Was sind Faunarien? Ein umfassender Leitfaden für Terraristik-Einsteiger und Fortgeschrittene
In der modernen Terraristik spielen flexible und praktische Haltungssysteme eine immer größere Rolle. Neben klassischen Terrarien aus Glas oder Holz sind in den letzten Jahren vor allem sogenannte Faunarien sehr populär geworden. Viele Einsteiger begegnen diesem Begriff zum ersten Mal im Zoofachhandel oder in Terraristikforen und fragen sich, was genau sich dahinter verbirgt und wofür diese Behälter eigentlich verwendet werden.
Faunarien sind spezielle Kunststoffbehälter, die ursprünglich für den sicheren Transport und die kurzfristige Haltung von kleinen Tieren entwickelt wurden. Mittlerweile haben sie sich in vielen Bereichen der Terraristik etabliert und gehören zur Standardausstattung vieler Halter. Sie werden nicht nur zum Transport von Reptilien, Amphibien oder Wirbellosen verwendet, sondern auch für Quarantäne, Aufzucht, Beobachtung oder temporäre Unterbringung.
Der große Vorteil eines Faunariums liegt in seiner Vielseitigkeit. Durch ihre kompakte Bauweise, ihr geringes Gewicht und die gute Belüftung eignen sich diese Behälter für zahlreiche Anwendungen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine einfache Reinigung und eine gute Kontrolle über die darin gehaltenen Tiere.
Für Terraristik-Einsteiger sind Faunarien oft der erste Berührungspunkt mit der Haltung von Insekten, Spinnen oder kleinen Reptilien. Doch auch erfahrene Halter greifen regelmäßig darauf zurück, wenn sie Tiere transportieren, isolieren oder beobachten möchten. Dennoch gibt es auch Grenzen in der Verwendung, und nicht jedes Tier sollte dauerhaft in einem Faunarium gehalten werden.
Dieser ausführliche Artikel erklärt detailliert, was Faunarien sind, wie sie aufgebaut sind, welche Varianten es gibt und in welchen Situationen sie sinnvoll eingesetzt werden können. Außerdem werden typische Einsatzbereiche, Vorteile, mögliche Nachteile und wichtige Aspekte bei der Nutzung erläutert.
Definition: Was versteht man unter einem Faunarium?
Ein Faunarium ist ein meist aus transparentem Kunststoff gefertigter Behälter, der speziell für die Haltung, den Transport oder die Beobachtung von kleinen Terrarientieren konzipiert wurde. Der Begriff leitet sich vom Wort Fauna ab, das in der Biologie alle Tiere eines bestimmten Lebensraums beschreibt.
Im Terraristikbereich bezeichnet ein Faunarium einen kompakten Kunststoffbehälter mit Belüftungsöffnungen und einem sicheren Deckelsystem. Häufig besitzen diese Behälter zusätzlich einen integrierten Tragegriff, wodurch sie besonders leicht transportiert werden können.
Faunarien sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und werden für verschiedene Tiergruppen eingesetzt. Typische Bewohner sind unter anderem:
- Insekten
- Spinnen
- Skorpione
- kleine Reptilien
- Amphibien
- Futtertiere
Der transparente Kunststoff ermöglicht eine gute Sicht auf die Tiere, ohne dass diese ständig gestört werden müssen. Gleichzeitig sorgt das Belüftungssystem dafür, dass ausreichend Luftaustausch stattfindet.
Während Faunarien ursprünglich hauptsächlich für Transportzwecke gedacht waren, werden sie heute auch häufig für kurzfristige Haltungsformen oder Aufzuchtzwecke verwendet.
Aufbau eines Faunariums
Der grundlegende Aufbau eines Faunariums ist relativ einfach, aber durchdacht. Die meisten Modelle bestehen aus mehreren zentralen Komponenten.
Der Behälter
Der Hauptkörper eines Faunariums besteht in der Regel aus robustem, transparentem Kunststoff. Dieser Kunststoff ist leicht, stabil und bruchsicher. Dadurch eignet er sich besonders gut für den Transport von Tieren.
Die Transparenz ermöglicht es dem Halter, die Tiere jederzeit beobachten zu können. Gleichzeitig sorgt das Material dafür, dass das Gewicht deutlich geringer ist als bei Glasbehältern.
Die Form ist meist rechteckig oder quadratisch, damit sich mehrere Faunarien problemlos stapeln oder nebeneinander aufstellen lassen.
Der Deckel
Der Deckel eines Faunariums erfüllt mehrere wichtige Funktionen. Er verhindert das Entweichen der Tiere und sorgt gleichzeitig für ausreichende Belüftung.
Viele Modelle verfügen über:
- Lüftungsschlitze
- ein feinmaschiges Gitter
- verschließbare Klappen
- einen integrierten Griff
Das Belüftungssystem ist besonders wichtig, da viele Terrarientiere empfindlich auf schlechte Luftzirkulation reagieren.
Tragegriff
Ein typisches Merkmal vieler Faunarien ist der integrierte Tragegriff. Dieser erleichtert den sicheren Transport der Tiere erheblich.
Der Griff ist meist im Deckel integriert und kann bei Bedarf eingeklappt werden. Dadurch lassen sich die Behälter bequem tragen oder stapeln.
Typische Größen von Faunarien
Faunarien sind in zahlreichen Größen erhältlich, die sich je nach Verwendungszweck unterscheiden.
Kleine Faunarien
Kleine Modelle werden häufig für sehr kleine Tiere verwendet.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Haltung von Spinnen
- Aufzucht von Jungtieren
- Transport von Insekten
- Unterbringung einzelner Futtertiere
Diese Modelle haben meist ein Fassungsvermögen von wenigen Litern.
Mittlere Faunarien
Mittlere Faunarien gehören zu den am häufigsten verwendeten Varianten.
Sie eignen sich beispielsweise für:
- kleine Reptilien
- junge Schlangen
- Amphibien
- größere Insekten
Sie bieten mehr Platz und ermöglichen auch eine einfache Einrichtung mit Substrat und Versteckmöglichkeiten.
Große Faunarien
Große Modelle werden oft für Transportzwecke oder kurzfristige Unterbringung größerer Tiere verwendet.
Beispiele sind:
- junge Echsen
- kleine Schlangen
- Gruppen von Futtertieren
Allerdings ersetzen selbst große Faunarien kein vollwertiges Terrarium.
Typische Einsatzbereiche von Faunarien
Faunarien werden in der Terraristik für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt. Ihre Flexibilität macht sie zu einem wichtigen Werkzeug für Halter.
Transport von Terrarientieren
Der häufigste Einsatzzweck eines Faunariums ist der Transport von Tieren.
Beispiele sind:
- Tierarztbesuche
- Umzüge
- Kauf oder Verkauf von Tieren
- Transport zu Züchtern oder Börsen
Durch die stabile Bauweise und die gute Belüftung sind Faunarien ideal für kurze Transportwege.
Quarantäne
Wenn neue Tiere in eine bestehende Terrarienanlage integriert werden sollen, ist eine Quarantänephase sehr wichtig.
Faunarien eignen sich hervorragend für diesen Zweck, weil:
- sie leicht zu reinigen sind
- sie eine gute Beobachtung ermöglichen
- sie separat aufgestellt werden können
So können Krankheiten frühzeitig erkannt werden.
Aufzucht von Jungtieren
Viele Züchter nutzen Faunarien zur Aufzucht von Jungtieren.
Dies hat mehrere Vorteile:
- bessere Kontrolle über Fütterung
- einfachere Beobachtung des Wachstums
- getrennte Haltung einzelner Tiere
Gerade bei kannibalischen Arten kann eine Einzelhaltung entscheidend sein.
Haltung von Futtertieren
Faunarien werden auch häufig für die Haltung von Futterinsekten verwendet.
Dazu gehören unter anderem:
- Heimchen
- Grillen
- Schaben
- Mehlwürmer
Durch die gute Belüftung und die einfache Reinigung eignen sie sich gut für diesen Zweck.
Beobachtungsbehälter
Manchmal werden Tiere kurzfristig in Faunarien untergebracht, um ihr Verhalten zu beobachten.
Das kann zum Beispiel der Fall sein bei:
- Häutungsphasen
- Krankheitssymptomen
- Fressverhalten
Die transparente Bauweise erleichtert solche Beobachtungen erheblich.
Vorteile von Faunarien
Faunarien bieten zahlreiche Vorteile, weshalb sie in der Terraristik so weit verbreitet sind.
Leicht und stabil
Kunststoff ist deutlich leichter als Glas. Dadurch lassen sich Faunarien problemlos transportieren.
Gleichzeitig sind sie sehr stabil und bruchsicher.
Gute Belüftung
Die meisten Modelle verfügen über durchdachte Lüftungssysteme, die eine ausreichende Luftzirkulation gewährleisten.
Das ist besonders wichtig für viele Wirbellose.
Einfache Reinigung
Faunarien lassen sich sehr schnell reinigen. Der glatte Kunststoff verhindert, dass sich Schmutz dauerhaft festsetzt.
Gerade bei Quarantäne oder Aufzucht ist dies ein großer Vorteil.
Günstiger Preis
Im Vergleich zu Terrarien sind Faunarien relativ preiswert. Dadurch können Halter mehrere Behälter gleichzeitig verwenden.
Flexibilität
Faunarien lassen sich für viele verschiedene Zwecke einsetzen. Sie sind daher ein vielseitiges Werkzeug in der Terraristik.
Nachteile von Faunarien
Trotz ihrer Vorteile haben Faunarien auch einige Einschränkungen.
Begrenzter Platz
Faunarien sind meist relativ klein. Für eine dauerhafte Haltung vieler Tiere sind sie daher ungeeignet.
Viele Arten benötigen deutlich mehr Raum.
Temperaturkontrolle
Kunststoff isoliert anders als Glas oder Holz. Dadurch können Temperaturen schneller schwanken.
Eine gezielte Beheizung ist daher schwieriger.
Begrenzte Einrichtungsmöglichkeiten
Da Faunarien eher klein sind, lassen sich komplexe Terrarienlandschaften nur eingeschränkt umsetzen.
Unterschiede zwischen Faunarium und Terrarium
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Faunarien als Ersatz für Terrarien zu betrachten.
Tatsächlich erfüllen beide unterschiedliche Aufgaben.
Ein Terrarium ist für die dauerhafte Haltung von Tieren konzipiert. Es bietet ausreichend Platz, eine stabile Klimaregulierung und umfangreiche Einrichtungsmöglichkeiten.
Ein Faunarium hingegen ist eher ein temporärer Behälter. Es eignet sich für Transport, Quarantäne oder kurzfristige Unterbringung.
Für viele Tierarten wäre eine dauerhafte Haltung in einem Faunarium nicht artgerecht.
Worauf man bei der Nutzung achten sollte
Damit ein Faunarium sinnvoll eingesetzt werden kann, sollten einige wichtige Punkte beachtet werden.
Passende Größe wählen
Der Behälter sollte immer groß genug sein, damit sich das Tier bewegen kann.
Zu kleine Behälter können Stress verursachen.
Ausreichende Belüftung
Die Lüftungsschlitze dürfen niemals blockiert werden. Besonders bei feuchter Haltung ist Luftzirkulation entscheidend.
Sichere Verschlüsse
Viele Tiere sind erstaunlich gute Ausbrecher. Daher sollte der Deckel immer sicher verschlossen sein.
Geeignetes Substrat
Auch in einem Faunarium sollte ein passendes Substrat verwendet werden, etwa:
- Erde
- Kokoshumus
- Papier
- Rindenstücke
Dies erhöht den Komfort für das Tier.
Für welche Tiere Faunarien geeignet sind
Faunarien werden für verschiedene Tiergruppen genutzt.
Besonders geeignet sind sie für:
- Insekten
- Spinnen
- Skorpione
- kleine Amphibien
- junge Reptilien
Bei größeren Reptilien oder dauerhaft gehaltenen Tieren sollte jedoch immer ein vollwertiges Terrarium verwendet werden.
Häufige Fehler bei der Nutzung
Einige Fehler treten besonders häufig auf, wenn Faunarien verwendet werden.
Dazu gehören:
- dauerhafte Haltung großer Tiere
- zu wenig Belüftung
- zu kleine Behälter
- fehlende Versteckmöglichkeiten
- starke Temperaturschwankungen
Wer diese Punkte beachtet, kann Faunarien jedoch sehr sinnvoll einsetzen.
FAQs zu Faunarien
Sind Faunarien für die dauerhafte Tierhaltung geeignet?
In den meisten Fällen nicht. Faunarien sind primär für Transport, Quarantäne oder kurzfristige Unterbringung gedacht. Für eine dauerhafte Haltung benötigen viele Tiere ein deutlich größeres Terrarium.
Welche Tiere kann man in einem Faunarium halten?
Faunarien werden häufig für Insekten, Spinnen, Skorpione oder kleine Amphibien verwendet. Auch Jungtiere von Reptilien können kurzfristig darin untergebracht werden.
Wie reinigt man ein Faunarium richtig?
Der Behälter sollte regelmäßig mit warmem Wasser gereinigt werden. Bei Bedarf können milde Reinigungsmittel verwendet werden, solange keine Rückstände zurückbleiben.
Können Pflanzen in einem Faunarium verwendet werden?
Bei kurzfristiger Haltung ist das möglich. Für langfristige Pflanzenhaltung sind Faunarien jedoch meist zu klein.
Gibt es spezielle Faunarien für bestimmte Tiere?
Einige Modelle besitzen besonders feine Belüftungsgitter oder spezielle Deckelkonstruktionen. Diese eignen sich beispielsweise für Spinnen oder kleine Insekten.
Fazit
Faunarien gehören zu den praktischen und vielseitigen Hilfsmitteln in der Terraristik. Sie sind leicht, robust und einfach zu handhaben. Vor allem für Transport, Quarantäne, Aufzucht oder die Haltung von Futtertieren sind sie hervorragend geeignet.
Durch ihre kompakte Bauweise ermöglichen sie eine gute Beobachtung der Tiere und lassen sich sehr einfach reinigen. Deshalb gehören sie sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Halter zur Grundausstattung.
Dennoch sollten Faunarien nicht mit vollwertigen Terrarien verwechselt werden. Für die dauerhafte Haltung vieler Tierarten bieten sie nicht genügend Platz und keine ausreichenden Möglichkeiten zur Klimaregulierung.
Wer Faunarien jedoch richtig einsetzt und ihre Grenzen kennt, kann von ihrer Flexibilität enorm profitieren. In der Praxis sind sie ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Terrarianer, der Tiere transportiert, züchtet oder zeitweise separat unterbringen muss.
Damit leisten Faunarien einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren, praktischen und verantwortungsvollen Terrarienhaltung.





