Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap"

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap"
Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap" - Foto 1

Lebensraum

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kommt lediglich bei Ndumbi an den sedimentfreien Felsriffen vor. In diesen Riffen werden die oberen und stark wellenumspülten Regionen bevorzugt.

Wassertiefe der POC-Habitate

Die Habitate des Persipax Orange Cap liegen in Wassertiefen zwischen 2 und 10 Metern.

Ernährung

Der P. sp. ???persipax orange cap??? ist ein absoluter Nahrungsspezialist und ernährt sich ausschliesslich von Kieselalgen und Mikroorganismen, welche er im Aufwuchs findet.

Wichtig: die Art reagiert sehr empfindlich, wenn zu wenig ballastreiche oder gar tierische (proteinreiche) Kost gefüttert wird ??? es besteht das akute Risiko von Darmerkrankungen. Ein plötzliches Verenden aufgrund falscher Fütterung konnte vielfach beobachtet werden!

Besonderheiten

Die beiden bekannten Populationen (Standort-Varianten) unterscheiden sich dadurch, dass diejenige an den Pombo Rocks eine eher bräunliche und diejenige am Ndumbi Reef (red top ndumbi) eine feuerrote Kappe trägt. Die Ndumbi-Variante wurde von Andreas Spreinat als Pseudotropheus sp. ???red top ndumbi??? beschrieben. Aktuell wird nun aber davon ausgegangen, dass es sich bei beiden Varianten um ein und dieselbe Art handelt, welche dem Persipax-Komplex zuzuordnen ist. Aufgrund dessen werden beide Populationen unter der Art Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? geführt.

Verhalten

Der POC streift meist einzeln durch sein Habitat, um laufend nach fressbaren Partikeln im Aufwuchs zu suchen. Die Fische sind sehr standorttreu und bewegen sich immer im selben Umkreis von lediglich etwa 15 Metern.

Wie fast alle Cichliden des Malawi-Sees gehört auch Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? zu den maternalen Maulbrütern Die Art zeigt aber im Gegensatz zu den meisten anderen Mbunas kein typisches Territorialverhalten: paarungswillige Männchen besetzen nur ganz kurzfristig höhlenähnliche Vertiefungen oder Gruben unter einem Stein, nachdem sie auf das Interesse eines paarungswilligen Weibchens gestossen sind. Gelegentlich kann auch beobachtet werden, wie in der bereits etwas sedimentreicheren Zone Sandgruben unter Steinen ausgehoben werden. Direkt nach der Paarung wird das Höhlennest wieder aufgegeben.

Weder artfremde noch innerartliche Individuen werden gross angefeindet.

Populationen

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kommt lediglich in einem kleinen Gebiet südlich der Mündung des Ruhuhu Rivers zwischen dem Ndumbi Reef und den Pombo Rocks vor.

>> Ndumbi Point (rote Kappen ??? ehemals P. sp. ???red top ndumbi???)

>> Pombo Rocks (bräunliche Kappen)

Die meisten im Fachhandel angebotenen Tiere stammen aus der Population am Ndumbi Reef, da deren feuerrote Kappen eindeutig mehr zu bestechen scheinen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium empfiehlt sich die Nachbildung einer sedimentfreien Felszone ??? steile Felsbarrieren mit vielen Höhlen dazwischen im Hintergrund. Auch der Vordergrund sollte durch viele Sichtschutzbarrieren unterteilt werden. Ganz wichtig ist für diese Art, dass das Becken über eine sehr starke Wasserumwälzung (Strömung) verfügt - 7-10faches Becken-Nettovolumen pro Stunde wäre empfehlenswert.

Pseudotropheus sp. ???persipax orange cap??? kann in Becken ab 250 Litern und einer Mindestkantenlänge von 100 Zentimetern gehalten werden. Als optimal wäre die Haltung kleinerer Gruppen (z.Bsp. 3m/6-7w) zu bezeichnen. Die Art kann aber auch im Harem (mind. 1m/2-3w) gepflegt werden.

Vergesellschaftung

Da die Art nicht wirklich revierbildend ist, halten sich auch die Aggressionen sehr in Grenzen. Der POC gilt als sehr friedfertiger Mbuna, welcher vor allem mit nicht allzu aggressiven Mbunas vergesellschaftet werden kann. Wichtig ist aber, dass es sich bei den vergesellschafteten Arten um rein limnivore Arten handelt, welche ebenfalls eine Vorliebe für starke Wasserbewegung haben

Mbunas aus dem wellenumspülten oberen Felsbiotop:

>> Labeotropheus fuelleborni

>> Labeotropheus trewavasae

>> Pseudotropheus saulosi

>> Tropheops-Arten

>> Petrotilapia-Arten

Andere mögliche Mbunas:

>> Labidochromis caeruleus

>> Melanochromis-Arten

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von P. sp. ???persipax orange cap??? werden die Spektralfarben BLAU, GR??N und GELB stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den oberen Bereichen der POC-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GR??N- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines POC-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant

>> Dennerle Trocal Color Plus

>> HAGEN Aqua GLO

>> HAGEN Power GLO

>> JBL ULTRA Solar Nature

Der Schweizer

Userbild von Der SchweizerDer Schweizer ist Moderator*in von EB und stellt 3 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Südamerika, Mittelamerika, Krankheiten, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Artentafel - Pseudotropheus sp. "persipax orange cap" (Artikel 3817)

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Die buntesten Zierfische für dein Aquarium

Die buntesten Zierfische für dein Aquarium

Arten

Es gibt verschiedene Süßwasserfischarten, die aufgrund ihrer lebhaften und bunten Färbung bekannt sind. Hier sind einige Beispiele für besonders bunte Süßwasserfische:Guppy (Poecilia reticulata): Guppys sind kleine Fische, die in vielen verschiedenen Farben und Farbkombinationen vorkommen. Die Männchen sind oft auffälliger gefärbt als die Weibchen

Malawi-Buntbarsche - Farbenprächtige Cichliden für faszinierende Aquarienwelten

Malawi-Buntbarsche - Farbenprächtige Cichliden für faszinierende Aquarienwelten

Arten

Buntbarsche aus dem Malawisee gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Zierfischen in der Aquaristik. Ihre intensive Färbung, ihr interessantes Sozialverhalten und ihre enorme Artenvielfalt machen sie zu außergewöhnlichen Bewohnern für große und strukturierte Aquarien. Der ostafrikanische Malawisee zählt zu den artenreichsten Süßwassergewässern

Das richtige Futter für Mbunas aus dem Malawisee

Das richtige Futter für Mbunas aus dem Malawisee

Futter

Mbunas aus dem Malawisee gehören zu den faszinierendsten Buntbarschen in der Aquaristik. Ihr lebhaftes Verhalten, ihre intensiven Farben und ihre komplexen Sozialstrukturen machen sie zu beliebten Pfleglingen in afrikanischen Gesellschaftsaquarien. Gleichzeitig gehören sie aber auch zu den Arten, bei denen die Ernährung über Erfolg oder Misserfolg

Häufigste Fehler bei der Haltung von Malawicichliden

Häufigste Fehler bei der Haltung von Malawicichliden

Arten

Malawicichliden gehören zu den faszinierendsten Fischen der Aquaristik. Ihre leuchtenden Farben, das ausgeprägte Sozialverhalten und die beeindruckende Vielfalt an Arten machen sie zu einem Highlight in vielen Aquarien. Gleichzeitig gelten sie als anspruchsvoll, vor allem für Einsteiger in der Cichlidenhaltung. Fehler bei der Haltung können nicht

Fang von Buntbarschen am Malawisee

Fang von Buntbarschen am Malawisee

Vor Ort

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Zierfische am Malawisee gefangen werden. Einige der häufigsten Methoden sind:Kescher: Eine der gebräuchlichsten Methoden ist die Verwendung eines Keschers. Hierbei wird ein großer Kescher mit einem langen Griff verwendet, um die Fische aus dem Wasser zu fangen. Der Kescher wird vorsichtig unter den Fisch

Unterschiedliche Lebensräume im Malawisee: So haben sich Cichliden daran angepasst

Unterschiedliche Lebensräume im Malawisee: So haben sich Cichliden daran angepasst

Biotope

Der Malawisee gehört zu den faszinierendsten Lebensräumen der Aquaristik. Kaum ein anderes Binnengewässer hat eine derartige Vielfalt an Buntbarschen hervorgebracht. Für Aquarianer ist der See deshalb weit mehr als nur ein geografischer Herkunftsort. Er ist ein komplexes System aus Felsküsten, Sandflächen, Übergangszonen, Pflanzenbereichen, Geröllfeldern,