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Boraras in Nöten ??? Todesangst im Blätterwald

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ein kleiner herzzerreissender Bericht über Boraras und ihr Verhalten in Extremsituation.

Das 56er-Becken war zu eng und voller Blaualgen, es musste etwas unternommen werden. Also begann ich mit der Einrichtung eines neuen 126er-Beckens.

Schlie??lich stand der Umzug des Schwarms bevor. Mit dem Kescher wurde ein Winzling nach dem anderen von seinem aufgeregt durch das Becken schwimmenden Schwarm separiert und versetzt (die Wasserwerte wurden im Becken schon so angeglichen, dass ein Umsetzen ohne Anpassung sofort möglich war).

Das ganze ging ziemlich gut, da der Schwarm sehr gut sichtbar im Becken patroullierte. Man musste nur vorsichtig sein, wenn man eines der Fischlein schlie??lich in die Enge treiben konnte, denn so winzig sie sind, so verletzlich sind sie auch.

Dann begann der Todeskampf ???

Nein, nicht erschrecken, es leben alle 40 Boraras und erfreuen sich bester Gesundheit. In den im Folgenden geschilderten Stunden jedoch kämpften sie aus Angst um das nackte Leben.

Als der Schwarm so dezimiert und im neuen Becken war, dass im alten nur noch ca. 5 Tiere vorhanden waren, brach hier Panik aus. Verständlich, bedeutete es doch für die ??briggebliebenen, dass irgendein fieser ???Fressfeind??? - offensichtlich erfolgreich ??? ihren ganzen Schwarm ausgerottet hatte.

Zudem hatte ich auch alle Pflanzen und Deko aus dem Becken geräumt um eine zusätzliche Verletzungsgefahr durch hektisches Dagegenschwimmen zu minimieren.

Sofort stieben die übrig geblieben 5 in jeweils andere Ecken. Ihre Farbe wurde von einer Sekunde auf die andere bleich und grau, sie nahmen exakt die Farbe des Bodengrundes an. Dieser war besetzt von Mulm und vielen Blättern, so dass er viele Versteckmöglichkeiten für ein einzelnes Fischlein bot.

Kurzum, die Kleinen waren nicht mehr zu sehen. Sie kauerten sich in ihren Bodenverstecken zusammen und ich versuchte, durch Anstubsen mit dem Kescher sie zum Schwimmen zu animieren um sie dann ohne Verletzung aus dem Becken zu bekommen.

Weit gefehlt: Die Boraras stellten sich sofort tot. Was für ein Schreck für das andere, ???emerse??? Ende des Keschers!!! Ich dachte zuerst, ich hätte die Fischchen wirklich verletzt.

Stubste man sie an, erhoben sie sich kurz in der Folge der Berührung und sanken dann - leblos, schlaff und gekrümmt ??? zu Boden, wo sie regungslos auf der Seite liegen blieben.

Andere bohrten sich mit dem Kopf in den Sand und lie??en ihren Schwanz schlaff aus der so entstandenen Mulde ragen, es sah nach purer Verzweiflung aus.

Nach Stunden (!) mühsamer Kescherarbeit mit immer wieder halbstündigen Ruhephasen hatte ich sie schlie??lich alle beisammen! Lebend, geschockt zwar, aber dennoch: wohlauf!

Zur Sicherheit lie?? ich das leere Becken noch mehrere Tage stehen ??? aus lauter Furcht (ich selbst war über das Verhalten der Boraras noch schockiert) ich hätte einen übersehen.

Man hörte förmlich den Stein von ihren Herzchen plumpsen, als sie endlich auf ihren Schwarm im neuen gro??en Becken trafen ...

Titel: Boraras in Nöten ??? Todesangst im Blätterwald (Artikel 4800)

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