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Avicularia metallica im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Rotfussvogelspinne Guyana

Avicularia metallica im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Rotfussvogelspinne Guyana)
Avicularia metallica (Rotfussvogelspinne Guyana) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: derivative work: Micha L. Rieser (talk) Avicularia_metallica_110904.jpg: Viki, Avicularia metallica Edit MichaLR, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Avicularia metallica (Rotfussvogelspinne Guyana)

Die Avicularia metallica, allgemein bekannt als Rotfussvogelspinne Guyana, zählt zu den faszinierendsten Vertretern der Vogelspinnen und ist aufgrund ihres auffälligen Aussehens und ihres interessanten Verhaltens bei Terrarianern besonders beliebt. Diese Art zeichnet sich durch ihre markanten metallisch schimmernden Beine und die leuchtend roten Fußgelenke aus, die ihr den populären Namen eingebracht haben. Avicularia metallica gehört zur Familie der Theraphosidae und zur Gattung Avicularia, einer Gruppe von baumbewohnenden Vogelspinnen, die vor allem in tropischen Regionen Südamerikas verbreitet ist.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Die Avicularia metallica ist endemisch in den Regenwäldern Guyanas und kommt dort in den tropischen Tieflandwäldern vor. Diese Spinnen bevorzugen warme, feuchte Klimazonen mit hoher Luftfeuchtigkeit und stabilen Temperaturen. Sie leben überwiegend in der Baumkronenschicht, wo sie sich in Baumhöhlen, zwischen Blättern oder unter Rinde aufhalten. Der natürliche Lebensraum ist geprägt von dichtem Blattwerk, Lianen und einer Vielzahl von potenziellen Verstecken. In ihrem Habitat ist die Art an das Leben auf Höhe angepasst, wodurch sie exzellente Kletterer sind und oft Netzstrukturen zwischen Ästen und Blättern bauen, um sich zu bewegen und ihre Beute zu fangen.

Die Regenwälder Guyanas sind bekannt für ihre gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent und Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Diese klimatischen Bedingungen sind entscheidend für die Pflege im Terrarium, da Abweichungen den Gesundheitszustand der Spinne beeinträchtigen können.

Gattung und Familie

Avicularia metallica gehört zur Familie der Theraphosidae, der weltweit größten Familie der Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie umfasst die Gattung Avicularia zahlreiche Arten, die sich durch ihre baumbewohnende Lebensweise und ihren aktiven Jagdstil auszeichnen. Avicularia-Arten sind vor allem in Südamerika verbreitet, von Venezuela über Guyana bis nach Brasilien.

Die Gattung ist bekannt für ihre relativ friedfertigen Vertreter, die im Vergleich zu bodenbewohnenden Vogelspinnen oft weniger aggressiv reagieren. Viele Avicularia-Arten zeigen ein aktives Kletter- und Sprungverhalten, was ihre Terrarienhaltung interessant, aber gleichzeitig anspruchsvoll gestaltet. Avicularia metallica gehört zu den spektakulärsten Arten innerhalb der Gattung, da sie durch die metallisch glänzenden Beine und die auffälligen roten Fußgelenke ein sehr attraktives Erscheinungsbild bietet.

Beschreibung der Art und Aussehen

Die Rotfussvogelspinne Guyana zeichnet sich durch eine mittelgroße bis große Körpergröße aus, wobei adulte Weibchen eine Beinspannweite von bis zu zwölf Zentimetern erreichen können. Männchen sind in der Regel kleiner und etwas schlanker. Der Körper ist dicht mit feinen Haaren bedeckt, die der Spinne nicht nur Schutz bieten, sondern auch für die Wahrnehmung von Bewegungen in der Umgebung entscheidend sind.

Das auffälligste Merkmal ist die metallisch schimmernde Färbung der Beine, die je nach Lichteinfall grünlich oder blauviolett erscheint. Die Fußgelenke heben sich leuchtend rot ab, während der Opisthosoma (Hinterleib) meist dunkelgrau bis schwarz gefärbt ist. Dieses Farbspiel macht die Art nicht nur für Sammler interessant, sondern dient auch der Tarnung im natürlichen Lebensraum, da die metallisch schimmernden Beine das Sonnenlicht in den Baumwipfeln reflektieren und die Spinne so schwerer zu erkennen ist.

Verhalten

Avicularia metallica ist eine baumbewohnende, eher friedliche Vogelspinne, die tagsüber oft in Verstecken verbleibt und in der Dämmerung und nachts aktiv wird. Sie ist dafür bekannt, Netzstrukturen zwischen Ästen und Blättern zu spinnen, die als Jagd- und Ruheplätze dienen. Die Art ist in der Terraristik für ihr ruhiges Verhalten und ihre Sprungfreudigkeit bekannt. Ein plötzlicher Bewegungsimpuls oder das Herannahen eines Beutetieres kann zu beeindruckenden Sprüngen führen.

Die Tiere zeigen gegenüber Terrarianern meist wenig Aggression, greifen aber beim direkten Kontakt oder bei Bedrohung mit den Cheliceren an. Typische Verteidigungsreaktionen beinhalten das Absondern von Haaren aus dem Opisthosoma, die bei Kontakt Hautreizungen verursachen können. Dieses Verhalten ist ein Schutzmechanismus gegen Fressfeinde und sollte bei der Handhabung unbedingt berücksichtigt werden.

Haltung im Terrarium

Die Terrarienhaltung von Avicularia metallica stellt besondere Anforderungen, da die Art baumbewohnend ist und viel Kletterraum benötigt. Ein hoch gebautes Terrarium mit stabilen Ästen, Korkröhren und Zweigen ist optimal. Die Einrichtung sollte Rückzugsmöglichkeiten bieten, die das natürliche Verhalten nachahmen. Pflanzenelemente, wie Bromelien oder Epiphyten, sind empfehlenswert, da sie zusätzliche Verstecke bieten und die Luftfeuchtigkeit regulieren helfen.

Die Bodenschicht sollte durchlässig und leicht feucht sein, beispielsweise aus Kokoshumus oder Torfsubstrat. Dies hilft, die Luftfeuchtigkeit stabil zu halten, ohne dass es zu Staunässe kommt, die zu Pilzbildung oder Erkrankungen führen kann.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Für die Avicularia metallica ist ein konstantes tropisches Klima entscheidend. Die optimale Temperatur im Terrarium liegt zwischen 24 und 28 Grad Celsius, nachts darf sie leicht abfallen, sollte aber 22 Grad nicht unterschreiten. Eine konstante hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 85 Prozent ist wichtig, um die Häutung und die allgemeine Gesundheit der Spinne zu unterstützen.

Die Luftfeuchtigkeit kann durch tägliches Besprühen, Einsatz eines automatischen Neblers oder durch Wasserschalen reguliert werden. Wichtig ist, dass das Terrarium gut belüftet ist, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ein Hygrometer und ein Thermometer sind unerlässliche Hilfsmittel, um die klimatischen Bedingungen zu überwachen.

Fütterung

Die Rotfussvogelspinne Guyana ist ein opportunistischer Jäger, der in der Terraristik vor allem mit Insekten gefüttert wird. Geeignete Futtertiere sind Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken oder Larven. Junge Terrarientiere sollten häufiger gefüttert werden, während adulte Tiere ein- bis zweimal pro Woche ausreichend Nahrung erhalten.

Die Futtertiere sollten beweglich sein, um den Jagdinstinkt der Spinne zu stimulieren. Es ist wichtig, die Futtermenge an das Körpergewicht der Spinne anzupassen, um Überfütterung oder Unterernährung zu vermeiden. Frisches Wasser sollte jederzeit in einer flachen Schale bereitstehen.

Giftigkeit

Wie die meisten Vogelspinnen besitzt Avicularia metallica ein mildes Gift, das für den Menschen in der Regel nicht gefährlich ist. Der Biss kann jedoch Schmerzen, Rötungen oder leichte Schwellungen verursachen. Wesentlicher ist die Fähigkeit, urtizierende Haare abzuwerfen, die bei empfindlicher Haut oder Schleimhäuten Reizungen hervorrufen können. Daher sollte bei der Handhabung auf Handschuhe und vorsichtige Bewegungen geachtet werden.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Avicularia metallica erfordert Geduld und Erfahrung. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen meist nach drei bis vier Jahren, bei Männchen etwas früher ein. Bei der Paarung sollte darauf geachtet werden, dass das Männchen klein und agil ist, da größere Männchen von Weibchen attackiert werden können.

Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen ein bis zwei Monate später ein Kokon, der mehrere Eier enthalten kann. Die Entwicklungszeit der Spinnenlingsdauer variiert, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, liegt aber in der Regel bei acht bis zwölf Wochen. Junge Spinnen benötigen besonders hohe Luftfeuchtigkeit und kleine, leicht zu fangende Futtertiere.

Mögliche Krankheiten

Die häufigsten gesundheitlichen Probleme bei Avicularia metallica resultieren aus falscher Haltung. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann Häutungsprobleme verursachen, während übermäßige Feuchtigkeit Schimmelbildung und Pilzinfektionen begünstigt. Futtermangel oder zu große Futtertiere können zu Unterernährung oder Verletzungen führen.

Parasitenbefall ist selten, kann aber auftreten, insbesondere bei zu hoher Feuchtigkeit und mangelnder Hygiene. Regelmäßige Kontrolle des Terrariums und saubere Haltung minimieren das Risiko von Krankheiten deutlich.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem gebräuchlichen Namen Rotfussvogelspinne Guyana wird die Art manchmal als Metallic-Avicularia bezeichnet, was auf die auffällige metallische Beinfärbung hinweist. In der englischen Terraristik wird sie häufig als Guyana Metallic Pinktoe Tarantula bezeichnet. Diese Bezeichnungen werden in Fachkreisen verwendet, um die Art innerhalb der Avicularia-Gattung eindeutig zu identifizieren.

Häufig gestellte Fragen

Einige typische Fragen von Terrarianern drehen sich um die Haltung, das Verhalten und die Zucht der Spinne. So wird häufig gefragt, ob Avicularia metallica aggressiv ist, wie oft sie gefüttert werden sollte oder wie die ideale Terrarienhöhe aussieht. Grundsätzlich gilt: Die Art ist relativ friedlich, benötigt ausreichend Klettermöglichkeiten, regelmäßige Fütterung und eine konstante tropische Umgebung, um gesund zu bleiben.

Ein weiterer häufig gestellter Punkt ist die Sicherheit bei der Handhabung. Es wird empfohlen, direkte Handkontakte auf ein Minimum zu beschränken, da die Abwehrmechanismen der Spinne zu Hautreizungen führen können. Beobachtung, Fotografie und Fütterung lassen sich problemlos ohne direkte Berührung durchführen.

Fazit

Die Avicularia metallica ist eine beeindruckende baumbewohnende Vogelspinne, die sowohl durch ihre Optik als auch durch ihr Verhalten Terrarianer begeistert. Ihr metallischer Schimmer und die leuchtend roten Fußgelenke machen sie zu einem Highlight jeder Terrarienhaltung. Gleichzeitig erfordert die Art eine sorgfältige Pflege, die eine angemessene Terrarienhöhe, konstante tropische Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Klettermöglichkeiten umfasst.

Mit Geduld und Erfahrung lassen sich sowohl die Haltung als auch die Zucht erfolgreich umsetzen. Sie ist für Terrarianer geeignet, die Freude an der Beobachtung von Aktivität, Netzbau und Jagdverhalten haben und bereit sind, die spezifischen klimatischen Anforderungen zu erfüllen. Avicularia metallica bleibt ein faszinierendes Beispiel für die Schönheit und Diversität der südamerikanischen Vogelspinnen und bietet sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Haltern ein spannendes Terraristik-Erlebnis.

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