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Artentafel - Petrotilapia sp. "fuscous"

Artentafel - Petrotilapia sp. "fuscous"
Lebensraum

Petrotilapia sp. „fuscous“ lebt im sedimentfreien Felsbiotop. Die durchsetzungsschwachen territorialen Männchen besetzen ihre Reviere im tieferen Biotop, während nicht-territoriale und junge Tiere eher in den seichteren Bereichen zu finden sind.


Wassertiefe der Fuscous-Habitate

Das Habitat des Fuscous liegt in einer Wassertiefe zwischen 5 und 20 Meter, wobei sich die Brutarenen, wie unter „Lebensraum“ beschrieben, eher in einer Tiefe um 20 Meter befinden.


Ernährung

Die Art sucht die sedimentfreien Stellen an den Felsen nach Aufwuchs ab, welcher in Folge durchkämmt wird. Lockeres Material wie Kieselalgen und andere Mikroorganismen werden auf diese Weise aus dem Aufwuchs gesammelt und gefressen.

Während der Planktonblüte trifft man die Art auch immer wieder im offenen Wasser an, wo sie sich auch von Zooplankton ernährt.


Besonderheiten

Die Arten der Gattung Petrotilapia fallen durch breite, volle Lippen auf, die mit vielen dreispitzigen Zähnen besetzt sind. Auch bei geschlossenem Maul sind diese sehr gut zu erkennen. Diese Zähne sind hervorragende Werkzeuge, um Aufwuchs nach Fressbarem zu durchkämmen. Die Petrotilapias sind nicht dazu in der Lage, Algen vom Substrat abzuschaben, oder sogar ganze Stränge von Fadenalgen abzurupfen. Die flexiblen Zähne funktionieren wie Rechen, an welchen lockeres respektive loses Material hängen bleibt.

Die Petrotilapias lassen sich in 3 Gruppen unterteilen, wobei die meisten Felsküsten jeweils je eine Art jeder der drei Gruppen beherbergt:

>> Tridentiger-Gruppe
>> Nigra-Gruppe
>> Genalutea-Gruppe

Die Mitglieder der Tridenter-Gruppe bevölkern vorwiegend das wellenumspülten Felsbiotop, knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Am weitesten verbreitet ist die Genalutea-Gruppe, welche eher die sedimentreichere Felszone und die Übergangszone belebt. Die dritte und letzte Gruppe ist die Nigra-Gruppe, welcher am meisten Arten zugeordnet werden. Die Nigras sind strikte an das sedimentfreie Felsbiotop gebunden, allerdings nicht im oberen, wellenumspülten Bereich wie die Tridenter.

P. sp. „fuscous“ wird der Nigra-Gruppe zugeordnet.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren RedList geführt, weshalb aktuell keine Auskunft über deren Gefährdungsstatus gegeben werden kann.


Verhalten

Petrotilapia sp. „fuscous“ patrouilliert meist alleine durch sein Biotop und prüft alle nur schwach mit Sediment bedeckten Stellen am Substrat. Scheint ihm eine Stelle erfolgversprechend, fährt er mit seinen Zähnen wie mit einem Kamm durch den Aufwuchs und erbeutet sich so seine Mahlzeiten. Immer wieder wird die Art auch etwas vom Substrat gelöst beobachtet, wo sie Zooplankton aus dem Wasser filtert.

Territoriale Männchen sind das ganze Jahr über zu beobachten. Sie besetzen kleine Höhlen zwischen den Felsen in den tieferen Wasserschichten (in ca. 20 Meter Wassertiefe), da sie aufgrund ihrer weniger aggressiven Art wohl nicht sehr erfolgreich im Kampf um die Reviere in den oberen Regionen sind. Da die Weibchen und nicht-territorialen Tiere aber eben viel weiter oben schwimmen, sind solche Reviere sicherlich nicht optimal positioniert.

Die Reviere werden gegenüber Artgenossen sehr aggressiv verteidigt, während artfremde Tiere normalerweise toleriert werden.

Paarungswillige Weibchen nähern sich gezielt den Revieren der Männchen und nach nur sehr kurzer Balz kommt es in den verteidigten Höhlen zum Ablaichen.

Gegenüber anderen Arten ist P. sp. „fuscous“ in der Regel recht friedlich, ja er ignoriert diese sogar weitgehend.


Populationen

Die hier beschriebene Art ist sehr stark an das Felsbiotop gebunden, wobei aktuell lediglich 2 Populationen bekannt sind.

>> Mbenji Island
>> Maleri Island


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung einer sedimentfreien Felszone – steile Felsbarrieren mit vielen Höhlen dazwischen im Hintergrund (Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Tiere + Reviermöglichkeiten für die Böcke). Auch der Vordergrund sollte durch einige Sichtschutzbarrieren unterteilt werden, wobei jedoch darauf zu achten ist, dass viel freier Schwimmraum verbleibt, welcher als hauptsächlicher Lebensraum der nicht-territorialen Tiere genutzt werden wird.

P. sp. „fuscous“ kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimetern sichergestellt wird. Aufgrund des natürlichen Verhaltens ist es empfehlenswert, diese Art in Harems (z.Bsp. 1m/3-4w) zu pflegen. Eine Gruppen-Haltung (z.Bsp. 3m/7w) käme lediglich in massiv grösseren Aquarien in Frage.


Vergesellschaftung

Die Fuscous können problemlos mit einer Vielzahl limnivoren und Plankton fressender Mbuna-Arten vergesellschaftet werden, wobei es sich aber durch aus auch um etwas durchsetzungsfähigere Arten handeln kann.

mögliche Mbunas aus der sedimentfreien Felszone:
>> Cynotilapia-Arten (z.Bsp. C. afra)
>> Labidochromis-Arten (z.Bsp. L. gigas)
>> Melanochromis-Arten (z.Bsp. M. cyaneorhabdos)
>> Metriaclima-Arten (z.Bsp. M. zebra)
>> Pseudotropheus-Arten (z.Bsp. Ps. sp. „elongatus mpanga“)
>> Tropheops-Arten (z.Bsp. T. tropheops)


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. sp. „fuscous“ werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB noch stark reflektiert. ORANGE befindet sich bei knapp über 10 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau- und Gelb-, sowie etwas abgeschwächten Orange-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Fuscous-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> Dennerle trocal color plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> OSRAM 965 Biolux
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