Fallobst: So kannst du es am besten nutzen
Wenn die ersten Äpfel und Birnen im Gras liegen, beginnt die Zeit des Fallobsts. Was zunächst nach Arbeit aussieht, ist eigentlich ein kleines Geschenk des Gartens – allerdings eines, das nicht lange auf seine Verwendung wartet. Denn zwischen frisch gefallenem, völlig gesundem Obst und faulenden Früchten liegen große Unterschiede.
Fallobst muss nicht einfach pauschal eingesammelt und weggeworfen werden. Ein kurzer Blick auf jede Frucht entscheidet darüber, ob sie noch in die Küche, auf den Kompost oder besser in die Biotonne gehört.
Nicht jedes Fallobst ist verdorben
Ein Apfel, der beim Herunterfallen eine kleine Druckstelle bekommen hat, ist noch lange kein Abfall. Solche Früchte sollten allerdings möglichst bald verarbeitet werden, weil beschädigte Stellen schnell weich werden und Fäulnis sich ausbreiten kann.
Gesundes Fallobst lässt sich beispielsweise zu Apfelmus, Kompott, Kuchen, Saft oder Gelee verarbeiten. Auch für Chutneys und andere haltbare Zubereitungen eignet sich Fallobst, sofern die Früchte noch einwandfrei sind.
Dabei muss nicht jede kleine Macke herausgeschnitten werden. Weiche, beschädigte oder faule Stellen sollten jedoch großzügig entfernt werden.
Was nicht mehr auf den Teller gehört
Anders sieht es bei verfaultem oder verschimmeltem Obst aus. Schimmel sitzt nicht immer nur an der sichtbar verfärbten Stelle. Bei weichen Früchten können sich Pilzstrukturen bereits weiter im Inneren ausgebreitet haben. Solche Früchte gehören deshalb nicht mehr in die Küche.
Fallobst auf dem Kompost?
Gesundes oder leicht angeschlagenes Obst kann grundsätzlich kompostiert werden. Allerdings sollte eine große Menge Fallobst nicht einfach als dicke Schicht auf den Kompost gelegt werden. Früchte bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und können schnell zu einer verdichteten, sauerstoffarmen Masse werden.
Besser ist es, Fallobst zu zerkleinern und mit trockenem, strukturreichem Material wie Laub, gehäckselten Zweigen oder anderem geeignetem Kompostmaterial zu mischen.
Sehr stark verschimmeltes oder krankes Obst sollte dagegen nicht unbedingt auf den heimischen Kompost gelangen. Je nach Krankheitserreger und den Bedingungen im Kompost kann eine sichere Zersetzung nicht garantiert werden. In solchen Fällen ist die Entsorgung über die dafür vorgesehene Biotonne oder kommunale Entsorgung die bessere Wahl.
Fallobst als Tiernahrung?
Im Herbst profitieren auch viele Tiere vom Obstangebot. Äpfel und Birnen können beispielsweise für Vögel und andere Gartenbewohner interessant sein. Trotzdem sollte Fallobst nicht einfach in großen Mengen liegen bleiben.
Eine einzelne angepickte Frucht unter dem Obstbaum ist kein Problem. Große Mengen faulender Früchte können dagegen Wespen anlocken und werden schnell zu einer matschigen, unhygienischen Schicht.
Sinnvoller kann es sein, einige gesunde Früchte gezielt an einer geeigneten Stelle liegen zu lassen und den Rest regelmäßig einzusammeln.
Fallobst ist auch ein Hinweis
Wer täglich große Mengen Obst vom Boden aufliest, sollte gelegentlich nachsehen, warum die Früchte überhaupt fallen. Nicht immer handelt es sich lediglich um natürliches Ausreifen.
Wind und Sturm können Früchte vorzeitig abreissen. Ebenso können Trockenstress, Krankheiten oder Schädlinge eine Rolle spielen. Auch sehr viele kleine Früchte auf einmal können ein Hinweis darauf sein, dass der Baum unter bestimmten Bedingungen einen Teil seines Fruchtansatzes abwirft.
Fallobst kann deshalb helfen, den eigenen Obstbaum besser zu beobachten. Farbe, Größe, Fraßspuren und der Zustand der Früchte liefern Hinweise darauf, was im Baum oder an den Früchten passiert.
Aus Fallobst wird Vorrat
Besonders schade ist es, wenn gesundes Fallobst einfach liegen bleibt, obwohl daraus noch etwas gemacht werden könnte. Gerade Äpfel eignen sich hervorragend zum Einkochen, Dörren oder zur Herstellung von Mus und Saft.
Kleine Mengen können direkt verarbeitet werden. Bei größeren Erntemengen lohnt es sich, das Obst nach Qualität zu sortieren: Die schönsten Früchte kommen ins Lager, leicht beschädigte werden zuerst verarbeitet und wirklich verdorbene Früchte werden aussortiert.
Auch die Lagerung beginnt mit dem Aufsammeln
Fallobst eignet sich meist nicht für eine monatelange Lagerung. Durch den Aufprall entstehen kleine Verletzungen, die später zu Fäulnis führen können. Für den Wintervorrat sind deshalb die unbeschädigten Früchte vom Baum deutlich besser geeignet.
Fallobst dagegen sollte möglichst zeitnah verwendet werden. Wer einen Apfel findet, der noch fest und gesund aussieht, muss ihn also nicht wegwerfen – er sollte ihn lediglich nicht zwischen die unbeschädigten Lageräpfel legen.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





