Schwarmfische im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Schwarmfische

Wissenswertes zu Schwarmfische (Schwarmfisch)
Schwarmfische gehören zu den beliebtesten Aquarienbewohnern überhaupt. Ihr synchrones Schwimmverhalten, die harmonische Gruppenbildung und die oft beeindruckenden Farben machen sie zu einem echten Blickfang in nahezu jedem Gesellschaftsaquarium. Im Gegensatz zu vielen Einzelgängern oder revierbildenden Arten fühlen sich Schwarmfische erst in einer ausreichend großen Gruppe wirklich wohl. Dabei zeigt sich ihr natürliches Verhalten besonders eindrucksvoll, wenn mehrere Tiere gemeinsam durch die mittleren Wasserschichten ziehen und auf kleinste Bewegungen ihrer Artgenossen reagieren.
Was sind Schwarmfische?
Als Schwarmfische werden Arten bezeichnet, die in der Natur und auch im Aquarium in größeren Gruppen leben. Diese Lebensweise bietet Schutz vor Fressfeinden, erleichtert die Nahrungssuche und sorgt für soziale Sicherheit innerhalb der Gruppe. Viele Arten zeigen erst in ausreichender Gruppengröße ihre volle Farbenpracht und ihr natürliches Verhalten. Werden sie einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehalten, können Stress, Scheuheit oder sogar gesundheitliche Probleme auftreten.
Je nach Art sollte die Gruppengröße mindestens 8 bis 10 Tiere betragen. Bei kleineren Arten wie Moskitobärblingen oder Funkensalmlern dürfen es gerne auch deutlich mehr sein. Größere Gruppen sorgen nicht nur für ein natürlicheres Verhalten, sondern wirken im Aquarium auch deutlich attraktiver.
Schwarmverhalten
Grundsätzlich ist ein Schwarmfisch, ein Fisch, der mit zahlreichen anderen Tieren seiner Art gemeinsam schwimmt. Die einzelnen Fische eines Schwarms verhalten sich weitestgehend parallel und schwimmen im gleichen Abstand zueinander in die gleiche Richtung.
Der Vorteil der Schwarmbildung für die einzelnen Fische ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit, den Angriff eines Fressfeindes zu überleben. Räubern fällt es schwerer einen ganzen Schwarm im Auge zu behalten und ein Opfer zu verfolgen, als ein einzelnes Tier. Ein ganzer Schwarm hat es außerdem leichter, einen Fressfeind zu erkennen, da jeder einzelne Fisch des Schwarms seine Aufmerksamkeit auf die Beobachtung der Umgebung richten kann. Meist reicht es aus, wenn jeder einzelne Fisch des Schwarms einen Bruchteil seiner Aufmerksamkeit für die Beobachtung möglicher Räuber investiert, als er es als Einzeltier tun müsste.
Auch bei Aquariumfischen ist das Schwarmverhalten nicht unbedingt ein Dauerzustand. Viele Fische schließen sich zum Beispiel nur außerhalb der Laichzeit zu einem Schwarm zusammen, während sie während der Brutphase ein Revier besetzen und dieses auch gegen Artgenossen verteidigen.
Echte Schwarmfische
Echte Schwarmfische halten einen gleichbleibenden Abstand zwischen den einzelnen Tieren ein. Der komplette Schwarm verhält sich sehr koordiniert. Der Schwarm findet sich in der Regel für die komplette Lebenszeit zusammen und besteht meist aus Fischen desselben Alters.
Einzeltiere von echten Schwarmfischen verhalten sich, wenn sie vom Schwarm isoliert werden, unkoordiniert und desorientiert.
Beispiele für echte Schwarmfische unter den Aquarienfischen sind die Haibarbe, Rotkopfsalmler oder Schrägschwimmer.
Unechte Schwarmfische
Unechte Schwarmfische werden oft auch als Gruppenfische bezeichnet. Oft finden sich diese Schwärme, bzw. Gruppen nur in Gefahrsituationen zusammen. Ansonsten verteidigen die Fische zum Teil auch dauerhaft kleine Reviere.
Die Gruppe der unechten Schwarmfische zeigen zahlreiche Merkmale der echten Schwarmfische. In einigen Punkten weichen sie allerdings in ihrem Verhalten ab. So zeigen Gruppenfische meist keine Desorientierung, wenn sie (kurzfristig) isoliert werden.
Beispiele für Zierfische, die gesellig in Gruppen zusammenleben sind die Panzerwelse oder verschiedene Schmerlen.
Beliebte Schwarmfische für das Süßwasseraquarium
Die Auswahl an geeigneten Schwarmfischen ist enorm. Zu den bekanntesten Arten zählen:
- Neonsalmler (Paracheirodon innesi)
- Roter Neon (Paracheirodon axelrodi)
- Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri)
- Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha)
- Espes Keilfleckbärbling (Trigonostigma espei)
- Zebrabärbling (Danio rerio)
- Funkensalmler (Hyphessobrycon amandae)
- Roter Phantomsalmler (Hyphessobrycon sweglesi)
- Moskitobärbling (Boraras brigittae)
- Perlhuhnbärbling (Danio margaritatus)
Jede dieser Arten besitzt eigene Ansprüche an Wasserwerte, Einrichtung und Vergesellschaftung. Gemeinsam ist ihnen jedoch das Bedürfnis nach Artgenossen und ausreichend Schwimmraum.
Die richtige Aquarieneinrichtung
Für die meisten Schwarmfische empfiehlt sich ein bepflanztes Aquarium mit freien Schwimmzonen. Dichte Randbepflanzungen bieten Rückzugsmöglichkeiten, während offene Bereiche genügend Platz für das gemeinsame Schwimmen lassen. Dunkler Bodengrund und natürliche Dekorationen wie Wurzeln oder Steine fördern bei vielen Arten die Farbenentwicklung und reduzieren Stress.
Besonders Arten aus Schwarzwassergebieten Südostasiens oder Südamerikas profitieren von gedämpftem Licht, Huminstoffen und einer naturnahen Einrichtung. In solchen Becken zeigen die Tiere häufig ein deutlich intensiveres Sozialverhalten und kräftigere Farben.
Vergesellschaftung von Schwarmfischen
Die meisten Schwarmfische gelten als friedlich und lassen sich hervorragend mit anderen ruhigen Aquarienbewohnern kombinieren. Besonders beliebt sind Kombinationen mit:
- Panzerwelsen (Corydoras)
- Ohrgitter-Harnischwelsen (Otocinclus)
- Zwerggarnelen
- Schnecken
- friedlichen Zwergbuntbarschen
- kleinen Labyrinthfischen wie Honigguramis
Auf aggressive oder sehr große Fischarten sollte dagegen verzichtet werden, da diese die Schwarmfische einschüchtern oder sogar als Beute betrachten könnten.
Fütterung
Die meisten Schwarmfische sind unkomplizierte Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter, feines Granulat sowie Lebend- und Frostfutter sorgen für eine abwechslungsreiche Ernährung. Besonders Artemia, Cyclops, Wasserflöhe oder Mückenlarven werden von vielen Arten gerne angenommen.
Mehrere kleine Fütterungen pro Tag entsprechen dem natürlichen Fressverhalten besser als eine große Futtergabe. Nicht gefressenes Futter sollte vermieden werden, um die Wasserqualität dauerhaft stabil zu halten.
Warum Schwarmfische so beliebt sind
Kaum eine andere Fischgruppe vermittelt im Aquarium ein so natürliches und dynamisches Bild. Das koordinierte Schwimmen dutzender Tiere erzeugt eine beeindruckende Wirkung, die selbst erfahrene Aquarianer immer wieder fasziniert. Gleichzeitig eignen sich viele Schwarmfische hervorragend für Einsteiger, da sie friedlich, robust und vergleichsweise pflegeleicht sind.
Wer die Bedürfnisse dieser Tiere berücksichtigt und ausreichend große Gruppen pflegt, wird mit einem lebendigen, harmonischen und naturnahen Aquarium belohnt. Schwarmfische sind daher nicht nur dekorative Aquarienbewohner, sondern tragen entscheidend dazu bei, ein Aquarium in eine authentische Unterwasserlandschaft zu verwandeln.








