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Artentafel - Placidochromis johnstoni

Artentafel - Placidochromis johnstoni
Lebensraum

Placidochromis johnstoni lebt in seichten, sedimentreichen Buchten entlang der gesamten Küste des Malawi-Sees. Hauptsächlich ist diese Art in und um die riesigen Vallisneria-Felder anzutreffen. Der Johnstoni ist aber nicht nur auf diese sedimentreichen schlammigen Uferzonen beschränkt, sondern wird auch in der sedimentreichen Übergangszone beobachtet.


Wassertiefe der Johnstoni-Habitate

Die Habitate des P. johnstoni liegen in einer Wassertiefe zwischen 3 und 20 Meter.


Ernährung

Placidochromis ist ein echter Nahrungsspezialist unter den carnivoren Cichliden des Malawi-Sees. Unmittelbar über dem Sediment lässt er sein grosses Maul zuschnappen, wodurch eine Druckwelle (Wasserstrahl) entsteht, welcher das Sediment aufwirbelt. Diese faszinierende Jagdtechnik wendet die Art in zwei verschiedenen Szenarien an:

1. In Vallisneria-Feldern:
Das Sediment auf der Blattbasis wird aufgewirbelt, wodurch zahlreiche Wirbellose freigelegt werden, welche sich der, auf jede Bewegung gefasste, Johnstoni sofort schnappt.

2. In der Übergangszone:
Das Sediment auf herumliegenden Steinen wird aufgewirbelt, was sofort eine Unmenge junger Cichliden (meist Mbunas) anlockt, welche dem Jäger dann zum Opfer fallen.

Gelegentlich gesellen sich Angehörige der beschriebenen Art zu Nimbochromis polystigma Schwärmen, um an der Jagd auf Jungfische teilzunehmen.

Während der Blüte wird auch gerne etwas ausserhalb der Pflanzenstände Plankton aus dem Wasser gefiltert.

INFO: Im Aquarium wird P. johnstoni zum anspruchslosen Allesfresser mit einer Vorliebe zu etwas proteinreicherer Nahrung


Besonderheiten

Als auffallendste Besonderheit ist mit Sicherheit die unter „Ernährung“ beschriebene Jagdtechnik dieser Art zu nennen.

INFO: Im Fachhandel werden oft Tiere als Placidochromis sp. „johnstoni solo“ angeboten, welche eine ähnliche, aber trotzdem eigenständige Art darstellen. Der „Johstoni Solo“ wird in einer separaten Artentafel vorgestellt.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) als nicht gefährdet eingestuft.


Verhalten

Normalerweise ist Placidochromis johnstoni in gemischten Schwärmen mehrerer Arten anzutreffen, mit welchen er gemeinsam nach Nahrung sucht. Gelegentlich können aber auch grosse artenreine Schulen (bis 50 Individuen) beobachtet werden, wobei in solchen dann immer nur das dominante Männchen die Brutfärbung trägt.

Geschlechtsreife und paarungswillige Männchen säubern und verteidigen (gegenüber Artgenossen) kleinflächige Laichplätze auf Sand inmitten der Vallisneria-Felder. Die Art gehört aber nicht zu den Koloniebrütern, bei welchen alle brütenden Männchen gemeinsam Eindringlinge vertreiben. Jeder Bock sucht sich sein eigenes, möglichst abgeschiedenes Revier.

Revierhaltende Männchen verbleiben nicht konstant in ihren Revieren, sondern schliessen sich den grossen Schulen an, aus welchen sie, nach erfolgreicher Balz, die paarungswilligen Weibchen heraus und zu ihrem vorbereiteten Laichplatz führen.

Maulbrütende Weibchen verstecken sich in den Pflanzen-Beeten, wo sie dann nach rund 3 Wochen ihren Nachwuchs auch freisetzen.


Populationen

Placidochromis johnstoni ist seeweit verbreitet und kann aufgrund der sehr einheitlichen Brutfärbungen nicht klar verschiedenen Populationen zugeordnet werden. Ebenfalls kann die Art auch im Lake Malombe angetroffen werden.

>> seeweit, entlang der bewachsenen Uferzonen
>> Malombe See


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer grossen Sandfläche an, welche durch verstreut herumliegende Felsbrocken im Vordergrund (Fressarenen) unterbrochen wird. Seitlich und im Hintergrund sollten ausgedehnte Vallisneria-Felder das Becken-Bild dominieren, da sich das Leben und Brüten des Johnstoni hauptsächlich in und um Pflanzenstände abspielt.

P. johnstoni kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 150 Zentimetern gewährleistet ist. Es ist empfehlenswert, die Art aufgrund ihres natürlichen Gruppen-Verhaltens, in Gruppen (z.Bsp. 2m/5w oder 3m/7w) zu halten. Gruppen, bestehend aus 2 Böcken, sind bei dieser Art kein Problem, da es sich um äusserst friedfertige Tiere handelt, welche ihre Streitigkeiten durch reines „Drohen“ regeln. Natürlich wäre ebenfalls die Haremshaltung (z.Bsp. 1m/2w) denkbar.


Vergesellschaftung

P. johnstoni ist ein robuster und eigentlich durchsetzungsstarker Cichlide, welcher seine Dominanz aber keinesfalls ausnützt – die Art gilt als sehr friedfertig (auch innerartlich).

Eine Vergesellschaftung mit vielen auch etwas ruppigeren Arten der bewachsenen Sand- oder auch der Übergangszone stellt für den Johnstoni kein Problem dar. Die gemeinsame Haltung mit Räubern ist durchaus möglich, sofern es sich um Arten handelt, welche einerseits das Biotop mit P. johnstoni teilen und andererseits auch nicht gerade allzu aggressiv sind.


Nachfolgend ein paar Vergesellschaftungs-Beispiele:

Cichliden aus des pflanzenreichen Sandzone:
>> Chilotilapia rhoadesii
>> Otopharnyx tetraspilus
>> Otopharnyx tetrastigma
>> Placidochromis longimanius
>> Protomelas similis
>> Protomelas kirkii
>> Protomelas labridens
>> Protomelas pleurotaenia
>> Placidochromis johnstoni

Räuber:
>> Dimidiochromis compressiceps
>> Dimidiochromis strigatus
>> Nimbochromis polystigma

Nimbochromis polystigma wäre hier die erste Wahl, da sich die Johnstonis oft den Polystigma-Jagdverbänden anschliessen, um gemeinsam auf Jungfische zu jagen.


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. johnstoni werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN, GELB und sogar noch ORANGE stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den oberen Bereichen der Johnstoni-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Johnstoni-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant
>> Dennerle Trocal Color Plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
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