Blog: Herbsttrend ´Pumpkin Spice´ - ohne Kürbis? (8315)
Nach der Sommerhitze begrüßen wir den Herbst mit offenen Armen, das Leben verlagert sich so langsam wieder mehr nach innen. Doch nicht nur Licht und Temperatur verändern sich, auch die Gerüche sagen uns, dass der Herbst gekommen ist. Wer es sich nun gerne gemütlich macht, der kommt an einem Duft kaum vorbei: Das Gewürz „Pumpkin Spice“ findet sich als Geschmacksrichtung für Kaffee, aber auch bei Keksen, Kuchen, Schokolade, Müsli oder aber bei Kerzen und sogar Seifen. Dabei stecken hinter dem großen Herbsttrend zunächst eine Handvoll ganz gewöhnlicher Gewürze.
Der Kürbis allerdings, der fehlt in der Mischung vollständig. Pumpkin Spice, auch Pumpkin Pie Spice genannt, ist ursprünglich eine Gewürzmischung, die zum Würzen von Kürbiskuchen verwendet wird. Welche Gewürze hineingehören, ist nicht überall exakt festgelegt. Typischerweise finden sich Zimt, Ingwer, Muskat, Nelken und Piment darin, wobei manche Mischungen auf einzelne Zutaten verzichten. Kommerzielle Mischungen unterscheiden sich deshalb durchaus voneinander.
Fünf Gewürze machen den typischen Herbstduft
Den größten Anteil übernimmt meist der Zimt. Er bringt die süßlich-warme, weiche Note mit, die viele Menschen unmittelbar mit Gebäck, Weihnachten und gemütlichen Stunden verbinden. Botanisch handelt es sich dabei übrigens um die getrocknete innere Rinde verschiedener Zimtbäume. Gerade sein charakteristisches Aroma macht ihn zu einem wichtigen Bestandteil der Mischung.
Ingwer bringt einen ganz anderen Akzent hinein. Er ist schärfer, frischer und leicht zitronig und verhindert, dass die Mischung ausschließlich süß und schwer wirkt. In der Nase sorgt er für eine gewisse Lebendigkeit, während Zimt eher für Wärme steht.
Muskat steuert eine tiefe, warme und leicht erdige Würze bei. Das Gewürz stammt vom Samen des Muskatbaums, der ursprünglich von den Banda-Inseln im heutigen Indonesien stammt. Dort lässt sich die Verwendung von Muskat sogar sehr weit zurückverfolgen: Archäologen fanden Rückstände auf Keramik, die etwa 3.500 Jahre alt sind.
Bei den Nelken wird es aromatisch besonders intensiv. Schon eine kleine Menge reicht aus, um einer Mischung eine kräftige, warme und leicht medizinisch wirkende Würze zu geben. Piment wiederum verbindet verschiedene Eindrücke miteinander: Sein Aroma erinnert gleichzeitig an Nelken, Zimt und Muskat. Deshalb passt es so gut in eine Mischung, die möglichst viele dieser warmen Gewürznoten miteinander verbinden soll.
Warum daraus ein Herbstgefühl wird
Dass Pumpkin Spice nicht einfach nur „lecker“ schmeckt, sondern bei vielen Menschen regelrecht eine Stimmung hervorruft, hat viel mit dem Geruchssinn zu tun. Aromen werden eng mit Erinnerungen und Situationen verknüpft. Der Duft von Zimt kann deshalb nicht nur als Zimt wahrgenommen werden, sondern Erinnerungen an warmes Gebäck, kalte Nachmittage, Kerzenlicht oder gemütliche Stunden auslösen.
Hinzu kommt, dass die Gewürze selbst eine lange Geschichte als typische Begleiter von Süßspeisen und winterlichen Gerichten haben. Die Verbindung zum Herbst ist also nicht einfach eine Erfindung moderner Werbung. Bereits in frühen amerikanischen Rezepten für Kürbiskuchen wurden Gewürze wie Ingwer, Piment, Muskat und ähnliche Gewürze verwendet.
Die fertige Gewürzmischung, wie sie heute im Supermarkt steht, ist allerdings deutlich jünger. Zum weltweiten Herbstphänomen wurde Pumpkin Spice schließlich vor allem durch Getränke: Starbucks entwickelte den Pumpkin Spice Latte 2003 und führte ihn 2004 in seinen US-Filialen ein.
Pumpkin Spice kann mehr als Latte
Die eigentliche Grundlage lässt sich also mit wenigen Gewürzen selbst herstellen: Zimt, Ingwer, Muskat und Piment bilden beispielsweise eine klassische Basis; wer es kräftiger und dunkler mag, ergänzt etwas Nelke.
Eine kleine Prise passt nicht nur in den Kaffee, sondern auch in Haferbrei oder Milchreis, in Apfelkompott, auf gebackene Äpfel oder in einen einfachen Rührkuchen. Auch geröstete Möhren, Süßkartoffeln oder Kürbis können mit den Gewürzen eine warme, würzige Note bekommen. Heiße Milch oder Kakao lassen sich damit in ein Herbstgetränk verwandeln. Die Gewürzmischung wird damit vom Trendprodukt wieder zu dem, was sie ursprünglich war: Eine vielseitige und wirklich leckere Küchenmischung.
Häufige Fragen
Enthält Pumpkin Spice tatsächlich Kürbis?
Nein. Pumpkin Spice beziehungsweise Pumpkin Pie Spice ist eine Gewürzmischung und enthält normalerweise keinen Kürbis. Der Name bezieht sich auf die Verwendung der Gewürze für Kürbiskuchen, nicht auf einen Bestandteil der Mischung.
Welche Gewürze gehören klassischerweise in Pumpkin Spice?
Die typische Grundlage bilden Zimt, Ingwer, Muskat, Nelken und Piment. Allerdings gibt es keine verbindlich festgelegte Rezeptur. Manche Mischungen verzichten beispielsweise auf Piment oder Nelken, andere ergänzen Gewürze wie Kardamom oder Muskatblüte.
Warum schmeckt Pumpkin Spice so stark nach Herbst?
Es ist vor allem die Kombination verschiedener warmer und intensiver Aromen. Zimt bringt Süße und Wärme, Ingwer eine leichte Schärfe, Muskat eine tiefe Würze und Nelken sowie Piment besonders kräftige, aromatische Noten. Zusammen entsteht das typische Gewürzprofil, das inzwischen stark mit Herbst und Gebäck verbunden ist.
Kann Pumpkin Spice selbst gemischt werden?
Ja, und dafür werden nur wenige Zutaten benötigt. Eine einfache Mischung besteht beispielsweise aus 3 Esslöffeln Zimt, 2 Teelöffeln Ingwer, 2 Teelöffeln Muskat, 1½ Teelöffeln Piment und 1½ Teelöffeln Nelken. Die Gewürze werden einfach gründlich vermischt und luftdicht aufbewahrt.
Wofür lässt sich Pumpkin Spice außer für Kaffee verwenden?
Die Mischung passt nicht nur in den berühmten Pumpkin Spice Latte. Sie kann beispielsweise Gebäck, Milchreis, Haferbrei, Apfelkompott, gebackene Äpfel oder Kürbisgerichte würzen. Auch für geröstete Nüsse oder als kleine Würznote in Kakao eignet sie sich.
Ist Pumpkin Spice dasselbe wie Lebkuchengewürz?
Nein, die Mischungen ähneln sich allerdings. Pumpkin Spice konzentriert sich vor allem auf Zimt, Ingwer, Muskat, Nelken und Piment. Bei Lebkuchengewürzen kommen je nach Rezept weitere Gewürze wie Kardamom, Anis oder Koriander hinzu. Die genaue Zusammensetzung ist auch hier nicht einheitlich.
Woher kommt der Pumpkin-Spice-Trend?
Die Gewürzmischung selbst ist deutlich älter als der heutige Trend. Zum modernen Massenphänomen wurde Pumpkin Spice vor allem durch den Pumpkin Spice Latte, den Starbucks Anfang der 2000er-Jahre einführte. Seitdem findet sich das Aroma in immer mehr saisonalen Lebensmitteln und Produkten.
Warum riecht Pumpkin Spice oft stärker als es schmeckt?
Viele der verwendeten Gewürze enthalten intensive ätherische Öle. Gerade Zimt, Nelken und Ingwer geben bereits beim Öffnen einer Gewürzdose oder beim Erhitzen deutliche Duftstoffe ab. Da Geruch und Geschmack eng zusammenwirken, trägt der Duft wesentlich dazu bei, dass eine Speise oder ein Getränk als „Pumpkin Spice“ wahrgenommen wird.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






