Blog: Algen im Teich bekämpfen oder das Problem verschärfen? (7960)
Wenn sich Algen im Gartenteich stark vermehren, entsteht der Wunsch, sie möglichst rasch „abzutöten“. Entsprechende Mittel versprechen oft schnelle Hilfe. Genau dieser Ansatz führt jedoch in vielen Fällen dazu, dass das Algenproblem langfristig sogar größer wird. Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Ursachen.
Warum Algen so gut wachsen
Algen wachsen im Gartenteich nicht zufällig oder aus einem Mangel heraus, sondern weil die Bedingungen für sie ideal sind. Viel Licht, warme Temperaturen und ein hohes Nährstoffangebot schaffen ein Umfeld, in dem sie sich besonders wohlfühlen. Stickstoff- und Phosphatverbindungen, die aus Laub, Fischfutter, Kot oder abgestorbenem Pflanzenmaterial stammen, stehen den Algen nahezu unbegrenzt zur Verfügung.
Hinzu kommt, dass Algen extrem anpassungsfähig sind. Sie wachsen schneller als die meisten höheren Wasserpflanzen und reagieren deutlich unempfindlicher auf schwankende Bedingungen. Genau das macht sie so lästig.
Warum „Abtöten“ selten die Lösung ist
Wer nun versucht, Algen mit Zusätzen oder anderen Maßnahmen gezielt zu schädigen, greift meist an der falschen Stelle ein. Alles, was Algen schadet, wirkt in der Regel auch auf andere Wasserpflanzen. Diese reagieren jedoch empfindlicher. Sie wachsen langsamer, kümmern nach einer Belastung vor sich hin oder sterben ganz ab.
Das Ergebnis ist: Die Pflanzen, die eigentlich mit den Algen um Licht und Nährstoffe konkurrieren könnten, verschwinden oder werden geschwächt. Die Algen, die solche Eingriffe besser verkraften, kommen anschließend umso stärker zurück.
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen. Absterbende Pflanzen und Algen bleiben zunächst im Teich. Dort zersetzen sie sich und setzen genau die Nährstoffe wieder frei, die zuvor gebunden waren. Der Teich wird also erneut gedüngt, und die nächste Algenblüte ist vorprogrammiert.
Konkurrenz ist die Lösung
Wenn weniger Algen im Teich gewünscht sind, braucht es Organismen, die ihnen die Lebensgrundlage streitig machen. Das gelingt nicht durch Vernichtung, sondern durch Konkurrenz. Gut wachsende Unterwasser- und Schwimmpflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe und nehmen den Algen gleichzeitig das Licht.
Dieser Weg erfordert Geduld. Algen sind deshalb so dominant, weil sie schneller und robuster sind als die meisten anderen Wasserpflanzen. Neue oder bereits vorhandene Pflanzen brauchen Zeit, um sich zu etablieren und ihre volle Wirkung zu entfalten. Kurzfristige Eingriffe helfen hier nicht weiter.
Warum Abfischen so wirksam ist
Das konsequente Abfischen von Algen ist eine der wenigen Maßnahmen, die direkt an der Ursache ansetzen. Mit jeder Ladung Algen, die aus dem Teich entfernt wird, verschwinden auch die in ihnen gespeicherten Nährstoffe dauerhaft aus dem System. Sie können nicht mehr freigesetzt werden und stehen für neues Wachstum nicht mehr zur Verfügung.
Gleichzeitig bekommen die übrigen Wasserpflanzen wieder Licht. In vielen Teichen sind bereits sinnvolle Pflanzen vorhanden, die eigentlich gut geeignet wären, Nährstoffe zu binden. Sie werden jedoch von dichten Algenteppichen beschattet und in ihrem Wachstum ausgebremst. Wird dieser Druck regelmäßig reduziert, können sie sich erholen und ihre Rolle im Teich wieder übernehmen.
Geduldig bleiben
Ein algenarmer Teich entsteht nicht über Nacht. Wer Algen immer wieder abfischt und gleichzeitig auf einen guten Pflanzenbestand setzt, verändert das Gleichgewicht Schritt für Schritt. Der Nährstoffvorrat im Teich wird reduziert, konkurrenzstarke Pflanzen gewinnen an Boden, und die Algen verlieren ihren Vorteil.
Der scheinbar mühsame Weg ist damit der nachhaltigste. Abfischen, Pflanzen fördern und erneut abfischen. Auf lange Sicht ist das deutlich wirksamer, als Algen abzutöten und ihnen damit immer wieder neue Startbedingungen zu liefern.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






