Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Bodengrund im Amazonas und Rio Negro

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Hat es mich doch interessiert und wollte ich es genau wissen... kontrovers diskutiert wurde dieses Thema erst vor kurzen hier auf EB und ich hatte auch einen interessanten Emailverkehr mit prominenten Algen und Pflanzenexperten gegenteiliger Meinung, welcher mich dazu veranlasste die Dinge zu hinterfragen.

Und dennoch - ich bleib dabei, Sand ist die erste Wahl weil es dem natürlichen Habitat der Diskus am nächsten kommt und ich möchte die Vorteile auch hier mit meiner passenden These untermauern.

Ich habe einen sehr guten Freund, der nun im wohl verdienten Ruhestand in der Weltgegend herum reist, gebeten mir bei seinem 2 monatigen Brasilientrip Sand aus den verschieden Flu??gebieten des Amazonas und Rio Negro mit zu bringen...

Zu meinem Erstaunen, der Sand ist fein, sehr fein, feiner als er in unseren Breiten überhaupt käuflich erworben werden kann. Der Aufbau ist immer gleich, eine dicke Mulm/Schlamm-Schicht, eine dicke Lage sehr sehr feiner Sand (das ist wirklich schon fast Puderzucker) mit einer Körnung von maximal 0, 1mm oder weniger und dann eine Schicht Kies mit einer maximalen Körnung vom 0, 3 - 2mm nach unten hin immer grober.

Nun warum funktioniert das dort, wenn es angeblich nicht gut für Pflanzen ist und die berühmten natürnahen Bodenfluter-Systeme dann nicht richtig arbeiten, was wiederum den gro??en Filtervorteil der Bodengrund-Masse zunichte macht?

Nun die eine Theorie besagt, dass durch die Flussbewegung der Sand ständig durchspühlt wird und dadurch die Reinigung des Wassers durch den Sand geährleistet wird. Aber diese Flüsse flie??en sehr langsam und primär an der Oberfläche, der untere Flu??verlauf steht eher still, was die oberste leichte feine Schlamm/Mulm-Schicht bestätigt. Bei einer rasanten Tiefenströmung würde diese Schicht ja fortgetragen werden...? Na und wie kommt es dann zu der beschriebenen Filterwirkung der Sandmasse, die sicher unbestritten ist?

In Wirklichkeit ist gerade der feine Sand mit dieser obenliegenden Mulmschicht die Lösung der Natur - die Bakterien liegen eben genau auf dem Sand auf und können so das langsam vorbei flie??ende Wasser sanft reinigen! Auch hat der Sand einen relativ hohen Auftrieb im Wasser was wiederum den Eintrag von Nährstoffen durch Lebewesen wie Schnecken oder auch nahrungssuchende Fische begünstigt. Herabfallende ??ste oder schwere Teile, Kot oder abgefallene Früchte versinken regelrecht in diesem zarten Gemisch und werden einfach in dieser Bakteriensuppe begraben (ie positive Wirkung auf den PH Wert brauche ich and er Stelle wohl nicht beleuchten, es sit unbestritten, dass das Wasser dadurch auch sauer wird). Das sorgt letztlich auch für die Nährstoffumverteilung und dem hohen Nährstoffgehalt im Bodengrund, der in diesen Flussgebieten zu finden ist. Die durch den Zersetzungsprozess entstehnde Wärme im Bodengrund wiederrum sorgt zusätzlich für den durch den Bodenfluter nachgeamten Wärmeaustauschprozess und begünstigt die Lebensbedingungen der Bakterien im Bodengrund einerseits bzw. sorgt durch den Auftrieb des erwärmten Wassers auch für eine zusätzliche Filterung und den Eintrag des mit Nährstoffen angereicherten Wassers im Fluss.

Pflanzen und besonders Echis profitieren enorm von diesem hauptsächlich im Boden stattfinden Nährstoffumkehrprozess. Auch das Wasser wird in hervorragender Weise dadurch regeneriert und das Flusswasser mit notwendigen feingefilterten Micronährstoffen angereichert.

Aus meiner Sicht besteht der ideale Bodenaufbau aus einer dünnen mit Nährstoffen angereicherten Kiesschicht, einem direkt daruf liegenden Bodenfluter und einer sehr feinen Sandschicht. Alle Ammenmärchen von springenden Aquarienscheiben zum trotz (der Bodenfluter ist ja keine Bodenheizung, die Temparaturunterschiede sind minimalst) erziehlt man damit die optimalen Bedingungen ähnlich der Natur und schafft damit auch die optimalen natürlichen Bedingungen im Diskusbecken. Ein niedriger Filterdurchluss bei gleichzeitiger maximalen Filterfläche runden dieses Bestreben ab, dies bestätigen auch die Beobachtungen der Diskuszüchter bei der Verwendung von gro??en Filterbecken. Weiters begünstigen wir das dem Diskus angeborenen Verlangen nach dem Kauen von Mulm (übrigens entsteht dieser Effekt auch beim Aufpusten von verschmutzen Futter vom Boden), das die Tiere nutzen um den Verdauungstrackt zu regenerien und zu reinigen, was wiederum die Anfälligkeit auf Fagellaten verringert. Damit schaffen wir aus meiner Sicht eine Win-Win Situation für Pflanzen, Bakterien und unseren Diskusfischen.

The_Lizardking

Userbild von The_LizardkingThe_Lizardking ist Moderator*in von EB und stellt 9 Beispiele vor. In den Bereichen Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Gesellschaftsbecken, Aquascaping, Meerwasser, Krankheiten, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Bodengrund im Amazonas und Rio Negro (Artikel 2638)

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Wo finden Zierfische ihre Laichplätze im Aquarium?

Wo finden Zierfische ihre Laichplätze im Aquarium?

Arten

Zierfische gehören zu den faszinierendsten Lebewesen im Aquarium. Ihr Verhalten zu beobachten, insbesondere während der Fortpflanzung, ist für viele Aquarianer ein Highlight. Doch wo genau legen Zierfische ihre Eier ab, und welche Bedingungen brauchen sie, um geeignete Laichplätze zu finden? In diesem Artikel gehen wir ausführlich darauf ein, wie

Leistung einer Dosierpumpe richtig berechnen

Leistung einer Dosierpumpe richtig berechnen

Technik

Dosierpumpen sind aus der modernen Aquaristik kaum noch wegzudenken. Egal ob Meerwasser- oder Süßwasseraquarium, Pflanzenaquarium, Riffbecken oder Zuchtanlage – überall dort, wo regelmäßig und präzise Flüssigkeiten zugegeben werden müssen, erleichtern Dosierpumpen den Alltag enorm. Sie sorgen für konstante Wasserwerte, reduzieren manuelle

Filterung in kleinen Aquarien - Wie Technik, Biologie und Praxis perfekt zusammenspielen

Filterung in kleinen Aquarien - Wie Technik, Biologie und Praxis perfekt zusammenspielen

Technik

Sehr kleine Aquarien üben eine besondere Faszination aus. Sie passen auf den Schreibtisch, ins Regal oder auf die Fensterbank, wirken minimalistisch und modern und eröffnen trotzdem eine eigene kleine Unterwasserwelt. Doch genau diese geringe Größe macht sie technisch und biologisch anspruchsvoller als viele größere Becken. Einer der kritischsten

Aquarienfische für Anfänger - so gelingt der Einstieg

Aquarienfische für Anfänger - so gelingt der Einstieg

Einrichtungsberichte

Die Aquaristik zählt seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Ob Süßwasser-, Brackwasser- oder Salzwasseraquarium: Die Anwesenheit einer Unterwasserwelt bringt sowohl Ruhe als auch Vergnügen in jeden Haushalt. Wer nun jedoch glaubt, jahrelange Erfahrung besitzen zu müssen, um die Aquaristik zu seinem Hobby zu machen, der

Geophagus-Arten richtig füttern: Ein Leitfaden für Aquarianer

Geophagus-Arten richtig füttern: Ein Leitfaden für Aquarianer

Futter

Die Geophagus-Arten gehören zu den faszinierendsten Vertretern der Cichlidenfamilie und sind besonders bei Aquarianern beliebt, die Wert auf ein naturnah eingerichtetes Aquarium legen. Ihr Name „Geophagus“ bedeutet wörtlich „Erdfresser“ und beschreibt bereits einen wichtigen Aspekt ihres Verhaltens: Sie wühlen den Bodengrund nach Nahrung

Das Vanaqua: Vancouver Aquarium Marine Science Centre

Das Vanaqua: Vancouver Aquarium Marine Science Centre

Vor Ort

Das Vancouver Aquarium, das offiziell als ´Vancouver Aquarium Marine Science Centre´ bekannt ist, war eine bedeutende Meeresforschungs- und Bildungseinrichtung in Vancouver, British Columbia, Kanada. Es wurde 1956 gegründet und befand sich im Stanley Park, einem der bekanntesten Parks in Vancouver.Das Aquarium spielte eine wichtige Rolle bei der