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Gorgonien - Faszinierende Fächerkorallen im Meerwasseraquarium

Blog: Gorgonien - Faszinierende Fächerkorallen im Meerwasseraquarium (7594)

Gorgonien gehören zu den beeindruckendsten Erscheinungen, die man in der Welt der Meerwasseraquaristik finden kann. Mit ihren fächerartigen, verzweigten Strukturen, ihren oft kräftigen Farben und ihrer eleganten Bewegung in der Strömung ziehen sie sofort alle Blicke auf sich. Viele Aquarianer verbinden Gorgonien zunächst mit anspruchsvoller Pflege oder halten sie für reine Schauobjekte aus öffentlichen Großaquarien. Tatsächlich sind Gorgonien aber eine äußerst vielfältige Gruppe von Nesseltieren, von denen sich einige Arten bei richtiger Vorbereitung und Pflege auch für engagierte Hobby-Aquarianer eignen.

In der Natur besiedeln Gorgonien unterschiedlichste Lebensräume – von flachen Riffen mit viel Licht bis hin zu dunkleren, strömungsreichen Tiefen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in ihren Bedürfnissen wider. Genau hier liegt die größte Herausforderung, aber auch der Reiz bei der Haltung im Aquarium: Wer versteht, wie Gorgonien leben, wachsen und sich ernähren, kann diese faszinierenden Tiere langfristig erfolgreich pflegen.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Gorgonien ein. Wir schauen uns an, was Gorgonien biologisch ausmacht, welche Arten es gibt, wie sie in der Natur leben, welche Anforderungen sie im Aquarium stellen und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte. Außerdem gehen wir auf häufige Fragen ein, die sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Aquarianer beschäftigen.

Was sind Gorgonien eigentlich?

Einordnung und biologische Grundlagen

Gorgonien gehören zur Klasse der Anthozoa und damit zu den Blumentieren, genau wie Steinkorallen, Weichkorallen und Seeanemonen. Innerhalb dieser Klasse zählen sie zu den Oktokorallen, was bedeutet, dass ihre Polypen jeweils acht Tentakel besitzen. Ein zentrales Merkmal der Gorgonien ist ihr inneres Achsenskelett, das meist aus einer hornartigen Substanz besteht und ihnen ihre typische fächer- oder buschförmige Gestalt verleiht.

Dieses Skelett unterscheidet Gorgonien deutlich von vielen anderen Weichkorallen. Während klassische Weichkorallen eher weich und flexibel sind, besitzen Gorgonien eine gewisse Festigkeit, bleiben aber dennoch beweglich genug, um sich in der Strömung zu wiegen. Diese Kombination sorgt nicht nur für Stabilität, sondern auch für eine effektive Nahrungsaufnahme.

Aufbau und Erscheinungsbild

Eine Gorgonie besteht aus einer zentralen Achse, die von einer lebenden Gewebeschicht überzogen ist. In diesem Gewebe sitzen die Polypen, die je nach Art unterschiedlich groß, dicht und auffällig sein können. Manche Gorgonien zeigen tagsüber vollständig geöffnete Polypen, andere entfalten sie hauptsächlich nachts.

Die Farbpalette reicht von dezenten Braun- und Beigetönen über Gelb, Orange und Rot bis hin zu kräftigem Violett oder Weiß. Besonders auffällig sind Arten mit kontrastreichen Polypen, die sich farblich stark vom restlichen Gewebe abheben.

Lebensraum und natürliche Verbreitung

Vorkommen in den Weltmeeren

Gorgonien sind in nahezu allen tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Besonders häufig findet man sie in der Karibik, im Indopazifik und im Roten Meer. Je nach Art leben sie in sehr unterschiedlichen Tiefen, von wenigen Metern unter der Wasseroberfläche bis in mehrere hundert Meter Tiefe.

Flachwasserarten wachsen oft in Bereichen mit starker Strömung und klarem Wasser. Tiefwasserarten hingegen kommen meist ohne direktes Sonnenlicht aus und sind vollständig auf planktonische Nahrung angewiesen. Diese Unterscheidung ist später für die Aquarienhaltung extrem wichtig.

Strömung und Licht in der Natur

In ihrem natürlichen Lebensraum sind Gorgonien fast immer einer konstanten, oft recht kräftigen Strömung ausgesetzt. Diese Strömung sorgt dafür, dass Nahrungspartikel kontinuierlich an den Polypen vorbeigeführt werden. Gleichzeitig verhindert sie, dass sich Sedimente auf dem Gewebe ablagern, was für die Gesundheit der Tiere entscheidend ist.

Das Licht spielt je nach Art eine sehr unterschiedliche Rolle. Einige Gorgonien leben in Symbiose mit Zooxanthellen, also einzelligen Algen, die durch Photosynthese Energie liefern. Andere Arten besitzen keine Zooxanthellen und sind vollständig heterotroph, also auf externe Fütterung angewiesen.

Unterschiedliche Typen von Gorgonien

Photosynthetische Gorgonien

Photosynthetische Gorgonien enthalten Zooxanthellen und benötigen daher ausreichend Licht. Sie sind oft robuster und verzeihen kleinere Pflegefehler eher als ihre nicht-photosynthetischen Verwandten. Typisch für diese Gruppe sind Arten mit bräunlicher oder leicht grünlicher Grundfarbe.

Im Aquarium profitieren sie von moderater bis starker Beleuchtung, ähnlich wie viele Weichkorallen. Trotzdem sollte man sie nicht direkt unter extrem starkes Licht setzen, da sie in der Natur oft leicht schattierte Plätze bevorzugen.

Nicht-photosynthetische Gorgonien

Nicht-photosynthetische Gorgonien gelten als die Königsdisziplin der Gorgonienhaltung. Sie besitzen keine Zooxanthellen und sind daher vollständig auf regelmäßige, oft mehrmals tägliche Fütterung angewiesen. Diese Arten sind häufig besonders farbenprächtig, mit leuchtend roten, gelben oder violetten Farben.

Ihr natürlicher Lebensraum ist meist strömungsreich und lichtarm. Im Aquarium benötigen sie eine sehr stabile Wasserqualität, starke, wechselnde Strömung und eine gut geplante Fütterungsstrategie. Ohne diese Voraussetzungen verhungern sie langsam, auch wenn sie äußerlich zunächst gesund wirken.

Gorgonien im Meerwasseraquarium

Voraussetzungen für die Haltung

Bevor man sich eine Gorgonie ins Aquarium setzt, sollte man sich ehrlich fragen, ob das eigene Becken die nötigen Bedingungen bietet. Gorgonien sind keine klassischen Anfängerpfleglinge, auch wenn es durchaus robuste Arten gibt.

Ein stabiles Meerwasseraquarium mit konstanten Wasserwerten ist Pflicht. Temperaturschwankungen, instabile Salinität oder dauerhaft erhöhte Nährstoffwerte wirken sich schnell negativ aus. Ebenso wichtig ist eine leistungsfähige Strömungstechnik, die es erlaubt, verschiedene Strömungsrichtungen zu erzeugen.

Platzierung im Becken

Die richtige Platzierung entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Gorgonien sollten so positioniert werden, dass sie gut von der Strömung umspült werden, ohne dass einzelne Bereiche dauerhaft im direkten Strahl einer Pumpe liegen. Ideal ist eine wechselnde, turbulente Strömung.

Auch der Abstand zu anderen Korallen spielt eine Rolle. Gorgonien sind zwar meist keine aggressiven Tiere, können aber durch ihre Größe und Ausladung andere Korallen beschatten oder durch ständige Berührung stressen.

Wasserwerte und Stabilität

Gorgonien reagieren sensibel auf instabile Wasserwerte. Besonders wichtig sind eine konstante Salinität, ein stabiler pH-Wert und eine gute Karbonathärte. Auch wenn Gorgonien keine klassischen Kalkbildner sind, profitieren sie von stabilen Bedingungen, da ihr Gewebe und ihr inneres Skelett auf ein ausgewogenes Milieu angewiesen sind.

Nährstoffe sollten weder dauerhaft zu hoch noch zu niedrig sein. Ein komplett nährstofffreies Becken ist für viele Gorgonien problematisch, da sie auf ein gewisses Angebot an organischem Material angewiesen sind.

Ernährung und Fütterung

Wie ernähren sich Gorgonien?

Gorgonien ernähren sich hauptsächlich von planktonischen Organismen. Dazu zählen Mikroplankton, Zooplankton, feine Schwebstoffe und gelöste organische Substanzen. Die Polypen fangen diese Partikel aus dem Wasser und transportieren sie in ihren Verdauungstrakt.

Photosynthetische Arten decken einen Teil ihres Energiebedarfs über die Zooxanthellen, sind aber trotzdem auf zusätzliche Nahrungszufuhr angewiesen. Nicht-photosynthetische Arten hingegen sind vollständig auf externe Fütterung angewiesen.

Fütterung im Aquarium

Eine gezielte Fütterung ist besonders bei nicht-photosynthetischen Gorgonien unverzichtbar. Feines Staubfutter, flüssige Planktonpräparate oder selbst angesetztes Phytoplankton können hier zum Einsatz kommen. Wichtig ist, dass das Futter fein genug ist, um von den Polypen aufgenommen zu werden.

Gleichzeitig muss man ein Auge auf die Wasserqualität behalten. Häufiges Füttern erhöht zwangsläufig die Nährstoffbelastung. Ein leistungsfähiger Abschäumer und regelmäßige Wasserwechsel sind daher Pflicht, wenn man Gorgonien langfristig erfolgreich pflegen möchte.

Typische Probleme und häufige Fehler

Polypen bleiben geschlossen

Eines der häufigsten Probleme ist, dass Gorgonien ihre Polypen nicht mehr öffnen. Die Ursachen können vielfältig sein: zu wenig oder falsche Strömung, ungeeignete Beleuchtung, schlechte Wasserqualität oder Stress durch andere Beckenbewohner.

In vielen Fällen hilft es, die Strömung zu optimieren und dem Tier etwas Zeit zu geben. Gorgonien reagieren oft verzögert auf Veränderungen, sowohl positiv als auch negativ.

Algenbewuchs und Sedimente

Algen, Cyanobakterien oder aufliegende Sedimente können das Gewebe der Gorgonie schädigen. In der Natur verhindert die Strömung solche Ablagerungen. Im Aquarium ist eine ausreichend starke und gut verteilte Strömung daher essenziell.

Bei bereits vorhandenen Ablagerungen kann vorsichtiges Abpusten mit einer Pipette helfen, sollte aber nicht zur Dauerlösung werden.

Langsames Verhungern

Besonders bei nicht-photosynthetischen Gorgonien ist Verhungern ein schleichendes Problem. Die Tiere können über Wochen oder Monate äußerlich stabil wirken, bauen aber innerlich Substanz ab. Erst spät zeigen sich dann Gewebeverluste oder ein Absterben einzelner Äste.

Eine konsequente, langfristig geplante Fütterung ist hier der einzige Weg, um dieses Problem zu vermeiden.

Vergesellschaftung mit anderen Beckenbewohnern

Gorgonien lassen sich grundsätzlich gut mit vielen Fischen und Wirbellosen vergesellschaften. Problematisch können jedoch Tiere sein, die an Korallen zupfen oder ständig über sie hinwegkriechen. Auch sehr aktive grabende Fische können durch aufgewirbelte Sedimente Stress verursachen.

Mit anderen Korallen ist Vorsicht geboten, vor allem bei stark wachsenden oder chemisch aktiven Arten. Ausreichend Abstand und gute Strömung helfen, Konflikte zu minimieren.

Wachstum und langfristige Pflege

Gorgonien wachsen in der Regel langsam, vor allem im Aquarium. Ein gesundes Wachstum zeigt sich durch neue Astspitzen, intensivere Farben und regelmäßig geöffnete Polypen. Stagnation oder Rückgang sind meist ein Zeichen dafür, dass eine oder mehrere Bedingungen nicht optimal sind.

Langfristige Pflege bedeutet vor allem Beobachtung. Wer sein Becken kennt und Veränderungen frühzeitig wahrnimmt, hat deutlich bessere Chancen, Gorgonien dauerhaft erfolgreich zu halten.

Häufig gestellte Fragen zu Gorgonien

Sind Gorgonien für Anfänger geeignet?

Einige robuste, photosynthetische Arten können auch von motivierten Anfängern gepflegt werden. Nicht-photosynthetische Gorgonien sind jedoch eher für erfahrene Aquarianer geeignet, die sich intensiv mit Fütterung und Beckenstabilität beschäftigen.

Brauchen Gorgonien viel Licht?

Das hängt stark von der Art ab. Photosynthetische Gorgonien benötigen moderates bis gutes Licht, während nicht-photosynthetische Arten mit wenig Licht auskommen oder dieses sogar meiden.

Wie oft müssen Gorgonien gefüttert werden?

Photosynthetische Arten profitieren von gelegentlicher Fütterung. Nicht-photosynthetische Gorgonien benötigen meist tägliche oder sogar mehrmals tägliche Fütterung, abhängig von Art und Beckenbedingungen.

Können Gorgonien geschnitten oder vermehrt werden?

Einige Gorgonien lassen sich durch Fragmentierung vermehren. Dabei ist jedoch große Vorsicht geboten, da Verletzungen schnell zu Infektionen oder Gewebeverlust führen können. Für Anfänger ist davon eher abzuraten.

Woran erkennt man eine gesunde Gorgonie?

Eine gesunde Gorgonie zeigt regelmäßig geöffnete Polypen, eine feste Struktur und klare, kräftige Farben. Gewebeverluste, dauerhafte Polypenschließung oder schleimige Beläge sind Warnsignale.

Fazit

Gorgonien sind ohne Zweifel faszinierende Tiere, die jedem Meerwasseraquarium eine besondere Tiefe und Eleganz verleihen können. Ihre fächerartigen Formen und ihre oft spektakulären Farben machen sie zu echten Hinguckern, die sich deutlich von klassischen Korallen unterscheiden. Gleichzeitig verlangen sie vom Aquarianer ein hohes Maß an Verständnis, Geduld und Konsequenz.

Wer sich intensiv mit den Bedürfnissen der jeweiligen Art auseinandersetzt, die Bedingungen im Aquarium entsprechend anpasst und bereit ist, Zeit in Beobachtung und Pflege zu investieren, kann mit Gorgonien sehr viel Freude haben. Besonders wichtig ist es, sich nicht von der Optik allein leiten zu lassen, sondern genau zu wissen, ob es sich um eine photosynthetische oder nicht-photosynthetische Art handelt.

Richtig gehalten, entwickeln sich Gorgonien zu langlebigen, stabilen Beckenbewohnern, die über Jahre hinweg wachsen und das Aquarium bereichern. Sie sind kein schneller Erfolg, sondern eher ein langfristiges Projekt – genau das macht sie für viele Aquarianer so spannend.

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Blogartikel 'Blog 7594: Gorgonien - Faszinierende Fächerkorallen im Meerwasseraquarium' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 10.01.2026 um 13:24 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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