Hyazinthen in der Wohnung: Blütenpflanzen als Einrichtungsgegenstand im Inneren
Gegen Ende des Winters wirken viele Wohnungen reizarm. Es mangelt an Tageslicht, fröhlichen Farben und der Garten liefert noch keine sichtbaren Akzente. Hier können die Frühlingsblüher helfen, farbige und duftende Akzente bereits vor Beginn der eigentlichen Gartensaison in die Wohnung zu bringen. Hyazinthen eignen sich hierfür besonders gut. Ihr Wuchs ist gedrungen, die Blüten stehen dicht an einem aufrechten Stiel und ihr Duft verteilt sich auch in kleinen Räumen schnell. Damit lassen sie sich ausgezeichnet in die Raumgestaltung mit einplanen, von der Fensterbank über den Tisch bis zum Eingang.
Warum Hyazinthen sich zum Ausschmücken der Räume eignen
Die Hyazinthen (Hyacinthus orientalis) erreichen eine Höhe von 20 bis 30 cm und tragen an jeder Zwiebel einen dichten Blütenstand. Die Farbe reicht von Blau und Violett über Rosa und Weiß bis zu Gelb und lachsfarbenen Tönen, so dass sich die Abstimmung auf die vorhandenen Einrichtungsstoffe und -farben leicht durchführen lässt. Die Hauptblüte der Hyazinthen fällt je nach Sorte und Kultur zwischen Februar und April.
Für den Innenraum können die Zwiebeln auch gezielt getrieben werden, also vorzeitig zur Blüte gebracht werden. Wer rechtzeitig mit dem Pflanzen der Hyazinthen Zwiebeln plant, kann die Blütezeit in den Winter oder das zeitige Frühjahr hinlegen. Der große Vorteil der Zwiebelkultur gegenüber den Schnittblumen ist die mehrwöchige Haltbarkeit der Topf- oder Glaskultur, wenn sie kühl aufgestellt wird.
Für die Gruppierung ist die Farbwahl entscheidend. Eine Gruppe von Zwiebeln einer einzigen Farbe sieht ordentlich und gleichmäßig aus, während die gemischten Töne einen lockeren Eindruck machen. Da jede Zwiebel nur einen Hauptstiel bildet, lässt sich die Dichte einer Pflanzung gut durch die Anzahl der gesetzten Zwiebeln feststellen.
Standort, Gefäße und Materialkombinationen
Die Wirkung im Raum hängt ganz entscheidend vom Standort und Gefäß ab. Am längsten halten Hyazinthen ihre Blüten, wenn die Raumerwärmungen auf etwa 15-18 Grad beschränkt werden. Zu große Nähe der Pflanzen zu Heizkörpern verkürzt die Zeit des Blühens, weil die Wärme den Abbau der Blüte beschleunigt. Ein heller Standort, der nicht dauernd sonnig prallt, ist günstig.
Für Gefäße gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Hyazinthen-Gläser, bei denen die Zwiebel über der Wasseroberfläche sitzt, während die Wurzeln ins Wasser reichen. Diese Möglichkeit macht den Wuchs erlebbar und entspricht dem Stil klarer Raumgestaltung.
- Keramische Schalen, die mit mehreren Zwiebeln ausgestattet werden können und dabei einen dichten, gruppierten Effekt erzielen.
- Ganz schlichte Übertöpfe aus Glas, Blech oder Beton, die dem Stil der übrigen Einrichtung angepasst sind.
Die Kombination von Pflanze und Material entscheidet über den Gesamteindruck. Glas- und helle Keramikgefäße wirken dezent, dunkle setzen die Blütenfarbe gut in Szene. Zu Sorten und Pflanzgut informiert QFB Gardening.
Brauchtum und Blühverlauf
Damit die Hyazinthen im Innern Blüten treiben, müssen die Zwiebeln vorher eine kühle, dunkle Zeit zur Wurzelbildung durchmachen. Diese dauert normalerweise acht bis zwölf Wochen bei fünf bis neun Grad. Erst danach gewöhnt man sie allmählich an Licht und Wärme und die Stiele und Blüten entwickeln sich.
Wer die Kultur im Freiland beginnen will, pflanzt die Zwiebeln im Herbst (September bis November) siebzehn bis achtzehn Zentimeter tief und mindestens ebenso viel voneinander entfernt in die Erde. Für die reine Zimmerkultur fällt der Freilandschritt weg, die kühle Vorzeit ist aber nötig.
Ein Hinweis für die Praxis: in den Hyazinthenzwiebeln ist Oxalsäure enthalten, die bei empfindlicher Haut Reizungen hervorrufen kann. Wer beim Setzen sich Handschuhe anzieht, tut gut daran. Für Haustiere sind die Zwiebeln beim Fressen giftig, weshalb sie nicht in tiefen Kästen gehalten werden sollten.





