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Schlangen in Deutschland: Welche sind giftig und wie sollte man sich bei einer Begegnung verhalten?

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Schlangen in Deutschland: Welche sind giftig und wie sollte man sich bei einer Begegnung verhalten?
Schlangen in Deutschland: Welche sind giftig und wie sollte man sich bei einer Begegnung verhalten? - Foto 1

Deutschland beheimatet eine interessante Vielfalt an Schlangenarten, die sich in ihrem Gefahrenpotenzial und ihrer Lebensweise unterscheiden. Während einige völlig harmlos sind, gibt es auch zwei Giftschlangen, die unter bestimmten Umständen für Menschen gefährlich werden können. Wir fassen zusammen welche Schlangen in Deutschland giftig sind, welche zwar ungefährlich, aber dennoch schmerzhaft zubeißen können und wie man sich bei einer Begegnung richtig verhält.

Welche Schlangen sind in Deutschland giftig?

Es gibt zwei giftige Schlangenarten in Deutschland, die Kreuzotter und die Aspisviper. Beide gehören zur Familie der Vipern (Viperidae) und sind relativ selten anzutreffen.

Kreuzotter (Vipera berus)

Die Kreuzotter ist die am weitesten verbreitete Giftschlange in Deutschland. Sie bewohnt vor allem kühle, strukturreiche Lebensräume wie Moore, Heiden und lichte Wälder. Ihre Färbung variiert von grau bis schwarz, mit einem markanten Zickzackband auf dem Rücken.

Giftgefahr: Der Biss der Kreuzotter ist giftig, jedoch selten lebensgefährlich. Symptome sind Schwellungen, Schmerzen, Übelkeit und in seltenen Fällen Kreislaufprobleme. Besonders empfindliche Personen sollten nach einem Biss sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.

Aspisviper (Vipera aspis)

Die Aspisviper kommt in Deutschland nur in sehr begrenzten Regionen vor, insbesondere im südlichen Schwarzwald und an den Oberrändern des Rheintals. Diese Giftschlange bevorzugt sonnige, felsige Habitate und ist in Deutschland deutlich seltener als die Kreuzotter. Sie hat einen kräftigeren Körperbau und eine kürzere, stumpfe Schnauze im Vergleich zur Kreuzotter.

Giftgefahr: Der Biss der Aspisviper ist stärker giftig als der der Kreuzotter, aber dennoch selten lebensbedrohlich. Ähnliche Symptome wie bei einem Kreuzotterbiss treten auf, jedoch können die Auswirkungen intensiver sein. Auch hier sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ungiftige Schlangen in Deutschland

Neben den beiden Giftschlangen gibt es mehrere ungiftige Arten, die völlig harmlos für den Menschen sind, aber manchmal dennoch schmerzhaft zubeißen können.

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Die Schlingnatter ist eine der kleineren Schlangenarten in Deutschland. Sie lebt in trockenen, sonnigen Lebensräumen und jagt vor allem Eidechsen und kleine Säugetiere. Ihr Biss ist harmlos, kann aber leicht schmerzhaft sein.

Ringelnatter (Natrix natrix)

Die Ringelnatter ist leicht an ihren gelben Halbmondflecken hinter dem Kopf zu erkennen. Sie lebt in der Nähe von Gewässern und ist völlig harmlos. Selbst wenn sie sich bedroht fühlt, beißt sie nur selten.

Würfelnatter (Natrix tessellata)

Die Würfelnatter ist ebenfalls eine reine Fischfresserin und lebt vorwiegend an Flüssen und Seen. Ihre Haut weist ein markantes Schachbrettmuster auf. Sie ist ungefährlich für Menschen und verhält sich bei Bedrohung scheu.

Blindschleiche (Anguis fragilis)

Obwohl die Blindschleiche oft für eine Schlange gehalten wird, handelt es sich eigentlich um eine beinlose Eidechse. Sie ist harmlos und beißt nicht. Ihre Nahrung besteht aus Insekten und kleinen Wirbellosen. Sie bevorzugt Gärten, Wiesen und Waldränder als Lebensraum.

Verhalten bei Begegnungen mit Schlangen

Unabhängig davon, ob eine Schlange giftig ist oder nicht, gibt es einige grundlegende Verhaltensregeln bei einer Begegnung:

Ruhe bewahren
Schlangen greifen nicht von sich aus an. Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hastige Bewegungen.

Abstand halten
Halten Sie 2–3 Meter Abstand zur Schlange. In den meisten Fällen wird sie sich zurückziehen.

Nicht provozieren
Nähern Sie sich der Schlange nicht und versuchen Sie nicht, sie zu fangen oder zu berühren. Das gilt besonders für die giftigen Arten.

Schutzmaßnahmen
In Gebieten, in denen Kreuzottern oder Aspisvipern leben, ist es ratsam, festes Schuhwerk und lange Hosen zu tragen, vor allem beim Wandern durch hohes Gras oder in felsigen Gebieten.

Was tun bei einem Schlangenbiss?

Wenn es doch zu einem Biss kommt, ist es wichtig, die Situation je nach der Schlangenart zu beurteilen.

Bei einem giftigen Biss (Kreuzotter oder Aspisviper):

Sofortige medizinische Hilfe
Ein Kreuzotter- oder Aspisviperbiss sollte immer ernst genommen werden. Rufen Sie sofort den Notarzt.

Ruhe bewahren
Vermeiden Sie Panik, um die Ausbreitung des Giftes zu verlangsamen.

Körperteil ruhigstellen
Halten Sie das gebissene Körperteil ruhig und lagern Sie es tiefer als das Herz.

Keine Selbstmaßnahmen
Versuchen Sie nicht, das Gift zu entfernen, z. B. durch Aufschneiden der Wunde oder Absaugen.

Bei einem Biss einer ungiftigen Schlange:

Wunde reinigen
Waschen Sie die Wunde gründlich mit Wasser und Seife.

Desinfizieren und verbinden
Desinfizieren Sie die Wunde und decken Sie sie mit einem sterilen Verband ab.

Arzt aufsuchen
Auch bei einem Biss einer ungiftigen Schlange sollte die Wunde ärztlich kontrolliert werden, um Infektionen zu vermeiden.

Fazit

In Deutschland gibt es zwei giftige Schlangenarten: Die Kreuzotter und die Aspisviper. Beide Arten sind jedoch selten und ihre Bisse für Menschen in der Regel nicht tödlich. Die meisten Schlangenarten in Deutschland sind ungiftig und harmlos. Unabhängig davon sollte man Schlangen mit Respekt begegnen und sich bei einem Biss immer professionell behandeln lassen.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Tom

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Titel: Schlangen in Deutschland: Welche sind giftig und wie sollte man sich bei einer Begegnung verhalten? (Artikel 6485)

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