Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Malapterurus electricus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Zitterwels

Malapterurus electricus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Zitterwels)
Malapterurus electricus (Zitterwels) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: KKPCW, Malapterurus sp. in Gifu World Fresh Water Aquarium, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Malapterurus electricus (Zitterwels)

Der Malapterurus electricus, allgemein bekannt als Zitterwels, ist eine faszinierende und außergewöhnliche Fischart, die nicht nur durch ihr beeindruckendes Aussehen, sondern auch durch ihre einzigartige Fähigkeit, elektrische Impulse zu erzeugen, Aufmerksamkeit erregt. Für erfahrene Aquarianer, die sich für ungewöhnliche und exotische Arten begeistern, stellt der Zitterwels eine besondere Herausforderung dar, die sowohl Wissen als auch Sorgfalt erfordert.

Herkunft und Verbreitungsgebiet

Der Zitterwels ist in den tropischen Flüssen West- und Zentralafrikas heimisch, wobei seine Verbreitung hauptsächlich den Niger, den Kongo, den Senegal und zahlreiche kleinere Zuflüsse umfasst. Die Art bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer mit weichem, leicht sauerstoffarmem Wasser, das reich an organischen Stoffen ist. In ihrer natürlichen Umgebung halten sich Zitterwelse häufig in den dunklen, schlammigen Bereichen von Flussläufen auf, wo sie sich in Unterständen wie Baumwurzeln, Felsspalten oder umgestürzten Baumstämmen verbergen. Die Fähigkeit, elektrische Impulse zu erzeugen, dient ihnen in der freien Wildbahn sowohl zur Verteidigung als auch zur Orientierung und Jagd in trüben oder dunklen Gewässern, wo die Sicht eingeschränkt ist.

Systematik und Gattung

Malapterurus electricus gehört zur Familie der Malapteruridae, einer einzigartigen Familie elektrischer Welse. Innerhalb dieser Familie bildet die Gattung Malapterurus die bekanntesten Vertreter. Die Familie ist monotypisch und zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Hochspannungsstöße von mehreren hundert Volt zu erzeugen, was diese Fische zu den wenigen Wirbeltieren mit einer so ausgeprägten elektrogenen Fähigkeit macht. Die Gattung Malapterurus umfasst mehrere Arten, von denen M. electricus die am weitesten verbreitete und bekannteste Art ist. Sie ist ein typisches Beispiel für die Anpassung an nächtliche und trübe Flussökosysteme.

Aussehen und Morphologie

Der Zitterwels erreicht eine stattliche Größe von bis zu 120 Zentimetern in der Natur, wobei in Aquarienhaltung oft kleinere Exemplare von etwa 60 bis 80 Zentimetern gepflegt werden. Sein Körper ist kräftig und walzenförmig, mit glatter, schuppenloser Haut, die in einem einheitlichen, meist grau-braunen bis olivfarbenen Ton gefärbt ist. Auffällig sind die kleinen, runden Augen, die auf die Anpassung an dunkle Lebensräume hinweisen, sowie die große, muskulöse Brust- und Bauchregion, die der Energieerzeugung für elektrische Entladungen dient. Die Rückenflosse fehlt vollständig, während die Afterflosse langgestreckt ist und sich über den hinteren Teil des Körpers zieht. Diese morphologischen Merkmale verleihen dem Zitterwels eine unverwechselbare Silhouette.

Verhalten und Charakter

Zitterwelse sind nachtaktive Raubfische. Tagsüber verbringen sie die meiste Zeit verborgen in Höhlen, Wurzeln oder dichten Pflanzengruppen. In der Dämmerung und Nacht werden sie aktiv, patrouillieren durch ihr Revier und jagen kleinere Fische oder wirbellose Tiere. Ihr Verhalten ist in Gefangenschaft oft zurückhaltend und vorsichtig, doch sie können bei Bedrohung oder Revierverteidigung elektrische Stöße abgeben. Diese Fähigkeit macht sie besonders interessant, aber auch herausfordernd für Aquarianer, da ein direkter Kontakt riskant sein kann. Zitterwelse sind territoriale Tiere und zeigen eine klare Dominanzstruktur, besonders wenn mehrere Tiere im gleichen Becken gehalten werden.

Haltungsempfehlungen

Die Pflege von Malapterurus electricus erfordert sorgfältige Vorbereitung und ein gut durchdachtes Aquarium. Aufgrund ihrer Größe benötigen adulte Tiere ein Becken ab 2000 Litern, wobei größere Exemplare ein deutlich größeres Volumen verlangen. Ein langes, gut strukturiertes Becken mit ausreichenden Versteckmöglichkeiten, wie Höhlen, dicken Wurzeln oder PVC-Rohren, ist ideal. Der Bodengrund sollte weich sein, um Verletzungen zu vermeiden, da Zitterwelse häufig den Boden absuchen.

Die Wasserwerte sollten dem natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst werden. Ideale Bedingungen liegen bei einer Temperatur zwischen 24 und 28 Grad Celsius, einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und weichem bis mittelhartem Wasser. Regelmäßige Wasserwechsel sind essenziell, da diese Fische empfindlich auf Verschmutzungen reagieren. Die Filtration sollte leistungsfähig, aber so gestaltet sein, dass keine Strömung entsteht, die den Fisch stressen könnte. Eine dichte Bepflanzung ist optional, kann aber die Versteckmöglichkeiten erhöhen und das Sicherheitsgefühl der Tiere stärken.

In Bezug auf die Ernährung sind Zitterwelse fleischfressend. Sie akzeptieren Fisch, Garnelen, Würmer und andere proteinreiche Futtermittel. Jungfische lassen sich an Lebendfutter oder Frostfutter gewöhnen, während adulte Tiere auch Stücke von Fisch oder Tintenfisch fressen. Es ist wichtig, abwechslungsreich zu füttern und Überfütterung zu vermeiden, da dies zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Giftigkeit und Sicherheit

Obwohl der Zitterwels kein Gift im klassischen Sinne produziert, sind seine elektrischen Entladungen stark genug, um schmerzhafte Stromschläge zu verursachen. In der Aquaristik ist daher Vorsicht geboten: Direktes Anfassen oder Arbeiten im Wasser ohne Schutz kann zu Verletzungen führen. Für die Tiere selbst ist der elektrische Stoß eine natürliche Verteidigungs- und Jagdmethode und sollte respektiert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass Wartungsarbeiten möglichst mit Hilfsmitteln durchgeführt werden sollten und die Tiere niemals provoziert werden dürfen.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Malapterurus electricus in Gefangenschaft gilt als schwierig und erfordert viel Erfahrung. Zitterwelse sind laichbereit, wenn sie sich sicher und ungestört fühlen und ausreichend Nahrung sowie optimale Wasserbedingungen erhalten. In der Natur findet die Fortpflanzung saisonal während der Regenzeit statt. Die Weibchen legen dabei mehrere tausend Eier in geschützten Bereichen ab. Männchen bewachen den Laich aktiv und können aggressive Verhaltensweisen zeigen. Die Larven entwickeln sich schnell, benötigen aber feinste Lebendfutterarten wie frisch geschlüpfte Artemia oder kleine Insektenlarven. In der Aquaristik sind erfolgreiche Nachzuchten selten, da die elektrische Aktivität und die Größe der Tiere die Zucht zusätzlich erschweren.

Krankheiten

Zitterwelse gelten als robuste Fische, können jedoch unter ähnlichen Krankheiten leiden wie andere Welse. Häufige Probleme sind bakterielle Infektionen, Pilzbefall oder parasitäre Erkrankungen, die durch Stress, schlechte Wasserqualität oder falsche Ernährung begünstigt werden. Typische Symptome sind Verfärbungen, auffälliges Absondern von Schleim, Appetitlosigkeit oder lethargisches Verhalten. Vorbeugend ist eine stabile Wasserqualität entscheidend, ebenso wie eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Verletzungen durch scharfe Dekoration sollten vermieden werden, da sie Eintrittspforten für Infektionen darstellen können.

Alternative Bezeichnungen

Malapterurus electricus ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt, die je nach Region variieren. Die geläufigsten sind Zitterwels, Elektrowels oder Elektrischer Wels. In manchen Regionen wird er auch als Afrikanischer Zitterwels bezeichnet, um ihn von anderen elektrischen Welsarten zu unterscheiden. Diese alternativen Namen spiegeln vor allem seine auffällige Fähigkeit wider, elektrische Entladungen zu erzeugen, die für Menschen leicht erkennbar sind.

Häufig gestellte Fragen

Kann der Zitterwels mit anderen Fischen gehalten werden?

In großen Aquarien können kleinere Fische als Beute betrachtet werden. Gleichgroße oder größere Arten sind in der Regel sicher, jedoch sollte der Zitterwels ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben, um Aggressionen zu vermeiden.

Wie stark ist der elektrische Stoß?

Die Entladung kann mehrere hundert Volt erreichen. Für Menschen ist dies schmerzhaft, aber normalerweise nicht lebensgefährlich. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Braucht der Zitterwels besondere Wasserparameter?

Ja, weiches bis mittelhartes Wasser, leicht sauer bis neutral und Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius sind optimal.

Wie lange lebt Malapterurus electricus?

In Gefangenschaft können Zitterwelse 10 bis 15 Jahre alt werden, bei optimaler Pflege sogar länger.

Welche Größe erreichen die Tiere im Aquarium?

Je nach Haltung zwischen 60 und 120 Zentimeter, wobei größere Aquarien notwendig sind, um eine artgerechte Pflege zu gewährleisten.

Fazit

Malapterurus electricus ist ein außergewöhnlicher Fisch, der sowohl durch seine elektrische Fähigkeit als auch durch sein faszinierendes Verhalten beeindruckt. Für Aquarianer stellt er eine anspruchsvolle, aber lohnende Herausforderung dar. Die artgerechte Haltung erfordert große Becken, sorgfältig ausgewählte Wasserparameter, sichere Rückzugsmöglichkeiten, eine abwechslungsreiche Ernährung und die Beachtung der elektrischen Fähigkeiten des Fisches. Aufgrund dieser Ansprüche ist der Zitterwels eher für erfahrene Aquarianer geeignet, die bereits Erfahrung mit großen oder ungewöhnlichen Welsarten haben.

Wer sich die Pflege von Malapterurus electricus zutraut, wird mit einem einzigartigen Blickfang belohnt, der nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch ein spannendes Verhalten zeigt, das bei richtiger Haltung über viele Jahre hinweg beobachtet werden kann. Der Zitterwels ist ein Paradebeispiel für die Vielfalt und Faszination tropischer Süßwasserfische und bleibt einer der faszinierendsten Vertreter der afrikanischen Welsfauna.

Haltungsbedingungen

Um Malapterurus electricus (Zitterwels) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 28°C
  • pH-Wert: 6.0 bis 7.5
  • Gesamthärte: 2° bis 15° dGH
  • Mindestaquariengröße: 2000 Liter

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Malapterurus electricus gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

Letzte Änderung am