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Boraras und das Nano

Blog: Boraras und das Nano (4799)

(Beobachtungen beziehen sich auf Boraras micros/naevus?)

Boraras ??? Fische die sich aufgrund ihrer Grö??e schon perfekt für ein Nano-Becken anbieten?

Nun ja, diese Aussage muss mehrfach hinterfragt werden.

Gleich jedoch mal vorweg: ich würde niemals behaupten, dass Boraras nicht nanotauglich oder gar unglücklich in kleineren Becken sind. Jedoch ist bei einer Haltung in 30/40l mit einem grundsätzlich anderem Verhalten zu rechnen.

In <50l habe ich diese Winzlinge noch nie gehalten. Deshalb ist folgender Text eine ??bertragung der Situation ausgehend von Beobachtungen der Fische im 56l-Becken:

Verhalten und Kantenlänge

Diese kleinen Fischchen leben von einer ausgesprochenen lebhaften Interaktion miteinander. Sie sind oft sowohl im gro??en Schwarm, im kleinen Schwarm als auch allein überall im Becken zu sehen und nutzen sogar den Bereich der Bodenbepflanzung zwischen niedriger Pflanze und Bodengrund, sind aber auch im Freiwasser zu sehen. Ihr Verhalten ist die meiste Zeit über ruhig und stehend, ein paar Mal am Tag packt es jedoch den ganzen Schwarm und er beginnt aufgeregt durch das Becken zu schwimmen. Eine Begebenheit, die ich vermehrt im 126er-Becken mit 120 cm Kantenlänge beobachten durfte.

Zuvor hatten die Fischchen eine Kantenlänge von 70 cm zur Verfügung. Hier verhielten sie sich wesentlich ruhiger, wenige Exemplare separierten sich. Vom ganzen Schwarm (40 Stück) waren ca. 5-8 in Einzelpositionen zu finden.

Struktur bieten!

Die Becken sollten au??erordentlich gut strukturiert sein ??? was mitunter auch für ein grö??eres Becken sprechen kann ??? die Fische halten sich vorwiegend zwischen Wurzeln, Pflanzen und in kleinen Freiräumen auf.

Ihre vorwiegend Stehposition auf einem kleinen auserwählten und immer gleichen (Schlaf-)Platzmag auch ein Grund dafür sein, warum sie im Nano gehalten werden können.

Das Streckenschwimmen gilt es vom Scheibenschwimmen zu unterscheiden. In der Art und Weise der Fortbewegung unterscheiden sich beide Schwimmarten voneinander und letztere deutet darauf hin, dass der Schwarm auf der Suche nach einem geeigneteren Habitat ist, erste deute ich als Erforschen der Umgebung, da sich hierbei der Schwarm immer wieder vereinzelt, aufteilt und mit niedriger Geschwindigkeit und allgemein in loser Zusammenstellung durch das Becken zieht.

Schwarmgrö??e

Diese Beobachtung und dieses Verhalten wird man im Nano vermissen. Auch wird man den Fischen in einem kleinen Becken eher weniger eine starke Gruppengrö??e bieten können. Oft liest man, dass zwischen 7-10 Tiere in ein 30er-Aquarium eingesetzt werden. Meines Erachtens sind dies zu wenig Tiere, die so nur schlecht ihr natürliches Verhalten (das Leben in sehr gro??en Schwärmen) ausleben können. Unter 20 Individuen würde ich auf keinen Fall gehen, eher mehr, wenn die Beckengrö??e es zulässt.

Einige Boraras ??? wohl Männchen ??? bilden kleine Territorien. Zwar sind sie auch hierbei ausgesprochen friedlich und verteidigen diese nicht sonderlich aggressiv, jedoch sollte die Möglichkeit geboten werden, dass mehrere solche Kleinsträume von den Männchen abgesteckt werden können. Bei der von mir definierten Mindestanzahl von 20 Fischen sprengt das die Strukturierungsmöglichkeiten eines 40er-Beckens oft.

Besatzdichte

Aus diesem Grund würde ich mich heute für ein mindestens 54l-Becken entscheiden (Kantenlänge 60 cm). Strukturierung, viele Pflanzen, Rückzugsraum für laichbereite Paare, kleine Territorien für die Männchen und genug Platz für gemeinsames Schwarmschwimmen sowie die Aufteilung in mehrere Kleinschwärme kann in dieser Grö??e noch geboten werden. Längere Kantenlängen sind von Vorteil.

Bei einer Beckengrö??e von 54 - ca. 80l können bis zu 40 Tiere eingesetzt werden ??? Voraussetzung ist ein Artaquarium.

Ab 80 ??? 200l würde ich 40 ??? 80 Tiere einsetzen.

Es sollte beachtet werden, dass der Borara an sich kein aggressives Tier ist. Unwohlsein oder Stress scheint er nicht durch Angriff auszuleben, sondern wohl durch Rückzug und durch enges Zusammenstehen. Bei dieser optisch vielleicht ansprechenden und für das Aquarienlayout wirkungsvollen Schwarmbildung handelt es sich aber keineswegs um ein natürliches entspanntes Verhalten der Tiere. Lockere Verbände, viele kleine Gruppen die nahe beieinander stehen und das Becken erforschende Einzelfische sind eher eine entspannte Haltung. Hierbei formieren sich die meiste Zeit die Fische nicht im engen Schwarm, sondern sind überall verstreut im Becken zu finden. Ein Verhalten, das natürlich auch im Nano gezeigt werden kann.

Nach meinen Beobachtungen in grö??eren Becken würde ich von einer Haltung im Nanobecken eher abraten ??? unabhängig vom Befinden der Fische (denn auch in einem angebrachten Nano (30 ??? 40l, unter dieser Literzahl ist meines Erachtens eine artgerechte Dauerhaltung dieser Winzlinge nicht möglich) werden sich Laichbereitschaft, gute Färbung usw. zeigen und somit ???glückliche Fische??? zum Vorschein bringen) ??? sondern weil viel von dem wirklich spannenden Verhalten der Fische nicht zum Vorschein kommen kann aufgrund der engeren Verhältnisse und der geringeren Schwarmstärke.

Im ??berblick:

Meine Beobachtungen, die für mich gegen ein Nano (<50l) sprechen:

- Schwarmgrö??e muss gewährleistet sein. Je grö??er desto besser.

- Struktur: mehrere freie Schwimmräume und dichter Pflanzenwuchs

- Kantenlänge zum Ausschwimmen

- Territorienbildung der Männchen

-----

Ich freue mich sehr über Kommentare, Fragen, Anregungen, Kritik und andere Erfahrungen.

Bitte hinterlasst dafür ein Kommentar oder schickt mir eine PN.

Weitere Beobachtungen zu den Boraras (micros/naevus?) folgen.

Welche Fische habe ich?

Wenn mir jemand in der genauen Artbestimmung weiterhelfen kann, bin ich sehr dankbar. Mittlerweile tendiere ich zu dem Boraras naevus, urspr. Boraras micros spec. "south thailand"

Viele Grü??e

Tanja

Boraras und das NanoBoraras und das Nano
Blogartikel 'Blog 4799: Boraras und das Nano' aus der Kategorie: "Beobachtungen zu Boraras (micros/naevus?)" zuletzt bearbeitet am 27.07.2013 um 09:21 Uhr von ehemaliger User
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