Logo von Einrichtungsbeispiele.de
Hier werden 8.539 Aquarien mit 148.194 Bildern und 1.653 Videos von 17.795 Aquarianern vorgestellt
Wir werden unterstützt von:
Hier werben Fischbörse Teichbeispiele Terrariumbeispiele Top-Aquariums
Artikel / Beiträge

von

Das leise sterben im Malawisee

Wasserpflanzen ersticken alles Leben in Afrikas drittgrößtem Gewässer

In Ostafrika bahnt sich eine Naturkatastrophe an. Das Leben in weiten Teilen des riesigen Malawi-Sees droht durch Sauerstoffmangel zu ersticken. Ursache ist eine Pflanze, die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes). Rund 500 Fischarten, die meisten davon endemisch, sind in ihrem Bestand bereits stark gefährdet.

Der Malawi-See ist mit 30.800 Quadratkilometer Fläche etwa so groß wie Belgien und der drittgrößte Süßwassersee Afrikas. Das 550 Kilometer lange und bis zu 80 Kilometer breite Gewässer liegt zwischen den steilen Wänden des Njassagrabens, einem Teil des ostafrikanischen Grabensystems. Der See ist bis zu 700 Meter tief.

Die mit den Lilien verwandte Wasserhyazinthe wurde irgendwann in den See eingeschleppt. Durch ihre starke vegetative Vermehrung ist sie zu einem gefürchteten Unkraut geworden. Die auf dem Wasser treibende Pflanze hält das Sonnenlicht ab und verhindert damit das Wachstum von Plankton, einer wichtigen Nahrungsquelle der Fische. Der Malawi-See ist unter anderem die Heimat der Buntbarsche (Cichliden), beliebten Aquarienfischen, die hier ihre größte Artenvielfalt entwickelt haben. Gefährdet sind aber auch Welse, Aale und Nilhechte. Die Wasserhyazinthe absorbiert zudem auch riesige Mengen von Stickstoff und Phosphor. Die verrottenden Pflanzenmassen reduzieren den Gehalt an Sauerstoff im Wasser und schädigen alle Lebensformen im Malawi-See.

Die Fischerei, Haupterwerbsquelle der See-Anrainer, ist kaum noch möglich, besonders im flachen Süden des Sees. Dort befindet sich der größte Artenreichtum an Fischen, dort liegen auch die bedeutendsten Laichplätze. In dieser Region ist der Teppich aus Wasserhyazinthen bereits so dicht, das die Boote Schwierigkeiten haben, hindurchzufahren. Zudem beginnt der See, gerade in seinem ökologisch wichtigsten Teile, zu verschlammen. Die riesigen Pflanzenmengen in seinem Süden bremsen die Strömung, die Wasser in den Shire-Fluss ableitet, der in den Zambesi mündet.

Die Regierung von Malawi versucht, mit natürlichen Mitteln die Wasserpest zu bekämpfen. Ihre Waffe ist der so genannte Wasserhyazinthen-Käfer. Er stammt aus Südafrika und wird nun am See gezüchtet. Die Insekten fressen die Blätter der Hyazinthen. Ihre Larven ernähren sich von den Blüten. Patrick Maseko Phiri, der Leiter des Käfer-Programms: "Das ist derzeit die einzige Methode, die einigermaßen Erfolg verspricht. Doch es ist ein langsamer Prozess." Die Bevölkerung wurde aufgefordert, so viel wie möglich der Wasserhyazinthen einzusammeln und zu verbrennen. Versuche, mit chemischen Waffen der Pest Herr zu werden, sind in doppelter Hinsicht gescheitert. Sie erwiesen sich als wenig effektiv und als zu teuer.

Welche Folgen es haben kann, wenn Pflanzen oder Tiere in ein für sie neues Ökosystem eindringen, zeigt sich einige hundert Kilometer weiter nördlich vom Malawi-See: In den 50er-Jahren hatten britische Kolonialbeamte den riesigen Nilbarsch im Viktoria-See ausgesetzt. Im größten Tropensee der Erde gab es damals nur zahlreiche Buntbarsch-

arten, aber keine großen Raubfische. Die bis zu hundert Kilogramm schweren Nilbarsche machten sich über die kleinen Verwandten her. Da sie dort selber keine natürlichen Feinde vorfanden, vermehrten sich die Nilbarsche explosionsartig. Der Buntbarsch-Bestand des Viktoria-Sees brach in wenigen Jahrzehnten zusammen. Schon 1988 wurde die gesamte natürliche Fischfauna des Sees auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gesetzt. Bis 1992 waren bereits mehr als 60 Prozent der Cichliden ausgerottet. Mittlerweile ist die ökologische Struktur des Viktoria-Sees zerstört. Den Hunger lösen seitdem die Nilbarsche auf Raubfischart. Durch Kannibalismus.


Quelle: http://www.welt.de/print-wams/article613168/Das-leise-Sterben-im-Malawi-See.html

LG Torsten

Du willst dein eigenes Aquarium kostenlos vorstellen?
Login:
Passwort:
 
Zufällige Themenseite
Einrichtungsbeispiele für Aquarien mit Pflanzen
Einrichtungsbeispiele für Aquarien mit Pflanzen
Hier findest du alle wichtigen Infos und viele Beispiele für die Dekoration eines Aquariums mit Wasserpflanzen.
Themen im Forum:
Hilfe, was ist das? von Onkel-Tom Letzte Antwort am 25.05.2017 um 14:32 Uhr
Reinigung Co2 Glas-Diffusor mit weißer Membran? von Oliver Peters Letzte Antwort am 14.05.2017 um 10:02 Uhr
Malawi Besatz + dichte in einem 450 L Becken von Mondamin Letzte Antwort am 11.05.2017 um 22:34 Uhr
Mein erstes Aquarium - Malawi von J.D. Letzte Antwort am 10.05.2017 um 20:13 Uhr
Geschlechtsbestimmung von Nova Letzte Antwort am 09.05.2017 um 13:53 Uhr
Unterlage/Matte einseitig eingedrück von skipper1202 Letzte Antwort am 07.05.2017 um 11:41 Uhr
Folge uns auf...
Facebook
YouTube
Twitter
Google+
EB als App

Hol dir jetzt die Einrichtungsbeispiele.de-App für dein Smartphone, Tablet, etc.!

Hol dir dir Einrichtungsbeispiele.de-AppHol dir dir Einrichtungsbeispiele.de-App
Statistik
Besucher Gesamt:
29.946.200
Heute
7.639
Gestern:
8.292
Maximal am Tag:
17.612
Maximal gleichzeitig online:
1.220
8.539
17.795
148.194
1.653
Partner für Aquarienbau
Partner für Aquarientiere
Partner für Aquariumlicht
Partner für HMF-Filter