Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Dendropsophus leucophyllatus im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Surinam-Clownfrosch

Dendropsophus leucophyllatus im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Surinam-Clownfrosch)
Dendropsophus leucophyllatus (Surinam-Clownfrosch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: User: (WT-shared) Pbsouthwood at wts wikivoyage, Smoothskin scorpion fish on an Ark Rock wreck DSC00138, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Dendropsophus leucophyllatus (Surinam-Clownfrosch)

Der Surinam-Clownfrosch, wissenschaftlich als Dendropsophus leucophyllatus bekannt, gehört zu den auffälligsten und zugleich interessantesten Baumfroscharten der Neotropen. Seine kontrastreiche Zeichnung, das lebhafte Verhalten und seine vergleichsweise überschaubaren Haltungsansprüche machen ihn seit Jahren zu einer beliebten Art in der Terraristik. Gleichzeitig ist er kein klassischer Anfängerfrosch, sondern richtet sich eher an Halter, die sich bewusst mit tropischen Amphibien beschäftigen möchten und bereit sind, sich mit Details auseinanderzusetzen.

Herkunft und geografische Verbreitung

Dendropsophus leucophyllatus stammt aus dem nördlichen Südamerika und ist dort in einem relativ großen, zusammenhängenden Verbreitungsgebiet anzutreffen. Die Art kommt vor allem in Surinam, Guyana, Französisch-Guayana, im Norden Brasiliens sowie in angrenzenden Teilen Venezuelas vor. Innerhalb dieses Areals ist der Surinam-Clownfrosch lokal teilweise sehr häufig, was auf seine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume hinweist.

Die Vorkommen konzentrieren sich überwiegend auf Tieflandregionen unterhalb von etwa 500 Metern über dem Meeresspiegel. Dort besiedelt die Art sowohl Primär- als auch Sekundärregenwälder, Waldränder, Überschwemmungsgebiete und saisonal feuchte Savannenlandschaften. Besonders häufig wird sie in der Nähe von temporären Gewässern gefunden, die während der Regenzeit entstehen.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum von Dendropsophus leucophyllatus ist geprägt von hoher Luftfeuchtigkeit, warmen Temperaturen und einer ausgeprägten jahreszeitlichen Dynamik. Während der Regenzeit entstehen zahlreiche temporäre Wasseransammlungen wie Pfützen, überflutete Senken oder langsam fließende Randbereiche von Bächen. Diese dienen den Fröschen als Laichgewässer.

Tagsüber halten sich die Tiere meist gut versteckt in der Vegetation auf. Sie sitzen auf Blättern, dünnen Ästen oder in Bromelien, oft mehrere Meter über dem Boden. Nach Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv und beginnen mit der Nahrungssuche sowie mit ihren charakteristischen Rufen, die vor allem während der Fortpflanzungszeit intensiv zu hören sind.

Der Lebensraum ist strukturell sehr komplex: dichtes Blattwerk, viele Klettergelegenheiten, wechselnde Lichtverhältnisse und eine konstante Grundfeuchte prägen die Umgebung. Diese Faktoren sind entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere und sollten bei der Terrarienhaltung möglichst realitätsnah nachgebildet werden.

Gattung und Familie

Dendropsophus leucophyllatus gehört zur Familie der Laubfrösche, den Hylidae. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, die überwiegend baumbewohnend leben und durch Haftscheiben an Fingern und Zehen hervorragend an das Klettern angepasst sind.

Die Gattung Dendropsophus ist sehr artenreich und beinhaltet zahlreiche kleinere bis mittelgroße Laubfrösche aus Mittel- und Südamerika. Viele Arten der Gattung zeichnen sich durch auffällige Musterungen, variable Färbungen und komplexe Fortpflanzungsstrategien aus. Dendropsophus leucophyllatus gilt innerhalb der Gattung als eine der bekanntesten und am besten untersuchten Arten, was ihn auch für die Terraristik interessant macht.

Beschreibung der Art

Der Surinam-Clownfrosch ist ein kleiner bis mittelgroßer Laubfrosch mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 3 bis 4,5 Zentimetern. Weibchen werden in der Regel etwas größer und kräftiger als Männchen. Der Körperbau ist schlank, die Gliedmaßen sind lang und gut an das Klettern angepasst.

Typisch für die Art ist ihre kontrastreiche Zeichnung, die aus hellen, oft weißlichen oder cremefarbenen Flächen auf dunklem Grund besteht. Diese Musterung ist individuell unterschiedlich ausgeprägt und kann je nach Herkunft und sogar je nach Stimmung des Tieres variieren.

Aussehen und Farbvariabilität

Das auffälligste Merkmal von Dendropsophus leucophyllatus ist ohne Zweifel seine Zeichnung. Der Grundton reicht von dunkelbraun über schokoladenfarben bis hin zu fast schwarzem Braun. Darauf sitzen unregelmäßige helle Flecken oder Bänder, die an eine Clown-Maske erinnern, was dem Frosch seinen deutschen Trivialnamen eingebracht hat.

Die Bauchseite ist meist heller gefärbt, oft beige bis cremefarben. Die Augen sind relativ groß, mit horizontaler Pupille und goldener bis bronzefarbener Iris. Die Haftscheiben an Fingern und Zehen sind deutlich ausgeprägt, aber nicht übermäßig groß.

Interessant ist die Fähigkeit zur leichten Farbänderung. Je nach Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Stresslevel kann der Frosch heller oder dunkler erscheinen. Diese Anpassung dient sowohl der Tarnung als auch der Kommunikation.

Verhalten und Aktivitätsmuster

Dendropsophus leucophyllatus ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber sitzen die Terrarientiere meist regungslos in der Vegetation und sind dank ihrer Tarnfärbung nur schwer zu entdecken. Mit Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv, klettern durchs Terrarium oder den natürlichen Lebensraum und gehen auf Nahrungssuche.

Männchen sind während der Fortpflanzungszeit sehr ruffreudig. Ihr Ruf ist relativ laut und rhythmisch, was in Wohnräumen durchaus als störend empfunden werden kann. Dieses Verhalten sollte bei der Standortwahl des Terrariums berücksichtigt werden.

Die Art ist grundsätzlich friedlich, zeigt aber ein ausgeprägtes Territorialverhalten unter Männchen, vor allem in der Paarungszeit. In ausreichend großen Terrarien mit guter Strukturierung lassen sich dennoch kleine Gruppen problemlos halten.

Haltung im Terrarium

Die Terrarienhaltung von Dendropsophus leucophyllatus gilt als gut machbar, wenn bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Ein hohes, gut strukturiertes Regenwaldterrarium ist essenziell, da die Tiere überwiegend vertikal orientiert leben.

Für eine kleine Gruppe von einem Männchen und zwei bis drei Weibchen empfiehlt sich ein Terrarium mit mindestens 50 x 50 x 80 Zentimetern. Größer ist immer besser, da mehr Platz Stress reduziert und ein natürlicheres Verhalten ermöglicht.

Die Einrichtung sollte aus zahlreichen Kletterästen, Pflanzen mit stabilen Blättern und Rückzugsmöglichkeiten bestehen. Lebende Pflanzen wie Ficus, Philodendron oder Bromelien tragen nicht nur zur Optik bei, sondern helfen auch, das Mikroklima zu stabilisieren.

Ein kleiner Wasserteil oder eine flache Wasserschale ist sinnvoll, auch wenn die Tiere nicht dauerhaft im Wasser leben. Sauberes, regelmäßig gewechseltes Wasser ist Pflicht.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die richtige Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Haltung des Surinam-Clownfrosches. Tagsüber sollte die Temperatur im Terrarium zwischen 24 und 28 Grad Celsius liegen. Nachts darf sie auf 20 bis 22 Grad abfallen, was dem natürlichen Rhythmus entspricht.

Eine konstante Überhitzung ist unbedingt zu vermeiden, da Amphibien sehr empfindlich auf zu hohe Temperaturen reagieren. Punktuelle Wärmequellen sind in der Regel nicht notwendig, sofern der Raum entsprechend temperiert ist.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei etwa 70 bis 80 Prozent liegen und nachts auf 90 Prozent ansteigen. Dies lässt sich durch regelmäßiges Sprühen, automatische Beregnungsanlagen und lebende Pflanzen gut erreichen. Eine ausreichende Belüftung ist dennoch wichtig, um Staunässe und Schimmelbildung zu verhindern.

Fütterung und Ernährung

Dendropsophus leucophyllatus ist ein klassischer Insektenfresser. In der Natur ernährt er sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser, darunter Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Spinnen und andere Insekten.

Im Terrarium hat sich eine abwechslungsreiche Ernährung bewährt. Geeignet sind unter anderem Fruchtfliegen, kleine Heimchen, Mikrogrillen, Springschwänze und kleine Schabenarten. Die Futtertiere sollten stets gut genährt und regelmäßig mit Vitamin- und Mineralpräparaten bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Jungtiere benötigen häufigere Fütterungen, während adulte Tiere meist zwei- bis dreimal pro Woche gefüttert werden können. Eine Überfütterung sollte vermieden werden, da sie zu Verfettung und gesundheitlichen Problemen führen kann.

Giftigkeit und Hautsekrete

Wie viele Laubfrösche besitzt auch Dendropsophus leucophyllatus Hautdrüsen, die schützende Sekrete absondern. Diese sind in erster Linie dazu gedacht, Fressfeinde abzuschrecken und die Haut vor Austrocknung und Keimen zu schützen.

Für den Menschen sind diese Sekrete in der Regel nicht gefährlich, können aber bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen. Direkter Hautkontakt sollte daher auf das Nötigste beschränkt werden. Beim Arbeiten im Terrarium empfiehlt es sich, die Hände vorher anzufeuchten oder Einmalhandschuhe zu tragen und anschließend gründlich zu waschen.

Vermehrung und Zucht

Die Nachzucht von Dendropsophus leucophyllatus im Terrarium ist möglich und wird regelmäßig erfolgreich durchgeführt. Voraussetzung ist ein stabiles, artgerechtes Umfeld sowie eine gezielte Simulation der Regenzeit.

Zur Fortpflanzung benötigen die Tiere ein geeignetes Laichgewässer. Dies kann eine flache Wasserschale oder ein separater Wasserteil sein. Die Männchen beginnen mit intensiven Rufen, um Weibchen anzulocken. Die Eiablage erfolgt meist in Form kleiner Laichpakete, die an Pflanzen über oder nahe dem Wasser abgelegt werden.

Nach dem Schlupf fallen die Kaulquappen ins Wasser und entwickeln sich dort weiter. Die Aufzucht der Larven erfordert sauberes Wasser, regelmäßige Wasserwechsel und geeignetes Futter wie feines Fischfutter oder spezielle Kaulquappenpräparate. Die Metamorphose erfolgt nach mehreren Wochen, abhängig von Temperatur und Fütterung.

Mögliche Krankheiten und Probleme

Wie alle Amphibien ist auch der Surinam-Clownfrosch empfindlich gegenüber Haltungsfehlern. Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen, falsche Luftfeuchtigkeit oder mangelhafte Hygiene können schnell zu Problemen führen.

Häufige Erkrankungen sind Hautinfektionen, Pilzerkrankungen und Parasitenbefall. Apathie, Fressunlust, Gewichtsverlust oder Veränderungen der Hautstruktur sind Warnsignale, die ernst genommen werden sollten.

Vorbeugung ist der beste Schutz. Dazu gehören regelmäßige Reinigung, Quarantäne neuer Tiere, abwechslungsreiche Ernährung und stabile Umweltbedingungen.

Alternative Bezeichnungen und Trivialnamen

Neben der wissenschaftlichen Bezeichnung Dendropsophus leucophyllatus ist die Art unter mehreren deutschen und englischen Namen bekannt. Am gebräuchlichsten ist der Name Surinam-Clownfrosch. Im Englischen wird er häufig als Clown Tree Frog oder White-edged Tree Frog bezeichnet.

Diese unterschiedlichen Bezeichnungen beziehen sich meist auf die auffällige Zeichnung oder das Herkunftsgebiet der Art.

Häufig gestellte Fragen

Viele Halter fragen sich, ob Dendropsophus leucophyllatus für Anfänger geeignet ist. Die Antwort lautet: mit Einschränkungen. Wer bereit ist, sich mit den Bedürfnissen tropischer Frösche auseinanderzusetzen und die Technik entsprechend einzustellen, kann auch als ambitionierter Einsteiger Erfolg haben.

Eine weitere häufige Frage betrifft die Gruppenhaltung. Diese ist grundsätzlich möglich und sogar empfehlenswert, sofern ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind.

Auch die Lautstärke der Männchen wird oft unterschätzt. In der Paarungszeit können die Rufe sehr präsent sein und sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Fazit

Dendropsophus leucophyllatus ist ein faszinierender, optisch beeindruckender Laubfrosch, der bei artgerechter Haltung viel Freude bereitet. Seine lebhafte Zeichnung, sein interessantes Verhalten und die Möglichkeit zur Nachzucht machen ihn zu einer attraktiven Art für engagierte Terrarianer.

Wer bereit ist, sich intensiv mit den Bedürfnissen dieser Art zu beschäftigen, ein gut strukturiertes Terrarium einzurichten und auf stabile Umweltbedingungen zu achten, wird mit gesunden, aktiven Tieren belohnt. Der Surinam-Clownfrosch ist damit ein hervorragendes Beispiel dafür, wie anspruchsvoll und gleichzeitig bereichernd die moderne Terraristik sein kann.

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Dendropsophus leucophyllatus gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

Letzte Änderung am