Wie geht es eigentlich eurem Weihnachtsstern?
Nach Weihnachten hat für viele Weihnachtssterne erst die eigentliche Bewährungsprobe begonnen. Während sie zur Adventszeit frisch, farbintensiv und kompakt wirken, verlieren die Pflanzen dann oft ihre Blätter, wachsen ungewohnt locker oder bilden lange, dünne Triebe. Diese Entwicklung eine ganz normale Reaktion auf veränderte Lichtverhältnisse, trockene Heizungsluft und den Übergang von der Blüte in die Wachstumsphase.
Wer seinen Weihnachtsstern seit den Feiertagen begleitet hat, wird beobachten, dass die farbigen Hochblätter allmählich verblassen oder auch abfallen. Im Frühling nun zeigt sich, wie vital die Pflanze insgesamt geblieben ist: Feste Triebe, grüne Blätter und ein stabiler Wuchs deuten darauf hin, dass der Weihnachtsstern gut durch den Winter gekommen ist.
Entwicklung und Pflegebedarf
Die Ruhephase klingt nun ab, und die Pflanze beginnt wieder aktiv zu wachsen. Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne ist weiterhin wichtig. Mit zunehmender Tageslänge profitiert der Weihnachtsstern von mehr Licht, was sich positiv auf den Neuaustrieb auswirkt. Gegossen wird weiterhin maßvoll. Staunässe gehört zu den häufigsten Ursachen für Probleme, während kurze Trockenphasen meist besser verkraftet werden. Das Substrat darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für einen Rückschnitt: Lange, dünne Triebe können auf etwa die Hälfte eingekürzt werden. Das fördert eine kompaktere Wuchsform und regt die Verzweigung an. Beim Schneiden tritt ein milchiger Pflanzensaft aus, der auf Textilien und Oberflächen hartnäckige Flecken hinterlassen kann. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Pflanze auf einer abwischbaren Unterlage zu schneiden und empfindliche Kleidung zu schützen.
Mit Beginn des Frühjahrs kann zudem vorsichtig mit dem Düngen begonnen werden. Eine schwache, regelmäßige Nährstoffgabe unterstützt das Wachstum, ohne die Pflanze zu überfordern. Wer möchte, kann den Weihnachtsstern später auch in ein etwas größeres Gefäß umtopfen, sobald der Wurzelballen gut durchwurzelt ist.
Warum sich Pflege lohnt
Der Weihnachtsstern wird häufig als Wegwerfprodukt wahrgenommen. Seine günstigen Preise zur Adventszeit vermitteln den Eindruck, dass sich eine langfristige Pflege kaum lohnt. Dabei handelt es sich um eine mehrjährige, verholzende Pflanze, die bei guter Behandlung viele Jahre alt werden kann.
Ein gepflegter Weihnachtsstern entwickelt mit der Zeit einen stabilen Aufbau und wirkt deutlich natürlicher als viele frisch gezogene Massenpflanzen. Zudem ist die erneute Blütenfärbung ein besonderer Erfolg, wenn man es schafft, seinen Weihnachtsstern im Herbst durch gezielte Dunkelphasen wieder zur Ausbildung der farbigen Hochblätter zu bringen.
Auch aus ökologischer Sicht ist die Weiterkultur sinnvoll. Weihnachtssterne werden unter hohem Energieaufwand produziert und über weite Strecken transportiert. Jede Pflanze, die über mehrere Jahre erhalten bleibt, reduziert diesen Ressourcenverbrauch.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de
