ursachen sind meist falsche Luftfeuchtigkeit oder Stress.

Auch Verletzungen durch Stürze sind möglich, insbesondere bei zu hoher Terrarienhöhe. Daher sollte auf eine angemessene Einrichtung geachtet werden.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem deutschen Namen Weißknie-Vogelspinne ist Acanthoscurria geniculata auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt: Brazilian Whiteknee Tarantula, Giant White Knee Tarantula oder einfach White Knee. In älteren Haltungsberichten tauchen manchmal abweichende Schreibweisen auf, die sich jedoch auf dieselbe Art beziehen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Acanthoscurria geniculata für Anfänger geeignet?

Sie kann von Anfängern gehalten werden, wenn diese sich gut informieren und vorsichtig sind. Ihr defensives Verhalten sollte nicht unterschätzt werden.

Wie alt wird eine Weißknie-Vogelspinne?

Weibchen können 15 bis 20 Jahre alt werden, teilweise sogar älter. Männchen leben deutlich kürzer und sterben meist wenige Jahre nach der Reifehäutung.

Kann man diese Vogelspinne anfassen?

Davon ist abzuraten. Sie ist kein Tier zum Handling und reagiert auf Störungen oft mit Abwehrverhalten.

Wie oft häutet sich Acanthoscurria geniculata?

Jungtiere häuten sich relativ häufig, adulte Tiere meist ein- bis zweimal pro Jahr, abhängig von Fütterung und Bedingungen.

Warum frisst meine Spinne plötzlich nicht mehr?

Fresspausen sind oft ein Zeichen einer bevorstehenden Häutung. Auch Temperaturschwankungen oder Stress können eine Rolle spielen.

Fazit

Acanthoscurria geniculata ist eine beeindruckende Vogelspinne, die durch ihre Größe, ihr markantes Aussehen und ihr aktives Verhalten begeistert. Sie ist robust, gut beobachtbar und bei richtiger Haltung relativ unkompliziert. Gleichzeitig sollte ihr defensiver Charakter nicht unterschätzt werden. Wer sich intensiv mit ihren Bedürfnissen beschäftigt und ihr ein artgerechtes Terrarium bietet, wird viele Jahre Freude an dieser faszinierenden Art haben. Für Liebhaber großer, bodenbewohnender Vogelspinnen ist die Weißknie-Vogelspinne ohne Zweifel eine der attraktivsten Arten in der Terraristik.

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