Plectroglyphidodon altus im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Japanischer Riffbarsch

Wissenswertes zu Plectroglyphidodon altus (Japanischer Riffbarsch)
Der Japanische Riffbarsch, wissenschaftlich bekannt als Plectroglyphidodon altus, gehört zu den eher unbekannten, aber äußerst interessanten Rifffischen in der Meerwasseraquaristik. Während viele Aquarianer zunächst zu farbenprächtigen Doktorfischen, Kaiserfischen oder Clownfischen greifen, rückt diese Art meist erst später in den Fokus – oft dann, wenn man sich intensiver mit dem natürlichen Verhalten von Rifffischen und der Dynamik innerhalb eines Korallenriffs beschäftigt. Genau hier liegt auch die große Stärke von Plectroglyphidodon altus: Er ist kein reiner „Schaufisch“, sondern ein Fisch mit Charakter, ausgeprägtem Revierverhalten und spannenden Interaktionen mit seiner Umwelt.
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Plectroglyphidodon altus stammt aus dem westlichen Pazifik. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt rund um Japan, insbesondere in den südlichen Regionen, weshalb er im Deutschen häufig als Japanischer Riffbarsch bezeichnet wird. Darüber hinaus findet man ihn auch in angrenzenden Meeresgebieten Ostasiens, etwa vor Taiwan oder in Teilen des Ostchinesischen Meeres.
In der Natur bewohnt diese Art flache bis mittlere Riffzonen. Besonders häufig ist sie in Korallenriffen mit starker Struktur anzutreffen, also dort, wo verzweigte Steinkorallen, Felsformationen und Spalten reichlich Versteckmöglichkeiten bieten. Die Tiere halten sich meist in Tiefen zwischen wenigen Metern und etwa 20 Metern auf. Dort verteidigen sie ein klar abgegrenztes Revier, das sie konsequent gegen Eindringlinge verteidigen.
Typisch für den Lebensraum sind:
- klare, sauerstoffreiche Meeresströmungen
- stabile Wassertemperaturen zwischen etwa 23 und 27 °C
- hoher Salzgehalt
- reichlich Algenbewuchs und kleine Wirbellose als Nahrungsgrundlage
Diese Bedingungen sind für die spätere Aquarienhaltung von großer Bedeutung, da Plectroglyphidodon altus empfindlich auf starke Abweichungen von seinem natürlichen Habitat reagieren kann.
Gattung und Familie
Der Japanische Riffbarsch gehört zur Familie der Riffbarsche (Pomacentridae). Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten und ist eine der bekanntesten Gruppen innerhalb der Meerwasseraquaristik. Zu ihr zählen unter anderem Clownfische (Amphiprion), Fahnenbarsche (Chromis) und zahlreiche territorial lebende Riffbarsche.
Familie: Pomacentridae
Die Pomacentridae zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- meist kleine bis mittelgroße Körpergröße
- kräftiger Körperbau
- oft territoriales Verhalten
- Anpassung an ein Leben in Korallenriffen
- omnivore oder herbivore Ernährung
Gattung: Plectroglyphidodon
Die Gattung Plectroglyphidodon umfasst mehrere Arten, die für ihr ausgeprägtes Revierverhalten bekannt sind. Viele Arten dieser Gattung gelten als vergleichsweise aggressiv, insbesondere gegenüber Artgenossen oder ähnlich gefärbten Fischen. Gleichzeitig spielen sie im natürlichen Riff eine wichtige Rolle, da sie Algen kontrollieren und so das Wachstum von Korallen indirekt fördern.
Beschreibung und allgemeine Merkmale
Plectroglyphidodon altus ist ein kompakter, kräftig gebauter Riffbarsch. Die Körperform ist typisch hochrückig und seitlich leicht abgeflacht, was ihm ein wendiges Manövrieren zwischen Korallen ermöglicht. Die Rückenflosse ist durchgehend und mit kräftigen Stachelstrahlen versehen, die dem Fisch zusätzlichen Schutz bieten.
Im Aquarium erreicht die Art in der Regel eine Größe von etwa 8 bis 10 Zentimetern. In der Natur können einzelne Exemplare etwas größer werden, wobei dies stark vom Nahrungsangebot und der Reviergröße abhängt.
Charakteristisch ist auch das selbstbewusste Auftreten: Selbst kleinere Exemplare scheuen sich nicht, deutlich größere Fische aus ihrem Revier zu vertreiben.
Aussehen und Färbung
Die Färbung von Plectroglyphidodon altus ist eher dezent, aber keineswegs langweilig. Sie passt perfekt zum natürlichen Riffumfeld und dient sowohl der Tarnung als auch der innerartlichen Kommunikation.
Typische Merkmale:
- Grundfarbe meist dunkelbraun bis grau
- häufig mit leicht bläulichem oder olivfarbenem Schimmer
- feine Linien oder Muster auf den Schuppen, je nach Lichteinfall sichtbar
- dunkle Augen mit guter Anpassung an wechselnde Lichtverhältnisse
Jungtiere können oft etwas kontrastreicher gefärbt sein als adulte Tiere. Mit zunehmendem Alter wird die Färbung meist einheitlicher und dunkler.
Verhalten und Charakter
Das Verhalten des Japanischen Riffbarsches ist einer der zentralen Punkte, die man vor der Anschaffung kennen sollte. Diese Art ist eindeutig territorial und zeigt ein ausgeprägtes Dominanzverhalten.
Revierverhalten
Plectroglyphidodon altus besetzt ein festes Revier, das er aktiv verteidigt. Eindringlinge werden verfolgt, bedroht und notfalls auch gebissen. Dieses Verhalten richtet sich nicht nur gegen Artgenossen, sondern auch gegen andere Riffbarsche oder ähnlich große Fische.
Aktivität
Der Fisch ist tagaktiv und ständig in Bewegung. Er patrouilliert sein Revier, sucht nach Futter und beobachtet seine Umgebung sehr aufmerksam.
Sozialverhalten
Eine dauerhafte Paarhaltung ist im Aquarium schwierig, da sich die Tiere oft gegenseitig bekämpfen. In sehr großen Becken kann unter Umständen ein Paar oder eine kleine Gruppe gehalten werden, wenn ausreichend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.
Haltung im Aquarium
Die Haltung von Plectroglyphidodon altus ist grundsätzlich möglich, richtet sich aber eher an erfahrene Meerwasseraquarianer. Der Fisch ist robust, stellt jedoch klare Ansprüche an Platz, Struktur und Vergesellschaftung.
Beckengröße
Für ein einzelnes Tier sollte das Meerwasseraquarium mindestens 600 Liter fassen. Größere Becken ab 800 Litern sind deutlich besser geeignet, insbesondere wenn weitere Fische gehalten werden sollen.
Beckenstruktur
Eine stark strukturierte Rifflandschaft ist essenziell. Lebendgestein, Höhlen, Spalten und Überhänge helfen, Stress zu reduzieren und klare Reviergrenzen zu schaffen.
Wasserwerte
Stabile Wasserwerte sind entscheidend:
- Temperatur: 24–26 °C
- Salzgehalt: ca. 34–35 PSU
- pH-Wert: 8,0–8,4
- Nitrat und Phosphat möglichst niedrig
Plötzliche Schwankungen sollten unbedingt vermieden werden.
Ernährung
Plectroglyphidodon altus ist omnivor mit stark herbivorer Tendenz. In der Natur ernährt er sich hauptsächlich von Algenaufwuchs, ergänzt durch kleine wirbellose Tiere.
Geeignetes Futter im Aquarium
- hochwertiges Flocken- und Granulatfutter für Riffbarsche
- Algenblätter und pflanzliche Kost
- Frostfutter wie Artemia oder Mysis in Maßen
- gelegentlich feines Lebendfutter
Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit, Farbentwicklung und ein ausgeglicheneres Verhalten.
Vergesellschaftung
Die Vergesellschaftung ist einer der schwierigsten Aspekte bei dieser Art. Aufgrund des aggressiven Verhaltens sollte man sehr sorgfältig auswählen.
Geeignete Mitbewohner
- größere, durchsetzungsfähige Meeresfische
- Arten, die andere Wasserzonen nutzen
- Fische mit ruhigem, selbstbewusstem Verhalten
- Weniger geeignete Mitbewohner
- kleine, schüchterne Fische
- andere Riffbarsche ähnlicher Größe
- sehr friedliche Arten
Wirbellose wie Garnelen oder Schnecken werden meist ignoriert, solange sie nicht direkt ins Revier eindringen.
Giftigkeit
Plectroglyphidodon altus gilt nicht als giftig. Weder für den Menschen noch für andere Aquarienbewohner ist ein toxisches Risiko bekannt. Allerdings können Bisse im Aquarium durchaus schmerzhaft sein, insbesondere bei Revierverteidigung während der Brutpflege. Vorsicht bei Arbeiten im Becken ist daher empfehlenswert.
Vermehrung und Zucht
Die Nachzucht im Aquarium ist schwierig, aber nicht unmöglich. In der Natur handelt es sich um Substratlaicher. Das Weibchen legt die Eier auf festen Untergrund, meist auf Fels oder Korallen, wo sie vom Männchen bewacht und belüftet werden.
Herausforderungen bei der Zucht
- starke Aggressivität während der Brutzeit
- empfindliche Larven
- Notwendigkeit von spezieller Aufzuchtkost
Die Larven sind planktonisch und benötigen sehr feines Lebendfutter. Eine erfolgreiche Aufzucht gelingt meist nur in spezialisierten Zuchtanlagen.
Mögliche Krankheiten
Grundsätzlich ist Plectroglyphidodon altus robust, solange die Haltungsbedingungen stimmen. Stress ist jedoch ein häufiger Auslöser für Erkrankungen.
Häufige Probleme
- Weißpünktchenkrankheit bei Stress oder Neueinzug
- bakterielle Infektionen bei Verletzungen
- Flossenfransen durch Revierkämpfe
Eine gute Wasserqualität und ein stressarmes Umfeld sind die beste Prävention.
Alternative Bezeichnungen
Neben der wissenschaftlichen Bezeichnung Plectroglyphidodon altus sind folgende Namen gebräuchlich:
- Japanischer Riffbarsch
- Altus-Riffbarsch
- Japan Damselfish
Je nach Herkunft und Handel können die Bezeichnungen variieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist der Japanische Riffbarsch für Anfänger geeignet?
Eher nicht. Zwar ist er robust, sein Verhalten erfordert jedoch Erfahrung.
Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?
Nur in sehr großen Becken und mit viel Struktur. Meist kommt es zu Aggressionen.
Frisst er Korallen?
In der Regel nicht, kann aber Algen von Korallenoberflächen abweiden.
Wie alt wird Plectroglyphidodon altus?
Bei guter Pflege sind 6 bis 8 Jahre möglich, teilweise auch länger.
Fazit
Plectroglyphidodon altus ist ein faszinierender, charakterstarker Vertreter der Riffbarsche. Er beeindruckt weniger durch grelle Farben als durch sein ausgeprägtes Verhalten, seine Anpassungsfähigkeit und seine Rolle im kleinen Ökosystem des Aquariums. Wer bereit ist, sich intensiv mit seinen Ansprüchen auseinanderzusetzen, wird mit einem aktiven, interessanten Fisch belohnt, der das Becken nachhaltig prägt.
Für Aquarianer, die bereits Erfahrung mit Meerwasser und territorialen Arten haben, ist der Japanische Riffbarsch eine spannende Ergänzung. Anfänger sollten dagegen zunächst ruhigere Arten wählen und später – mit wachsender Erfahrung – über die Haltung dieses anspruchsvollen, aber lohnenden Riffbewohners nachdenken.
Haltungsbedingungen
Um Plectroglyphidodon altus (Japanischer Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 26°C
- pH-Wert: 8.0 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 600 Liter