Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Hemiglyphidodon plagiometopon im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Lagunen-Riffbarsch

Hemiglyphidodon plagiometopon im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Lagunen-Riffbarsch)
Hemiglyphidodon plagiometopon (Lagunen-Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Rickard Zerpe, Lagoon damselfish (Hemiglyphidodon plagiometopon) (43629309110), CC BY 2.0

Wissenswertes zu Hemiglyphidodon plagiometopon (Lagunen-Riffbarsch)

Der Lagunen-Riffbarsch (Hemiglyphidodon plagiometopon) ist ein faszinierender Vertreter der Riffbewohner, der sowohl durch seine interessante Färbung als auch durch sein spannendes Verhalten in Aquarien viele Aquarianer begeistert. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und seiner besonderen Ansprüche an Habitatgestaltung und Sozialverhalten gilt er als eine anspruchsvollere Art, die vor allem erfahrene Aquarianer anspricht. In dieser ausführlichen Beschreibung werden Herkunft, Taxonomie, Aussehen, Verhalten, Haltung, Zucht, mögliche Krankheiten sowie häufig gestellte Fragen detailliert beleuchtet.

Herkunft und Verbreitung

Hemiglyphidodon plagiometopon stammt ursprünglich aus den tropischen Gewässern des Westpazifiks, insbesondere aus dem Bereich der Korallenriffe und Lagunen vor den Küsten Südostasiens. Hauptsächlich ist die Art in Regionen wie Indonesien, den Philippinen, Papua-Neuguinea und nördlich bis nach Palau anzutreffen. Diese Fische bevorzugen flache Küstenbereiche mit ruhigem Wasser, in denen sie zwischen Korallenblöcken, Seegraswiesen und felsigen Strukturen Schutz finden. Die Art kommt sowohl in Brackwasserbereichen von Lagunen als auch in stark strukturierten Riffgebieten vor, was ihre Toleranz gegenüber variierenden Salzgehalten und unterschiedlichen Strömungsverhältnissen unterstreicht.

Die Umweltbedingungen dieser Regionen zeichnen sich durch warmes, tropisches Wasser mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius, einem leicht variierenden Salzgehalt und einer hohen Sauerstoffsättigung aus. Das Wissen um diese natürlichen Lebensräume ist für die Haltung im Aquarium von entscheidender Bedeutung, da die Art empfindlich auf Stress und falsche Wasserwerte reagiert.

Taxonomie: Familie und Gattung

Hemiglyphidodon plagiometopon gehört zur Familie der Pomacentridae, die allgemein als Riffbarsche bekannt sind. Die Pomacentridae umfassen zahlreiche Arten, die überwiegend in tropischen Meeren vorkommen und für ihre territorialen und oft sehr lebhaften Verhaltensweisen bekannt sind. Innerhalb dieser Familie gehört Hemiglyphidodon zu den kleineren, oft eher versteckt lebenden Vertretern, die sich durch eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an Korallenriffstrukturen auszeichnen.

Die Gattung Hemiglyphidodon ist vergleichsweise klein und umfasst einige wenige Arten, die sich durch spezifische Merkmale im Körperbau und Färbung unterscheiden. Charakteristisch sind robuste, gedrungene Körperformen, ein deutlicher Kopfbereich und ein ausgeprägtes Maul, das eine flexible Ernährung ermöglicht. Die Art plagiometopon sticht innerhalb der Gattung durch ihre besondere Kopfform und die markanten Querbinden im Bereich des Kopfes und des Körpers hervor.

Beschreibung und Aussehen

Der Lagunen-Riffbarsch erreicht eine maximale Körperlänge von etwa 12 bis 15 Zentimetern. Sein Körper ist gedrungen, kräftig gebaut und eignet sich hervorragend für das schnelle Manövrieren zwischen Korallenblöcken und Felsen. Die Färbung variiert je nach Alter, Geschlecht und emotionalem Zustand. Jungfische zeigen oft eine hellere, nahezu durchscheinende Färbung, während adulte Tiere intensivere Töne entwickeln.

Die Grundfärbung des Körpers ist ein bläulich-graues bis olivgrünes Muster, das von dunklen Querbinden unterbrochen wird. Besonders auffällig ist die Zeichnung im Kopfbereich, die der Art ihren wissenschaftlichen Namen verleiht: „plagiometopon“ bezieht sich auf die schräg verlaufenden Linien am Kopf. Die Flossen sind gut ausgebildet und oft transparent mit leichter Tönung, wobei die Rückenflosse kräftig ausgeprägt ist und dem Fisch Stabilität beim Schwimmen verleiht. Männchen entwickeln in der Balzzeit intensivere Farbkontraste, um Weibchen anzulocken und ihr Revier zu markieren.

Verhalten

In freier Natur zeigt Hemiglyphidodon plagiometopon ein ausgesprochen territoriales Verhalten. Männliche Tiere verteidigen kleine Areale, die ihnen als Futter- und Laichplatz dienen. Sie reagieren auf Eindringlinge sehr aggressiv, während sie gegenüber Artgenossen und anderen Fischarten in neutralen Bereichen toleranter sein können. Besonders interessant ist ihr Revierverhalten in Lagunen und flachen Riffen: Sie nutzen Felsen, Korallenblöcke und Seegras als Verstecke, Beobachtungsposten und Rückzugsmöglichkeiten.

Im Aquarium zeigt die Art ähnliche Verhaltensweisen. Sie benötigt sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch genügend Platz, um Revierverhalten auszuleben. Obwohl sie nicht als besonders aggressiv gegenüber anderen Arten gilt, können kleinere oder weniger robuste Fische in unmittelbarer Nachbarschaft gestresst werden. Eine intelligente Strukturierung des Aquariums mit Höhlen, Steinaufbauten und Pflanzen ist daher essenziell, um Konflikte zu minimieren.

Haltungsempfehlungen

Die Haltung von Lagunen-Riffbarschen erfordert ein gut strukturiertes Meerwasser- oder Brackwasseraquarium. Ideale Aquarienbedingungen umfassen ein Becken ab 800 Litern, wobei mehr Volumen immer von Vorteil ist, um Stress und Konflikte zu vermeiden.

Wasserparameter

  • Temperatur: 25–28 °C
  • Salzgehalt: 1,020–1,025 spezifisches Gewicht
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Karbonathärte: 8–12 dKH

Regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte ist entscheidend, da die Tiere empfindlich auf Schwankungen reagieren. Ebenso wichtig sind stabile Nährstoffwerte und eine gute Filterung, die biologisch und mechanisch das Wasser sauber halten, ohne zu starke Strömungen zu erzeugen.

Einrichtung

Das Aquarium sollte stark strukturiert sein, um Territorien zu schaffen und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Ideal sind Kombinationen aus lebenden Korallen, Felsen, Höhlen und Wurzeln. Pflanzen wie Seegras oder Algenmatten können zusätzlich Deckung bieten und die natürliche Umgebung nachbilden.

Vergesellschaftung

Lagunen-Riffbarsche eignen sich gut für eine Vergesellschaftung mit robusten, mittelgroßen Meerwasserfischen, die nicht zu aggressiv sind. Vorsicht ist bei kleineren Arten geboten, die durch das territoriale Verhalten gestresst werden könnten. Grundsätzlich sollten nicht zu viele Artgenossen auf engem Raum gehalten werden, um Kämpfe zu vermeiden.

Ernährung

Die Ernährung von Hemiglyphidodon plagiometopon ist vielseitig. Sie umfasst sowohl pflanzliche Anteile wie Algen und Seetang als auch tierische Kost wie kleine Krebstiere und Zooplankton. Im Aquarium können hochwertige Flocken- und Granulatfuttermittel, gefrorene Artemia, Mysis oder spezielle Algenblätter verfüttert werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist entscheidend, um die Färbung und Vitalität der Tiere zu erhalten.

Giftigkeit

Hemiglyphidodon plagiometopon ist für den Menschen nicht giftig. Es besteht keine Gefahr durch Berührung oder Verschlucken. Allerdings können die Tiere durch aggressive Verteidigung von Reviergrenzen kleinere Bisse verursachen, die bei empfindlicher Haut zu Hautreizungen führen können. Es handelt sich also eher um ein Verhalten, das respektvoll beachtet werden sollte, als um eine tatsächliche Giftigkeit.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Lagunen-Riffbarschen ist im Aquarium möglich, erfordert jedoch spezifische Bedingungen und Geduld. Männliche Tiere entwickeln zur Balzzeit intensivere Farben, markieren ihr Revier und bauen kleine Nistplätze auf flachen Steinen oder Korallenfragmenten.

Die Eier werden vom Männchen bewacht, während das Weibchen sie befruchtet. Nach der Eiablage dauert es wenige Tage, bis die Larven schlüpfen. Diese benötigen zunächst feinste Lebendfutterformen wie Mikroorganismen oder Infusorien. Mit zunehmender Größe können die Jungfische auf Artemia-Nauplien oder feines Granulat umgestellt werden. Die Nachzucht ist anspruchsvoll, da die Larven empfindlich auf Wasserqualität und Strömung reagieren und ein stabiles Milieu für schnelles Wachstum benötigen.

Mögliche Krankheiten

Lagunen-Riffbarsche sind generell robust, jedoch anfällig für typische Meerwasserkrankheiten, insbesondere bei Stress oder schlechter Wasserqualität. Zu den häufigsten Problemen zählen:

  • Ichthyophthiriose (Ich): Weißpunktkrankheit, ausgelöst durch Protozoen, zeigt sich durch weiße Punkte auf Haut und Flossen.
  • Velvet-Krankheit (Oodinium): Parasitenbefall, erkennbar durch goldenen Schimmer auf der Haut.
  • Bakterielle Infektionen: Oft Folge von Verletzungen oder geschwächtem Immunsystem, erkennbar an Rötungen, offenen Stellen oder lethargischem Verhalten.

Vorbeugung erfolgt über stabile Wasserwerte, stressarme Haltung, Quarantäne neuer Tiere und abwechslungsreiche Ernährung.

Alternativen Bezeichnungen

Der Lagunen-Riffbarsch wird gelegentlich auch als „Lagunen-Demoiselle“ oder „Blauer Riffbarsch“ bezeichnet. Im englischen Sprachraum ist er unter „Lagoon Damselfish“ bekannt. Wissenschaftlich bleibt jedoch Hemiglyphidodon plagiometopon die eindeutigste und korrekteste Bezeichnung, insbesondere für Fachliteratur und Aquaristik-Datenbanken.

FAQs

1. Ist der Lagunen-Riffbarsch für Anfänger geeignet?

Die Art gilt eher als geeignet für erfahrene Aquarianer, da sie empfindlich auf Wasserwerte reagiert und territoriales Verhalten zeigt, das kleinere oder schwächere Fische belasten kann.

2. Wie groß sollte das Aquarium mindestens sein?

Ein Aquarium ab 800 Litern ist empfehlenswert, größere Becken bieten Vorteile für Vergesellschaftung und Revierbildung.

3. Kann man mehrere Männchen zusammen halten?

Mehrere Männchen sollten nur in sehr großen Aquarien mit ausreichend Strukturen gehalten werden, um Aggressionen zu vermeiden. In kleineren Becken sollte nur ein Männchen mit mehreren Weibchen gehalten werden.

4. Welche Futterarten eignen sich?

Eine Kombination aus pflanzlichem Futter (Algenblätter, Spirulina) und tierischem Futter (Artemia, Mysis) deckt den Nährstoffbedarf optimal ab.

5. Wie schwierig ist die Zucht im Aquarium?

Die Zucht ist möglich, aber anspruchsvoll. Sie erfordert stabile Wasserwerte, kleine Nistplätze und Aufzuchtbedingungen für sehr empfindliche Larven.

Fazit

Hemiglyphidodon plagiometopon, der Lagunen-Riffbarsch, ist eine faszinierende Art für Meerwasseraquarien, die durch ihre auffällige Färbung, ihr ausgeprägtes Territorialverhalten und ihre Anpassungsfähigkeit an komplexe Strukturen überzeugt. Die Haltung erfordert zwar Erfahrung, sorgfältige Planung und ein gut strukturiertes Aquarium, belohnt den Aquarianer jedoch mit einem spannenden, lebhaften und charismatischen Fisch, der ein Stück tropischer Lagunenlandschaft ins heimische Becken bringt.

Seine Ansprüche an Wasserqualität, Ernährung und soziale Struktur machen ihn zu einer lohnenden Art für Aquarianer, die bereit sind, Verantwortung für die anspruchsvolle Pflege zu übernehmen. Mit der richtigen Einrichtung, einer stabilen Wasserchemie und einer ausgewogenen Ernährung kann der Lagunen-Riffbarsch viele Jahre in einem Aquarium gedeihen, sich natürlich verhalten und sogar erfolgreich vermehrt werden.

Für Aquarianer, die das Riffleben in all seiner Komplexität erleben möchten, stellt Hemiglyphidodon plagiometopon eine besonders spannende Wahl dar, die sowohl ästhetisch als auch verhaltensbiologisch faszinierende Einblicke bietet. Seine Haltung verlangt Wissen, Geduld und Sorgfalt, doch der Lohn ist ein lebendiges, dynamisches Aquarium, das die Schönheit tropischer Riffe in die eigenen vier Wände bringt.

Haltungsbedingungen

Um Hemiglyphidodon plagiometopon (Lagunen-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 25° bis 28°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 800 Liter

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Hemiglyphidodon plagiometopon gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

Letzte Änderung am